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Morgenmagazin vom Mittwoch, 9. April 2014

09.04.2014 | 07:17 Uhr |

Was heute wichtig wird: 9. April 2014 +++ Apple erläutert Milliardenforderung gegen Samsung im Detail +++ Apple experimentiert mit OLED-Bildschirmen für iTV +++ Schwere Sicherheitslücke in OpenSSL entdeckt +++ G-Technology: Neue externe Speicherlösungen mit und ohne SSD +++ Firefox OS 2.0 - erster Blick auf das neue Design

Was heute wichtig wird: 9. April 2014

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen guten Morgen! "Waiting For The Big One" heißt der siebte und längste Track von Peter Gabriels erstem Solo-Album . Zwar geht es darum um Naturkatastrophen (zwischen-)menschlicher Art, von dem von Geologen für Kalifornien im nächsten erdgeschichtlichen Moment erwarteten Erdbeben jenseits der Richter-Magnitude 8 ist in dem Song aber nicht die Rede. In gerade einmal zwei Millionen Jahren wird Los Angeles dort liegen, wo heute San Francisco zu finden ist, die pazifische Platte schrammt in nördlicher Richtung an der nordamerikanischen vorbei. Einige kurz aufeinander folgende kleinere Beben im Großraum Los Angeles bereiten den Experten Sorgen - man kann nur hoffen, dass die Infrastrukturen der Ballungszentren auf den großen Knall vorbereitet sind. Denn ein Erdbeben wie jenes von 1903 in San Francisco wird weltweite Auswirkungen haben, für sich allein genommen wäre der US-Bundesstaat Kalifornien die fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt. "Waiting for the Big One" - das ist auch das Lied der Börsianer, die auf einen Knaller aus Cupertino warten. Mehrere kleine Äußerungen aus der Führungsspitze Apples geben auch allerhand Anlass zur Hoffnung. Nur wann und wo es genau passiert, weiß wohl nicht einmal Tim Cook. Wir warten weiter gespannt. Peter Müller

Lesen Sie heute auf www.macwelt.de:

E-Mail-Datenklau, Sicherheitslücke in Open SSL, was ist wirklich noch sicher? Sprichwörtlich erdbebensicher werden Sie Ihren Mac, iPad, iPhone nicht bekommen, gegen die meisten Erschütterungen helfen aber starke Passworte. Wie man auf sie kommt, verrät heute ein Ratgeber von Volker Riebartsch.

Die Steuererklärung macht keinen Spaß, allenfalls die Aussicht auf eine Rückerstattung. Welche Elster-Programme etwas taugen, erklärt heute Rainer Wolff im zweiten Teil seines Ratgebers zu Steuerprogrammen.

Wenn er es rechtzeitig vom Training ins Büro schafft, berichtet Patrick Woods heute über die Vorzüge und Nachteile eines neuen Fitness-Trackers. Aber womöglich fehlen ja noch ein paar tausend Schritte zum Tagesziel?

Office oder iWork? Die Qual der Wahl hat man nun auch auf dem iPad. Christiane Stagge sagt, welche Apps welchen Anforderungen genügen.

Lesetipps (englisch):

Apple engagiert Amazon-Vizepräsident für VP, um Karten-App zu verbessern ( 9to5Mac )

Abwerbestopp: Apple und Google droht in Sammelklage 9 Milliarden US-Dollar Schadensersatz ( Apple Insider )

Was man schon jetzt über die WWDC 2014 weiß ( MacRumors )

Apple benachrichtigt Gewinner der WWDC-Lotterie ( Electronista )

Microsoft beantworten Fragen zu iPad-Office bei Reddit: Was ist cool an Office? ( Macworld )

Weitere Meldungen vom Tage:

Apple erläutert Milliardenforderung gegen Samsung im Detail

Apple hat im Patentprozess gegen Samsung am Dienstag Experten der achtköpfigen Jury vorrechnen lassen, wie die Forderung nach Schadensersatz in Höhe von 2,2 Milliarden US-Dollar zustande kommt. Den Schaden hat Chris Venturo, der Präsident von Quantitative Economic Solutions erklärt. Schaden angerichtet haben demnach 37 Millionen Geräte, die Samsung von August 2011 bis Ende 2013 in den USA verkauft hat, fünf Smartphones und ein Tablet. Verletzt haben diese Geräte mehrere Patente Apples, unter anderem das bekannte "Slide to unlock". Diese seien essentiell für die einfache Nutzbarkeit von Smartphones, erklärt Venturo. Samsung habe seine Produkte nur deshalb vor allem an Kunden verkaufen können, die noch nie zuvor ein Smartphone besessen hatten. Der Wettbewerb um die Erstkäufer sei besonders entscheidend, da diese mit hoher Wahrscheinlichkeit beim nächsten Gerät oder Service wieder zur gleichen Marke greifen würden.

