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Morgenmagazin vom Mittwoch, 7. Mai 2014

07.05.2014 | 07:20 Uhr |

Was heute wichtig wird: 7. Mai 2014 +++ Update für Google Maps +++ Kickstarter-Projekt: Scio analysiert Gemüse und Medikamente +++ Apple gesteht Bug in E-Mail-Verschlüsselung von iOS 7 ein +++ Dropbox schließt Sicherheitslücke +++ Investor prophezeit Apples Abstieg +++ Google Chrome bald ohne URL-Anzeige?

Was heute wichtig wird: 7. Mai 2014

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Der 7. Mai 1998 war ein Montag - der spektakuläre Auftakt einer Entwicklerkonferenz, die bis heute nachwirkt. Man glaubt es kaum: Damals gab es keinen weltweit übertragenen Live-Stream, nicht einmal Fachmagazin wie die Macwelt hatten einen Live-Ticker eingerichtet, der im Minutentakt der gebannt vor den Bildschirmen versammelten Gemeinde der Mac-Anwender berichtete, was auf einer Bühne in Kalifornien vor sich ging. Unserer Korrespondent lieferte aber rasch die geballten Informationen nach, und die hatten es sich in sich. Apple hatte erneut seine Betriebssystemstrategie über den Haufen geworfen, das plattformübergreifende neue Betriebssytem Rhapsody war Geschichte. Stattdessen konzentrierte sich Apple darauf, das auf den FreeBSD-Kernel basierende Open Step der Ende 1996 übernommenen Firma Next mit seinem klassischen Mac-OS zu einem neuen Betriebssystem zusammenzuführen, das den Namen Mac-OS X erhalten sollte. Und noch ein weiteres Produkt stellte Steve Jobs vor, eines, das ein schwer angeschlagenes Unternehmen retten und zurück zur Kultmarke führen sollte: iMac. Die nach San Jose gereiste Entwicklergemeinde konnte mit dem kompakten All-in-one erst einmal wenig anfangen, nur wenige verstanden, warum Apple seine High-End-Schiene verlassen und ein einigermaßen erschwingliches Gerät anbieten wollte, das nicht von ungefähr an den Ur-Mac erinnerte. Doch war der iMac nicht nur für sich alleine erfolgreich, sondern läutete mit seiner Reduziertheit und seinem eleganten Design eine neue Ära ein. Der iMac von heute mit seiner flachen Glas-Aluminium-Konstruktion erinnert auf den ersten Blick überhaupt nicht an den Rechner von 1998 ist aber eine konsequente Übersetzung des Konzepts in das 21ste Jahrhundert. Alles, was stört, ist entfernt, nur wenige, aber leistungsfähige Schnittstellen sprechen Peripherie an. Bis der iMac 1998 in die Läden kommen sollte, dauerte es noch ein wenig, in den USA war der 15. August der Erstverkaufstag, in Deutschland der 5. September. Mac-OS X blieb noch länger in der Entwicklung, erst fast zweieinhalb Jahre nach der WWDC von 1998 kam eine Public Beta heraus, auf die mittlerweile zehn Versionen folgen sollten. Für den 2. Juni ist die Premiere der elften Fassung angedacht. Apple wird wohl das Konzept nicht wieder über den Haufen werfen, aber OS X 10.10 soll im Design so dermaßen anders sein, dass man auf den ersten Blick kaum noch Ähnlichkeiten erkennt. Peter Müller

Lesetipps für heute Morgen:

Der große Smartphone-Krieg: Worüber Apple und Samsung vor Gericht seit drei Jahren streiten ( Vanity Fair )

21 Alltagsobjekte, die Apple neu gestalten soll ( Macworld UK )

Die Geheimnisse des Mail-Anhangs ( Macworld )

Apple zweitgrößter Online-Händler hinter Amazon ( Wall Street Journal )

Weitere Nachrichten:

