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Morgenmagazin vom Mittwoch, 7. Juli 2021

07.07.2021 | 07:12 Uhr | Peter Müller

Macbooks Air mit M2 erst 2022, Pro Motion komplett erst für iPhone 14 +++ Ad Tracking Transparency verschiebt Werbeetats +++ Apple soll Interesse an TV-Produktion Hello Sunshine von Reese Witherspoon haben +++ Whatsapp und Facebook ab "morgen" offline? Das steckt hinter dem Kettenbrief +++ Tesla Model S Plaid geht in den USA in Flammen auf +++ Corona-Warn-App: 30 Millionen Downloads bisher

7. Juli: Shine On

Macwelt wünscht einen Guten Morgen! Sie haben sich sicher schon einmal gefragt, wer denn der "Crazy Diamond" war, dem Pink Floyd im Jahr 1975 wünschten, er möge weiter scheinen? Beziehungsweise die, die hier sein möge, die andere verlorene Seele, die in einer Fischschüssel schwimmt? Die Antwort: Syd Barrett, Gründungsmitglied der Band, die den Sound der späten Sechziger und frühen Siebziger nachhaltig prägte. Der Gitarrist Barrett war wohl der versierteste Musiker der Urbesetzung, allenfalls Keyboarder Rick Wright hatte noch seine Klasse. Das ist nicht unser Urteil, sondern die Einschätzung von Schlagzeuger Nick Mason, die er so in seinem autobiographischen Blick auf die legendäre Band mit dem Titel "Inside - Out" dargelegt hat. Mason erzählt darin auch die Geschichte, dass Pink Floyd überhaupt erst dank Syd Barrett zu ihrem Namen kamen, der ein nicht unwesentlicher Grund für ihren Ruhm war. Pink Anderson und Floyd Council hießen zwei heute beinahe vergessene Bluesmusiker, von denen Barrett Platten im Schrank hatte, die Kombination der Vornamen ergab ein schönes Rätsel. Denn lange fragten sich die Leute, was denn ein Floyd sei vor allem ein rosafarbenes? Oder ob einer der Musiker Floyd hieße und ein anderer Pink ("The band is just fantastic, that is really what I think, oh, by the way, which one is Pink?").

Der neue Name tat dringend Not, denn vor Barretts Einstieg nannten sich die Architekturstudenten Waters, Wright und Mason wechselweise "The Architectural Abdads", "The Screaming Abdabs", "The Abdabs" oder noch halbwegs erträglich "Tea Set". Eine Weltkarriere wäre mit derart bescheuertem Namen kaum möglich gewesen.

Diese Weltkarriere verpasste indes auch Syd Barrett. Beim Debüt-Album "The Piper at the Gates of Dawn" im Jahr 1967 noch der prägende Kopf, war er wegen seiner ausgedehnten Drogenexperimente auf der Bühne und auf dem Nachfolgealbum "A Saucerful of Secrets" kaum noch anwesend. David Gilmour ergänzte ihn zunächst bis er ihn ersetzte und schließlich Pink Floyd seinen eigenen musikalischen Stempel aufdrückte, der die Band in die Stadien der Welt brachte und ihr Rekordplattenverkäufe bescherte.

Syd Barrett nahm noch zwei Soloplatten auf – "The Madcap Laughs" und "Opel" – seine Gesundheit verfiel immer mehr. Mitarbeiter und Musiker erkannten das aufgedunsene und kahlköpfige Wrack kaum noch, als Barrett beim Abmischen von "The Dark Side of the Moon" plötzlich im Studio auftauchte. Zwei Jahre und einen Megaerfolg später dann die musikalische Hommage an Barrett "Wish You Were Here". Heute vor15 Jahren ist Syd Barrett im Alter von 60 Jahren in seiner Heimatstadt Cambridge verstorben. Seine Musik und die ihm gewidmete bleibt unsterblich.

Lesetipps für den Mittwoch

Drei Vermisste: Irgendwas fehlt immer. Zwar hat Apple in seinen Betriebssystemen Safari kräftig umgebaut und auch die Notizen bekommen nennenswerte Änderungen, aber die meisten Apps blieben unverändert. Schade, meint Macworld-Kolumnist Dan Moren, denn insbesondere drei Programme hätten mal wieder Auffrischungen, Ergänzungen und Verbesserungen nötig. Und zwar Mail, Kalender und die Home-App. Aber insbesondere bei letztere ist er mit der Kritik nicht allein. Was Moren genau vorschwebt, lesen Sie bei den Kollegen der Macworld.

