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Morgenmagazin vom Mittwoch, 6. August 2014

06.08.2014 | 07:22 Uhr |

Was heute wichtig wird: 6. August 2014 +++ Special Event zum iPhone angeblich am 9. September +++ Nur Apple und Samsung machen Gewinn mit Smartphones +++ Sony gibt seine E-Reader auf +++ Visuelles Mikrofon überlistet schalldichtes Glas +++ Pencil - Bluetooth-Stylus fürs iPad +++ Anti-NSA-Dienst ProtonMail wächst auf 250.000 Nutzer +++ Tipp: Zwischen mehreren Apple-IDs wechseln

Was heute wichtig wird: 6. August 2014

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Es ist mal wieder Sommerloch weswegen die wirklich albernen Geschichten, die man sonst geflissentlich ignorieren kann, mehr Platz in der öffentlichen Wahrnehmung bekommen, als sie eigentlich verdient hatten. In den letzten Tagen hatten wir ja schon von der Studie berichtet, nachdem Apple angeblich absichtlich alte iPhones ausbremst, sobald es neue zu kaufen gibt. Am Wochenende amüsierte uns auch die Einschätzung eines Analysten, Apple könne in drei Jahren überflüssig sein, besonders dann, wenn es weiterhin sein Geld zum Fenster hinauswirft, also an die Aktionäre zurückzahlt. Auch witzig war die Geschichte eines für Capital.de schreibenden Journalistenkollegen, der aus einem nach zwei Jahren Benutzung mangels freiem Speicherplatz nicht mehr aktualisierbaren 16-GB-iPhone die Schlussfolgerung zog, dass es mit Apples Magie nun vorbei sei . Kaum hat man ihm erklärt, wie man überflüssige Apps und nicht mehr gebrauchte Inhalte vom iPhone löschen kann, war das Gerät wundersamer Weise wieder benutzbar… Kurz: Im Sommerloch geht wieder die Mär um, Apple sei vom Untergang bedroht, der ja allenfalls nur noch wenige Jahre entfernt ist. Am 6. August 1997 war die Lage aber in der Tat so ernst, dass Apple nach einem Strohhalm greifen musste, den viele Beobachter als den letzten ansahen. Steve Jobs, gerade erst als Berater zu Apple zurückgekehrt und kurz davor, als "iCEO" die Nachfolge von Gil Amelio zu übernehmen, verkündete auf der Macworld Expo in Boston eine Nachricht, die viel im Publikum vor den Kopf stieß: Microsoft würde 150 Millionen US-Dollar an nicht stimmberechtigten Aktien kaufen und damit Apple damit dringend benötigtes Kapital. Zudem verpflichte sich Microsoft, den Internet Explorer und die Office-Suite auch weiter für den Mac zu entwickeln - anderenfalls wäre Apples Rechner chancenlos in einer Nische versauert. Im Gegenzug werde Apple alle noch ausstehenden Patentklagen gegen Microsoft fallen lassen - der "Krieg", der noch zu Jobs' erstem Regnum bei Apple begonnen hatte, war vorbei. Wie Jobs später seinem Biographen Walter Isaacson eingestand, beging er aber an jenem 6. August 1997 dann doch einen Fehler: Bill Gates war nicht persönlich an die Ostküste gekommen, sondern per Satellit aus Redmond zugeschaltet - auf einer riesigen Videoleinwand, welche das Bühnengeschehen dominierte . Er habe sich und Apple damit unnötig klein gemacht, bewerte Jobs die Szene später.

