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Morgenmagazin vom Mittwoch, 3. März 2021

03.03.2021 | 07:12 Uhr | Peter Müller

Dritte Betas für iOS 14.5, iPadOS 14.5 und macOS 11.3 +++ Preseverance läuft mit Chip des iMac G3 +++ Neuer iMac könnte unmittelbar bevorstehen +++ Projekt Wachmann: WLAN-Router gegen Einbrecher +++ Twitter: Mit Strike-System gegen Fake News zu COVID-19-Impfstoffen +++ Disney+: Vergünstigter Jahrespreis für ausgewählte Telekom-Kunden

3. März: Drei Familien

Macwelt wünscht einen Guten Morgen! Laut "Die Ritter der Kokosnuss" der britischen Komikertruppe Monty Python steht im Buch der Waffen im Kapitel über Handgranaten folgende Gebrauchsanweisung: "Drei ist die Zahl, zu der zu zählen musst und die Zahl, zu der du zählen musst, ist die Drei. Weder sollst du zählen bis zur Vier. Noch sollst du zählen bis zur zwei, es sei denn, du zähltest weiter bis zur Drei. Die Fünf scheidet vollkommen aus." Das ist nicht nur eine genial-sarkastische Parodie auf Waffen segnende Geistliche, sondern auch eine genaue Beobachtung der Natur. Denn diese zählt anscheinend bis zur Drei. Und nicht bis zur Vier. Die Fünf scheidet vollkommen aus. Warum es im Universum exakt drei Familien von Elementarteilchen gibt, ist nach wie vor ein großes Rätsel. Der experimentelle Nachweis des Standardmodells ist aber seit dem 3. März 1995 komplett, an jenem Tag bestätigten Wissenschaftler am Fermilab nahe Chicago die Existenz des fehlenden Bausteins, des Top-Quarks.

Wie allgemein bekannt, besteht die uns vertraute Materie aus Atomen, die wiederum aus Elektronen und Atomkernen gebildet sind. Letztere bestehen aus Protonen und Neutronen, die wiederum aus je drei einzelnen Bausteinen bestehen, Quarks genannt. Diese liegen in den beiden Geschmacksrichtungen (der Teilchenphysiker sagt in der Tat "flavor") "up" und "down" vor. Zu jedem dieser Bausteine gibt es noch Antiteilchen – also das Antielektron oder Positron sowie Antiquarks, auch jeweils im Geschmack "up" und "down". (Außerdem noch Neutrinos – die lassen wir aber mal außen vor).

Während Elektronen aber einzeln vorkommen, gibt es keine einzelnen Quarks - sie gibt es nur als ein Paar von Teilchen und Antiteilchen oder eben im Dreierpack. So weit, so gut, diverse in der Natur vorkommende, meist sehr kurzlebige Teilchen lassen sich mit diesem Modell beschreiben, am besten eben Proton und Neutron. Was die Sache aber völlig Irre macht: Die Natur hat den Teilchensatz gleich zweimal kopiert - mit höheren Energien (und damit Massen) und auch daraus folgend wesentlich kürzeren Lebenszeiten. Die etwas schwereren Elektronen heißen Myonen, die dazu passenden Quarks "strange" und "charme". War ja auch eine seltsame Entdeckung, die gewissen Charme besaß. Noch schwerer und kurzlebiger heißen die Dinger Tauon und Bottom- respektive Top-Quark. Und für eben jenes letzte Teilchen fehlte fast zwei Jahrzehnte lang der experimentelle Nachweis. Naturwissenschaftler werden leicht nervös, wenn sie mit von Wissen nicht mehr zu unterscheidendem Glauben an einer Theorie hängen, aber letztendlich der Beweis fehlt. Weit länger hat ja dann der Nachweis des Higgs-Bosons gedauert, das bei der Erklärung der unterschiedlichen Massen aller Teilchen aller dreier Familien hilft. Aber auch das hat schließlich funktioniert.

Warum es aber nun genau drei Familien sind und nicht nur eine oder zwei oder vier oder mehr, versuchen mathematisch stringente aber logisch höchst abenteuerliche Theorien zu erklären, die in den Teilchen nur Schwingungszustände vieldimensionaler Saiten - Strings - sehen. Von den Superstringtheorien gibt es fünf unterschiedliche, die womöglich doch nur Zweige einer einzigen, übergreifenden Theorie sind, der sogenannten M-Theorie. Wie gesagt: Die Fünf scheidet vollkommen aus.

