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Morgenmagazin vom Mittwoch, 29. Oktober

29.10.2014 | 07:16 Uhr |

+++ Was heute wichtig wird: 29. Oktober +++ Nutzer organisieren sich wegen Grafikfehlern beim Macbook Pro 2011 +++ Yosemite lädt ungesicherte Dokumente in die iCloud +++ Logitech hat neue und erneuerte Tastaturen fürs iPad +++ Cook: Apple Pay ein Erfolg, Pläne für mehr Datensicherheit +++ Boston Consulting: Apple ist das innovativste Unternehmen +++ So verschwinden keine Apple E-Books mehr +++

Was heute wichtig wird: 29. Oktober

Guten Morgen!

Heute vor 91 Jahren ist in Berlin der erste deutsche Rundfunksender in Betrieb gegangen. Die "Funk-Stunde Berlin" war als Radioangebot nicht kostenlos, sondern die Lizenz kostete 780 Milliarden Mark - die Pionierzeit der elektronischen Medien fiel mitten in die große Inflation. Selbst heute, beinahe ein Jahrhundert später, ist analoger Rundfunk immer noch enorm verbreitet. Zwar werden immer mehr analoge Sender abgeschaltet, dennoch ist Radio immer noch wichtige Grundversorgung. Für Verkehrsmeldungen (das Auto ist inwzischen wohl neben der Berieselung auf der Arbeit der wichtigste Nutzungsfall für das klassische Radio) ist das Analogradio ebenso wichtig wie als Notfalldienst im Katastrophenfall. Die Technik ist robust, weit reichend und in jedem Haushalt nutzbar.

Das Radio ist nach der Zeitung das zweitälteste Massenmedium und das erste elektronische Informationsmedium überhaupt. Unsichtbare Elektromagnetische Wellen, die Sprache und Geräusche um den Erdball tragen, das muss vor 90 Jahren eine Sensation gewesen sein. Das Radio hat viel überlebt. Das Fernsehen, Zeitschriften und - zumindest bislang - das Internet. Und wie: laut der Studie Sevenone Navigator Mediennutzung hörten die Deutschen im Jahr 2012 täglich noch länger Radio als sie im Internet verbringen. 2,5 Stunden erreicht das Radio die Deutschen im Schnitt.

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Nutzer organisieren sich wegen Grafikfehlern beim Macbook Pro 2011

Mit einer Onlinepetition und einer US-Sammelklage fordern Tausende Betroffene Hilfe oder Ersatz wegen Fehlern des Grafikchips beim Macbook Pro aus dem Jahr 2011. Nutzer klagen über Ausfälle, Einfrieren des Systems und Grafikstörungen bei dem betroffenen Modell. Oft trete dies nur unter hoher Last auf. Die Onlinepetition bei change.org hat inzwischen über 22.000 Unterstützer. Zudem gibt es mittlerweile eine Sammelklage, der sich Betroffene (in den USA) anschließen können.

In der Klageschrift heißt es, dass die bleifreie Lötverbindung des AMD-Grafikchips Ursache der Probleme sei. Diese Lötmaterial sei zwar nötig, um mit EU-Regularien vereinbar zu sein, jedoch habe Apple dieses Material auch in den USA verwendet, wo es nicht vorgeschrieben sei, so die Kanzlei. der bleifreie Lötzinn sei anfällig für Temperaturschwankungen, wie sie im Macbook vorkämen. Der Kläger habe inzwischen das dritte Logic Board in seinem Macbook Pro im Einsatz und auch dieses sei wegen des gleichen Fehlers ausgefallen, so die Klageschrift. Über Hundert Betroffene hätten sich bereits der Klage angeschlossen, so die Kanzlei.

Die Klage wurde am 24. Oktober im Bezirk Nordkalifornien eingereichtund soll nach Wunsch der Kanzlei vor einer Jury augetragen werden. Das Macbook Pro von 2011 war das erste Macbook mit zwei Grafikchips, einem AMD-Grafikprozessor für anspruchsvolle Aufgaben und einer Intel-Chipsatzgrafik zum Strom sparen.

Yosemite lädt ungesicherte Dokumente in die iCloud

Der in Berlin lebende amerikanische Sicherheitsspezialist Jeffrey Paul macht darauf aufmerksam, dass Yosemite sämtliche Dokumente zu iCloud Documents oder iCloud Drive hochlädt, selbst wenn der Nutzer ein angefangenes Dokument noch nicht einmal gespeichert hat. Betroffen seien insbesondere sämtliche Daten in Programmen, die Apples automatische Wiederherstellung von Dokumenten nutzen. So kann man seit OS X 10.7 Lion ohne Umstände genau dort weiter arbeiten, wo man zuvor das Programm oder Fenster geschlossen hat.

