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Morgenmagazin vom Mittwoch, 9. Dezember 2015

09.12.2015 | 06:55 Uhr |

Updates für iOS, OSX, Watch OS und tvOS +++ Kamera-Adapter für Lightning jetzt mit USB 3 +++ IBM wird Nachbar von Microsoft +++ Warum der Verzicht auf die Kopfhörerbuchse eine schlechte Idee ist +++ PlayStation Messages für iOS und Android +++ Telekom startet Message+ in Deutschland +++ Apple bring Smart Battery Case fürs iPhone 6 (S) +++ Wikipedia-Redakteure sollen freundlicher werden

Was heute wichtig wird: 9. Dezember 2015

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Man muss es leider zugeben: Es gibt eine Parallelgesellschaft in Deutschland. Sie zählt etwa sieben Millionen mehr oder minder aktive Mitglieder, vielleicht noch einmal so viele sind nur dabei und nicht mittendrin. Sie sind Gewalt nicht immer abgeneigt, schließlich sind die Rituale, denen sie huldigen, sehr physisch. Sie unterwerfen sich auch nur ihrer eigenen Gesetzgebung, wehe, wenn der Staat versucht, auf Einhaltung seiner Verordnungen und Gesetze zu pochen. Ihre herausragenden Persönlichkeiten distanzieren sich eher halbherzig von den Vorkommnissen der letzten Zeit und wollen offensichtlich strukturelle Probleme nicht erkennen, geschweige denn lösen. Es ist wirklich schlimm mit dem organisierten Fußball in Deutschland und seinem Dachverband, dem DFB.

Die Enthüllungen der letzten Wochen und Monate über die womöglich bei der FIFA gekaufte WM 2006 hat gezeigt, warum die nur scheinbar integere DFB-Spitze nicht entschiedener Position gegen die offensichtliche Korruption an der Spitze des Weltfußballs bezogen hat. Das Spiel der Korruption haben womöglich einige so weit mitgespielt, dass sie sich selbst nicht mehr frei genug von Sünde fühlten, um den ersten Stein zu werfen. Von den 24 bei der Vergabe der Weltmeisterschaften von 2018 und 2022 beteiligten FIFA-Vorstandsmitglieder sind mittlerweile gut zwei Drittel suspendiert. Unterlegene Bewerber wie England (2018) oder die USA (2022) hätten vor ordentlichen Gerichten vermutlich gute Chancen, die Entscheidungen annullieren zu lassen. Aber erstens unterwirft sich die Parallelgesellschaft FIFA keinen ordentlichen Gerichten und zweitens steht zu Befürchten, dass England und die USA auch in Pfund Sterling und US-Dollar wiegende Argumente bei ihrer Bewerbung anführten, die Klagen erschweren konnten. Nicht nur der DFB hat wohl diese üblen Spiele mitgespielt.

FIFA und IOC sind aber nur zwei besonders hervorstechende Beispiele, wie sehr Korruption Wirtschaft und Gesellschaft schadet. Auf Großturniere und Olympia im eigenen Land kann man verzichten, nicht aber auf die Gewissheit, dass die öffentliche Hand Bauaufträge an diejenigen vergibt, die für einen guten Preis beste Qualität liefern. Und nicht an das halbmarode Pfuschunternehmen, das dem Vetter des Bauausschussvorsitzenden gehört. Aber so etwas passiert sogar in "sauberen" Ländern. "Korruption ist ein komplexes, soziales, politisches und ökonomisches Phänomen, das alle Länder betrifft.Korruption unterhöhlt demokratische Institutionen, verlangsamt die wirtschaftliche Entwicklung und trägt zur Destabilisierung von Regierungen bei," heißt es auf der Website der Vereinten Nationen zum heutigen Internationalen Anti-Korruptionstag . In diesem Jahr steht er unter dem Motto "Unterbreche die Korruptionskette" und konzentriert sich darauf, zu zeigen, wie Korruption die Stärke des Rechts schädigt und so organisiertem Verbrechen und Terrorismus den Weg ebnet.