Lesetipps für den Mittwoch:

Vorsicht: Gestern hat Apple die dritte Developer Preview von macOS 11.3 vorgelegt, der Entwickler Steve Moser hat darin einen Hinweis entdeckt, der stutzig macht. Denn eine Meldung behauptet, Rosetta 2 werde bei der Installation entfernt, der Emulator, der für x86 geschriebenen Code für die ARM-Architektur übersetzt, sei in der Region nicht verfügbar. Wo genau Apple Rosetta 2 abzuschalten gedenkt und ob das bereits passiert ist, geht daraus nicht hervor. 9to5Mac hat einen möglichen Grund gefunden, über den Microsoft bereits bei seinem Windows 10 für ARM gestolpert war: Ein Emulator, der 64-Bit-Code für ARM aufbereitet, könnte einige Patente Intels verletzen.

Suchen und Finden : In der gestern veröffentlichten dritten Beta von iOS 14.5 zeigt sich der Reiter "Items" in der Anwendung "Wo ist?" sofort - über diesen wird man künftig Gegenstände aufspüren können, die keine Apple-Geräte sind, vermutlich bereitet Apple damit aber auch seine Airtags vor. Erste "Items", die man darüber finden kann, sind Beats-Kopfhörer und auch bald erscheinende Kopfhörer von Belkin. In der dritten Beta von iOS 14.5 und iPadOS 14.5, die vermutlich noch heute für den Public-Beta-Test erscheinen wird, hat Apple auch die Möglichkeit zurückgebracht, die Standard-Ap für Musik und Podcasts zu ändern, dies war in der zweiten Beta aus unbekannten Gründen deaktiviert. Erst seit iOS 14 und iPadOS 14 können Anwender die Standardanwendungen für Mail und Browser ändern, nun besteht also die Wahl auch bei der Musik.

Robust: Die bisher beste Technikgeschichte des Jahres 2021 schrieb die NASA mit der geglückten Landung des Mars-Rovers Perseverance. Eine kuriose Geschichte hinter der Geschichte schreibt Gizmodo über den zentralen Prozessor der Mission, der Apple-Anwendern bekannt sein dürfte. Denn es handelt sich hier um eine Version des PowerPC 750, den Apple in den Original-iMac des Jahres 1998 verbaute. Der 233-MHz-Prozessor mit seinem einem Kern ist mit dem aus dem iMac aber nur bedingt zu vergleichen, denn die von BAE System gebaute Version RAD750 ist vor allem robust gegen Strahlung und Temperaturschwankungen, zwischen .55 und 125 Grad Celsius muss der Chip aushalten. Nun ist die Entwicklung eines Rovers für die Marsoberfläche ein langwieriger Prozess, allein der Flug zum Nachbarplaneten kann eine Zeit in Anspruch nehmen, in der Apple sein iPhone von A12 auf A14 aktualisiert - allerneueste Chips sind also an Bord der Maschine nicht zu erwarten. Doch hat die NASA gute Gründe, älterer, aber bewährte Technik einzusetzen, ein Versagen des Chips aus acht bis 24 Lichtminuten Entfernung kann man sich nicht leisten. Robustheit schlägt also Geschwindigkeit, derzeit sind etwa 100 Satelliten in der Erdumlaufbahn mit dem gleichen RAD750 ausgestattet.

Vorbote: Quellen aus der Lieferkette hätten gegenüber Appleinsider verraten, dass Apple die Produktion der iMac-4K-Modelle mit 512 GB und 1 TB Flash-Speicher eingestellt habe. Weiter produziere man noch die 256-GB-Version und die mit einem 1 TB fassenden Fusion Drive. Die offenbar außer Dienst gestellten Rechner seien derzeit auch bei Apple nicht verfügbar, die beiden anderen mit längeren Lieferzeiten behaftet. Den iMac 4K mit seinem 21,5-Zoll-Monitor hat Apple schon länger nicht mehr aktualisiert, im letzten Sommer gab es noch ein 27-Zoll-Modell mit den neuesten Intel-Chips, das vermutlich noch lange die erste Alternative zu Apple-Silicon-Macs sein wird. Ein Produktionsstopp von zwei der vier Modelle weist auf eine baldige Ankündigung eines M1-Macs hin, selbst der März scheint für ein solches Gerät realistisch zu sein.

Zu laut : Apple präsentiert erste Ergebnisse seiner Gehörstudie, die das Unternehmen zusammen mit der University of Michigan School of Public Health aufgesetzt hat. Mit Apple Watch und iPhone vermessen die freiwilligen Teilnehmer dabei die Lautstärke ihrer Umgebung - 25 Prozent seien nach den ersten Resultaten täglich einer durchschnittlichen Lärmkulisse ausgesetzt, welche die Empfehlungen der WHO überschreite, 50 Prozent arbeiten in einer lauten Umgebung. Zehn Prozent der Teilnehmer würden sich zudem ungesunden Kopfhörerlautstärken aussetzen, bei ebenso zehn Prozent der Teilnehmer hätten Mediziner bereits einen Hörverlust festgestellt. Dabei hätten aber mehr als die Hälfte der Teilnehmer ihr Gehör in den letzten Jahren gar nicht untersuchen lassen, 25 Prozent nicht einmal, obwohl sie regelmäßig ein Klingeln in den Ohren hörten.

