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Morgenmagazin vom Mittwoch, 30. Juli 2014

30.07.2014 | 07:39 Uhr |

Was heute wichtig wird: 30. Juli 2014 +++ Batterie-Technik: Stanford-Forscher melden Durchbruch +++ Fox, CNBC und andere kommen auf das Apple TV +++ Swatch plant eigene Fitness-Uhr +++ Blackberry übernimmt Mobile-Security-Spezialisten Secusmart +++ Facebook führt Messenger-Pflicht für Chats ein +++ Test: Daten sichern mit Acronis True Image Mac 1.0 +++ Tipp: Akkulaufzeit des Macbook verlängern

Was heute wichtig wird: 30. Juli 2014

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Die Generalitäten in Wien und Berlin hatten vor 100 Jahren zwar einen bewaffneten Konflikt mit Russland in Kauf genommen, aber zumindest gehofft, das Zarenreich würde seinem Verbündeten Serbien im zwei Tage zuvor durch Österreich-Ungarn erklärten Krieg nicht beistehen. Die Generalmobilmachung vom 30. Juli jedoch drehte die Spirale weiter fort: Das Deutsche Reich forderte den Nachbarn ultimativ zur Rücknahme der Kriegsvorbereitung auf, als das ausblieb, erfolgte die Kriegserklärung vom 1. August, weitere Kriegserklärungen an die beiden anderen Großmächte der Entente Frankreich und Großbritannien waren die logische Folge. Daran sei am heutigen Tag der Freundschaft - den die UNO jedoch erst 2011 auf den 30. Juli festsetzte und der mit dem Ersten Weltkrieg wenig zu tun hat - nur noch einmal erinnert.

Das Zeitalter der heißen und kalten Kriege schien den Europäern nach 1989/90 nur noch eine entfernte Erinnerung, längst sind sie aber von der Realität eingeholt. Auseinandersetzungen zwischen Völkern, Staaten und Kulturen wollte man eigentlich nur noch auf anderer Ebene erleben, im Kriegsspiel (Schach, Eishockey, Fußball,...) oder in der Wirtschaft. Nun mal davon abgesehen, dass auch ein "Wirtschaftskrieg" für viele Beteiligte und Unbeteiligte tödlich enden kann, ist dieser aber weniger der Kampf zwischen Nationen, sondern zwischen multinational verflechteten Firmen. Sprich: Die gestern von der EU und den USA erklärten Sanktionen gegen Russland mögen die Richtigen treffen, aber auch viele Falsche. Und es ist nicht auszuschließen, dass der Schuss nach hinten losgeht. Die Komplexität der globalen Ökonomie ist noch weit größer als die der europäischen Bündnisse in der Zeit vor 1914.

Die gute Nachricht am Tag der Freundschaft? Die gibt es nicht. Allenfalls noch die, dass Apple und Samsung nach vier ermüdenden Kriegsjahren - will man ihren Streit um Märkte und Patente mal so martialisch bezeichnen - allmählich die Waffen, also die Anwälte, ruhen lassen. Apple hat eine vor zwei Jahren eingereichte Berufung zurückgezogen, in der der iPhone-Hersteller für insgesamt 29 Samsung-Produkte ein Verkaufsverbot gefordert hatte. Zwar sind die nämlichen Produkte längst vom Markt, in Korea kann man das aber als positive Geste verstehen. Samsung und Apple sind an anderer Stelle so eng miteinander verbandelt, dass eine fortgesetzte Auseinandersetzung nur unnötig Kraft kosten würde. Vielleicht kommt es ja noch in diesem Jahr zu einem Vergleich und einem gegenseitigen Lizenzabkommen, so wie es Apple mit Google/Motorola geschlossen hat. Der von Steve Jobs ausgerufene "thermonukleare Krieg" (bei allem Respekt: ein blöder Ausdruck dafür...) wäre beendet. Apple steht dann die nächste Auseinandersetzung bevor: Mit den neuen Verbündeten (Partner wäre besser...) IBM geht es in den Kampf um Marktanteile in den Firmen. Von Krieg wollen wir angesichts der Ereignisse von vor hundert Jahren und der heute realen bewaffneten Auseinandersetzungen in dem Zusammenhang aber nicht mehr sprechen.