In Zahlen gefasst hat vor Venturos Aussage den Schaden bereits der Marketing-Professor vom MIT John Hauser, der in einer Studie 507 Nutzer von Samsung-Smartphones näher befragte. Demnach seien diese bereit gewesen, für ein hypothetisch 149 US-Dollar kostendes Smartphone Aufpreise für bestimmte Funktionen zu zahlen. Eine automatische Textkorrektur sei ihnen im Schnitt 102 US-Dollar wert gewesen, Kontext-Links weitere 69 US-Dollar. In einer zweiten Umfrage unter 459 Läufern von Samsung-Tablets war der hypothetische Grundpreis 299 US-Dollar, den Aufpreis für Slide to unlock beziffert Hauser mit 32 US-Dollar und den für eine universelle Suche mit 33 US-Dollar. In den Marktpreis würden aber noch andere Überlegungen eingehen, stellte Hauser vor Gericht klar, seine zahlen gäben nur den Wert der Nachfrage nach bestimmten Funktionen wieder.

Den Wert der Studie von Hauser bezweifelt Samsungs Anwalt Bill Price. Sie ginge doch nur auf Funktionen ein und missachte völlig die Anziehungskraft der Marke Samsung und die Loyalität von Anwendern gegenüber dem Betriebssystem Android. Warum Apple überhaupt Marktanteile an Samsung verloren habe, gehe daraus nicht hervor: "Es ist doch etwas anderes, wenn man ein anders Smartphone kauft als nur ein Smartphone mit anderen Funktionen."

Apple experimentiert mit OLED-Bildschirmen für iTV

Apple experimentiert mit OLED-Bildschirmen für iTV (c) apple.com
Vergrößern Apple experimentiert mit OLED-Bildschirmen für iTV (c) apple.com
© apple.com

Schon seit Jahren geistert der iTV durch die Medien. Nun gibt es neue Hinweise darauf, dass Apple tatsächlich einen eigenen Fernseher in den Handel bringen möchte. So wird in der südkoreanischen Zeitung Korea Herald berichtet, dass Apple bei einem Hersteller im Land zwei Millionen OLED-Displays mit Diagonalen von 65 und 77 Zoll geordert haben soll. Die Produktion war demnach erst für die zweite Jahreshälfte 2014 geplant, wurde vor wenigen Monaten jedoch auf 2015 verschoben.

Der Bericht lässt offen, welchen Hersteller Apple mit diesem großen Auftrag betraut haben könnte. OLED-Bildschirme mit solch großen Abmessungen sind schwierig zu produzieren und entsprechend teuer.

Immer wieder tauchen neue Gerüchte über den Einstieg von Apple in den TV-Markt auf. Wie Steve Jobs zu diesem Thema stand, ist ebenfalls unklar. Sein Biograf Walter Isaacson will erfahren haben, dass der verstorbene Apple-Chef an diesem Vorhaben beteiligt gewesen sei. Andere Quellen berichten von einer Ablehnung des charismatischen Vorstands, im TV-Geschäft mitzumischen.

Vom Apple I bis zum iPad: Die Geschichte von Apple

Daher bleibt es weiterhin spannend, ob Apple seine Dominanz im Wohnzimmer tatsächlich weiter ausbauen möchte.

Schwere Sicherheitslücke in OpenSSL entdeckt

Geschätzte zwei Drittel aller Web-Server (OpenSSL kommt standardmäßig in Apache und nginx zum Einsatz) verwenden die Library, um sich gegenüber Endnutzern zu identifizieren und das Abgreifen von Passwörtern, Bankdaten und anderen sensiblen Informationen zu verhindern. OpenSSL steckt überdies auch in vielen Betriebssystemen sowie E-Mail- und Instant-Messaging-Programmen, wie unter anderem der Branchendienst "Ars Technica" berichtet .

Der jetzt von Sicherheitsexperten bei Google und Codenomicon öffentlich gemachte Fehler (CVE-2014-0160) steckt seit mehr als zwei Jahren in den Produktionsversionen 1.0.1 bis 1.0.1f von OpenSSL, genauer in der Implementierung der TLS-Heartbeat-Erweiterung (IETF RFC 6520). Er wurde deswegen "Heartbleed" getauft und ermöglicht es, den privaten Schlüssel digitaler Zertifikate wiederherzustellen und anschließend missbräuchlich zu verwenden. Das hinterlässt dummerweise keinerlei Spuren in den Server-Logfiles und erschwert damit eine entsprechende Forensik enorm.

