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Morgenmagazin vom Montag, 1. Februar 2021

01.02.2021 | 07:05 Uhr | Peter Müller

Bald neu bei AppleTV*: Film "CODA" und Serie "WeCrashed" +++ Apple TV+ gratis bis Ende Juni +++ Umfrage: Ad-Tracking unter Bedingungen akzeptiert +++ Scalper kaufen RTX-3000-Karten auf: 15,2 Millionen Dollar Gewinn +++ Xiaomi Mi Scooter 1S mit Straßenzulassung aktuell zum Schnäppchen-Preis +++ Clubhouse: Abmahnung wegen Datenschutzverstößen

1. Februar: Öfter mal wechseln

Macwelt wünscht Guten Morgen! Als er einen Namen für die Figur des Gallertprinzen aus der 2364sten Dimension für seinen ersten Zamonien-Roman "Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär" suchte, hielt sich der Schriftsteller Walter Moers nicht lange auf. "Qwert Zuiopü" bekam seinen Namen von der ersten Buchstabenzeile des Computers, auf dem Moers tippte - wir hoffen sehr, ein Mac. Das ist jedem sofort klar, der je eine Schreibmaschine oder eine Tastatur mit deutschen Tastenbelegungen bediente. Der Hintergrund, warum die Buchstaben auf dem Keyboard scheinbar willkürlich angeordnet sind, ist ja bekanntlich ein höchst analoger. Häufig benutzte Buchstaben sollten so weit wie möglich auseinander stehen, damit sich die Typenhebel beim Tippen nicht verhaken. Das waren noch Zeiten. Warum aber heute noch Leute so faul sind wie Moers pfiffig und kreativ und als Passwort im Internet "qwertz" verwenden, das soll verstehen, wer will.

Doch wie wir jedes Jahr zum "Change Your Password" Day am 1. Februar diversen Pressemitteilungen entnehmen, nehmen immer noch viel zu wenige Internetnutzer die Sache Ernst genug und wählen neben "Passwort", "12345", "11111" eben auch "qwertz" oder "qwerty" (englische Belegung) als ihr Zugangspasswort aus. Was die Sache besonders schlimm macht, setzen viele ein Passwort für alles ein - schlechte Idee, da kann das Kennwort kann noch so gut sein, weil es alle anderen Kriterien für ein sicheres Passwort erfüllt. Denn wird ein Server eines Anbieters gehackt, der es mit der Sicherheit nicht so genau nimmt, kann man es ja auf anderen Diensten mit der erbeuteten Kombination aus E-Mail und Passwort versuchen. Ganz schlecht: Das Passwort für den E-Mail-Acoount zusammen mit dieser bei anderen Dienstes als Login verwenden.

Sie kennen aber das Dilemma: Passworte dürfen nicht leicht zu erraten sein und in Zamonien-Romanen oder Lexika stehen oder gar als Geburtsdatum in Ihrem Pass, man sollte sie sich aber auch merken können. Daher unser Tipp: Merken Sie sich kein Passwort. Merken Sie sich einen Algorithmus, mit dem Sie auf das Passwort kommen.

Nehmen Sie etwa Ihren Lieblingssong und verwenden jeweils die ersten Buchstaben des ersten Satzes. Bei Deep Purples "Smoke on the Water" wäre das also: "We all came down to Montreaux, on the Lake Geneva shoreline". Und somit: "WacdtMotLGs". Drehen Sie Groß- und Kleinschreibung um, aus dem "to" machen Sie eine "2" und aus dem "o" eine "0": wACD2m0TlgS. Schon hätten Sie ein sicheres Passwort - stünde es nicht hier. Aber Sie kennen bestimmt noch andere Songs.

Eine andere Methode: Merken Sie sich einen Satz, der in keinen Lyrics bekannter Lieder vorkommt. Etwa: "Einen schönen Algorithmus für Kennwörter lernte ich bei Macwelt." Gleich umgedreht und nach ein paar Ersetzungen für Buchstaben ergibt das: "1Sa4kL!Bm" Auch recht sicher, würde es nicht hier stehen. Aber immer noch recht kurz, zehn bis zwölf Zeichen sollte ein Passwort mindestens haben. Aber Sie sollen es ja nicht auf mehreren Seiten verwenden, sondern nur dessen Algorithmus. Für den Login bei Macwelt Plus Digital könnten Sie Ihren Merksatz ja fortführen mit: "So verwende ich es bei Macwelt Plus Digital" und damit das Kennwort ergänzen mit: "sV!EBmpd". Die letzten drei Buchstaben wären dann bei einem jedem Dienst anders und da Sie ja auch mehr als einen Merksatz memorieren können, sollte das für viele Fälle genügen. Denn auch wenn Passwortmanager inklusive der in Safari integrierten Technologie gut weiterhelfen und Sie dafür nur ein absolut sicheres und merkbares Masterpasswort benötigen - überall kommen Sie damit nicht weiter.