Auf dem Fußballplatz kann gerne auch einmal das Recht des Stärkeren (oder einfach nur Schnelleren und Geschickteren) gelten, aber auch dort steht die Stärke des Rechts darüber. Das sollte insbesondere für das Umfeld gelten. Nur korruptionsfreie Regelhüter haben auf Dauer die Autorität, innerhalb ihres Bereichs von allen Beteiligten akzeptiertes Recht zu sprechen. Nicht auszudenken, wenn jeden Montag reguläre Gerichte angerufen werden müssten und es dauert, bis die Ergebnisse eines Spieltages rechtssicher feststehen. Peter Müller

Lesetipps für den Mittwoch

Eine Fülle von Updates: Apples Softwareentwickler haben sich zum Jahresende nochmal kräftig ins Zeug gelegt und für alle Apple-Betriebssysteme Updates veröffentlicht. Konkret sind das iOS 9.2, das kleinere Optimierungen für die Musik-App mit Apple Music bringt, OS X 10.11.2, das Fehler mit Wi-Fi, Handoff und Bluetooth behebt, Watch OS 2.1, das nun weitere Sprachen wie Tschechisch, Arabisch, Griechisch oder Portugiesisch unterstützt und schließlich tvOS 9.1, dank dessen sich das neue Apple TV wieder mit der iOS-App Remote bedienen lässt.

Kein vernünftiger Grund: Längst ist wieder Gerüchtezeit, in der das iPhone 7 die Hauptrolle spielt. Zuletzt machte die Runde, Apple würde auf einen Kopfhörerbuchse verzichten und stattdessen auf Lightning-Audio setzen. Das iPhone 7 könne daher noch dünner werden. Der iTunes-Guy Kirk McElhearn hält das Gerücht für eine Falschmeldung und sagt, warum der Verzicht auf die Buchse ein Fehler wäre. Für bestehende Kopfhörer benötigte man Adapter, die leicht verloren gehen könnten und keineswegs preiswert wären, Lightning-Kopfhörer wiederum könnte man nur am neuen iPhone 7 nutzen und mit sonst keinem anderen Gerät. Dünner bekäme Apple das iPhone 7 auch mit Kopfhörerbuchse, siehe iPod Nano. Und selbst wenn es noch dünner sein sollte: Auch dafür hätte Apple ein Patent.

Auf Eis gelegt: Die Zukunft des Fernsehens  bestehe aus Apps, hat Tim Cook zur Vorstellung des Apple TV 4 im September erklärt. Auch wenn das nicht der Weisheit letzter Schluss sein dürfte, Apple hat anscheinend keinen Ehrgeiz, das Angebot der Fernsehsender in einen einzigen Abo-Kanal zu bündeln. Zumindest behauptet der CEO des Fernsehsenders CBS, Les Moonves, dass Apple auf die "Pausentaste gedrückt habe". CBS wäre bei einem Apple-TV-Service gerne und habe auch schon mit Apple darüber gesprochen, derzeit gebe es aber keine weiteren Verhandlungen.

Eingeschränkt: Spotifys kostenloser, durch Werbeeinblendungen finanzierter Streamingdienst, lockt Kundschaft an, die eventuell auch bereit sind, Geld für ein Abo zu bezahlen. Dieses soll nun attraktiver werden, berichtet das Wall Street Journal. Spotify habe jedenfalls eine Möglichkeit für Plattenfirmen geschaffen, bestimmte Titel und Alben der zahlenden Kundschaft vorzubehalten. Das könnte eventuell für neue Alben sinnvoll sein, die über Spotify nicht im freien Stream erhältlich wären.

Neuer Nachbar: IBM will angeblich 1000 Arbeitsplätze im Münchner Norden schaffen, in der so genannten Parkstadt Schwabing. Dort errichtet gerade Microsoft seine neue Deutschlandzentrale, die im Sommer 2016 bezugsfertig sein soll. IBM werde jedoch Büros in einem bestehenden Gebäudekomplex beziehen den Highlight-Towers und dort seine Projekte rund um Big Data und dem Internet der Dinge vorantrieben. Ebenfalls 2016 will die CSU ihre Parteizentrale in die Parkstadt verlagern, wir von IDG sind schon seit zehn Jahren dort vor Ort. Nur Parken wird in der Parkstadt immer schwieriger...

Schneller Stecker: Apple hat nicht nur ein neues Batterie-Case für das iPhone 6 veröffentlicht, das rege Diskussionen ausgelöst hat, sondern im Stillen auch eine neue Version seines Card Readers für den Lightning Port. Dieser arbeitet jetzt mit der Geschwindigkeit von USB 3, die bisher nur das neue iPad Pro unterstützt. Spezifikationen und Preis bleiben gleich.

Weitere Nachrichten

PlayStation Messages für iOS und Android

Sony lagert den Nachrichten-Bereich aus seiner PlayStation-App in eine eigenständige Anwendung aus. Der japanische Konzern veröffentlicht in dieser Woche die neue App PlayStation Messages, die die Kommunikation zwischen PlayStation-Besitzern vereinfachen soll.

