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Morgenmagazin vom Mittwoch, 7. Oktober 2015

07.10.2015 | 06:55 Uhr |

7. Oktober 2015 +++ iMac 21,5 Zoll Retina angeblich nächste Woche +++ Interne Videos zeigen charmanten Steve Jobs +++ Diktiersoftware Dragon 5 im Test +++ Auf die Plätze. Fertig? MARS! +++ Surface Pro 4: Microsoft kontert das iPad Pro +++ Twitter startet Moments: Wichtige Inhalte auf einen Blick +++ Papp-Auto mit Elektroantrieb

Was heute wichtig wird: 7. Oktober 2015

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen guten Morgen! Mit 66 Jahren, da soll das Leben ja erst anfangen, sang vor gut drei Jahrzehnten Udo Jürgens - der so gesehen dann auch nur 14 Jahre des neuen Lebens genießen konnte, eher er letzten Dezember 80-jährig plötzlich verstarb. 66 Jahre alt wäre heute die Deutsche Demokratische Republik geworden, die aber nicht einmal ihren 41sten erlebte. Den 40sten hatte die DDR noch mit großem Pomp und großen Staatsgast gefeiert, als ob es nicht längst im maroden Staat an allen Ecken und Enden rumorte. Der große Staatsgast schärfte seinen Gastgebern an jenem 7. Oktober 1989 vergeblich ein, dass vom Leben bestraft werde, wer zu spät komme. Die SED-Führung war auf dem Ohr aber taub - der Rest ist Geschichte, deren glücklicher Ausgang erst letzten Samstag Jubiläum feierte.

Michail Sergejewitsch Gorbatschow hatte mit seinen Reformen, zu denen die SED erst zu spät kam und dann gar nicht mehr, aber keineswegs den Zerfall des Warschauer Pakts, die friedliche Einigung Deutschlands und das Ende des Kalten Krieges im Sinne. Ihm den Friedensnobelpreis des Jahres 1990 zu verleihen, war aber zwangsläufig und mehr als gerechtfertigt. Nur konnte der Preis ihm weder den Staat noch das Amt retten. An Freitag dieser Woche wird gegen Mittag das Nobelkomitee in Oslo den Preisträger oder die Preisträgerin 2015 bekannt geben. Wie man munkelt, gehört Bundeskanzlerin Angela Merkel zu den Favoriten.

Heute sitzen aber erst einmal Chemiker weltweit gespannt vor dem Telefon und warten auf den Anruf aus Stockholm, ab morgen Nachmittag wird die Welt der Literatur wieder darum streiten, ob der diesjährige Nobelpreisträger der Auszeichnung überhaupt würdig ist und warum ihn oder sie außerhalb seines oder ihres Landes oder speziellen Genres kein Schwein kennt. Anders als für den Friedensnobelpreis ist vermutlich kein Deutscher in der engeren Wahl. Mit Siegfried Lenz ist ein würdiger Laureat heute vor einem Jahr verstorben - die Nobelpreise werden nicht posthum vergeben. Peter Müller

Lesetipps für den Mittwoch

Hohe Auflösung: Anders als in den vergangenen drei Jahren wird Apple in diesem Oktober aller Voraussicht nach kein Special Event im Oktober abhalten, die Vorstellungen des 9. September waren bereits umfänglich. Neue Macs sind dennoch überfällig und diese werden laut 9to5Mac auch schon nächste Woche kommen, in einer Art von silent Upgrade. Hervorheben wird Apple einen iMac mit 21,5-Zoll-Retina-Display, mit diesem kleineren 4K-iMac hatte die Gerüchteküche schon mit dem Start von OS X 10.11 El Capitan gerechnet, das Apple schon am 30. September zum Download freigegeben hatte. Die Auflösung von 4096 x 2304 Pixel, die ein derartiger Rechner haben könnte, war schon in der Beta des neuen Betriebssystems hinterlegt. Mutmaßlich bekommt der neue iMac auch einen Prozessor der Skylake-Reihe, auch die bisher erhältlichen Modelle dürfte Apple aktualisieren. Upgrades für Mac Mini und Mac Pro sind ebenfalls überfällig.

Verbesserte Spracherkennung: Nuance, die Entwickler der Spracherkennung, auf die Siri basiert, haben mit Dragon 5 eine neue Version ihrer Diktiersoftware für den Mac herausgebracht. Die Oberfläche der Software hat der Hersteller vereinfacht und verbessert, wesentlich ist aber die Unterstützung der eingebauten Mikrofone des Mac - bisher waren extra für den Zweck des Diktats konzipierte Mikros erforderlich. Unser Macworld-Kollege Kirk McElhearn hat mit seinem Mac über Dragon 5 gesprochen...