Etikettenschwindel : Es gibt einen Unterschied zwischen "Magsafe kompatibel" und "Für Magsafe gemacht". Letzteres entspricht der Apple-Spezifikation und garantiert etwa, dass externe Ladegeräte, wenn sie mit ihren Magneten an die iPhone 12 gekoppelt sind, auch tatsächlich mit den maximal möglichen 15 Watt laden. "Magsafe kompatible" Geräte hingegen werden kaum mehr als 7,5 Watt Leistung bringen, die Kompatibilität besteht darin, dass Magnete eingebaut sind, die irgendwie mit der Rückseite des iPhone 12 koppeln. Das von Apple zertifizierte Zubehör jedoch hält die Ladespulen exakt über ihren Gegenstücken fest, ein NFC-Chip kontrolliert zudem den Ladevorgang. Alle weiteren Unterschiede erklärt Jason Cross auf Macworld.

Weitere Nachrichten:

Projekt Wachmann: WLAN-Router gegen Einbrecher

Die Universität in Bonn arbeitet in Kooperation mit der Polizeidirektion Osnabrück sowie dem Karlsruher Institut für Technologie zusammen an einer speziellen Einbruchserkennung mit dem Namen "Projekt Wachmann". Das System soll mit herkömmlichen WLAN-Routern umgesetzt werden. Das Projekt wird zudem auch vom Bund mit 1,1 Millionen Euro finanziert.

Wachmann steht dabei für: WLAN-basierte Aufzeichnung von   Charakteristiken tatortnaher mobiler Endgeräte zur Alarmierung und Nachverfolgung von Eigentumskriminalität.

In dem Projekt, das über zwei Jahre laufen soll, untersuchen die kooperierenden Parteien, inwieweit sich herkömmliche WLAN-Router gegen Einbruchskriminalität nutzen lassen. Dabei sollen beispielsweise Smartphone-Signale der Täter über einen weiterentwickelten Router erfasst werden und im Anschluss eine Warnnachricht an den Eigentümer oder die Polizei geschickt werden.

"Damit sollen unbe­fugte Eindring­linge erkannt und Alar­mie­rungen auto­matisch ausge­löst werden" , sagte Michael Meier, des Infor­matik-Lehr­stuhls für IT-Sicher­heit an der Univer­sität Bonn.

Digitaler Fingerabdruck: die MAC-Adresse

Geräte wie Smartphones und Smartwatches hinterlassen, bei Ihren rudimentären Scans nach einem WLAN-Netzwerk, Informationsrückstände, die hierfür genutzt werden. Auch wenn keine Verbindung zwischen Smartphone und Router zustande kam, tauschen die Geräte zumindest Ihre MAC-Adressen aus. Der WLAN-Router soll dann selbstständig analysieren und filtern, ob die MAC-Adresse zu einer Person gehört, die sich oft in der Nähe aufhält wie Bekannte, Nachbarn etc. Falls es sich um ein fremdes Gerät handelt, das mitten in der Nacht im Funkbereich auftaucht, könnte das etwa auf Einbrecher hindeuten und könnte einen Alarm auslösen.

Fall es sich um ein größeres Anwesen oder Grundstück handele, könnte mithilfe von Mesh-Netzwerken sogar ein Fluchtplan rekonstruiert werden. Das funktioniere natürlich alles nur, wenn die Einbrecher auch Smartphones oder andere Geräte mit ähnlichen Funktionen bei ihrem Raubzug dabei haben.

Handydaten von Freunden oder Bekannten, die beispielsweise im Urlaub zum Blumengießen vorbeikommen, können natürlich hinterlegt werden. "Dann lässt sich vorher einstellen, dass deren Handys von Wach­mann als bekannt einge­stuft wird und keine Alar­mie­rung erfolgt", teilte die Poli­zei­direk­tion Osna­brück mit.

Wachmann soll mehr als eine Alarmanlage sein

"[...] Ziel dieses Projektes ist die Übertragung aktueller Forschung auf eine verlässliche und fehlerarme räumliche Eindringdetektion. Dabei gilt es zu klären, welche WLAN-Übertragungen nicht mit dem Netzwerk verbundener bzw. autorisierter Teilnehmer als Ermittlungsansatz zur Bekämpfung organisierter Eigentumskriminalität dienen können und welche Hardwarevoraussetzungen ein WLAN-Router für diesen Ansatz benötigt. [...]"