Doch mit OS X 10.10 Yosemite hat sich dieses Verfahren erweitert. Nun können, entsprechende kompatible Geräte und Betriebssysteme vorausgesetzt, Dokumente mittels der Funktion Continuity untereinander nahtlos aufgerufen und weiter bearbeitet werden. Zum Beispiel beginnt man am iMac eine E-Mail zu schreiben, verlässt den Computer und öffnet die Nachricht genau an der Stelle am iPhone oder iPad, wo man kürzlich erst aufgehört hat. Das bedeutet, dass die Dokumente sämtlich über Apple-Server laufen. Auch würden ungefragt E-Mail-Adressen von Personen über die iCloud synchronisiert, mit denen man mittels des Apple-Programms Mails kommuniziert, auch wenn diese selbst nicht mit einem iCloud-Konto verbunden sind.

Apple hat schon zuvor Dokumente aus eigenen Anwendungen wie Textedit oder Pages über die iCloud zwischengespeichert und dies auch offen kommuniziert , dort freilich mit dem Zusatz ”jedoch nur dann, wenn Sie es in iCloud geöffnet oder manuell in iCloud gesichert haben”). Dies haben die meisten Anwender nicht bemerkt, weil man bis dahin nur über die jeweils eine Anwendung darauf zugreifen konnte. Mit Yosemite erhält man nun unmittelbaren Zugriff auf den iCloud-Speicher.

Logitech hat neue und erneuerte Tastaturen fürs iPad

Die spannendste Neuerung ist wohl die kompakte Standalone-Tastatur "Keys-To-Go". Sie ist nur 6,1 Millimeter dick und 180 Gramm schwer und lässt sich damit nach Angaben des Herstellers einfach in der Hand- oder Jackentasche verstauen. Keys-To-Go hat einen wasserabweisenden Fabricskin-Überzug, bietet aber trotzdem die von Notebooks gewohnte taktile Rückmeldung. Der integrierte Akku soll laut Logitech bis zu drei Monate halten. Keys-To-Go funktioniert mit jedem iPad oder iPad mini, ist in drei Farben (schwarz, rot, blaugrün) erhältlich und kostet knapp 70 Euro.

Logitech Type+
Vergrößern Logitech Type+
© Logitech

Die Tastaturhülle "Type+" und die Clip-on-Tastaturabdeckung "Ultrathin" sind nun auch kompatibel mit dem neuesten "iPad Air 2". Der Type+ hat Logitech nach eigenen Angaben eine optimierte Bluetooth-Tastatur mit gleicher Tipp-Erfahrung wie ein Laptop spendiert. In der Schreibposition wird der iPad-Bildschirm magnetisch oberhalb der Tastatur gehalten. Legt man das iPad flach zum Browsen hin, schaltet sich die Tastatur automatisch ab. Wie Apples Smart Cover aktiviert Type+ das iPad, sobald das Cover geöffnet wird, und versetzt es durch Schließen in den Schlafmodus. Logitech Type+ gibt es in schwarz und rot für knapp 100 Euro.

Logitech Ultrathin
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© Logitech

Die Ultrathin-Abdeckung ist aus Aluminium; ihr Akku hält nach Angaben des Herstellers bis zu zwei Jahre lang und lässt sich bei Bedarf einfach austauschen. Die Abdeckung hat eine verstellbare magnetische Halterung, mittels derer sich das eingesteckte iPad ähnlich einem Notebook-Bildschirm für den idealen Blickwinkel kippen lässt. Logitech Ultrathin ist in "Space Grey" und silber für rund 90 Euro zu haben.

Die drei neuen iPad-Tastaturen von Logitech, allesamt mit speziellen iOS-Shortcuts, kommen in Europa voraussichtlich Ende November in den Handel.

Cook: Apple Pay ein Erfolg, Pläne für mehr Datensicherheit

Auf der Konferenz WSJD, die vom Wall Street Journal veranstaltet wird, hat Tim Cook zu aktuellen und zu Zukunftsthemen gesprochen.