Das Tool steht ab sofort in Googles Play Store und in Apples App Store zum kostenlosen Download bereit. Im Gegensatz zur PlayStation-App wurde PlayStation Messages für iPhone 6s optimiert. Die Software benötigt mindestens iOS 7.0 und läuft neben dem iPhone auch auf dem iPad und dem iPod touch. Android-Nutzer benötigen mindestens Version 4.0.3 des Google-Betriebssystems.

PlayStation Messages zeigt die komplette Freundesliste. Nutzer sollen so auf einen Blick sehen, welcher ihrer Kontakte gerade online ist. Nachrichten können als reine Text-Messages oder mit Fotos und Stickern versendet werden. Gruppen-Chats mit bis zu 100 Teilnehmern sind ebenfalls möglich.

Telekom startet Message+ in Deutschland

Seit gestern bietet die Deutsche Telekom ihren Mobilfunkkunden RCS-Messaging-Funktionen an. Auf Android- und iOS-Geräten muss dafür die App Message+ installiert werden, auf Geräten der Xperia-Z5-Reihe ist die Software schon in die Telefon-App integriert.

Message+ ermöglicht vor dem Telefonat die Angabe eines Anrufgrundes, des Betreffs oder der Dringlichkeit. Während der Unterhaltung lassen sich zudem Fotos, Videos, Notizen, Skizzen oder Standortinformationen tauschen, per Klick stehen Video-Telefonate zur Verfügung.

Alle geteilten Dokumente stehen auch noch nach dem Telefonat zur Verfügung. Die Abrechnung erfolgt im Rahmen eines normalen Telefongesprächs, ist also oft schon von der eigenen Flatrate abgedeckt. Die übertragenen Daten rechnet die Telekom nicht extra ab. RCS Messaging wird auch von Vodafone angeboten. Telefonica will 2016 nachziehen.

Apple bring Smart Battery Case fürs iPhone 6 (S)

Apple verspricht für das iPhone 6 und iPhone 6S Akkulaufzeiten, mit denen man in der Regel gut über den Tag kommt. Zehn Stunden Sprechen oder zehn bis elf Stunden Internetnutzung – je nach Art der Netzverbindung und 11 Stunden HD-Videowiedergabe sind laut der technischen Angaben möglich, unsere Tests bestätigen diese Angaben . Genug ist aber nicht genug, weswegen Hüllen mit eingebautem Akku sich bei Intensivnutzern großer Beliebtheit erfreuen. Eine solche bietet Apple nun auch selbst an und verspricht mit dem Smart Battery Case eine auf bis zu 25 Stunden verlängerte Sprechdauer, 18 Stunden lang könne man mit zwei voll geladenen Akkus via LTE im Internet surfen oder bis zu 20 Stunden lang Videos in HD-Auflösung ansehen.

Die Hülle zeigt ihren Ladezustand via Mitteilungszentrale auf dem Sperrbildschirm des iPhone an, der Funkempfang werde vom Überzug aus Silikon nicht gestört, dank integrierter Antennen sei sogar das Gegenteil der Fall. Auch an die Soundausgabe habe Apple bei der Gestaltung gedacht. Das Smart Battery Case lässt sich Lightning-Zubehör aufladen und ist in den zwei Farben anthrazit und weiß erhältlich. Der Preis beträgt 119 Euro.

Wikipedia-Redakteure sollen freundlicher werden

Die Online-Wissensdatenbank Wikipedia wird von ihren Nutzern gepflegt und vervollständigt. Wer sich an diesem Ausbau beteiligt, stieß in der Vergangenheit häufig auf patzige Redakteure. Mit einer neuen Software sollen die freiwilligen Helfer nun freundlicher werden.

Das neue System namens ORES soll schnell aufdecken, ob es sich bei Wikipedia-Verstößen um versehentliche Missgeschicke oder böswillige Täuschungen handelt. Dies soll vor allem kommentarlose Löschungen unterbinden, die viele Helfer vergrault haben.

Daneben soll ORES die Redakteure schneller zu kritischen Änderungen weiterleiten. Zusätzlich hilft die neue Software der Wikimedia Foundation dabei, mit den Beitragsverfassern in den Dialog zu treten. Nach einer Löschung soll im Idealfall auch eine Nachricht mit der Begründung an den Verfasser verschickt werden.

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