Die zweite Stufe : Der Leaker Dylandkt will erfahren haben, dass Apple erst in der ersten Jahreshälfte 2022 den M2-Chip bringen wird. Dieser werde erstmals in neue Macbook Air eingebaut, die in einer deutlich bunteren Palette als bisher erscheinen sollen, ähnlich der Farboptionen der iMacs M1 - das ist soweit nichts Neues. Sollte Dylandkt ins Schwarze getroffen haben, klärt sich die Nomenklatur der Apple-Silicon-Prozessoren. Denn der M1X soll ein SoC sein, das Profi-Geräten wie den Macbook Pro vorbehalten sein wird, die noch in der zweiten Jahreshälfte 2021 kommen sollen. Damit steht er aber ein wenig im Widerspruch mit den Ansichten des in der Regel gut informierten Bloomberg-Redakteurs Mark Gurman. Dylandkt hat in der Vergangenheit bereits etliche Vorhersagen richtig getroffen, so hatte er etwa den M1 im iPad Pro korrekt vorhergesehen.

Nächstes Jahr vollständig: In diesem Jahr sollen Pro-Motion-Displays, also solche mit 120 Hz Bildwiederholrate, bei den Pro-Modellen des iPhone einziehen. Erst im kommenden Jahr werden dann alle neuen Apple-Smartphones mit der Technik ausgestattet. Das hat viele Gründe: Mit Pro Motion schafft Apple ein Unterscheidungsmerkmal für die diesjährigen iPhone 13 Pro, diese können auch leistungsstärkere Akkus bekommen. Vor allem aber ist der Zulieferer Samsung offenbar in diesem Jahr noch nicht in der Lage, ausreichend die höherwertigen Displays zu liefern. Im kommenden Jahr komme mit LG aber ein zweiter Lieferant hinzu, berichtet die koreanische Fachpublikation The Elec.

Nebeneffekt: Seit iOS 14.5 und iPadOS 14.5 müssen Apps auf iPhone und iPad deren Nutzer fragen, ob sie Tracker setzen dürfen. Laut Wall Street Journal lehnen 70 Prozent der Befragten dankend ab, was Folgen für die Werbepreise im Markt hat. Denn diese für Anzeigen auf iPhone und iPad seien nun stark gesunken, die für an Android-Geräte gerichtete Werbung hingegen deutlich gestiegen. Doch auch Google will mit Android 12 eine Art von Ad Tracking Transparency einführen, da das System aber auf deutlich weniger Geräte kommen wird als das jeweils aktuelle iOS, sollte sich zunächst wenig ändern.

Erweitert: Ohne dass man ein Update installieren muss, hat Apple zwei nützliche Features des Apple Pencil auf dem iPad für fünf weitere Sprachen ergänzt. Handschriften kopieren und Daten erkennen ist nun auch auf Deutsch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Portugiesisch in den entsprechenden Ländern verfügbar. Mit erster Technik kann man handgeschriebenen Text kopieren und unter Erkennung des Textes in beliebige Felder oder Programme einsetzen, zweiteres erkennt etwa Telefonnummern in handgeschriebenen Notizen. Bisher waren die Features, die Scribble (Kritzeln) ergänzen nur für Englisch und Chinesisch verfügbar.

Interesse : Die TV-Produktionsfirma Hello Sunshine von Reese Witherspoon eruiert die Möglichkeit eines Verkaufs, Investmentbanker sollen die Optionen prüfen. Als erster Interessent gilt Apple, für den Hello Sunshine die Dramaserie "The Morning Show" produziert hat, mit Witherspoon in einer der Hauptrollen. Ob der Verkauf aber tatsächlich über die Bühne geht und Apple zuschlägt, ist laut Wall Street Journal noch völlig offen. Die Rede ist von einem Preis um eine Milliarde US-Dollar.

Recht auf Reparatur : US-Präsident Biden will noch diese Woche eine Executive Order an die FTC (Fair Trade Commission) erlassen, welche bundesweit das Recht auf Reparatur fordert. Die detaillierte Auslegung bleibe der Behörde überlassen. Neben Smartphones wie dem iPhone, die in der Order konkret genannt sind, bezieht sich das Recht auf Reparatur auch auf Traktoren und andere landwirtschaftliche Geräte, die in den letzten Jahren immer stärker computerisiert wurden und nur unter Abschluss teurer Wartungsverträge repariert wurden. Apple hat sich lange gegen das Gesetz gesträubt, ist zuletzt aber Kritikern entgegengekommen, indem es das bisher nur Apple Stores und autorisierten Fachhändlern vorbehaltene Reparaturprogramm deutlich ausweitete.

Weitere Nachrichten:

Whatsapp und Facebook ab "morgen" offline? Das steckt hinter dem Kettenbrief

Aktuell kursiert ein Kettenbrief auf Whatsapp , in dem davon berichtet wird, dass Whatsapp und Facebook „morgen“ offline gehen. Der Grund sei ein Test des Anbieters, welche Auswirkungen eine Abschaltung auf die Bevölkerung hätte. Als Vorgeschmack seien Sprachnachrichten und Bilderdownloads schon vom Netz genommen worden. Als Ergebnis der Abschaltung müssten vorrangig junge Menschen wieder lernen, wie man auch ohne Messenger und soziale Netzwerke miteinander kommuniziert. Außerdem gibt es eine zweite Version des Kettenbriefs mit anderen Politiker-Statements. 