Für Apple war die Einigung mit dem großen Konkurrenten aber überlebenswichtig. Zum einen floss frisches Geld in die Firma, die gerade am iMac und Mac-OS X bastelte, zum anderen waren wichtige Kräfte nicht mehr mit dem Konkurrenzkampf mit Microsoft gebunden. Natürlich hat Microsoft auch in den Jahren danach sich gerne bei Apple inspirieren lassen, zumindest führte Steve Jobs die Öffentlichkeit bei diversen Gelegenheiten in diesen Glauben. "Redmond, start your copiers" frotzelte man etwa auf der WWDC 2004, als Apple erstmals OS X 10.4 Tiger zeigte, während sich Microsoft noch mit seinem Projekt Longhorn abmühte, aus dem später Windows Vista wurde. Zu ernsthaften Kollisionen kann es aber durchaus in den nächsten Jahren kommen, wenn Apple/IBM die gleichen Unternehmenskunden ansprechen, denen Microsoft gerne sein Surface und seine Businesslösungen verkaufen will. Ein "thermonuklearer Krieg" dürfte zwischen den beiden Unternehmen und ihren sachlichen Chefs Cook und Nadella aber ausgeschlossen sein. Zudem wir diesen Terminus nicht nur am heutigen 6. August doof finden, 69 Jahre nach dem Bombenwurf auf Hiroshima. Peter Müller

Lesetipps für heute Morgen:

Apple und Samsung legen Patentstreitigkeiten außerhalb der USA bei ( Macworld )

Mountek Car Mount: iPhone-Halterung nutzt den CD-Player ( Macworld )

Apple schlägt Milliardenloch in Samsungs Geschäfte ( Business Insider )

Yosemite-Tester müssen mit Wartungsarbeiten am iCloud Drive rechnen ( 9to5Mac )

Weitere Nachrichten:

Special Event zum iPhone angeblich am 9. September

Apple wird im Herbst einige neue Produkte vorstellen, angefangen mit einer neuen iPhone-Generation, so viel ist sicher. Die in der Regel gut informierte Techniksite re/Code behauptet nun, Apple habe den Termin 9. September für die Vorstellung des neuen iPhone festgelegt. Das käme wenig überraschend, in den letzten beiden Jahren hatte Apple in der gleichen Woche die jeweils neue iPhone-Generation gezeigt, 2012 am 12. September (Mittwoch) und 2013 am 10. September (Dienstag). Zuletzt hatte es jedoch Berichte gegeben, Apple würde am 16. September sein Special Event abhalten und das neue iPhone womöglich erst vier Wochen darauf in den Handel bringen. Man kann davon ausgehen, dass der von re/Code genannte Termin der korrekte ist, Apple hat ihn jedoch nicht offiziell bestätigt. Erfahrungsgemäß wird Apple Einladungen an die Presse etwa eine Woche vor dem Termin verschicken. Auf der Code-Konferenz im Frühsommer hatte Apples Senior Vice President Eddy Cue dem Publikum bereits die Zähne lang gemacht, die Produktpipeline für den Herbst dieses Jahres sei "das Beste, was ich in 25 Jahren Apple gesehen habe." Die iPhone-Keynote am 9. September wird somit nicht das einzige Event von Bedeutung sein, das Apple für diesen Herbst plant. Bleiben wir gespannt.

Nur Apple und Samsung machen Gewinn mit Smartphones

Lediglich Apple und Samsung können ihr Smartphonegeschäft profitable betrieben, während alle anderen Hersteller Verluste schreiben oder gerade so ihre Investitionen wieder herein bekommen. Dies hat die kanadische Investmentfirma Cannacord errechnet. Zusammen kommen Apple und Samsung demnach auf 108 Prozent der in der Branche erwirtschafteten Gewinne. Mit eingerechnet sind dabei auch die Verluste, die andere machen, so erklären sich die 100 Prozent. Apple schöpft dabei annähernd 70 Prozent ab, während Samsung ziemlich genau 40 Prozent der Gewinne einstreicht. Zuletzt hatte Samsung jedoch weniger Gewinne eingefahren, Apple hatte hingegen zulegt,im Vorjahr errechnete Cannacord 106 Prozent Gewinn für beide Unternehmen zusammen. Gerade so auf plusminus Null kommen Motorola, Blackberry und HTC, während Nokia immer tiefer in die Verlustzone rutscht.

