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Morgenmagazin vom Mittwoch, 28. September 2016

28.09.2016 | 06:55 Uhr |

Zweite Betas für macOS 10.12.1 und iOS 10.1 +++ Krankenversicherung Aetna gibt Apple WAtches an Versicherte +++ IBM nimmt Swift in die Cloud +++ Disney plant offenbar Kauf von Twitter +++ Dobrindt kündigt "5 Schritte zu 5G" an +++ Note 7: Samsung untersucht Probleme mit Austauschgeräten +++ Siemens streicht 1700 Arbeitsplätze in Deutschland +++ Erster österreichischer Apple Store in Wien

28. September: Mehr als Musik bei Apple Music

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Im Supermarkt muss man dieser Tage ganz stark sein. Obwohl es einen noch nach Sommer gelüstet, nach Grillkohle, Wassermelonen und leichten Weißwein, findet man in den Regalen: Schwer nach Zimt und Vanille duftende Kerzen, Lebkuchen und zu Glühwein zu Tode gewürzte schweren Rotwein. Riesenseufzer. Aber der Blick in den Kalender zeigt, dass in drei Monaten Weihnachten sogar schon wieder vorbei ist, ab Ende September muss man mit dessen Vorboten nun einmal leben. Im Internet kursierte in den letzten Tagen ein Meme, das ebenso vor dem unerbittlichen Nahen des Jahresendfests warnte: Michael Bublé habe seine Höhle verlassen und beginne damit, weihnachtliche Swingstandards zu trällern.

Nun mag die Meinung über kanadische Musik-Acts im Allgemeinen und Justin Bieber, Nickelback sowie Michael Bublé im Besonderen sehr geteilt sein, den Jazz-Sänger aber auf seine Weihnachtsplatten zu reduzieren, ist ein wenig übertrieben. Gewiss eignet sich das Genre Big-Band-Swing ideal dazu, für die Adventszeit Fest Easy Listening zu produzieren, Bublé ist aber bedeutend versierter, als nur Standardrepertoire abzufeiern. Den Beweis tritt er heute wieder bei einem Festival an, das beinahe unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattzufinden schien: Dem iTunes Festival in London . Dabei geben sich dort durchaus renommierte Künstler die Klinke in die Hand, vor zehn Tagen hatte Sir Elton John den Auftakt gegeben, Calvin Harris, Robbie Williams und Bastille gehörten ebenso zu den Gästen. Die Auftritte sind live in Apple Music zu sehen, aber auch nach Ende der Konzerte kann man sich das Festival auf Lautsprecher und Bildschirme holen, solange man Apple Music abonniert hat. Für das Live-Erlebnis gibt es keinen Ersatz, die Tickets für das iTunes Festival sind nicht auf dem freien Markt erhältlich, sondern werden verlost. Vielleicht zieht es uns nächstes Jahr im Herbst nach London, mal sehen, wer dann spielt. Heute würden wir Michael Bublé durchaus genießen, aber die Veranstaltung im Apple Store SoHo in New York scheint weit attraktiver: Bruce Springsteen liest aus seiner Autobiographie "Born to Run" - alle Sitze im Auditorium sind aber längst vergeben.

Freuen wir uns also lieber auf eine ebenso exklusive Veranstaltung, die Apple Music gestern auf seiner Facebook-Seite angekündigt hatte . An diesem Freitag, den 30. September, streamt der Dienst ein Interview, das die Musikerin Mary J. Blige mit der Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton geführt hat. Wir sind gespannt auf die Stoßrichtung und die Zielgruppenansprache und glauben, dass sich Apple im Wahlkampf eindeutig positioniert. Denn uns fällt kein Künstler ein, der ein derartiges Gespräch mit Donald Trump führen wollte. Sogar der den Republikanern nahe stehende Alice Cooper hat sich mit Grausen von Trump abgewandt – und will lieber selbst kandidieren. Peter Müller

Lesetipps für den Mittwoch


Mehr als nur Bokeh: Unser Macworld-Kollege Oscar Raymundo hält die Dualkamera des iPhone 7 Plus für ein starkes Indiz dafür, dass Apple massiv in das Thema Augmented Reality einsteigen wolle. Mit Hilfe der Kameras könnte man wesentlich detailreichere 3D-Karten erstellen. Wie das geht und was das bedeutet, erklärt Oscar in der neuen Folge von The iPhone Show

Zweite Beta: Apple treibt die Entwicklung seiner Betriebssysteme voran. Gestern Abend haben Entwickler die zweite Beta von macOS 10.12.1 erhalten aller Voraussicht nach wird Apple den Seed heute noch in das Public Beta Programm einstellen. Auch iOS 10.1 Beta 2 steht vorerst nur registrierten Entwicklern zur Verfügung. Während macOS 10.12.1 sich vor allem auf Bugfixes und Steigerung der Leistung konzentriert, wird iOS 10.1 auch mit einer neuen Funktion kommen, dem Portrait-Modus für das iPhone 7 Plus.

