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Morgenmagazin vom Mittwoch, 4. Juni 2014

04.06.2014 | 07:27 Uhr |

Was heute wichtig wird: 4. Juni 2014 +++ Apple setzt auf Bing und DuckDuckGo +++ App Store: Zulassungsvorgaben im Bereich virtuelle Währungen +++ Chip ermöglicht Hologramme auf Smartphones +++ iOS 8: Swift Key bringt alternative Tastatur auf das iPhone +++ KEEO - Schlüsselanhänger mit Smartphone-Anbindung +++ Neue Sandisk-SSD speziell für Gamer entwickelt +++ Tipp: Library anzeigen +++ Test: Logitech Harmony Ultimate

Was heute wichtig wird: 4. Juni 2014

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Kaum ist die Keynote zur Entwicklerkonferenz WWDC vorbei, beginnen die Interpretationen der von Apple gegebenen Informationen. Hat Apple jetzt die Fans enttäuscht und dafür nur einige Entwickler glücklich gemacht? Sicher - neue Hardware von Apple hat es nicht gegeben, aber dazu ist ein Entwicklertreffen eigentlich nicht gedacht. Was Apple aber klar aufgezeigt hat, sind die Vorteile des Apple-Ökosystems, wie auch Forbes erkannt hat . Computer, Smartphones und Tablets werden zu bloßen Zugangsgeräten und Werkzeugen für Daten, die Apple auf seinen Servern bereithält - man muss aber (fast) exklusiv auf Apple-Geräte setzen, um alle Vorteile nutzen zu können. Die sollten zudem auch neueren Datums sein, Airdrop funktioniert nicht bei fünf Jahre alten Macs oder drei Jahre alten iPhones und iPads. Welche Geräte schließlich zur Heimvernetzung via Home Kit taugen, ist noch völlig offen. Man kann aber fast davon ausgehen, dass die Thermostate und Rauchmelder von Nest, das mittlerweile zu Google gehört, eher nicht in das Apple-Ökosystem passen.

Wobei Apple mit iOS 8 seine Systeme und Schnittstellen öffnet, wie etwa Cnet ausführlich erklärt . Mit den APIs, die Apple für den Austausch von Funktionen über App-Grenzen hinweg bereit stellt, werden sich Entwickler in dieser Woche auf der WWDC und in den kommenden Monaten zuhause im Büro intensiv beschäftigen. Und auch mit den Grenzen, die Apple setzt. Denn der iPhone-Hersteller ist sicherlich nicht willens, seine strengen Sicherheitsansprüche zu lockern, das machte auch CEO Tim Cook in seiner Ansprache klar.

Dem eigentlichen Star der Veranstaltung, Craig Federighi, widmet CNN Money ein eigenes Stück , in dem es den Senior Vice President Software zum neuen charismatischen Gesicht Apples. TIm Cook, so der Subtext, kann Steve Jobs nicht als genialer Präsentator und Aushängeschild ersetzen, andere Köpfe müssen her. Wobei man über Federighis Scherze geteilter Meinung sein kann, nicht jeder teilt den selbstironischen Humor von "Hair Force One". Immerhin hat es "OS X Weed" zu einem Trending-Topic bei Twitter geschafft, Apple sollte vielleicht wirklich über den Ort in Nordkalifornien für künftige OS-X-Versionen nachdenken.

Mit OS X Yosemite und nicht mit Weed haben sich unsere Kollegen der Macworld näher beschäftigt . Wie schon im Vorfeld der Mavericks-Veröffentlichung steht die Frage im Raum, mit welchen Tools man die neuen Funktionen schon heute nutzen kann. Die Antwort fällt diesmal anders als zuvor aus: Praktisch gar keine. Mit Continuity, Handoff und der SMS- und Telefonverknüpfung von OS X Yosemite setzt Apple Apple-Geräte voraus, möglichst neue. Aber immerhin: Wer die Veröffentlichung der finalen Version nicht erwarten kann, registriert sich im Sommer für das Beta-Programm, das Apple erstmals nicht nur Entwicklern anbietet.

Eins ist klar: Nun sind die Entwickler am Zug. Apple räumt ihnen mit iOS 8 viele neue Möglichkeiten ein, sie müssen sie nur nutzen. Erste Hersteller kündigen bereits Lösungen für iOS 8 an, im Herbst werden weitere hinzukommen. Und dann ist auch Zeit für neue iPhones, iPads und Macs.