Die Behauptungen sind wie bei so vielen Kettenbriefen frei erfunden. Die versteckte Satire dürfte von vielen Nutzern überlesen werden, die nur die ersten Zeilen lesen und als Reaktion den Kettenbrief besorgt und wütend an Freunde und Bekannte weiterleiten. Auch das in solchen Kettenbriefen immer wieder auftauchende „morgen“ als unbestimmter Termin scheint nur wenige Nutzer zum Nachdenken zu bringen. Grundsätzlich sollten weitergeleitete Schreckensmeldungen immer mit Vorsicht genossen werden. Facebook und Whatsapp arbeiten mit komplexen Server-Strukturen, die redundant ausgelegt sind, um auch zeitweise Ausfälle zu verhindern. Die in dem Kettenbrief versteckte Sozialkritik hingegen dürfte von den meisten Nutzern schlicht übersehen werden. So bleibt nur Panik, die keine reale Grundlage hat.

Tesla Model S Plaid geht in den USA in Flammen auf

In der vergangenen Woche ist in Haverford, im US-Bundesstaat Pennsylvania ein neues Tesla Model S Plaid ausgebrannt . Wie der Anwalt des Fahrzeug-Besitzer bestätigt, sei der Tesla „spontan verbrannt“ . Der Fahrer war für kurze Zeit im brennenden Fahrzeug eingeschlossen, konnte jedoch nach wenigen Augenblicken ohne Verletzungen entkommen. Feuerwehrleute konnten das brennende E-Auto schließlich löschen.

Das Model S Plaid ist eine ultraschnelle High-End-Version der Elektro-Limousine des E-Auto-Herstellers. Der Preis liegt bei stattlichen 130.000 US-Dollar. Erst im vergangenen Monat hatte CEO Elon Musk die ersten Kundenauslieferungen des Model S Plaid angekündigt. Der Besitzer des brennenden Tesla sei einer von 250 Kunden gewesen, an die das Fahrzeug ausgeliefert wurde, bestätigte sein Anwalt Ben Meiselas . „Unsere Voruntersuchung läuft noch, aber wir fordern Tesla auf, diese Autos aus dem Verkehr zu ziehen, bis eine vollständige Untersuchung stattfinden kann,“ fordert Mark Geragos, der zweite Anwalt des Geschädigten. Tesla wollte sich bislang nicht öffentlich zu dem Vorfall äußern. Die Ursache für den spontanen Brand ist bislang noch ungeklärt.

Tesla meldete in dieser Woche außerdem einen neuen Verkaufsrekord . Im zweiten Quartal 2021 konnte das US-Unternehmen 201.250 Fahrzeuge ausliefern, während in dem selben Zeitraum 206.421 E-Autos produziert wurden. Bei der Mehrheit von 204.081 Einheiten handelte es sich laut Tesla um das Model 3 und das Model Y. Model S und Model X zeichneten lediglich 2.340 Stück produziert. Wie viele Model S Plaid Modelle im zweiten Quartal 2021 ausgeliefert wurden, ist nicht bekannt.

Corona-Warn-App: 30 Millionen Downloads bisher

Die offizielle deutsche Corona-Warn-App wurde bisher 30 Millionen Mal heruntergeladen und auf einem iOS- oder Android-Gerät installiert. Das teilen die Macher am Dienstag in einem Tweet mit. Für die Corona-Warn-App existiert seit wenigen Tagen auch ein eigener Twitter-Kanal. "Vielen Dank an alle, die diese Zahl möglich gemacht haben!", heißt es dort.

Die im Auftrag der Bundesregierung und des Robert-Koch-Instituts von SAP und Telekom gemeinsam entwickelte allererste Version der Corona-Warn-App war Mitte Juni 2020 erschienen. Mit der App sollten die Bürger eine einfache und anonym nutzbare Methode erhalten, um Infektionsketten schnell nachverfolgen und durchbrechen zu können. Dabei verfolgt die App einen dezentralisierten Ansatz, um die Nutzer darüber zu informieren, ob sie mit einer infizierten Person in Kontakt standen.

Im Laufe der Zeit wurden der Corona-Warn-App zahlreiche neue Funktionen hinzugefügt, zuletzt zunächst die Möglichkeit, den deutschen Impfnachweis und dann auch den europäischen Impfnachweis zu hinterlegen. Ein Check-In für Events und Orte wurde bereits zuvor hinzugefügt. Außerdem kann die App auch bei Auslandsaufenthalten genutzt werden, etwa in Ländern wie Österreich, Spanien und Zypern.

Die Corona-Warn-App ist hier im Apple App Store und hier im Google Play Store verfügbar. Die Weiterentwicklung erfolgt über ein Open-Source-Projekt.

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