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Morgenmagazin vom Montag, 1. Februar 2016

01.02.2016 | 06:48 Uhr |

Apple bastelt angeblich an VR-Produkten +++ Eddy Cue auf der Suche nach exklusiven Inhalten für Apple TV +++ Ändere dein Passwort Tag +++ Rollroboter: Technik-Kit für Kinder +++ Die neue vPro-Generation von Intel im Detail +++ VMWare Fusion: Hersteller entlässt Entwickler-Team +++ Apple kauft Bildungs-Startup LearnSprout

1. Februar 2016: Das Ende der Schreibmaschine

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen!  In den frühen Jahren, bevor der Mac herauskam, hatte Apple nicht nur Konkurrenz in einer jungen aufstrebenden Branche. Apple sah sich als revolutionär an und wollte mit seinen Computern, die sich jedermann und jede Frau auf den Schreibtisch stellen konnte, vor allem die Macht von Großunternehmen wie IBM angreifen. Es gibt aus dieser Zeit ein legendäres Bild, auf dem der junge Steve Jobs unterhalb des IBM-Logos am Hauptquartier von International Business Machines steht und „Big Blue“ symbolisch den ausgestreckten Mittelfinger zeigt. Später sollten sich IBM und Apple wieder im PowerPC-Konsortium annähern, da war Jobs aber gerade nicht bei Apple. Und heute setzt sein Nachfolger als CEO Tim Cook große Hoffnungen, über eine Kooperation mit IBM besser in Corporate America Fuß zu fassen. Bisher ist wenig dabei raus gekommen.

Das IBM von heute ist freilich ein ganz anderes Unternehmen als damals, als es als Reaktion auf Apples persönliche Computer im Jahr 1981 den ersten Rechner herausbrachte, der auch tatsächlich PC hieß. Die PC-Sparte hat IBM schon vor über zehn Jahren an Lenovo abgegeben. Deren PC-Marktanteile sind zwar nach wie vor deutlich höher als die Apples, aber das Big Business wird heute ohnehin woanders gemacht.

Andere Mitbewerber Apples aus der Frühzeit der PC-Revolution sind längst vom Markt verschwunden, oder konkurrieren nicht mehr mit dem Mac-Hersteller. Erinnert sich noch jemand an die Produkte von Olivetti oder Olympia? (Elektrische) Schreibmaschinen waren tatsächlich einmal die Hauptkonkurrenten des wichtigsten Produktes, das Apple produzierte, Ende der Siebziger, Anfang der Achtziger war das der über viele Jahre erfolgreiche Apple II.

Dieser war aber weit mehr als eine Schreibmaschine, und doch waren es seine Textverarbeitungsfunktionen, die einen tradierten Beruf mehr bald überflüssig machen ließen: Den der Sekretärin. Zwar sind auch heute noch auf Computern Fähigkeiten verlangt, die früher in Sekretariatskursen gelehrt wurden, das Tippen mit zehn Fingern etwa. Da der Computer aber nicht nur fehlertoleranter ist (del statt TippEx) und sich Dokumente in beliebig vielen Durchschlägen auf einmal produzieren lassen, ist die Sekretärin entweder sehr schnell gelangweilt oder hat endlich Zeit für anspruchsvollere Aufgaben.

Schreibmaschinen als antiquierten Arbeitsverhinderungsmaschinen sagte Apple am 1. Februar 1980 in einem internen Memo den Kampf an. Dies hatte der damalige Präsident des Unternehmens Mike Scott an die Belegschaft verschickt. Mit Wirkung zum 1. Januar 1981 werde man in Cupertino keine Schreibmaschinen verwenden, sondern nur noch Computer. Man glaube ja selbst an die Zukunft des Computers im Allgemeinen und der elektronischen Textverarbeitung im Speziellen, deshalb müsse man den Glauben auch vorleben. Schreibmaschinen sind obsolet. Die Sekretärin auch. Denn die hat weit mehr zu tun als eine bloße Typistin. Der Begriff „Sekretärin“ sei hiermit also auch gestrichen, führte das Memo fort.