Sony gibt seine E-Reader auf

Sony gibt seine E-Reader auf (c) Sony
Vergrößern Sony gibt seine E-Reader auf (c) Sony
© Sony

Der japanische Elektronik-Riese Sony zeiht sich aus dem Geschäft mit E-Readern zurück. Wie das Unternehmen gegenüber lesen.net bestätigte, stellt der Sony Reader PRS-T3 das Ende der Produktfamilie dar. Einen PRS-T4, der eigentlich im Herbst 2014 erwartet wurde, wird es nicht geben. Aktuell werden die letzten PRS-T3-Einheiten in Deutschland abverkauft. Im offiziellen Sony Store ist das Gerät schon nicht mehr erhältlich.

Sonys Rückzug betrifft vor allem das Endkundengeschäft. In diesem Bereich sei das Geschäft mit E-Readern laut Unternehmensangaben einfach nicht mehr lukrativ. Für einen Hersteller wie Sony, der seine Produkte eher im oberen Preis-Segment ansiedle, stünden die Chancen noch schlechter als für die Konkurrenz. Seinen zugehörigen Reader Store hatte Sony bereits Mitte Juni geschlossen. Kunden wurden an den Kobo-Store verwiesen, zu dem sie ihre Bibliothek transferieren konnten.

Ebook-Reader im Test

Dem E-Paper-Bereich bleibt Sony eigenen Aussagen zufolge aber auch weiterhin treu. Für Geschäftskunden hat der Konzern hier beispielsweise mit dem Sony DPT-S1 einen Reader mit 13-Zoll-Bildschirmdiagonale im Angebot. Das Gerät ist aktuell nur in Japan erhältlich, wo der DPT-S1 mit umgerechnet 730 Euro zu Buche schlägt.

Visuelles Mikrofon überlistet schalldichtes Glas

Visuelles Mikrofon überlistet schalldichtes Glas (c) MIT
Vergrößern Visuelles Mikrofon überlistet schalldichtes Glas (c) MIT
© MIT

Forscher des MIT haben mit dem visuellen Mikrofon eine neuartige Methode zur Aufnahme von Tönen vorgestellt. Dieses visuelle Mikrofon ist eigentlich eine Kamera, die in der Lage ist, aus visuellen Informationen Töne zu extrahieren. Auch Microsoft Research ist an der Entwicklung beteiligt. Wie das visuelle Mikrofon arbeitet, wird auch in diesem Video erläutert.

Demonstriert wird dies am Beispiel einer Chipstüte, die sich hinter einem schalldichten Glas in einem Raum befindet und mit Tönen beschallt wird. Hinter dem dicken Glas nimmt eine Kamera die Vibrationen der Chipstüte aufgrund der Töne auf. Über die von den Forschern entwickelten Algorithmen lassen sich die visuell erfassten Vibrationen wieder in Töne zurückrechnen. Die Forscher konnten so auch in einem Experiment die von der Chipstüte aufgefangenen Gespräche einer Person wieder hörbar machen.

Ähnliche Experimente gelangen auch in Verbindung mit einer Alufolie, der Oberfläche von Wasser in einem Glas und mit der Oberfläche des Blattes einer Pflanze. "Wenn Töne auf ein Objekt treffen, dann verursachen sie eine Vibration dieses Objekts. Diese Bewegung der Vibration verursacht ein sehr subtil wahrnehmbares visuelles Signal, das normalerweise für das Auge unsichtbar ist. Die Leute wussten bisher nicht einmal, dass die Information da ist", so Abe Davis, einer der am Projekt beteiligten MIT-Forscher.

Pencil - Bluetooth-Stylus fürs iPad

Der Pencil wird wahlweise aus einem Stück gebürstetem Aluminium oder Walnussholz gefertigt. An der Spitze sitzt ein Sensor zum Zeichnen. Auf der Rückseite befindet sich ein weiterer Sensor zum Radieren. Beide Sensoren sind goldbeschichtet und sollen so schnelle Reaktionszeiten garantieren. Für die Verbindung mit Apples iPad sorgt Bluetooth. Aufgeladen wird der Pencil über einen unter der Kappe an der Rückseite verborgenen USB-Anschluss. Der Ladevorgang soll laut Hersteller nicht mehr als 90 Minuten betragen.