Lesetipps für heute Morgen:

Firmenübernahmen: Was Apple mit Book Lamps und Swell vorhat ( Macworld )

Bildschirme aus Saphirglas: Apples nächstes großes Ding? ( Macworld )

So gelingt der Umstieg von iPhoto und Aperture auf Lightroom ( Macworld UK )

Ford stattet Mitarbeiter künftig mit iPhones statt Blackberrys aus ( Bloomberg )

Weitere Nachrichten :

Batterie-Technik: Stanford-Forscher melden Durchbruch

Eine Forschungsgruppe der Universität Stanford will eine Batterietechnologie entwickelt haben, die Akkus bis zu dreimal so lange Energie bereit stellen lassen soll als heute verfügbare Technik. Die in einer Veröffentlichung des Fachmagazins Nature Nanotechnology erklärte Technik basiert auf eine Anode aus Lithium, die von einer Nanoschicht aus Graphen (dünne Schicht aus hexagonal angeordneten Kohlestoffatomen) isoliert ist. Dies soll Ablagerungen des Metalls verhindern und somit die Sicherheit des Akkus gewährleisten - Lithium reagiert mit dem Luftsauerstoff mitunter recht explosiv. Die Energiedichte eines auf dem Leichtmetall Lithium basierenden Akkus sei sehr hoch und könne bedeutende Auswirkungen auf den Markt haben, sind sich die Forscher sich Die Coulomb-Effizienz des Akkus sei bei bis zu 150 Ladezyklen auf 99,9 Prozent, es werde so lange also fast genau so viel Energie beim Entladen aus dem Akku bezogen wie zuvor beim Ladevorgang in ihn hineingesteckt wurde. In etwa fünf Jahren könne die Technologie marktreif sein, erklärt der Stanford-Professor für Chemie Yi Cui unseren Kollegen der PC World per E-Mail.

Während gefühlt zu rasch entladene Akkus von Smartphones, Tablets und Notebooks oft nur eine Frage der täglichen Energieplanung sind, spielt in der Elektromobilität die Reichweite des Akkus eine entscheidendere Rolle. Selbst die besten Elektromobile kommen derzeit mit einer Ladung kaum weiter als 130 Kilometer, solange dieses Problem nicht gelöst ist, haben Benzinmotoren in dieser Hinsicht einen unschlagbaren Vorteil. Noch.

Fox, CNBC und andere kommen auf das Apple TV

Apple baut sein Angebot für seine Streamingbox Apple TV aus. Neu dabei sind in den USA die Fernsehsender Fox und CNBC, deren Inhalte auf dem Apple TV nur nach Eingabe der Kundendaten für das Kabel- oder Satellitenfernsehen erhältlich sind. Lokale Sender fügt Apple zudem in Brasilien und Norwegen hinzu, in Brasilien etwa den Sportsender Esporte Interativo, der für 5 US-Dollar Monatsgebühr auch alle Spiele der (europäischen) Championsleague zeigt. In Deutschland gibt es indes keine neuen Angebote, zuletzt hatte Apple das vor etwa einem Jahr um die Kanäle Qello (Konzertmitschnitte und Musikdokumentationen) und Crunchyroll (Anime) erweitert. So bleibt zumindest hierzulande die Softwareoberfläche des Apple TV halbwegs übersichtlich, in den USA ist das mittlerweile anders. Von daher ist das Apple TV stets ein Quell der Spekulationen, manche hatten schon zur WWDC im Juni eine neue Software und womöglich erweiterte Optionen für Apps erwartet. Es deutet bisher aber nichts darauf hin, dass Apple die Software des Apple TV im Zuge der Aktualisierung von iPhone, iPad und iPod Touch auf iOS 8 mit einem ebenso neuen Betriebssystem ausstatten wird.

Swatch plant eigene Fitness-Uhr

Swatch plant eigene Fitness-Uhr (c) Swatch
Vergrößern Swatch plant eigene Fitness-Uhr (c) Swatch
© Swatch

Mit der Swatch-Touch-Reihe bietet der Schweizer Uhren-Hersteller bereits mehrere Uhren-Modelle mit integriertem Touchscreen an. Über den kleinen Monitor in Graustufen lassen sich unter anderem das Datum und die Zeitzone anzeigen oder Wecker, Timer und Alarmton einstellen. Diesen doch recht übersichtlichen Funktionsumfang will Swatch im nächsten Jahr mit einem ersten Vorstoß in den Wearables-Bereich erweitern.

