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Morgenmagazin vom Mittwoch, 6. April 2016

06.04.2016 | 06:59 Uhr |

Apple schließt Siri-Lücke +++ Twitter überträgt donnerstags Football +++ Apple News bei Twitter +++ Hohe Hürden für das Indien-Geschäft +++ Gmail: "E-Mail zurückrufen"-Funktion nun Standardfunktion +++ US-Rapper Everlast vs. Trump: Hör auf mein Lied zu verwenden! +++ WhatsApp verschlüsselt nun Ihre Nachrichten +++ Nintendo stoppt Fertigung von DS-Modulen

6. April: Dabei sein ist lange noch nicht alles

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Der Gedanke als solcher ist bestechend einfach: Alle vier Jahre treffen sich die weltbesten Athleten, um ihre Kräfte, ihre Geschicklichkeit und ihre Geschwindigkeiten miteinander zu messen. Während der Zeit der friedlichen Wettkämpfe haben auch die Waffen zu ruhen, natürlich auch während der An- und Abreise der Teilnehmer und Zuschauer der Spiele. Die Idee hatte im antiken Griechenland gut 1000 Jahre lang funktioniert, aber auch schon damals galt keineswegs das Prinzip des "Dabei sein ist alles" - nur der Gewinner bekam alles, die Ehre, den Ölzweig, den Nachruhm, die Privilegien in der Heimatstadt.

So war auch die Neuauflage der Olympischen Spiele in der Neuzeit eher von der Idee des "schneller, höher, weiter" getragen als von der friedlichen Völkerverständigung. Am 6. April 1896, heute vor 120 Jahren begannen die ersten Spiele der Neuzeit in Athen mit 241 männlichen Sportlern - Frauen durften aber anders als in der Antike wenigstens zusehen. Der ersten Spiele zu Ehren ist heute daher der Welt-Olympiatag, oder wie ihn die Vereinten Nationen genauer nennen: Internationaler Tag des Sports für Entwicklung und Frieden. Das bleibt meist nur ein Wunsch, das moderne Olympia ist in seiner 120-jährigen Geschichte schon mehrmals vor Diktaturen eingeknickt und legte in den Kriegszeiten um 14/18 und 39/45 jeweils eine Pause ein - dabei hätte es doch andersherum sein  und die Waffen ruhen sollen.

Mittlerweile ist Olympia vor allem ein Riesengeschäft, mit allen Konsequenzen. Weswegen das IOC die Spiel bevorzugt in Länder vergibt, in denen die Machthaber schnell und unkompliziert die Wünsche und Erfordernisse des Sport-Konzerns umsetzen können, ohne die Bürgerschaft beteiligen zu müssen. So lädt das IOC in diesem Sommer die Jugend der Welt zwar in eine der schönsten Städte des Globus, doch Rio de Janeiro wird von Olympia nicht profitieren. Schon jetzt ist abzusehen, dass die Investitionen nicht dort landen, wo sie gebraucht werden, sondern Gelder für den Bau von Sportstädten, die nach der großen Sause keiner mehr braucht, in Taschen von Personen landen, die dem Ausdruck "Oh, wie schön ist Panama" bis zum vergangenen Wochenende uneingeschränkt zugestimmt hätten. Dabei sein ist auch längst nicht alles, was der Sportnation wichtig ist, das ist nur der Medaillenspiegel. Oder wie kommt man sonst auf die Idee, junge Männer und Frauen mit Medikamenten gegen Herzkrankheiten, Krebs und Asthma zu behandeln, die zwar eine kurzfristige Leistungssteigerung versprechen, manche diese Athleten aber schon mit Anfang 30 zu Greisen werden lassen? Der schöne Schein Olympias trügt und das schon ziemlich lange.

Mitten drin statt nur dabei wollte vor 40 Jahren das gerade erst gegründete Unternehmen Apple sein, doch neben der Gründungsurkunde, den Elektronikideen von Steve Wozniak und denen für Marketing und Verkauf von Steve Jobs fehlt noch etwas ganz entscheidendes, was das IOC und Apple heute geradezu im Überfluss haben: Geld. Eine erste Finanzspritze in Form eines Darlehens bekamen die drei Gründer - Ronald G. Wayne war auch noch dabei - am 6. April 1976 von Elmer Baum ausgehändigt. Der Vater eines Freundes der Steves lieh dem jungen Unternehmen 5000 US-Dollar, die in die Produktion des Apple I flossen, mit dem die fulminante Geschichte des Unternehmens begann. Baum bekam sein Geld verzinst zurück und wurde ehrenhalber bis zu seinem Tod im Jahr 1993 als Mitarbeiter Nr. 34 geehrt, auch zwei seiner Söhne arbeiteten bei Apple. Der bestechend einfache Gedanke, jeden Haushalt mit einem Computer ausstatten zu wollen, ist voll und ganz aufgegangen. Sogar mehr als das. Nur einen Computer hat heutzutage kaum mehr ein Haushalt. Peter Müller