Programmiersprache: IBM nimmt Apples Open-Source-Porgrammiersprache in die Cloud. Damit sollen Entwickler besser in der Lage sein, Software für Unternehmen zu programmieren. IBM und Apple unterhalten seit Sommer 2014 eine strategische Partnerschaft, die Apple mehr Türen in Unternehmen öffnen soll - das Joint Venture trägt bereits erste Früchte.

Großkunde: Der US-Gesundheitsversicherer Aetna will einem  bestimmten Kreis seiner Versicherten Apple Watches für einen subventionierten Preis anbieten, die Abrechnung erfolgt in Monatsraten. Darüber hinaus sollen alle 50.000 Angestellten des Konzerns eine Uhr aus Cupertino zur Verfügung gestellt bekommen. Aetna bietet unter anderem Apps an, die Patienten daran erinnern, ihre Medikamente zu nehmen oder ihre Verschreibungen zu verlängern.

Spätfolgen: Zwei Jahre nach dem zum "Bendgate" aufgeblasenen Skandal, dass man speziell das iPhone 6 Plus versehentlich verbiegen kann, zeigen sich laut Business Insider Spätfolgen. Bis zu zwei Jahre alte iPhones sollen plötzlich nicht mehr auf Touch-Eingaben reagieren. Mitarbeiter der Genius Bars in den Apple Stores seien angehalten, die Bildschirme auszutauschen, sofern das Gerät noch Garantie habe. Apple hatte seinerzeit dementiert, nicht auf Verbiegungsfestigkeit beim seinerzeit neuen Design geachtet zu haben, dennoch sind iPhone 6S (Plus) und iPhone 7 (Plus) deutlich stabiler geraten.

Weitere Nachrichten:

Disney plant offenbar Kauf von Twitter

Disney hat offenbar Interesse an Twitter. Wie das IT-Magazin TechCrunch aus brancheinternen Quellen erfahren haben will, berät das Unternehmen derzeit über einen möglichen Kauf des Micro-Blogging-Dienstes. Dabei würde Disney zusammen mit Finanzexperten abwägen, ob eine Übernahme Sinn macht oder nicht.

Bereits in den vergangenen Wochen gab es immer wieder Gerüchte um mögliche Twitter-Kaufinteressenten. Den Mutmaßungen zufolge hätten Google, Salesforce, Microsoft und Verizon entsprechende Angebote abgegeben. Twitter könnte zwischen 13 und 20 Milliarden US-Dollar bringen, schätzt TechCrunch. Weder Disney noch die anderen Interessenten wollten die Mutmaßungen bislang bestätigen.

Disney könnte mit der Social-Media-Plattform Twitter die Reichweite seiner Sender ESPN und ABC erhöhen. Twitter hat mit der Einbindung dieser Medienangebote anscheinend das Interesse mehrerer Konzerne geweckt.

Dobrindt kündigt "5 Schritte zu 5G" an

Der Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Alexander Dobrindt (CSU), will mit einem Maßnahmenpaket den Ausbau der fünften Generation des Mobilfunks vorantreiben. "Wir wollen, dass Deutschland zum Leitmarkt für 5G wird und als erstes Land ein flächendeckendes 5G-Netz bereitstellt", heißt es im einem Strategiepapier seines Ministeriums. Über das Papier hatte zuerst die "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Dienstagausgabe) berichtet.

In dem Papier werden fünf Maßnahmen vorgeschlagen, um der Nachfolgetechnologie für den derzeitigen LTE-Standard (4G) den Weg zu bereiten. Dazu gehören die Bereitstellung der erforderlichen Frequenzen und die Förderung der 5G-Forschung. Außerdem müssten in Deutschland konkrete Anwendungsbeispiele geschaffen werden und zusammen mit der Telekommunikationswirtschaft eine "5G-Stadt in Deutschland" geschaffen werden. Um das Ausrollen der 5G-Technologie zu beschleunigen, müsse der Infrastrukturausbau gefördert werden. "Bis spätestens 2025 sollen alle Hauptverkehrswege und mindestens die 20 größten Städte in Deutschland mit 5G ausgestattet sein."