Update für Google Maps

Google hat seiner Maps-App für iOS und Android ein Update auf die neue Version 3.0 spendiert. Dabei bringt die Software einige Neuerungen, etwa Offline-Karten. War es bisher nur möglich, einen gewählten Kartenausschnitt für die spätere Verwendung im Flugzeugmodus aufzurufen, bietet Google Maps 3.0 eine explizite Möglichkeit, Karten für die Offline-Nutzung zu speichern. In diese Karten kann man dann auch hineinzoomen, Suchen und Routenberechnung sind indes weiter nur mit Internetverbindung möglich. Es lassen sich mehrere Offline-Karten speichern und verwalten. Neu ist auch die Möglichkeit, Suchergebnisse nach Restaurants, Cafés und anderen Points of Interest nach Benutzerwertungen oder Öffnungszeiten zu filtern, Google Maps fragt jedoch nach Bewertung der zuletzt gesuchten und womöglich aufgesuchten Plätze. Der Routenplaner versteht sich nun auch auf Spurwechsel und gibt rechtzeitig Bescheid, wenn eine Ausfahrt sich nähert, die man nicht verpassen sollte, verbleibende Fahrzeit und Strecke sind auf einem Display zu sehen. Auch die Informationen über öffentliche Verkehrsmittel sind in der App verbessert und gleichen sich der Web-Version an.

Kickstarter-Projekt: Scio analysiert Gemüse und Medikamente

Wer kennt nicht die berühmten Tricorder aus Star Trek, die man einfach in Richtung eines Objekts oder Lebewesens hält, um kurz darauf auf einem kleinen Display dessen chemische Zusammensetzung und physikalischen Werte zu erhalten. Das Kickstarter-Projekt Scio nähert sich dem schon deutlich an, wenn man der Werbung der Entwickler vertrauen darf. So analysiert es als schmaler Spektrometer per Infrarotstrahlenmessung die Aktivität der Moleküle eines Objekts und kann in kurzer Zeit etwa die Lebensmittelzusammensetzung von Salat, Obst oder Käse auf dem per Bluetooth 4.0 LE verbundenen iPhone bekannt geben. Dafür gibt es eine entsprechende App, auf der die Werte dargestellt und analysiert werden. Auch der Reifegrad einer Avocado lasse sich durch die Schale hindurch feststellen, ebenso wie die Qualität von Öl zum Braten oder das Wohlbefinden der Pflanzen, die man pflegt. Selbst Medikamente sollen hinsichtlich ihrer chemischen Zusammensetzung kein Problem für Scio sein.

Als ”sechsten Sinn" bezeichnen dieAnbieter ihr handliches Gerät , das sogar noch etwas schmaler ist als ein Star Trek-Tricorder – dafür aber natürlich noch nicht ganz so viel vermag. Immerhin, wenn sich Scio als so leistungsfähig herausstellt, wie die Entwickler es anpreisen, wäre dies ein großer Schritt in dieser Richtung.

Bei Kickstarter ist die minimale Summe von 200.000 US-Dollar längst um das Mehrfache übertroffen und nähert sich der Grenze von 1 Million US-Dollar. Auf der Website gibt es animierte Beispiele und Videos zu dem Projekt. Dort lassen sich auch genauere technische Daten und andere Spezifikationen wie Größe und Gewicht in Erfahrung bringen. Aufgeladen wird das kleine Gerät per USB, die Batterie soll dann eine Woche lang hatten. Die Messzeit für unterstützte Objekte per Nahinfrarot-Spektroskopie soll sich lediglich auf ein bis zwei Sekunden belaufen. Über die Genauigkeit dieser Analysen lässt sich jetzt freilich noch nichts Konkretes sagen.

Als Erscheinungstermin für das finale Produkt geben die Anbieter Dezember 2014 an. Unterstützt werden iOS-Geräte wie iPhones ab 4S und iPads ab der dritten Generation, auch Android-Smartphones mit entsprechender Ausstattung sind geeignet. Kosten soll Scio voraussichtlich um die 300 US-Dollar.