Wie CEO Nick Hayek gegenüber der Neuen Züricher Zeitung bestätigte, wolle Swatch seine Touch-Reihe im nächsten Jahr um Fitness-Funktionen erweitern. Um eine waschechte Smart Watch, die sich mit dem Smartphone verbinden lässt und beispielsweise eingehende Nachrichten oder Anrufe anzeigt, wird es sich dabei jedoch nicht handeln. Laut Hayek werde die neue Swatch Touch auch weiterhin eine Uhr bleiben. Sie soll jedoch über „alle heute üblichen Möglichkeiten“ verfügen, mit denen sich die körperliche Fitness messen lässt.

Gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg dementierte Hayek zudem Gerüchte, Swatch sei ein Smart-Watch-Partner von Apple. Für dieses Marktsegment sei das Unternehmen noch nicht bereit, da die Gadgets bei vielen Kunden noch auf Ablehnung stoßen würden.

Blackberry übernimmt Mobile-Security-Spezialisten Secusmart

Kanzlerin Merkel als Türöffner für neue Geschäfte von Blackberry und Secusmart
Vergrößern Kanzlerin Merkel als Türöffner für neue Geschäfte von Blackberry und Secusmart
© Deutsche Messe

Mit der geplanten Übernahme von Secusmart bekräftigt Blackberry seinen Anspruch, im Bereich Mobile Security ganz vorne mitzumischen. Die beiden Unternehmen arbeiten bereits seit 2009 zusammen, bekanntestes Produkt ist die vom BSI für die Sicherheitsstufe VS-NfD ((Verschlusssache - Nur für den Dienstgebrauch) zertifizierte Verschlüsselungslösung "Secusuite for Blackberry 10". Blackberry zufolge werden mit einem speziellen Kryptochip von Secusmart ausgerüstete Blackberrys in Kanada und Deutschland bereits von zahlreichen Regierungseinrichtungen und fast allen Ministerien sowie deren Vorsitzenden einschließlich Bundeskanzlerin Angela Merkel genutzt.

Geht es nach den beiden Unternehmen, ist dies nur der Anfang: So soll Secusmart zwar als eigenständige GmbH fortbestehen. Gleichzeitig erhält das Düsseldorfer Unternehmen durch das weltweite Vertriebs- und Support-Team der Blackberry "Security Unit" Zugang zum globalen Markt für sichere mobile Kommunikation.

"Als Abhörschutzunternehmen haben wir durch diesen strategischen Schritt ganz neue Möglichkeiten "Security made in Germany" weltweit Behörden, Mobilfunkbetreibern und Unternehmen anzubieten", erklärte Secusmart-Chef Dr. Hans-Christoph Quelle in einer Stellungnahme. Da das Herzstück der Secusmart-Technologie ein Krypto-Chip sei, blieben die Geheimnisse unserer bestehenden und zukünftigen Kunden auch weiterhin zuverlässig geschützt. betonte er. Ende zu Ende Verschlüsselung sei das einzige Mittel, um die Sprach- und Datenkommunikation vor Spionage Dritter zu schützen.

Jack Gold, Chefanalyst und Gründer von J. Gold Associates, bewertet die Übernahme positiv. Mit dem Kauf von Secusmart setze Blackberry auf eine Nische im Markt, die aktuell keine andere Plattform adressiere - den Markt für Sprachverschlüsselung. Falls es den Kanadiern gelingt, Unternehmen für das Thema Sichere Sprachkommunikation und die Konsequenzen des Fehlens davon zu sensibilisieren, könnte Blackberry im Markt gut zulegen.

Facebook führt Messenger-Pflicht für Chats ein

Facebook führt Messenger-Pflicht für Chats ein (c) Facebook
Vergrößern Facebook führt Messenger-Pflicht für Chats ein (c) Facebook
© Facebook

Im April hatten wir über die Streichung der Chat-Funktion in der Facebook-App berichtet. Diese Änderung setzt Facebook nun durch. Wer auf seinem Android- oder iOS-Gerät mit Facebook-Freunden chatten will, der wird demnächst dafür nicht mehr die Facebook-App nutzen können, sondern muss dann zur Facebook-Messenger-App greifen.

Laut der US-Techsite Techcrunch bleibt die Chat-Funktion nur in wenigen Facebook-App-Varianten erhalten, wie in denen für Windows Phone und iPad. Außerdem können auch Desktop-Nutzer auch künftig wie bisher direkt über ihre Facebook-Seite mit ihren Freunden und Bekannten chatten. Die Nutzer sollen per Hinweis in der Facebook-App und per Mail über die bevorstehende Änderung informiert werden.