Lesetipps für den Mittwoch

Football bei Twitter: Twitter hat den Zuschlag von der US-Footballliga NFL dafür erhalten, in der Saison 2016/17 zehn Spiele am Donnerstag über das Internet zu streamen. Twitter wird dabei auch ein Rahmenprogramm senden, die Spiele sind gleichzeitig auch über analoges TV und Kabelfernsehen bei den Sendern CBS und NBC zu sehen. Die Rechte für die Donnerstagsspiele waren für die kommende Sasion, die Ende September beginnt, vakant gewesen. Ein Konto bei Twitter wird nicht vonnöten sein, um die Spiele verfolgen zu können.  Angeblich hatten sich auch andere IT-Größen wie Facebook und Youtube darum beworben, selbst Spekulationen um die Apple TV tauchten auf, die Apple nicht weiter kommentierte. Die Donnerstagsspiele sind im American Football nicht so populär wie die am Sonntag und Montag ausgetragenen (Monday Night Football), die Liga NFL kann also durchaus das Projekt mit Twitter als einen Test auffassen und bei Gelingen weitere Streamingrechte an IT-Größen vergeben. Im europäischen Fußball ist der Donnerstag bekanntlich dem "Cup der Verlierer" gewidmet, in dem es aber in dieser und in der nächsten Woche zu einem echten Highlight kommen wird mit den beiden Spielen des BVB gegen den Liverpool FC.

Großer Markt mit hohen Hürden: Apple unternimmt einen zweiten Versuch, gebrauchte und wiederaufbereitete (refurbished) iPhones in Indien zu verkaufen. Das sei auch der einzige Weg, in dem Land mit der zweitgrößten Bevölkerung Erfolg zu haben, meint der IDC-Analyst  Kiranjeet Kaur. In Indien sei das Preisbewusstsein deutlich höher, das das Pro-Kopf-Einkommen deutlich niedriger liege als etwa in China. Erschwerend hinzu kämen hohe Importzölle und eine starker US-Dollar, so dass das neue iPhone SE (16 GB) mit einem Preis von 39.000 Rupien viel zu teuer wäre. Indiens Regierung fürchtet, Apple und Konsorten würden das Land als Mülldeponie für Elektronik missbrauchen, Apple hat zuletzt seine Bemühungen verstärkt, alte iPhones in Zahlung zu nehmen und der Wiederverwendung zuzuführen. Das Wirtschaftswachstum in China lässt nach, weswegen Apple nach neuen Absatzmärkten Ausschau hält.

Apple News bei Twitter: Apple News hat einen Account bei Twitter eröffnet, in dem Stories präsentiert werden, die in der News-App von iOS 9 bereit stehen. Derzeit ist Apple News nur in Nordamerika, Großbritannien und Australien verfügbar. Die Links aus Twitter führen auf dem iPhone direkt auf die Artikel in der News-App, im Webbrowser auf Laptop oder Desktop gelangt man über eine Zwischenseite auf die Originale der Publishing-Partner. So kann man Apple News nun auch in Deutschland als Sammelstelle von interessanten Artikeln nutzen.

Patent: Die nächste Generation der Magic Mouse könnte mit Force Touch aufwarten, lässt sich aus einem Apple zugesprochenen Patent schließen. Die Funktion, die 3D-Touch auf dem iPhone 6S (Plus) ähnelt, ist bisher in den Trackpads der Macbooks (ohne Air) integriert und im Magic Trackpad 2. Dort macht sie aber nur wenig Freude.

Lücke schon geschlossen: Mit einem nicht besonders naheliegenden Trick konnte man bis gestern auf Fotos und Kontakte auch auf einem per Passcode geschützten iPhone zugreifen, Apple hat die Lücke mittlerweile geschlossen. Dazu benötigte der iPhone-Hersteller nicht einmal ein Update für iOS 9 herauszugeben, den Fix konnte Apple serverseitig bei Siri vornehmen. Nun bekommt man auf die Anforderung einer Twittersuche im gesperrten Zustand immer die Antwort, das ginge nur bei entsperrten iPhone.

Weitere Nachrichten

Gmail: "E-Mail zurückrufen"-Funktion nun Standardfunktion

Google hat seinen beiden Web-Maildiensten Gmail und Inbox eine Funktion zum Zurückrufen von Mails hinzugefügt. Bei Gmail war die Funktion bisher nur über die Google-Labs-Zusatzfunktionen erhältlich. Ab sofort gehört "E-Mail zurückrufen" nun zu den Standardfunktionen. Zur Aktivierung der Funktion rufen Sie die Gmail-Einstellungen auf und setzen Sie unter "Allgemein" den Haken bei "E-Mail zurückrufen aktivieren". Anschließend legen Sie eine "Rückruffrist" fest, die 5, 10, 20 oder 30 Sekunden betragen kann.