Gegenoffensive: An diesem Freitag kommt das Biopic "Steve Jobs" nach der Biographie von Walter Isaacson in die US-Kinos, das wie das Buch ein wenig schmeichelhaftes Bild des Apple-Gründers zeichnet und ihn als einen besessenen Tyrannen darstellt, der Jahrzehnte lang nicht einmal seine uneheliche Tochter anerkennt. Kein Wunder, dass Apple gegensteuert, etwa Tim Cook den Film als nicht wahrheitsgetreu abkanzelt oder die Jobs-Witwe Laurene Powell gar gerichtlich gegen den Kinostart vorzugehen versucht. Anlässlich des vierten Todestages von Steve Jobs am Montag hatte Apple intern seinen Angestellten Videos von Steve Jobs gezeigt, die ihn als charmanten und mitfühlenden Chef zeigen. Der Sender ABC hat einige Ausschnitte zugespielt bekommen, in denen sich Jobs am Vortag der iPhone-Vorstellung an die Belegschaft wendet und sie auf die Technik-Revolution einschwört. Unter anderem empfiehlt er den versammelten Ingenieuren, den nächsten Apple Store zu besuchen und einen dort tätigen Mitarbeiter zu umarmen.

Als Farbe ins Spiel kam: Christopher Phin erinnert in dieser Woche in seiner Kolumne Think Retro an eine CD-ROM, die Apple im Jahr 1991 neuen Rechnern beilegte. Der Apple Color Graphic Sampler sollte den Käufern zeigen, wie interessant und schön die Farbdarstellung auf dem neuen Apple-Monitor sei. Oder, wie es konkret im Booklet dazu heißt, die CD solle "helfen, den Vorteil der Benutzung von Farbe einfach zu erkennen". Mann, muss die Welt früher schwarz-weiß gewesen sein...

Auf die Plätze. Fertig? MARS!

Obwohl die NASA bisher glaubte, dass sie als erste Raumfahrtbehörde den Mars betreten werde, stehen die Chancen gar nicht schlecht, dass jemand anderes ihr zuvor kommt. Dies behauptet Raphael Esparza, ein professioneller Sportwettenberater.
 
In einem Interview mit der „Popular Mechanics“, einem wissenschaftlichem Magazin, räumte Esparza dem privaten US-amerikanischen Raumfahrtunternehmen „SpaceX“ sogar größere Chancen als der NASA ein, Menschen auf den Mars zu schicken.
Demnach habe „SpaceX“ nicht nur das Geld, sondern auch die Motivation dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen.
 
Das Budget der NASA sei für diese Mission allerdings beschränkt. Auch für Nachzügler wie China und Europa bestünden laut Esparza noch Chancen, den Mars als erstes zu erreichen. Sogar die Besiedelung des Mars durch die niederländische Raumfahrtstiftung „Mars One“ hält Esparza für realistisch, wobei er gleichzeitig ernste Bedenken bezüglich der Sicherheit und des Konzeptes äußert.

Surface Pro 4: Microsoft kontert das iPad Pro

Microsoft hat das Surface Pro 4 vorgestellt. Gegenüber dem Surface Pro 3 ist der Bildschirm geringfügig gewachsen und kommt nun auf eine Bildschirmdiagonale von 12,3 Zoll. 5 Millionen Pixel und eine Pixeldichte von 267 PPI sollen eine bestechend scharfe Bildqualität ermöglichen.

Noch mehr als bisher soll sich das Surface Pro, das 8,4 mmm dick ist und 0,4 mm dickes Gorilla Glass besitzt, als Notebookersatz anbieten – wobei Microsoft bei seinem Event am 6. Oktober aber auch noch sein erstes eigenes Notebook vorgestellt hat. Vor allem dank gesteigerter Performance und dank seiner verbesserten Type-Cover-Tastatur mit Hintergrundbeleuchtung. Das Type Cover hat auch einen Fingerabdrucksensor, der sich neben dem etwas größer gewordenen Touchpad befindet.

Der dazu passende neue Surface-Pro-4-Pen erkennt 1024 Druckstufen. Am entgegengesetzten Ende des Pens befindet sich quasi ein „Radiergummi“, mit dem man Eingaben löschen kann. Cortana schaltet man per Pen am unteren Bildschirmrand ein. Im Edge-Browser kann man mit dem Pen zum Beispiel Kommentare zu Webseiten schreiben.

Beeindruckend bei der Demonstration war, wie man Musik-Noten mit dem Pen auf den digitalen Notenblättern einzeichnen kann.

Den Pen gibt es in fünf verschiedenen Farben, u.a. in Rot und Blau. Er haftet magnetisch am Surface.

Das Surface Pro 4 soll um 30 Prozent schneller als das Surface Pro 3 sein. Und gegenüber dem Macbook Air um 50 Prozent schneller sein. Für die Kühlung soll ein „hybrides“ Kühlsystem sorgen.

Beim Arbeitsspeicher sind 16 GB RAM maximal möglich, die SSDs bieten maximal 1 TB Speicherplatz. Intel-Prozessoren der 6. Generation sorgen für den Antrieb.

Die passende Docking-Station hat vier USB-3.0-Ports und zwei Display-Port-Ausgänge sowie Ethernet-Anschluss.

Bei 899 Dollar beginnen die US-Preise für das Surface Pro 4, das Microsoft ab dem 26. Oktober verkauft. Vorbestellungen sind in den USA ab dem 7. Oktober möglich. Zu den Preisen und dem Verkaufsstart für Deutschland gibt es noch keine Angaben.