Apple gesteht Bug in E-Mail-Verschlüsselung von iOS 7 ein

Apple gesteht Bug in E-Mail-Verschlüsselung von iOS 7 ein (c) apple.com
Vergrößern Apple gesteht Bug in E-Mail-Verschlüsselung von iOS 7 ein (c) apple.com
© apple.com

Erst gestern berichteten wir darüber, dass der Sicherheitsexperte Andreas Kurtz einen Fehler in der Verschlüsselung von E-Mail-Anhängen in iOS ausgemacht hat. Die angehängten Dateien ließen sich mit externen Programmen auslesen und speichern, obwohl dies eigentlich durch die Verschlüsselung des mobilen Betriebssystems verhindert werden soll.

Ein Sprecher von Apple teilte nun mit, dass man bereits über dieses Problem informiert sei. Im Rahmen eines künftigen Software-Updates für iOS solle die Lücke geschlossen werden. Einen konkreten Termin wollte der Hersteller jedoch noch nicht nennen.

Das Ausnutzen der Schwachstelle setzt jedoch voraus, dass das iPhone gestohlen wurde. Danach müsste über eine Brute-Force-Attacke bzw. einen Jailbreak die PIN-Sperre des Geräts umgangen werden. Auf iOS 7.1.1 aktualisierte Geräte, die mindestens über einen A5-Prozessor (iPhone 4S oder neuer) verfügen, dürften damit relativ sicher sein.

5 Nutzertypen: Sicherheits-Tipps für Smartphone-Besitzer

Das iPhone 4 nimmt eine Sonderrolle ein, da sich auf diesem Gerät durch eine Schwachstelle im A4-Prozessor immer ein Jailbreak vornehmen lässt, ein Update schafft hier also keine Abhilfe.

Dropbox schließt Sicherheitslücke

Dropbox-Teaser
Vergrößern Dropbox-Teaser

Die Dropbox-Macher haben eine Lücke in ihrem beliebten Cloud-Speicher gestopft . Wer die Dropbox nutzt, kann gezielt Dokumente von seinem Speicher als Link freigeben. Das geschieht über einen Klick mit der rechten Maustaste und der Funktion "Link freigeben ...". Anschließend erhält man einen sehr langen und kryptischen Link, der jedem den Zugang zum freigegebenen Dokument gewährt, wenn er nur den Link kennt. Offenbar gab es aber bislang eine Schwachstelle in der Dropbox, über welche auch Dritte an den Link zum Dokument gelangen konnten.

So funktionierte die Dropbox-Schwachstelle

Immer dann, wenn ein Link im freigegebenen Dokument steht - beispielsweise der Link zu einer Webseite in einem Text-Dokument - bestand bislang die Gefahr, dass neugierige Dritte sich Zugang verschaffen konnten. Wenn der legitimierte Nutzer auf einen Link im Dokument klickt, führt dieser Link ihn natürlich zur angegebenen Seite. Doch am Link klebt auch der Referer. Dieser zeigt bei Links immer den Ausgangsort an, also wo der Seitenbesucher hergekommen ist. Für Webseitenbetreiber ist der Referer eine praktische Funktion, können sie doch auswerten, von welcher Seite die meisten Besucher zu ihnen kommen. Über den Dropbox-Referer war es jedoch möglich für den Seitenbetreiber, den Link zum Dropbox-Dokument zu erhalten, das eigentlich nur für einen begrenzten Kreis bestimmt war. Aus diesem Grund ist bei der nun gestopften Lücke auch vom Dropbox-Referer-Bug die Rede.

Die Dropbox-Entwickler haben nach Bekanntwerden des Bugs nun reagiert und bei allen bisherigen per Link freigegeben Dokumenten die Freigabe deaktiviert. In den folgenden Tagen wolle man zwischen von der Lücke betroffenen Dokumenten und nicht betroffenen unterscheiden und die unbedenklichen Freigaben wieder aktivieren. Tipp: Unter https://www.dropbox.com/links finden Sie nach dem Login alle Links, die Sie freigegeben haben. Dort können Sie wichtige und aus Ihrer Sicht unbedenkliche Dokumente wieder freigeben, wenn Sie nicht warten möchten.