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Apple setzt auf Bing und DuckDuckGo

Apple hat sich dazu entschieden, künftig in der Spotlight-Suche auf iOS 8 und Mac OS X Yosemite auf Google zu verzichten und stattdessen auf Microsofts Suchmaschine Bing zu setzen. Schon länger arbeitet Apple bei der Sprachassistenz Siri mit Bing zusammen. In iOS 7 landen Anwender bei der Spotlight-Suche noch im Safari-Browser, der dann Google ansteuert. Bei der in iOS integrierten Karten-App hat sich Apple ebenfalls schon von Google Maps abgewendet und stattdessen eigene Kartendaten verwendet.

Apple verlässt sich jedoch nicht ausschließlich auf die Suchmaschine von Microsoft. Mit DuckDuckGo hält auch eine noch relativ unbekannte Suchmaschine Einzug in Safari. In iOS 8 und Mac OS kann DuckDuckGo künftig als Standardsuchmaschine definiert werden.

DuckDuckGo versichert seinen Anwendern, keine privaten Daten über sie zu speichern. Aufgrund ihrer relativ geringen Verbreitung liefert die Suchmaschine im Vergleich zu Google aber noch nicht immer gleichwertige Ergebnisse. Eine feste Integration in iOS und Mac OS könnte DuckDuckGo aber in Kürze einen enormen Bekanntheitsgrad verschaffen.

App Store: Zulassungsvorgaben im Bereich virtuelle Währungen

In den Zulassungsvorgaben des App Stores wurden einige neue Passagen von Apple hinterlegt. Diese Passagen befassen sich mit dem Thema virtuelle Währungen. Bei dem neuen Absatz handelt es sich um 11.17 , in dem es darum geht, dass Anwendungen das „Übersenden virtueller Währungen“ anbieten können. Allerdings darf es im Hinblick auf die gesetzlichen Bestimmungen natürlich keine Probleme geben. Im Passus selbst sind die gemeinten Währungen jedoch nicht konkret von Apple benannt. Es heißt hier lediglich „zugelassene virtuelle Währungen“. Unklar ist daher, ob beispielsweise Bitcoin eingeschlossen oder ausgeschlossen ist. In der Vergangenheit wurden bereits einige Bitcoin-Apps von Apple abgelehnt, die für den App Store eingereicht wurden. In der Vereinbarung geht es außerdem darum, dass der Kaufmechanismus innerhalb von Apps nicht als generelle Kaufmöglichkeit für Währungen verwendet werden darf.

Chip ermöglicht Hologramme auf Smartphones

Seit Star Wars wünschen sich viele Anwender Hologramme, mit denen Gegenstände in leeren Räumen dargestellt werden können. Das in Kalifornien ansässige Unternehmen Ostendo Technologies Inc. hat in den vergangenen neun Jahren an einer derartigen Technik gearbeitet. Winzige Projektoren, die in Smartphones oder anderen Mobilgeräten verbaut sind, sollen lebensechte 3D-Bilder erstellen.

Auch andere Unternehmen arbeiten an dieser Technik, dabei werden jedoch große Geräte mit einem komplexen System aus Spiegeln benötigt. Der von Ostendo entwickelte Projektor soll sich hingegen problemlos in Geräte integrieren lassen, die Größe werde in etwa der eines Tic Tacs entsprechen.

Dabei soll das erstellte Bild auch bei einer Diagonale von 48 Zoll noch scharf aussehen. Werden mehrere Chips kombiniert, so können auch größere und komplexere Bilder erschaffen werden. Die ersten Modelle, die im nächsten Jahr auf den Markt kommen sollen, sind nur auf 2D-Videos limitiert. Wenig später will Ostendo aber auch Projektoren anbieten, mit denen sich Hologramme erstellen lassen.

iOS 8: Swift Key bringt alternative Tastatur auf das iPhone

Swift Key ist eine virtuelle Tastatur für Android-Smartphones als Alternative zu der vom Hersteller implementierten. Anstatt auf jeden Buchstaben oder jedes Zeichen einzeln zu tippen, kann man auch die Finger flott über die Tastatur bewegen und dabei die richtigen Buchstaben ansteuern. Die Software erkennt automatisch passende Wörter und sagt sie voraus. Diese erratenen Wörter zeigt die Tastatur an, so dass sich schnell eine Auswahl treffen lässt. Dies ist besonders bei langen und fremdsprachigen respektive Fremd-Wörtern hilfreich.

Mit iOS 8 unterstützt das iPhone ab Herbst auch Onscreen-Tastaturen von Drittanbietern, so wie von Swift Key, das für iOS 8 kommen soll. Dies teilt der Entwickler auf seiner Homepage im Blog selbst mit, man habe mit der Vorbereitung bereits begonnen. Tatsächlich gibt es die entsprechende Technologie schon für iPhone & Co., allerdings nur im Rahmen der reinen Notizen-App Note von Swift Key . Insofern dürfte die Anpassung auf das gesamte iOS-Gerät nicht allzu schwer fallen. Und andere Entwickler werden auf diesen Zug mit ihren eigenen Programmen und Erweiterungen gewiss bald aufspringen.