Twitter startet Moments: Wichtige Inhalte auf einen Blick

Jeden Tag werden auf Twitter hunderte Millionen Tweets und damit unzählige Inhalte geteilt – von Gesprächen zwischen führenden Politikern und Berühmtheiten über Augenzeugenberichte von Ereignissen auf der ganzen Welt bis zu Live-Kommentaren von Sport-Events. Mit der neuen Funktion „Moments“ will Twitter diese Inhalte gebündelt und auf einen Blick abrufbar machen, unabhängig davon, welchen Accounts man auf Twitter selber folgt. Der neue „Moments“-Button führt dazu direkt zu diesen Best-of-Inhalten.
 
Die meisten dieser „Momente“ werden vom Twitter-Curation-Team zusammengestellt, einige werden aber auch von Partnern wie Bleacher Report, Buzzfeed, Entertainment Week, Fox News, Getty Images, Mashable, MLB (Major League Baseball), NASA, New York Times, Vogue und Washington Post beigesteuert. Durchwegs also englischsprachige beziehungsweise amerikanische Medien. Diese Gruppe von Partnern will Twitter zukünftig sukzessive erweitern.
 
Moments zunächst nur in den USA
 
Die Twitter-Funktion „Moments“ wird zunächst allen Twitter-Nutzern in den USA auf Android-, iPhone- sowie Desktop-Geräten zur Verfügung stehen. Genauso wie Tweets können Momente aber über die Grenzen der USA hinaus geteilt werden: Sobald ein Link zu einem Moment in einem Tweet oder einer Direktnachricht auftaucht oder irgendwo eingebunden ist, können sich auch alle Nutzer außerhalb der USA die Momente ansehen. In den nächsten Wochen und Monaten soll „Moments“ dann auch in weiteren Ländern zur Verfügung gestellt werden.
 
So funktioniert Twitter „Moments“
 
Ein Antippen des neuen Blitz-Symbols bei Twitter auf dem Smartphone öffnet eine Liste von Momenten, die gerade passieren. Sobald sich irgendetwas Neues ereignet, wird die Liste entsprechend aktualisiert. Darüber hinaus lässt sich „Moments“ mit der Wisch-Funktion auch nach Themen wie „Entertainment“ und „Sport“ und entsprechenden Ereignissen der letzten Tage durchsuchen.
 
Das bieten die Momente

Nach dem Antippen eines Moments öffnet sich eine Information mit Titel und Beschreibung. Mit Wisch-Bewegungen zur Seite kann nun tiefer in das jeweilige Thema eingetaucht werden, mit Bildern, Videos, Vines und GIFs. Ein Antippen zeigt den jeweiligen Tweet, der dann beispielsweise favorisiert und retweetet werden kann. Ein doppeltes Antippen favorisiert den Tweet direkt.

Eine Anzeige am unteren Rand gibt Auskunft darüber, wie viele Inhalte jeder Moment zu bieten hat. Mit Wisch-Bewegungen nach oben oder unten wird der Moment verworfen und der Nutzer befindet sich wieder auf der Startoberfläche von Moments. Am Ende eines jeden Moments kann mit dem Share-Button die eigene Meinung als Tweet an die eigenen Follower geschickt werden.
 
Einem Moment folgen
 
Alle Momente werden unmittelbar aktualisiert, sobald neue Informationen oder besondere Tweets verfügbar sind. Ein blauer Punkt in der rechten oberen Ecke des Bildes, das für den jeweiligen Moment steht, zeigt an, dass die Inhalte des Moments seit dem letzten Besuch aktualisiert wurden. Bei Momenten, die sich sehr häufig aktualisieren – z. B. Sport-Events oder Preisverleihungen – gibt es die Möglichkeit, diesem Moment direkt zu folgen. Alle relevanten Tweets werden dann unmittelbar in der eigenen Timeline angezeigt.
 
Ist der Moment, also z. B. das Fußballspiel, beendet, enden auch die Tweets, und die eigene Timeline sieht wieder aus wie zuvor.
 

Papp-Auto mit Elektroantrieb

In Zusammenarbeit mit der Londoner Firma Scales and Models hat Lexus einen Papp-Nachbau der Limousine IS in Originalgröße erstellt. Die aus 1700 Schichten bestehende Karosse bietet viele Details wie Scheinwerfer, Räder oder ein Papp-Lenkrad.

Als Unterbau dient ein Rahmen aus Stahl und Aluminium, an dem ein Elektromotor angebracht ist. Damit kann das Origami Car getaufte Auto sogar fahren. Vor dem Zusammenbau mussten die Mitarbeiter von Scales and Models zuerst ein Computermodell des Originals per Lasercutter zuschneiden und die Einzelteile per Holzleim miteinander verkleben.

Lexus hatte im August erst mit einem Hoverboard namens Slide von sich Reden gemacht. Dank Supraleitern und Permanentmagneten im Untergrund kommt das Skateboard ohne Bodenkontakt aus. Auch bei Slide handelte es sich um eine Machbarkeitsstudie, die nicht im Handel erhältlich sein wird.

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