Der selbstbewusste Glaube an die eigenen Produkte ist Apple erhalten geblieben. Man muss nur in einen beliebigen Apple Store gehen - alle Angestellten tragen Apple Watches. Verkäufer*in heißt dort niemand, obwohl auch das noch zum Job gehört wie für manche Office-Managerin das Tippen. Peter Müller

Lesetipps für den Montag

Geheim und 12345: An dieser Stelle sei aber auch nicht verschwiegen, dass der 1. Februar nicht nur Tag ist, an dem Apple die Schreibmaschine zum Alteisen und die Sekretärin zur Office Managerin beförderte, sondern auch der Ändere-Dein-Passwort-Tag. Das Datum hatten die Blogs Gizmodo und Lifehacker im Jahr 2012 relativ willkürlich auf den 1. Februar gelegt, die Aufmerksamkeit für sichere Passworte sollte aber nicht nur heute hoch sein. Übrigens: Sein Passwort von "geheim" in "streng geheim" oder von "12345" zu "54321" zu ändern, ist mit der Aktion nicht gemeint. Was ein sicheres Passwort ausmacht, wie Sie Ihre unterschiedlichen Passworte verwalten und sich ein hoch sicheres Masterpasswort merken können, haben wir in unserem Ratgeber zur Passwortsicherheit ausführlich dargelegt.

Experten angeheuert : Noch ein geheimes Projekt, das sich nicht lange geheim halten lässt. Angeblich baut Apple in Cupertino ein Team auf, das sich um das Virtual Reality kümmern soll. Wie die Financial Times berichtet, arbeite dieses an einem Konkurrenzprodukt zu Facebooks Oculus Rift, den Google Glasses, Samsungs VR Gear und Microsofts Holo Lens. Die Nachricht käme also nicht besonders überraschend, alle IT-Industriegrößen befassen sich bereits mit dem Thema. In letzter Zeit hat Apple einige kleinere Unternehmen aus dem VR-Bereich übernommen, die nun den Kern des Entwicklerteams bilden, zudem habe man Experten des Hololens-Projektes von Microsoft abgeworben. Apple-CEO Tim Cook hatte vergangene Woche noch in Apples Bilanzpressekonferenz gesagt, er sehe keine Nische für ein Apple-VR-Produkt, obwohl es einige "Interessante Anwendungen" gebe.

Inhalte zählen: Apple sucht angeblich nach exklusiven Inhalten für das Apple TV, nachdem der Streamingservice für das Gerät derzeit auf Eis gelegt scheint. Wie The Street berichtet, verhandle Apples SVP für Software and Services Eddy Cue in Hollywood über Serien, die nur über iTunes erhältlich sein könnten. Netflix hat beispielsweise House of Cards exklusiv, Amazon feiert mit Angeboten wie Transparent Erfolge.

Fit vor dem Fernseher: Für das Apple TV gibt es nicht nur Streming-Apps und Spiele, sondern auch eine ganze Reihe von Fitnessapps, die Couch-Potatoes auf die Sprünge helfen und bei ihrem Training oder der Rückengymnastik anleiten sollen. Unsere Macworld-Kollegin Caitlin McGarry hat fünf davon getestet.

Internationale Feiertage: Die App Google Calendar für Android und iOS kennt nun die Feiertage in 54 weiteren Ländern weltweit und trägt sie automatisch ein, sobald man ein Land ausgewählt hat. Auch die Smart Suggestions werden internationaler und helfen in 50 Sprachen, Termine bequemer und schneller einzutragen, unter anderem auch auf deutsch.

Rollroboter: Technik-Kit für Kinder

Die US-Firma Sphero bietet nun mit dem SPRK ein Robotikkit an, mit dem Kinder sich spielend für Technik begeistern sollen. Dabei handelt es sich um einen kleinen, durchsichtigen Ball, der sich mit Hilfe eines Smartphones oder eines Tablets steuern lässt.
 
Im Vordergrund des Lernprozesses soll das Programmieren stehen. Neben einfachen Befehlen, zwischen denen man ganz leicht wechseln kann, lässt sich auch der textbasierte Code hinter Anwendungen wie „rolle nach vorne“, "wechsele deine Farbe“ oder „drehe dich“ anzeigen.

 
Per Bluetooth kann man die durchsichtige Kugel steuern, wobei man dabei gut die Mechanik des Roboters beobachten kann. In der App kann man ebenfalls sehen, wie andere Kinder ihre Roboter entwickelt haben. Der SPRK ist für 130 Dollar erhältlich .

Die neue vPro-Generation von Intel im Detail

Die neue Core vPro-Familie der 6. Generation hat Intel um zahlreiche Prozessoren aufgestockt. Für den Desktop-Einsatz stehen insgesamt sechs und für Mobilgeräte neun vPro-CPUs zur Verfügung. Der Einsatzbereich reicht dabei von kleinen Compute-Sticks , über Ultrabooks, klassische Notebooks bis hin zu PCs jeglicher Größe und All-in-One-Systemen. Zahlreiche Hersteller wie Acer, Asus, Dell, Fujitsu, HP, Lenovo, Panasonic oder Toshiba bieten bereits entsprechende Systeme und Designs in ihren Portfolios an.