Apple selbst hat jedoch auch an der Eingabeart von Wörtern gearbeitet und mit Quick Type eine neue virtuelle Tastatur entwickelt, die schon während der Eingabe Vorschläge für das jeweilige Wort präsentiert und sich sogar der Art der jeweiligen Kommunikation anpassen soll.

KEEO - Schlüsselanhänger mit Smartphone-Anbindung

KEEO verbindet sich via Bluetooth mit iOS- und Android-Smartphones. Entfernt man sich mehr als dreißig Meter vom Schlüsselbund, soll das Smartphone via App Alarm schlagen und der Schlüsselbund sich leicht wiederfinden lassen. Für die Stromversorgung ist eine Knopfbatterie zuständig, die bis zu zwei Jahre Energie liefern und sich bei Bedarf leicht tauschen lassen soll.

Das Gehäuse des KEEO besteht aus leichtem Carbon. Im Inneren finden bis zu drei Schlüssel Platz. Über ein Drehrad lässt sich der gewünschte Schlüssel auswählen. Drückt man den Knopf in der Mitte des Drehrades klappt der gewünschte Schlüssel aus. Zusätzlich steht noch ein Flaschenöffner zur Verfügung.

Die Kickstarter-Kampagne zur Finanzierung des Projekts läuft noch eine Woche. Das Kampagnenziel wurde bereits erreicht. Wer sich einen der Schlüsselanhänger sichern möchte, ist ab umgerechnet 60 Euro dabei. Die Auslieferung soll im Oktober beginnen.

Neue Sandisk-SSD speziell für Gamer entwickelt

Sandisk kündigt die Verfügbarkeit seiner neuen Sandisk Extreme Pro SSD an – ein Laufwerk, das speziell für Gamer und PC-Enthusiasten entworfen worden sein soll. Mit sequenziellen Lesegeschwindigkeiten von 550 MB/s und Schreibgeschwindigkeiten von bis zu 520 MB/s lädt die Sandisk Extreme Pro auch grafikintensive Anwendungen und Spiele besonders flott. Außerdem stellt die Sandisk Extreme Pro SSD mit bis zu 1 TB Kapazität auch Platz für große Programme, Spiele oder Dateien bereit.

Die in der SSD eingesetzte Sandisk nCache-Pro-Technologie greift auf eine zweistufige Caching-Architektur zurück, um die Geschwindigkeit von Desktop-Rechnern, Laptops und Gaming-Konsolen auch bei umfangreichen Arbeiten, effizientem Multitasking und einer möglichst schnellen Reaktionsfähigkeit zu optimieren, verspricht der Hersteller.

Die Extreme Pro wird unterstützt durch das Tool "SSD Dashboard" für Windows, das eine Überwachung der Laufwerksleistung, Firmware Updates sowie Indikatoren über Laufwerkszustand, Lebensdauer und Temperaturen sowie Firmware-Updates, Manuals und Funktionen für sicheres Löschen und die Möglichkeit der TRIM-Aktivierung bereitstellt. Das Sandisk SSD Dashboard ist zum Download verfügbar unter www.sandisk.com/ssddashboard .

Die Sandisk Extreme Pro SSD soll noch im Juni online sowie im weltweiten Handel verfügbar sein. Die Sandisk Extreme Pro verfügt über eine Garantie von 10 Jahren und ist kompatibel mit jedem PC, jedem Laptop oder jeder Spielekonsole, die 2,5-Zoll-SATA-Speichergeräte unterstützen, sagt der Hersteller. Erhältlich sind die folgenden Kapazitäten zu den empfohlenen Verkaufspreisen: 240 GB zu 159,90 Euro, 480 GB zu 309,90 Euro und 960 GB zu 519,90 Euro.

Tipp: Library anzeigen

Problem: Standardmäßig wird im Privatverzeichnis des Benutzers der Ordner „Library“ nicht angezeigt, in dem unter anderem die Daten von Mail, Kontakte und Kalender, die Schlüsselbunde sowie die benutzerspezifischen Vorgaben abgelegt sind. Wie lässt sich der Ordner dauerhaft einblenden?

Lösung: Während man in früheren Versionen von OS X noch das Terminal bemühen musste, um diese Vorgabe von Apple zu ändern, gibt es nun einen bequemeren Weg. Man öffnet dazu im Finder ein neues Fenster, klickt in der Seitenleiste auf das Symbol mit dem Haus, um den eigenen Privatordner zu öffnen, und blendet mit „Befehlstaste-J“ („cmd-J“) das Fenster mit den Darstellungsoptionen ein. Dort markiert man die Option „Ordner Library anzeigen“.