Test: Daten sichern mit Acronis True Image Mac 1.0

Auf der PC-Plattform ist die Backupsoftware von Acronis sehr beliebt, die erste Mac-Version weckt da große Erwartungen. Der erste Eindruck ist gut: Nach dem Programmstart bietet das Tool an, einen bootfähigen USB-Stick erstellen. Selbst beim Totalausfall einer Festplatte kann man über dieses Medium eine Datenwiederherstellung starten. Sehr einfach ist die Konfiguration der Backups. Man muss nur das Zielmedium auswählen und über die Voreinstellungen die Häufigkeit der Backups festlegen - mehr Optionen gibt es nicht. Als  Zielmedium kann der Nutzer eine externe  Festplatte, ein Netzvolume (AFP oder SMB) oder den Onlinespeicher Acronis Backup Cloud auswählen. 250 GB Speicherplatz sind in der Jahresgebühr von 50 Euro enthalten, über eine Weboberfläche kann man die gesicherten Dateien später auch gezielt herunterladen. Bei lokalen Backups erschwert dies dagegen das Dateiformat der Backups. True Image speichert die Dateien nämlich in Dateien mit der Dateiendung „tib“, die man nur mit True Image öffnen kann. Das Online-Backup macht auf uns allerdings einen gemischten Eindruck. Gut gefällt uns die optionale Verschlüsselung und einfach bedienbare Weboberfläche. Die letzten zehn Systemversionen werden gespeichert und können wiederhergestellt werden. Der größte Nachteil: Man kann immer nur das komplette Startvolume sichern, der Ausschluss einzelner Ordner ist zu unserer Überraschung nicht möglich. Beinhaltet die Festplatte mehr als 250 GB an Daten, muss man mehr Speicherplatz kaufen. 500 GB kosten bei Acronis 100 Euro im Jahr, 1 TB ganze 180 Euro. Das erste Backup kann bei einer größeren Festplatte Tage dauern, obwohl das Upload-Tempo recht hoch ist - für den Upload von einem GB benötigt der Dienst in unserem Test per  VDSL-Verbindung knapp zwanzig Minuten. Eine weitere Schwäche: Bootcamp-Partitionen kann man eben so wenig sichern wie Fusion Drives und mit File Vault 2 gesicherte Medien. Da tröstet nur wenig, dass Parallels unterstützt wird - laut Acronis kann das Tool die virtuellen Festplatten des Programms nämlich problemlos sichern.

True Image ist einfach bedienbar und eignet sich auch für unerfahrene Anwender. Allerdings kann man immer nur die komplette Festplatte sichern und da sind selbst 250 GB an Webspeicher schnell zu knapp bemessen. Vor allem diese Einschränkung sollte Acronis schnell aufheben.

Akkulaufzeit des Macbook verlängern

Hat man keine Bluetooth-Geräte, deaktiviert man den Dienst, was am schnellsten über das Blue­tooth-Menü-Extra geht. Der größte Stromverbraucher ist aber der Bildschirm, weshalb es sinnvoll ist, in Arbeitspausen nicht den Bildschirmschoner zu verwenden. Man schaltet ihn in der Systemeinstellung „Schreibtisch & Bildschirmschoner“ aus, indem man das Aufklappmenü in der Abteilung „Bildschirmschoner“ bei „Starten nach“ auf „Nie“ einstellt. Bei längerer Nichtbenutzung deaktiviert das System dann nur den Monitor, das Zeitintervall legt man in der Systemeinstellung „Energie sparen“ unter „Batterie“ fest. Hier ist auch die Option „Bei Batteriebetrieb den Monitor leicht abdunkeln“ zu finden, mit der die Helligkeit des Monitors im Akkubetrieb etwas verringert wird. Zudem sorgt die Option „Helligkeit automatisch anpassen“ in der Systemeinstellung „Monitore“ dafür, dass sich die Helligkeit selbstständig an das Umgebungslicht anpasst. Auch für die Tastaturbeleuchtung gibt es einen Schieberegler für das Ausschaltintervall, zu finden ist er unter „Tastatur“ in der gleichnamigen Systemeinstellung. Dort ist auch die Option „Tastaturhelligkeit bei schwacher Beleuchtung anpassen“ zu finden. Für die Tastaturbeleuchtung genügt normalerweise die unterste Einstellung, was man über die Funktionstasten F5 und F6 erledigt. Über die Taste F5 lässt sich die Beleuchtung auch ganz ausschalten.

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