Cook zeigt sich im Interview wenig besorgt darüber, dass einige US-Ketten lieber ein eigenes Bezahlsystem durchsetzen wollen, statt Apple Pay zu unterstützen. Stattdessen geht der Firmenchef lieber ausführlich darauf ein, dass Apple Pay innerhalb von drei Tagen über eine Million Aktivierungen erreicht habe. Mehr als alle anderen mobilen Bezahldienste zusammen, habe ihm jemand vom Mastercard verraten habe. Aber Apple Pay stehe erst ganz am Anfang und müsse noch den Rest der Welt erreichen, da der Dienst bislang nur in den USA verfügbar sein.

Der Apple-Chef beantwortet auch, warum der iPod Classic nicht mehr im Programm sei. Der Nachfahre des Ur-iPods sei deshalb gestorben, weil bestimmte Bauteile nicht mehr lieferbar seien, sagt Cook. Zum Thema TV hält sich Cook im Gespräch merklich zurück. Er stimmt zwar nickend zu, dass die TV-Erfahrung aktuell furchtbar sei, anders als in vorherigen Jahren weicht Cook aber aus, ob Apple in diesem Segment Planungen habe. Das aktuelle Apple TV ist bereits seit 2,5 Jahren auf dem Markt und hat lediglich Anfang 2013 eine geringfügige, stille Überarbeitung erhalten.

In Sachen Datenschutz und Datensicherheit lehnt sich Apples CEO dagegen weiter aus dem Fenster. Apple arbeite an einer Art "Fort Knox" des Datenschutzes erklärt Cook. Zuletzt hatte Apple jedoch beispielsweise durch den iCloud-Einbruch bei Prominenten schwere Imageverluste bei der Datensicherheit hinnehmen müssen. Zur Apple Watch äußert Cook sich ebenfalls. Neu ist dabei jedoch nur, dass er im Gespräch bestätigt, dass die Apple-Uhr auf einen Tag Akkulaufzeit ausgelegt sei.

Boston Consulting: Apple ist das innovativste Unternehmen

BCG befragte bereits zum neunten Mal mehr als 1500 Führungskräfte aus zahlreichen Ländern und Branchen zu Innovationen und Innovationsfähigkeit. Mehr denn je belegen Unternehmen der Technologie- und TK-Branche die vorderen Plätze: Apple, Google und Samsung schafften es aufs Treppchen, Microsoft, IBM, Amazon, Tesla, Toyota, Facebook und Sony vervollständigen die Top ten.

Das zeigt die Studie "The Most Innovative Companies 2014: Breaking Through Is Hard to Do", die heute erscheint. Mit Siemens (15), BMW (18), Volkswagen (21), Daimler (25), Audi (28), Bayer (45) und BASF (48) haben es sieben deutsche Industriegiganten in den Kreis der 50 innovativsten Unternehmen geschafft. Auch das deutsch-französische Gemeinschaftsunternehmen Airbus (33) gehört zu dieser Gruppe.

Es reiche heute nicht mehr aus, die bestehenden Geschäftsmodelle schrittweise weiter zu entwickeln, sagt Carsten Kratz, Chef von BCG für die Länder Deutschland und Österreich. "Vielmehr sind zusätzlich Innovationen von disruptiver Kraft notwendig, um zu den Spitzenreitern einer Branche zu gehören." Solche disruptiven Innovationen seien in der Lage, bestehende Geschäftsmodelle, Produkte und Abläufe komplett zu verdrängen. Die Digitalisierung vereinfache und beschleunige die Einführung disruptiver Innovationen stark. Vielen Unternehmen werde das zusehends bewusst.

Oracle und Salesforce unter den Neueinsteigern

Apple führt die Liste der innovativsten Unternehmen seit 2005 ununterbrochen an. Sechs der elf Neueinsteiger in den Top 50 kommen zudem aus der Technologiebranche - und zwar Xiaomi, Yahoo, Hitachi, Oracle, Salesforce.com und Huawei.

Die innovativsten Unternehmen der Welt
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Interessant ist zudem, wie stark Konzerne aus der Konsumgüterbranche hier repräsentiert sind: Coca Cola, Starbucks, Nike und Procter & Gamble sind oben mit dabei. Automobilhersteller hingegen haben gegenüber anderen Branchen verloren. Unter den 20 innovativsten Unternehmen finden sich nur vier Autobauer, BMW auf Rang 18 (Vorjahr: Rang 9) ist darunter der einzige deutsche.