Innovationen wie das automatisierte und vernetzte Fahren, die Industrie 4.0 oder E-Health schafften ein enormes Datenwachstum, erklärte Dobrindt zum Auftakt einer Konferenz zum neuen Mobilfunkstandard. "Die digitale Wirtschaft entsteht aber nur dort, wo dieses Wachstum abgerufen werden kann." Mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G würden sich große Datenmengen zuverlässig übertragen lassen - mit bis zu 20 Gigabit pro Sekunde und Latenzzeiten unter einer Millisekunde. "5G wird damit zu einer digitalen Schlüsseltechnologie im Zeitalter der Vernetzung." (dpa/ad)

Note 7: Samsung untersucht Probleme mit Austauschgeräten

Das Wall Street Journal berichtet, dass sich einige Note-7-Besitzer darüber beschweren, dass es auch bei Ihrem neuen Note 7, das sie als Ersatz für ihr altes Note 7 bekommen haben, Probleme mit dem Akku gebe. Die Akkus der Note-7-Austauschgeräte sollen sich angeblich ebenfalls überhitzen und schnell an Akku-Leistung verlieren. Der Akku-Ladestand soll angeblich sogar während des Aufladens zurückgehen. Von Explosionen oder Bränden - wie es bei den Vorgängergeräten vereinzelt vorgekommen ist - ist aber nicht die Rede!

Samsung sagte laut The Next Web nicht, wie viele Fälle mit dem neuen Akku-Problem nach dem Umtausch dem südkoreanischen Unternehmen gemeldet wurden. Die bis jetzt bekannt gewordenen Fälle scheinen alle aus Südkorea, also dem Heimatland von Samsung, zu stammen. Sie betreffen Note-7-Exemplare, die in den letzten Wochen als Ersatz für Note 7 geliefert wurden, die von dem bekannten Problem mit explodierenden Akkus betroffen waren. Samsung äußerte sich gegenüber dem Wall Street Journal nicht dazu, ob es auch Meldungen von außerhalb Südkoreas zu den neuen Akku-Problemen gebe. Samsung sagte gegenüber dem Wall Street Journal nur, dass die neuen Probleme nicht in Zusammenhang mit den Akkus stünden. Zudem würde es sich um Einzelfälle handeln, die mit der Massenproduktion zusammenhängen würden. Samsung würde die Vorfälle genau untersuchen. Einen ähnlich lautenden Bericht von androidauthority, der auf einem Bericht eines südkoreanischen TV-Senders beruht , hat androidauthority offline genommen.

Wir haben bei Samsung um eine Bestätigung dieser Meldung gebeten. Samsung bestätigte uns daraufhin, dass es tatsächlich einige Vorfälle bei Note-7-Smartphones, die Kunden in Südkorea als Ersatz für ihr ursprüngliches Note 7 bekommen haben, gäbe. Samsung würde diese Vorfälle untersuchen. Zu den Gründen für die geschilderten Probleme wollte sich Samsung uns gegenüber nicht äußern, die Vorfälle stünden aber nicht in Zusammenhang mit den Akkus, wie Samsung uns gegenüber betonte.

Insgesamt muss Samsung 2,5 Millionen Note 7 wegen des Akku-Problems umtauschen. Besitzer eines Note 7 der ersten Charge sollen dieses ausschalten, nicht mehr benutzen und umtauschen. Samsung hat mittlerweile den Umtauschprozess verbessert und lässt die betroffenen Note 7 beim Kunden abholen. Die Kunden erhalten dann sofort ihr neues Ersatzgerät.

In unserem großen Überblick erfahren Sie alles zum Samsung Galaxy Note 7 Rückruf. Sollte sich bestätigen, dass es auch mit den Ersatzgeräten Probleme geben sollte, dann würde es immer wahrscheinlicher, dass Samsung den Start des Galaxy S8 vorziehen könnte.

Siemens streicht 1700 Arbeitsplätze in Deutschland

Seit März 2016 wird über den Umfang des Stellenabbaus bei Siemens spekuliert, jetzt liegen die Karten auf dem Tisch: Siemens streicht die Arbeitsplätze von rund 1700 Mitarbeitern in Deutschland. Das berichtet Spiegel Online

Die meisten Arbeitsplätze streicht Siemens in seinen bayerischen Werken: In Nürnberg fallen 590 Jobs weg, in Ruhstorf bei Passau trifft es 600 Arbeitsplätze und in Erlangen streicht Siemens 130 Stellen. Dazu kommen noch 330 wegfallende Jobs in Bad Neustadt/Saale.