Wenn Sie künftig eine Mail verfassen und auf "Senden" klicken, dann wird die Mail nicht sofort an den Empfänger gesendet. Stattdessen wartet Google mit dem Versand bis zum Ablauf der "Rückruffrist". In dieser Zeit erscheint in der Gmail-Oberfläche unter dem Sucheingabefeld der Hinweis, dass der Versand der betreffenden Mail wieder rückgängig gemacht werden kann. Sobald auf den "Rückgängig"-Link geklickt wird, wird der Versand abgebrochen und die Mail zur erneuten Bearbeitung geöffnet.

Im Web-Maildienst Inbox von Google ist die "E-Mail zurückrufen"-Funktion immer aktiviert und es gibt dafür also keine Einstellung. Auch hier erscheint nach dem Klick auf "Senden" der Hinweis, dass der Versand der Mail rückgängig gemacht werden kann. Hier sollte man sich aber beeilen, denn bei Inbox kann der Versand nur innerhalb der ersten sieben Sekunden abgebrochen werden.

Die besten Tipps für die perfekte Mail-Verwaltung

US-Rapper Everlast vs. Trump: Hör auf mein Lied zu verwenden!

Der US-Rapper Everlast verbietet Donald Trump die Verwendung seines Songs "Jump around" bei seinen Wahlkampfauftritten. Das teilt der Künstler, der mit bürgerlichem Namen Erik Francis Schrody heißt, dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten in einem ziemlich klar formulierten Tweet auf Twitter mit.

In dem Tweet bezeichnet Everlast Trump als "Stück Scheiße" und teilt mit, dass er seine Anwälte damit beauftragt habe, gegen die Verwendung seines Liedes bei Trump-Wahlkampfauftritten vorzugehen.

In späteren Tweets äußert sich Everlast mehrfach über Trump. Dabei droht er unter anderem, Trump die "Perücke vom Schädel zu schlagen" und empfiehlt den Lesern, sich auf Youtube den Song "FDT" (Fuck Donald Trump) anzuhören. Trump, so Everlast, sei unter anderem ein Rassist und daher habe er auch keine Probleme damit, wenn Trump-Anhänger sauer auf seine Tweets reagieren würden.

Auf Instagram erklärte Everlast: "Wenn ich für eine Person ohne Erfahrung stimme, die alles für einen großen Witz hält, dann ist das mein Kandidat." Gefolgt von einem Foto der Schauspieler-Legende Bill Murray und dem Text: "Bringing America Together. One Whiskey at a time. #Voteformurray."

WhatsApp verschlüsselt nun Ihre Nachrichten

Die Forderung zur Herausgabe privater Daten von einem iPhone durch das FBI hat die Diskussionen um Datensicherheit und Privatsphäre erneut angefacht. WhatsApp nutzt die Aufmerksamkeit für einen wichtigen Schachzug: Alle Nachrichten der Nutzer sollen nun verschlüsselt übertragen werden.

Dies wurde von Nutzern und Sicherheitsexperten schon lange gefordert, schließlich kann WhatsApp mittlerweile über eine Milliarde Anwender vorweisen, deren private Nachrichten bislang meist unverschlüsselt übermittelt wurden.

Kritik an der Verschlüsselung von WhatsApp lässt nicht lange auf sich warten. Heise hat in Tests herausgefunden , dass die Verschlüsselung zwar stark ist, aber nicht immer angewendet wird. So könne die geschützte Datenübertragung gezielt durch die Betreiber des Dienstes ausgehebelt werden.

Nintendo stoppt Fertigung von DS-Modulen

Der im März 2005 in Deutschland veröffentlichte Handheld Nintendo DS gehört mit über 154 Millionen verkauften Einheiten zu den größten Kassenschlagern von Nintendo. Nicht nur bei der jungen Zielgruppe kam die mobile Spielkonsole gut ab, auch ältere Semester wussten Titel wie Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging zu schätzen.

Nun hat Nintendo die Produktion der kleinen DS-Spielmodule offenbar eingestellt. Der kanadische Spielehändler Video Game Plus gab dies via Twitter bekannt. Der Beitrag wurde aber mittlerweile wieder gelöscht. 

Es ist jedoch davon auszugehen, dass Nintendo die Fertigung der Cartridges für den DS tatsächlich aufgegeben hat. Den noch im Handel erhältlichen DS-Spielen werden offenbar keine weiteren folgen. Über seinen E-Shop bietet Nintendo aber weiterhin Spiele zum Download an. Diese sind jedoch nur mit dem neueren Modell Nintendo Dsi kompatibel. 3DS-Spiele werden weiterhin als Modul produziert.

Top 50: Die besten PC-Spiele aller Zeiten

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