Die aus "Projekt Wachmann" erzielten Ergebnisse könnten zukünftig dann auch zur Bekämpfung anderer Eigentumskriminalität wie „falsche Polizisten“, Bankautomatensprengungen, Kfz-Kriminalität oder auch bei der Verfolgung von Sexual-, Gewalt- und Tötungsdelikten genutzt werden. Hier wurde auch der Bereich des Terrorismus genannt.

Mehr zum Thema erfahren Sie auf der offiziellen Webseite des Konsortiums: Projekt Wachmann

Twitter: Mit Strike-System gegen Fake News zu COVID-19-Impfstoffen

Die Social-Media-Plattform Twitter hat angekündigt, künftig irreführende Informationen bezüglich der COVID-19-Impfstoffe zu markieren. Die Markierungen werden dann Links zu relevanten Informationen aus offiziellen Stellen weiterleiten. Allerdings bleibt es dabei nicht: Nutzer, die die Fehlinformationen in den Umlauf gebracht haben, werden mit Stikes bestraft - Wiederholungstätern können gar ihren kompletten Account verlieren. Das hat Twitter auf seinem offiziellen Blog bekannt gegeben.

Die neuen Kennzeichnungen ähneln den Anti-Fehlinformations-Bannern von Facebook oder den Kennzeichnungen, die Twitter schon früh in der Pandemie einsetzte. Twitter hat dabei spezifische Kriterien für die Kennzeichnung in seiner COVID-19-Richtlinie für irreführende Informationen, aber im Allgemeinen zielt das Unternehmen auf fünf Kategorien von falschen oder irreführenden Informationen:

  • Fehlinformationen über die Natur des Virus

  • Fehlinformationen über die Wirksamkeit von Behandlungen und Präventivmaßnahmen

  • Fehlinformationen über Vorschriften, Einschränkungen und Ausnahmen in Verbindung mit Gesundheitshinweisen

  • Fehlinformationen über die Verbreitung des Virus und das Risiko einer Corona-Infektion oder des Todes

  • Irreführende Zugehörigkeiten (z. B. die Behauptung, ein Arzt oder ein Beamter des öffentlichen Gesundheitswesens zu sein)

5 Strikes zur permanenten Kontosperrung

Das führt dazu, dass der Nutzer, der die Information in den Umlauf gebracht hat, einen Strike auf seinem Konto sammelt. Ein Strike hat dabei erst mal keine Konsequenzen für den Nutzer. Ab dem Zweiten gibt es eine 12-stündige Account-Sperre, bei drei eine 12-stündige Kontosperrung und vier Strikes bedeuten eine 7-Tage-Kontosperre. Fünf oder mehr Strikes führen dann zu einer permanenten Kontosperrung.

Twitter nimmt sich darüber hinaus auch das Recht, einen Tweet  zu löschen, wenn es feststellen sollte, dass die Fehlinformation besonders gefährlich ist, weil sie die COVID-19-Behandlung infrage stellt und eine größere Verschwörung im Zusammenhang mit dem Virus suggeriert (z. B. die Idee, dass Impfstoffe Mikrochips zur Verfolgung von Menschen enthalten). Das kostet dann zwei Strikes.

Disney+: Vergünstigter Jahrespreis für ausgewählte Telekom-Kunden

Am 23. Februar 2021 hat Disney+ für Neukunden den Preis für sein Monatsabo und für sein Jahresabo erhöht . Der Streaming-Dienst kostet nun monatlich anstatt 4,99 Euro mit 8,99 Euro fast das Doppelt. Auch das Jahresabo steigt von 69,99 Euro auf 89,90 Euro. Telekom-Kunden können sich ihr Disney+-Abo nun jedoch ein Jahr lang noch zum alten Preis sichern und sparen somit 20 Euro. Voraussetzung ist ein Vertrag bei der Deutschen Telekom.

Vom Preisnachlass profitieren können Kunden mit den Telekom-Tarifen "Magenta Eins Plus", "Magenta TV Smart" sowie "Magenta TV Netflix". Sie zahlen für ein Disney+-Jahresabo monatlich nur rund fünf Euro, müssen sich jedoch als Gegenleistung für zwölf Monate an den Dienst binden. Nach Ablauf des Aktionszeitraums kostet das Disney+-Abo bei der Telekom dann 7 Euro monatlich und ist damit immernoch 50 Cent pro Monat günstiger als ein direkt über Disney+ gebuchtes Jahresabo. Die "Disney+ by Telekom 12M Option" wird aktuell noch nicht von der Deutschen Telekom beworden, die Bedingungen finden sich jedoch bereits in den AGBs des Unternehmens. Im Kundenkonto passender Verträge wird die Option ebenfalls angezeigt und kann in Anspruch genommen werden.

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