Das Fenster mit den Darstellungsoptionen bietet nun eine Einstellung für den Ordner „Library“ im eigenen Privatordner.
Vergrößern Das Fenster mit den Darstellungsoptionen bietet nun eine Einstellung für den Ordner „Library“ im eigenen Privatordner.

Test: Logitech Harmony Ultimate

Noch immer liegt bei TV-Geräten und Medienplayern oft eine Infrarotfernbedienung bei. Das führt schnell dazu, dass man eine ganze Batterie an Fernbedienungen neben seinem Sofa liegen hat - außer man besorgt sich eine so genannte Universalfernbedienung, die alle Geräte steuern kann. Sehr beliebt ist hier Logitechs Harmony Fernbedienung, die laut Hersteller ganze 225 000 verschiedene TV-, DVD- und andere HiFi-Geräte steuern kann - eine laufend erweiterte Online-Datenbank macht es möglich. Bis zu 15 Geräte steuert die von uns getestete Logitech Harmony Ultimate, die meisten Funktionen der Original-Fernbedienung stehen zur Verfügung. Schade: Bei Macs kann die Harmony nur einige Player-Funktionen steuern und bei Apple TVs fehlt die Texteingabefunktion. Die Steuerbefehle sind nicht vorinstalliert - vor der Nutzung muss der Ultimate-Käufer die Fernbedienung per USB an einen Mac anschließen und über ein Konfigurationsprogramm eine Konfigurationsdatei für die gewünschten Geräte erstellen. Einen echten Mehrwert bieten frei erstellbare Aktionen: Mit einem Tastendruck starten dann beispielsweise mehrere Geräte und ein bestimmter Eingang wird ausgewählt . Praktisch ist eine Favoritenleiste, über die man häufig genutzte TV-Programme verwaltet. Lästig ist allerdings, dass Konfigurationsänderungen nur über diese recht lahme Software möglich sind.

Verarbeitung und Design der Harmony gefallen uns gut, neben einigen Standardtasten ist ein relativ großer Touchscreen die wichtigste Eingabemöglichkeit. Hier verwaltet der Nutzer Geräte, bekommt die Funktionen der jeweiligen Fernbedienungen aufgelistet und startet Aktionen. Zusätzlich zu virtuellen Hardware-Tasten gibt es eine Freifläche für Touchbewegungen: mit Fingerstreichen ändert man die Lautstärke oder springt zum nächsten Sender. Als Feedback-Effekt vibriert die Remote bei jedem Befehl, das kann man aber auch deaktivieren.

Nicht ganz zufrieden sind wir mit der Anordnung der Hardware-Bedientasten. Durch den Touchscreen sind Steuerkreuz und Player-Tasten weit entfernt. Bei der Steuerung unseres aus TV-Gerät und WD TV bestehenden Heimkinos stört uns außerdem ein grundsätzliches Bedienproblem von Universal-Fernbedienungen: Da wir bei Nutzung des Players die Lautstärke über das TV-Gerät einstellen, müssen wir häufig das Zielgerät wechseln, was recht umständlich ist.

Die Fernbedienung Harmony ist für 179 Euro einzeln verfügbar, im 279 Euro teuren Paket Harmony One gehört außerdem die Hardware Harmony Hub zum Lieferumfang. Mit diesem Gerät erhält mein ein rundes schwarzes Kästchen, das per WLAN ins Heimnetz eingebunden wird und neben Infrarot- auch Bluetooth-Geräte steuert. Die Fernbedienung sendet bei Nutzung des Hub ihre Befehle dann nicht an die Geräte selbst, sondern per Funk an den Hub. Der Hauptvorteil: Man kann Geräte ohne Sichtverbindung und Bluetooth-Geräte wie eine PS3 (die PS4 bisher nicht) kontrollieren. Der einzeln hundert Euro teure Hub ist alternativ per iPhone App steuerbar. Dabei steht per iOS-Gerät etwa der Funktionsumfang der Harmony Ultimate zur Verfügung. In der Praxis gefällt uns allerdings die Bedienung per Touchscreen-Fernbedienung dann doch besser, für die schnelle Änderung von Lautstärke oder Sender ist ein eigenes Gerät einfach bequemer als eine Smartphone-App. Interessante Ergänzung: Die TV-Programmsoftware TV-Digital für das iPad unterstützt den Harmony Hub, man kann aus dem Programmplaner einen TV-Sender wählen.

Als Universalfernbedienung macht die Fernbedienung Harmony Ultimate einen guten Eindruck. Der Hub ist eine sinnvolle Ergänzung, mit hundert Euro Aufpreis ist er aber recht kostspielig. Empfehlenswert ist die Lösung vor allem, wenn man mehr als zwei oder drei Geräte steuern und Aktionen nutzen will.

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