Der Pencil ist für 59,90 Euro in der Graphite-Version aus gebürstetem Aluminium beziehungsweise 74,90 Euro in der Version aus Walnussholz über den FiftyThree Online Shop sowie über Amazon erhältlich.

Anti-NSA-Dienst ProtonMail wächst auf 250.000 Nutzer

Anti-NSA-Dienst ProtonMail wächst auf 250.000 Nutzer (c) IDG/IDG
Vergrößern Anti-NSA-Dienst ProtonMail wächst auf 250.000 Nutzer (c) IDG/IDG

Erst im Mai war mit ProtonMail ein angeblich abhörsicherer Mail-Dienst gestartet . Dafür tragen End-to-End-Verschlüsselung (die Mails wird am Rechner des Schreiber verschlüsselt, noch bevor sie auf den Server von ProtonMail übertragen wird) und der Serverstandort in der Schweiz Sorge, heißt es. Ferner kann man jeder Mail einen Selbstzerstörungsmechanismus anhängen, eine Art Ablaufdatum. Mittlerweile ist der Dienst bei der Beta-Version 1.08 angekommen und verspricht verbesserten Schutz und optimierte Benutzerführung.

Bereits zum Start waren die Anbieter vom Interesse der Nutzer offenbar überrascht worden. "Wir dachten, wir hätten genug Ressourcen um über einen Monat an neuen Nutzer-Anmeldungen zu unterstützen. Wir hätten uns niemals vorgestellt, dass wird dieses Limit bereits nach 60 Stunden erreichen würden", haben die Macher damals mitgeteilt. Wie Forbes meldet , sind die Nutzerzahlen von 20.000 im Mai auf nun 250.000 gestiegen. Mittlerweile gebe es zwei Rechenzentren in der Schweiz mit Proton-Daten und zehn Mitarbeiter. Weitere 100.000 Nutzer sollen auf einer Warteliste stehen, heißt es im Bericht.

E-Mails dürften die Hauptsorge vieler sicherheitsbewusster Nutzer sein. Doch auch Chat-Nachrichten sind vor den Schlapphüten keinesfalls sicher. Wer ohne viel Handarbeit möglichst schnell und unkompliziert verschlüsselt Chatten mag, kann kostenlose Dienste wie Cryptocat benutzen. BitTorrent werkelt mit Bleep gerade ebenfalls an einem abhörsicherem Chat-Tool.

Zwischen mehreren Apple-IDs wechseln

Vor iOS 7 musste man sich dazu im iTunes Store abmelden und dann mit der anderen ID neu anmelden. Wählen Sie dazu am Apple TV „Einstellungen > iTunes Store > Apple-IDs“. Hier ist Ihre aktuelle Apple-ID eingetragen. Über „Apple-ID hinzufügen“ können Sie – nach der Eingabe der ID und des zugehörigen Passworts – weitere Apple-IDs eintragen und in der Folge einfach zwischen ihnen wechseln, ohne die lästige Eingabe der Daten.

Wer über einen Account im US-amerikanischen iTunes Store verfügt, kann sogar iTunes Radio nutzen.
Vergrößern Wer über einen Account im US-amerikanischen iTunes Store verfügt, kann sogar iTunes Radio nutzen.

Das klappt übrigens auch prima, wenn Sie wie der Autor eine Apple-ID für einen ausländischen iTunes Store haben, da sie dort einen Zweitwohnsitz haben oder sich häufig im Ausland aufhalten. Das Apple TV wechselt dann in den anderen Store, Sie können Medien kaufen und anschauen. Sehr cool: Wer über einen Account im US-Store verfügt, kann iTunes Radio nutzen, der Dienst ist bei uns ja immer noch nicht freigeschaltet. Neben iTunes Radio können Sie auch mit dem betreffenden Account gekaufte Filme und Serien ansehen, nicht allerdings die TV-Angebote von ABC, HBO und anderen.

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