PINs für Bankkarten sind noch ein Sonderfall: Es gibt eben nur vier Ziffern. Die können Sie aber bei den meisten Diensten ändern, aber eben bitte nicht in 1111, damit Sie sich das besser merken können. Tipp für Freunde des rollenden Balls: Nehmen Sie jeweils zwei Ziffern und merken sich den Meister in jenen Jahren, für die diese Zahlen dann stehen. Die PIN 5954 würde etwa die Eselsbrücke "Eintracht Frankfurt - Hannover 96" ergeben, aber was machen Sie bei 0510? Der FC Bayern kommt noch weitere 28mal in dieser Liste vor und ob man immer gleich die Erfolge des Berliner TuFC Union und des Karlsruher FV aus dem vorigen Jahrhundert parat hat, lässt sich schwer abschätzen. Also ändern. Heute.

Lesetipps für den Montag:

Serie: Apple hat angekündigt, für Apple TV+ die Serie "WeCrashed" in Auftrag gegeben zu haben, das den Aufstieg und Fall des Startups WeWork zum Thema hat. Hauptdarsteller sind die beiden Oscar-Gewinner Anne Hathaway und Jared Leto, die beide auch als ausführende Produzenten dienen. Die Hauptverantwortung trägt Lee Eisenberg, der für Apple TV+ bereits die Doku-Fiction "Little America" produzierte.

Film: "Kennen Sie die Beliers?", der französische Film über gehörlose Eltern und ihre hörende Tochter erfährt ein US-Remake – das sich nun Apple auf dem Sundcance Filmfestival für eine kolportierte Summe von 25 Millionen US-Dollar für Apple TV+ gesichert hat. In den USA heißt der Film CODA, was ein Akronym ist für "Child of Deaf Adults". Im Remake geht es um Ruby, die hin und her gerissen ist zwischen ihrer Liebe zur Musik und ihren Eltern, deren Unternehmen (hier eine Fischerei) in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät.

Verlängert: Apple TV+ kostet 4,99 im Monat, wenn man aber seit dem Start des Dienstes ein neues Apple-Gerät gekauft hat, muss man bisher nichts zahlen. Zunächst hatte Apple ein kostenloses Jahr versprochen, dann die Frist auf den Februar 2021 verlängert. Nun ist die weitere Verlängerung bis Ende Juni angekündigt, erst ab Juli sind die monatlichen Gebühren fällig. Apple TV+ setzt ausschließlich auf Original, die Mediathek ist daher auch merklich dünner als die von Konkurrenten wie Netflix oder Amazon Prime. Die Corona-Pandemie hat zudem die Produktion neuer Serien oder Staffeln bewährter Geschichten erschwert, so wird "For All Mankind" erst am 19. Februar fortgesetzt, für die zweite Staffeln von "The Morning Show" steht noch kein Termin fest.

Umfrage: In der nächsten Version von iOS  und iPadOS wird Apple die bereits vergangenen Jahr angekündigten Anti-Tracking-Maßnahmen und die "Nutrition Labels" im App Store scharf schalten - sehr zum Unmut von Facebook, das dann aber die angeblichen Interessen "kleinerer Firmen" vorschiebt. Womöglich werden aber gar nicht so viele Anwender die ab Werkt eingestellte Trackingsperre einschaltet lassen, denn laut einer Umfrage von SellCell sehen Anwender trotz Befürwortung des Datenschutzes auch Vorteile im Tracking von Anzeigen.  Immerhin 35 Prozent der 2000 befragten US-Bürger bevorzugen personalisierte Anzeigen gegenüber generischen, 59 Prozent würden Tracking erlauben, wenn sie dafür relevante Inhalte auf den Werbeplätzen bekämen. Gar 74 Prozent kämen mit Tracking klar, wenn damit kostenlose Inhalte und Services verbunden sind. Die gleiche Frage so herum gestellt, dass man bisher kostenlosen Content und Service weiter bekäme, stimmen aber nur noch 48 Prozent zu.