Zwar gibt es bereits die fehlerbereinigte OpenSSL-Version 1.0.1g , neben dem Einspielen des Patches könnten aber noch weitere Sicherheitsmaßnahmen wie das Rückrufen betroffener Keys und Ausgabe neuer Schlüssel sowie das Ungültigmachen von Session-Keys und -Cookies erfordern.

Derzeit häufen sich Sicherheitslücken rund um HTTPS, die stardardmäßige und oft einzige Methode zur Verschlüsselung von Webseiten. Im vergangenen Monat hatten die Entwickler von GnuTLS eine ähnlich gravierende Sicherheitslücke gemeldet , und im Februar musste Apple ein dickes Leck ("GoToFail") in seinen Betriebssystemen iOS und OS X stopfen .

G-Technology: Neue externe Speicherlösungen mit und ohne SSD

Zu den Neuheiten gehören zum einen die G-RAID Studio- und G-Speed Studio-Speicherlösungen. Die Studio-Serie zeigt sich in einem schwarzen Gehäuse. Zur Ausstattung gehören  verschiedene RAID-Optionen, auswechselbare Festplatten der Enterprise-Klasse mit 7200 U/Min, Thunderbolt 2-Schnittstellen mit 20 GB pro Sekunde (Gbps) sowie 6 TB-Festplattenlaufwerke. Die G-RAID Studio gibt es voraussichtlich ab Mai zu einem Preis von 1300 US-Dollar für 12 TB, 849 US-Dollar für 8 TB beziehungsweise 699 US-Dollar für 6 TB (UVP, inklusive Mehrwertsteuer) im Fachhandel zu kaufen. Die Preise in Euro will der Hersteller in Kürze bekannt geben. Die G-Speed Studio ist voraussichtlich ab Juni zu einer unverbindlichen Preisempfehlung  von 3200 Euro für 24 TB, 2300 Euro für 16 TB respektive 2000 Euro für 12 TB (UVP, inklusive Mehrwertsteuer) erhältlich.

Die zweite Vorstellung betrifft die G-Drive Ev SSD und 500 GB G-Drive Ev. Diese sollen die Evolution-Serie ergänzen und bestehen aus der Docking-Station G-Dock Ev mit Thunderbolt sowie den austauschbaren und erweiterbaren externen G-Drive Ev-Festplattenmodulen mit USB 3.0 zum Übertragen, Bearbeiten und Versenden von Inhalten.

Das 512 GB große G-Drive Ev SSD-Modul ist voraussichtlich ab Mai zu einer unverbindlichen Preisempfehlung (UVP, inklusive Mehrwertsteuer) von 450 Euro im Fachhandel erhältlich. Die G-Drive Ev 500 GB-Festplatte gibt es voraussichtlich ebenfalls ab Mai zu einem Preis von knapp 100 Euro (UVP, inklusive Mehrwertsteuer) im Fachhandel zu kaufen.

Info: G-Technology

Firefox OS 2.0 - erster Blick auf das neue Design

Firefox OS 2.0 - erster Blick auf das neue Design (c) IDG/IDG
Vergrößern Firefox OS 2.0 - erster Blick auf das neue Design (c) IDG/IDG

Die Mozilla-Designer arbeiten im Hintergrund bereits fleißig an der Oberfläche von Firefox OS 2.0. Mozilla-Entwickler Hentzschel hatte bereits am Wochenende eine Design-Vorschau auf Firefox OS 2.0 gegeben. Der Mozilla-Entwickler Ahmed Nefzaoui hat nun am Montag in einem Tweet die neuen Designs der Sperrbildschirme (Lock-Screens) von Firefox OS 2.0 enthüllt.

Zu erkennen ist, dass auf dem Sperrbildschirm die Benachrichtigungen in einem schicken Design angezeigt werden. Mit einer Wischbewegung kann der Anwender die Sperre beispielsweise nach Eingabe eines Pin-Codes beseitigen oder direkt zur Kamerafunktion des Smartphones wechseln. In einem weiteren Entwurf ist zu sehen, dass der Musik-Player auch direkt im Sperrbildschirm bedient werden kann.

Noch im April soll Firefox OS 1.4 fertig gestellt werden.Zu den Neuerungen gehören die Unterstützung für Dual-SIM, LTE und neue Kamerafunktionen. Bisher nicht bekannt ist, wann Firefox OS 2.0 erscheinen wird.

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