Die Rangliste wird stark von amerikanischen Firmen dominiert. Kein deutsches Unternehmen schaffte den Sprung in die Top ten. "Wir sehen global ein Erstarken der Unternehmen aus den USA - das gilt auch und insbesondere für deren Innovationskraft", sagt BCG-Deutschlandchef Kratz. Unternehmen aus Deutschland spielten zwar weiter in der Topliga der innovativsten Unternehmen, müssten aber aufholen.

Entscheidend dabei sei es, die Erneuerung in allen Dimensionen zu begreifen und voranzutreiben. "Unternehmen hierzulande haben Innovation in der Vergangenheit häufig nur mit Blick auf ihr Produkt interpretiert", so Kratz. Im Zeitalter der Digitalisierung sei das aber nicht ausreichend, Innovation müsse alle Facetten des Geschäfts umfassen.

Die Ansicht, dass disruptive Innovationen nötig seien, teilen die Befragten übrigens mehrheitlich nicht. So streben lediglich 13 Prozent danach - und von diesen deutet auch noch fast die Hälfte an, dass die Innovationsfähigkeit ihres Unternehmens bestenfalls durchschnittlich sei. Insgesamt können laut BCG nur 7,6 Prozent der untersuchten Unternehmen als Firmen mit herausragender Innovationskraft bezeichnet werden.

Firmen unterschätzen Folgen der Digitalisierung

In zahlreichen Branchen messen die Befragten digitalen Technologien in den kommenden drei bis fünf Jahren nur eine begrenzte Bedeutung bei, was deren Innovationswirkung angeht. Noch nicht einmal die Hälfte der Teilnehmer aus Branchen wie Telekommunikation, Pharma oder Handel glaubt, dass Trends wie Big Data oder Mobile einen großen Einfluss haben werden. Sogar weniger als ein Drittel sagt, dass ihre Unternehmen diese digitalen Innovationsthemen in ihren Innovationsprogrammen berücksichtigen würden.

BCG-Deutschlandchef Kratz hält diese Ignoranz für gefährlich: "Digitale Trends, basierend auf Big Data und mobilen Diensten, sind aktuell die Innovationshebel schlechthin, wie man an Branchen wie Telekommunikation oder IT sieht."

Die BCG-Studie untersuchte auch, was "bahnbrechende Innovatoren" von anderen Unternehmen unterscheidet: Demnach stellen sich diese breiter auf in der Ideenfindung, nutzen intensiver Geschäftsmodell-Innovationen und haben Unternehmenskulturen, die stärker auf durchschlagenden Erfolg ausgerichtet sind. Fast die Hälfte der bahnbrechenden Innovatoren sagten, dass sie über die vergangenen drei Jahre mehr als 30 Prozent ihrer Umsätze mit Innovationen erzielt hätten - mehr als doppelt so viel wie der Durchschnitt. (hv)

So verschwinden keine Apple E-Books mehr

Wer seine E-Books nur selten liest, kann bei Apple eine böse Überraschung erleben: Nach einiger Zeit verschwinden alle gekauften Bücher aus der App. So lösen Sie das Problem: Das passiert, wenn Sie die App längere Zeit nicht gestartet hatten. Öffnen Sie die App dann wieder und haben Sie dabei keine Verbindung zum Internet, erscheinen die E-Book-Cover noch für ein paar Sekunden, lösen sich dann aber in Luft auf. Was besonders ärgerlich ist, wenn man die Bücher auf einer Reise, etwa im Flugzeug oder auf einem Schiff lesen wollte.

iBooks lässt alle gespeicherten Bücher verschwinden, wenn man die App nicht regelmäßig mit aktiver Internetverbindung startet.
Vergrößern iBooks lässt alle gespeicherten Bücher verschwinden, wenn man die App nicht regelmäßig mit aktiver Internetverbindung startet.

Der Grund fürs Verschwinden: Die E-Books sind mit einem Zeitstempel versehen. Ist dieser abgelaufen, werden die Bücher nur angezeigt, wenn eine Online-Prüfung auf den Apple-Servern stattgefunden hat. Wieviel Zeit zwischen zwei Prüfungen vergehen darf und was genau geprüft wird, ist nicht bekannt. Nach Beobachtungen in der PC-WELT-Redaktion scheint die Zeitspanne einige Wochen zu betragen. Damit Sie auch dann Zugriff auf Ihre eBooks haben, wenn das iPhone oder iPad keine Internet-Verbindung hat, sollten Sie regelmäßig die App iBooks starten und zumindest kurz vor einer Reise, auf der Sie keine Online-Verbindung haben werden.

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