Aufklärung : Bedenken über den Datenschutz und angekündigte Änderungen der Nutzungsbedingungen haben zu einem offenbar relevanten Exodus von der Messengerplattform WhatsApp geführt, die zu Facebook gehört. Doch WhatsApp betont, für den Anwender ändere sich das Wesentliche nicht: Chats bleiben Ende-zu-Ende-verschlüsselt, weder WhatsApp noch die Muttercompany Facebook kann die Inhalte lesen oder anhören. Seine Anwender will WhatsApp nun mit einem Status-Update mit dieser Botschaft erreichen, wie ein Unternehmenssprecher erklärt: ""Es gab eine Menge Fehlinformationen und Verwirrung um unser jüngstes Update und wir möchten allen helfen, die Fakten zu verstehen, wie WhatsApp die Privatsphäre und Sicherheit der Menschen schützt. In Zukunft werden wir den Leuten Updates im Status-Tab zur Verfügung stellen, damit die Leute direkt von WhatsApp hören."

Anhänglich : Apples Airtags haben schon längst Spuren in iOS hinterlassen, wann Apple aber genau die Bluetooth-Tracker veröffentlichen wird, steht noch nicht fest. Selbst der in der Regel gut informierte Analyst Ming-Chi Kuo weiß nur etwas von "irgendwann im Jahr 2021" zu berichten. Zubehörhersteller richten sich aber bereits auf die mutmaßlich kreisförmigen Teile ein und bereiten Lösungen dafür vor. So will Nomad etwa einen Schlüsselanhänger mit einer Lederhülle verkaufen, in die man das AirTag stecken kann. Wer nicht den Schlüssel, aber stets die Brille verlegt, ist mit einem Brillenband bedient, in das man den Clip einsetzen kann.

Weitere Nachrichten:

Scalper kaufen RTX-3000-Karten auf: 15,2 Millionen Dollar Gewinn

Ein großer Teil der am Markt verfügbaren RTX-3000-Grafikkarten von Nvidia dürfte in den Händen von Scalpern gelandet sein, die die knappen Artikel gewinnbringend auf Ebay und Co. weiterverkauft haben. Der aus Chicago stammende Daten-Experte Michael Driscoll hat sich genauer mit den Hintergründen beschäftigt und kommt zu der Einschätzung, dass Scalper fast 50.000 RTX-3000-Karten für sich beansprucht hätten. Dazu hat er ein Skript auf Ebay-Anzeigen angesetzt, um Scalpern damit auf die Schliche zu kommen. Allein auf Ebay seien demnach seit Anfang Dezember 2020 39.064 RTX-3000-Karten verkauft worden. Dazu kommen Verkäufe auf der Plattform StockX, auf der normalerweise seltene Sneaker von Nike und Adidas gehandelt werden. Dort wurden dem Skript zufolge weitere 10.616 Einheiten der RTX-3000-Karten verkauft.

Die insgesamt 49.680 RTX-3000-Karten hätten den Scalpern weiterhin Umsätze in Höhe von 61,5 Millionen US-Dollar beschert. Bezieht man die erzielten Preise ein, so ergibt sich daraus ein Gewinn von 15,2 Millionen US-Dollar, während Ebay und StockX mit 6,8 Millionen US-Dollar ebenfalls hohe Gewinne mit den Scalpern eingefahren haben. Dies ist auf die hohen Preise zurückzuführen, die mit den knappen Karten erzielt wurden: Eine eigentlich für 399 US-Dollar in den Markt eingeführte RTX 3060 Ti wurde im Mittel für 667 US-Dollar verkauft, teilweise landeten sogar durchschnittlich 800 US-Dollar auf dem Konto der Scalper. Für eine RTX 3070, die eigentlich 499 US-Dollar kostet, zahlten Käufer im Mittel 809 US-Dollar, teilweise im Mittel sogar 867 US-Dollar. Da sich die Nachschubsituation der RTX-3000-Karten laut Nvidia wohl so schnell nicht ändern dürfte, werden Scalper auch weiterhin hohe Gewinne einstreichen, während viele PC-Spieler leer ausgehen oder deutlich überzogene Preise zahlen müssen. 

MSI: Mini-Version der Geforce RTX 3060 (Ti) mit 17,2 cm Länge

Xiaomi Mi Scooter 1S mit Straßenzulassung aktuell zum Schnäppchen-Preis

Bei den Elektrofachhändlern Media Markt und Saturn gibt es aktuell den beliebten E-Scooter Xiaomi Mi Scooter 1S mit Straßenzulassung zum günstigen Preis von nur 307,94 Euro.