Betroffen sind Werke, die zur Sparte Prozessindustrie und Antriebe von Siemens gehören. Der Stellenabbau fällt aber etwas weniger gravierend aus als es Siemens ursprünglich geplant hat und es in den Medien kolportiert wurde. Der jetzt beschlossene Stellenabbau soll bis spätestens Ende September 2020 umgesetzt sein. Siemens will dabei betriebsbedingte Kündigungen vermeiden. Die betroffenen Mitarbeiter will Siemens stattdessen an anderer Stelle weiter beschäftigen beziehungsweise sie über Abfindungen und in die Altersteilzeit loswerden. 200 bis 300 Millionen Euro kostet Siemens der Umbau.

In Deutschland beschäftigt Siemens im Bereich Prozessindustrie und Antriebe noch rund 16.000 Mitarbeiter, weltweit hat Siemens rund 46.000 Beschäftigte.

Der Stellenabbau bei Siemens soll also vergleichsweise sozialverträglich ablaufen. Bei Microsoft ist das anders: Die Redmonder feuern klassisch und schließen zum Beispiel das Skype-Büro in London.



Erster österreichischer Apple Store in Wien

Eine etwas schief geratene Konversation hat sich vor Kurzem in unserem Disqus-Forum ergeben: Ein Nutzer hat behauptet, der iPhone-Hype sei längst vorbei und am ersten Verkaufsstart seien seit Jahren keine Schlangen vor den Stores zu sehen. Es hat sich herausgestellt, dass der Nutzer in Wien wohnt, da war es schon klar, warum in der Stadt keine Menschen sich vor einem der Stores versammeln – Österreich hat noch keinen Apple Store.

Update vom 27. September:

Die österreichische Finanzzeitung " Der Börsianer " bestätigt nun die Meldungen von Standard.at (siehe unten). Angeblich will Apple vor dem Einzug das Gebäude renovieren und die Fassade des Gebäudes neu mit Sandstein bekleiden. Dafür investierte die Firma in der österreichischen Hauptstadt rund 35 Millionen Euro. Die Meldung bestätigt ebenfalls die Adresse des neuen Apple (Stores) in Wien – Kärntner Straße 11. Demnach will Apple auf drei Stockwerken im Haus nicht nur die Verkaufsfläche für neue iPhones und Macs installieren, sondern auch Schulungsräume und Büros einplanen. Nach den Infos von "Der Börsianer" hat sich für das Projekt Angela Ahrendts persönlich engagiert. Ob der großzügiger Investition und der künftigen Arbeitsplätze (150) unterstützt die Wiener Stadträtin Renate Brauner das Projekt. Spätestens im November sollen die Renovierungsarbeiten in der Kärntner Straße beginnen.

Ursprüngliche Meldung vom 17. August

Das soll sich bald ändern. Die Kollegen von Standard.at haben einen großen Pächter-Wechsel verfolgt, mitten in der Wiener Innenstadt. Demnach zieht aus einer Immobilie in der Kärntner Straße 11 der Einzelhändler Esprit aus, der Händler konnte den Laden nicht gewinnbringend betreiben. Nach Recherchen der Autoren steht jedoch ein Nachmieter fest – Apple. Aus Immobilienmaklerkreisen haben die Autoren erfahren, dass Apple den Einzug im großen Stil plane. Angeblich sind die Verträge bereits finalisiert. Die Immobilie umfasst drei Etagen in der besten Innenstadt-Lage Wiens, was zu dem Konzept der Flagship Stores bei Apple passt. Weder der Inhaber, die Signa-Gruppe, noch Apples Pressesprecher in Österreich waren für Kommentare erreichbar.

Gerüchte, dass Apple einen eigenen Store in Wien eröffnen will, kursieren seit langem. Ein sicherer Hinweis, dass Apple mit dem eigenen Store ernst meint, wären die Stellenanzeigen für den neuen Personal. Auf Apples Jobs-Portal haben wir nichts gefunden, außer einer neueren Stelle für den Technischen Support . Offenbar sucht Apple neue Mitarbeiter in Österreich über eine Personal-Agentur, denn seit gestern findet sich eine Stellenausschreibung für einen " Apple Shop Manager (m/w) " für Graz, Salzburg und Wien. Nun muss man hier anmerken, dass es sich in der Anzeige um die Verkäufer an einem Apple Stand in den Filialen von Saturn oder Media Markt handelt. Erfahrungsgemäß benötigt Apple einige Monate, bis ein Store in der Innenstadt öffnet, so ist eine Eröffnung vor Weihnachten durchaus möglich. 

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