Mit vPro gibt Intel den Business-Desktop- und Notebook-Systemen einen zusätzlichen Mehrwert, da vor allem das Management bei entsprechendem System-Support wesentlich vereinfacht wird. Nicht zuletzt durch die Kombination zahlreicher Technologien wie Intel AMT , erweiterten Hardware-Features zur Energieeinsparung und Kühlung des Systems sowie das Intel Stable Image Platform Program (SIPP) inklusive umfangreichen Security-Features hat Intel mit der neuen vPro-Generation die Anforderungen an Business-PCs gehörig nach oben geschraubt.

"Die sechste Generation der Intel Core und Intel Core vPro Prozessoren setzt mit Designs, verbesserter Leistung sowie längeren Batterielaufzeiten neue Standards bei Business-Computing-Endgeräten", betonte Tom Garrison, Vice President und General Manager der Intel Business Client Platforms Division bei der Vorstellung der neuen vPro-Prozessor-Familie. "Mit neuen und verbesserten Sicherheitsfunktionen können Anwender in Unternehmen sicherer und produktiver arbeiten als jemals zuvor."

Um Hackern und Cyberkriminellen den Zugriff auf den PC zu erschweren, hat Intel die Sicherheitsfeature namens " Authenticate " für vPro konzipiert. Es handelt sich dabei um eine Hardware-unterstützte Multi-Faktor-Authentifizierungslösung, die den Identitätsschutz des Nutzers am PC gewährleisten soll und Identitätsdiebstahl und Benutzerdatenraub vorbeugt. Die Identität des Anwenders überprüft das System mit einer Kombination von bis zu drei Merkmalen, wie zum Beispiel einem Fingerabdruck, einer persönlichen ID-Nummer oder durch das Handy des Anwenders.

VMWare Fusion: Hersteller entlässt Entwickler-Team

Vmware ist eine der größten und erfolgreichsten Softwarefirmen, unter Endanwendern ist vor allem die Software VMWare Workstation bekannt. Mit Fusion bietet das börsennotierte Unternehmen seit einigen Jahren eine Version von Workstation für den Mac. Trotz jüngster Erfolge, im letzten Quartal steigerte das Unternehmen seinen Umsatz auf 1,87 Milliarden, hat Vmware jetzt die komplette Entwicklungsabteilung von Vmware Workstation entlassen, wie der ehemalige Vmware-Entwickler Christian Hammond in einem längeren Blogbeitrag berichtet. Das bedeutet  nicht das Ende dieser beliebten Produkte, diese sollen weiter unterstützt werden. Laut dem Vmblog könnte die Entwicklung etwa nach China outgesourced werden. Insgesamt 800 Angestellte in verschiedenen Bereichen werden im Rahmen einer Einsparungsmaßnahme entlassen, was etwa fünf Prozent der Belegschaft entspricht. Betroffen ist offenbar auch der Bereich vCloud Air und Vmware Israel. Die Produkte Workstation und Fusion sind zwar erfolgreich, scheinen aber zu wenig Umsatzwachstum zu versprechen. Seinen Schwerpunkt will das Unternehmen laut Quartalsbericht deshalb auf stark wachsende Produkte wie Vmware NSX und Vmware Virtual SAN legen. Dell plant den Kauf des Mutterunternehmens EMC für einen Betrag von 67 Milliarden Dollar.

Windows 10 auf dem Mac mit Vmware Fusion

Apple kauft Bildungs-Startup LearnSprout

Laut Bloomberg hat Apple offiziell bestätigt, dass der Konzern das Bildungs-Startup namens LearnSprout übernommen hat. LearnSprout befasst sich vor allem mit der Entwicklung von Lernsoftware für Schulen und Lehrer, um die Leistungen der Schüler dokumentieren zu können.

Apple arbeitet demnach an Lern-Tools für das iPad, mit denen die Schüler einen interaktiven Unterricht erleben und ihren Fortschritt dokumentieren können. „Apple kauft von Zeit zu Zeit kleinere Technologie-Unternehmen und für gewöhnlich verraten wir auch nicht unsere Absichten oder Pläne“, sagte Colin Johnson, ein Apple-Sprecher. Auch LearnSprout Chief Executive Officer Franklyn Chien bezog keine Stellung zu der Übernahme. Laut eigenen Angaben nutzen mehr als 2.500 Schulen in den USA die Software von LearnSprout. Dazu passt die letzte Initiative von Apple im Bildungsbereich: Extra für Schulen will der Hersteller das iOS aufbohren und neue Funktionen für Lehrer, Schul-Admins und Schüler selber bringen .

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