Bei dem Schnäppchenpreis ist auch Versandriese Amazon mitgezogen. So bleiben Ihnen drei verschiedene Möglichkeiten für eine Bestellung.

Xiaomi Mi Scooter 1S für 307,94 statt 399 Euro bei Media Markt

Xiaomi Mi Scooter 1S für 307,94 statt 399 Euro bei Saturn

Xiaomi Mi Scooter 1S für 307,94 statt 399 Euro bei Amazon

Dass es sich bei dem Deal um ein gutes Angebot handelt, zeigt sich auch beim Blick in den PC-WELT-Preisvergleich. Bei keinem anderen Händler erhalten Sie den E-Scooter momentan günstiger. Andere Händler verlangen für das Modell Preise ab 370 Euro, die UVP beträgt 399 Euro. Das nur minimal bessere Modell Xiaomi Mi Scooter Pro 2 gibt es bei Amazon, Media Markt oder Saturn für 436,95 Euro.

Die E-Scooter von Xiaomi zählen zu den weltweit beliebtesten Scootern, waren hierzulande jedoch nicht zugelassen für die Straßen. Daher wurde es auch höchste Zeit für ein Update der Xiaomi-Scooter. Mit dem Mi Scooter 1S sowie dem Mi Scooter Pro 2 sind nun endlich die Scooter mit Straßenzulassung bei uns angekommen.

Der E-Scooter Xiaomi Mi Scooter 1S bietet 8,5-Zoll-Luftreifen, einen Lithium-Ionen-Akku mit 36 Volt, 275 Wh mit einer Kapazität von 7650 mAh. Damit können Sie im Idealfall 30 Kilometer fahren. Der Motor bringt 300 Watt Leistung mit einem Peak von sogar 600 Watt und schafft Steigungen von etwa 14 Prozent. Die maximale Gewindigkeit beträgt StVZO-konform 20 km/h. Weiterhin ist der E-Scooter ein echtes Leichtgewicht. Mit nur 12,5 kg können Sie den E-Scooter auch einfach in die Wohnung tragen oder ggf. mit in die Bahn nehmen. Und mit den Maßen 108 x 43 x 114 cm passt der E-Scooter auch in die meisten PKW-Kofferräume.

Das leicht bessere Modell der Xiaomi Mi Scooter Pro 2 bietet einen besseren Akku mit 37 Volt, 474 Wh und hat eine maximale Reichweite von 45 Kilometern. Ser Pro 2 schafft Steigungen bis 20 Prozent und wiegt mit 14,2 kg leicht mehr. Das Modell kostet allerdings auch rund 549 Euro.

Xiaomi Mi Scooter Pro 2
E-Scooter, 8,5 Zoll, Anthrazit, Straßenzugelassen
für 436,95 Euro bei Amazon, Media Markt oder Saturn

Clubhouse: Abmahnung wegen Datenschutzverstößen

Die iOS-App Clubhouse erlebte in den vergangenen Wochen in Deutschland einen Hype . Um der App beitreten zu können, benötigten Nutzer eine Einladung. Wer ins Netzwerk aufgenommen wurde, konnte an Audio-Chatrunden teilnehmen oder Diskussionen lauschen. Unter den Teilnehmern war Unternehmer- und Politik-Prominenz wie etwa FDP-Chef Christian Lindner, Digital-Staatsministerin Dorothee Bär (CSU) oder die Amorelie-Gründer Sebastian Pollok und Lea-Sophie Cramer zu finden.

Seit dem Hype um die App in Deutschland, wird jedoch auch immer wieder Kritik von Datenschützern laut. Nun stimmt auch die Verbraucherzentrale Bundesverband ein und mahnt die Cloubhouse-Betreiber Alpha Exploration Co. ab. Laut Vorstand Klaus Müller weise der Dienst beim Datenschutz "gravierende Mängel" auf. So verfüge die Website nicht über ein Impressum und die AGBs sowie die Datenschutz-Hinweise seien nur in englischer Sprache hinterlegt. Auch die Tatsache, dass Clubhouse Zugriff auf das Telefonbuch der Nutzer verlangt, sei laut Müller ein Verstoß gegen die Europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). 

Sollte sich der Clubhouse-Betreiber weigern, die der Abmahnung anhängige Unterlassungerklärung zu unterzeichnen und die Mängel zu beheben, könnte die Verbraucherzentrale Bundesverband Klage einreichen. Die Betreiber müssten dann möglicherweise ein Bußgeld zahlen.

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