Bei allen ab sofort per Link geteilten Dropbox-Dokumenten sei das Problem behoben, verspricht Dropbox. ( PC Welt /mje)

Investor prophezeit Apples Abstieg

Investor prophezeit Apples Abstieg (c) Apple
Vergrößern Investor prophezeit Apples Abstieg (c) Apple
© Apple

Aktuell führt der iPhone-Hersteller Apple die größten Technik-Unternehmen der Welt an. Bis 2020 wird der Konzern seine Spitzenposition jedoch bereits geräumt haben. Das prophezeit zumindest der New Yorker Investor Fred Wilson.

Im Rahmen der TC Disrupt Konferenz in Big Apple gab Wilson auf der Bühne eine Schätzung für die nächsten fünf Jahr ab. Demnach werde Apple den Thron aller Wahrscheinlichkeit nach räumen. Das US-Unternehmen wird es laut Wilson im Jahr 2020 nicht mal mehr unter die Top3 der Technik-Unternehmen schaffen. Auf diesen Rängen vermutet der Investor Google, Facebook und „ein Unternehmen, von dem wir noch nie gehört haben“.

Die Geschichte von Apple

Gründe für Apples prophezeiten Abstieg nannte Wilson ebenfalls. Der Konzern sei demnach zu stark auf Hardware ausgerichtet, dadurch würden es die Führungskräfte in den nächsten Jahren schwer haben, mit der Konkurrenz mitzuhalten. Die Zukunft sieht Wilson in der Cloud und Apples Cloud-Dienste seien schlichtweg nicht gut. Für Unternehmen wie Twitter sieht der Investor hingegen gute Chancen. Der Micro-Blogging-Dienst könnte es bis 2020 durchaus auf Platz vier der größten Technik-Unternehmen schaffen.

Google Chrome bald ohne URL-Anzeige?

In den aktuellen Vorabversionen von Google Chrome ("Canary") ist eine neue experimentelle Funktion gesichtet worden. Diese Funktion sorgt dafür, dass in der Omnibox nicht mehr die komplette URL der aktuell geöffneten Website angezeigt wird. Wir konnten die Funktion nach Eingabe von

chrome://flags/#origin-chip-in-omnibox

auch in Google Chrome 34 aktivieren. Die Funktion trägt die Bezeichnung "Herkunftschip in Omnibox aktivieren". Ist die Funktion aktiviert, dann wird in der Omnibox nicht mehr die URL angezeigt, sondern nur noch der Hostname (siehe auch Screenshot in diesem Artikel). Aus der langen und nur schlecht lesbaren URL

http://www.pcwelt.de/ratgeber/WLAN__Diese_Einstellungen_beschleunigen_den_Router-Router-Geheimnisse-7939660.html

wird so einfach

pcwelt.de

Die Nutzung dieses Herkunftschips (Origin Chip) hat für Anwender zunächst einmal den Vorteil, dass sie sofort auf einem Blick sehen können, auf welcher Website sie sich befinden. Auch Phishing-Attacken werden so erschwert, denn der Anwender erkennt, ob er sich beispielsweise auf der echten oder gefälschten Paypal-Seite befindet.

Andrerseits: Vom Ausblenden der URL und dem dadurch frei werdenden Platz in der Omnibox profitiert auch Google. Denn Anwender könnten dadurch verstärkt animiert werden, Suchbegriffe in die Omnibox einzugeben. Wovon letztendlich Google profitieren würde.

Anzumerken bleibt, dass die Funktion derzeit nur experimenteller Natur ist. Sollte sich Google dazu entschließen, diese Funktion standardmäßig in den Browser einzubauen, dann dürfte sie sich per Schalter auch wieder abschalten lassen. Ansonsten genügt auch ein Klick auf den Hostnamen, um die vollständige URL wieder einzublenden.

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