2571059

Morgenmagazin vom Montag, 1. März 2021

01.03.2021 | 07:12 Uhr | Peter Müller

Frankreich: Gesetz verpflichtet Hersteller zur Offenlegung von Reparierbarkeit +++ Wedbush: iPhone 12 weiter stark nachgefragt, 1 TB für iPhone 13 +++ Smart-Status checken: So geht's +++ Deutsche Telekom meldet Rekord-Geschäftsjahr +++ Twitter: Abos und Super Follows geplant +++ US-Army will mächtigste Laserwaffe entwickeln - durchdringt jede Panzerung

1. März: Wieviel Uhr?

Macwelt wünscht einen guten Morgen! Frühling, ja du bist's, ich hab' dich vernommen. Zwanzig Tage sind es zwar noch bis zur Tag-und-Nacht-Gleiche, nach einer Festlegung der Weltorganisation für Meteorologie müssen wir aber auf den Frühling nicht bis zum Äquinoktium warten. Der Meteorologe rechnet gerne in ganzen Monaten. Aber der 1. März ist durchaus berechtigt als Frühlingsanfang, selbst wenn uns durchaus noch kalte und/oder schneereiche Tage drohen könnten und vereinzelte Nachtfröste selbst noch im Mai. Aber die Farben um uns herum ändern täglich mehr ihre Anmutungen von weiß, grau und braun hin zu hellgrün, gelb und blau – es ist also auch an der höchsten Zeit für eine neue Kollektion von Apple-Watch-Armbändern. 

Neue Farben bringt Apple ungefähr alle halbe Jahre, im März meist etwas frischere und im September gerne ein wenig gedecktere Töne. Zuletzt waren die Innovationen in der Farbgebung etwas spärlich, Apple sieht die Uhr ja auch immer mehr als Gesundheitsgerät und weniger als Modeaccessoire.

Gleichwohl kursiert bereits ein erster Termin für eine Frühjahrsproduktvorstellung, vielleicht wieder als virtuelle Keynote, vielleicht auch wieder wie im Vorjahr als bloße Reihe von Apple-Pressemitteilungen. Um die Apple Watch drehen sich diese dann allenfalls am Rande, Mac und iPad könnten eher das Interesse auf sich ziehen. Mal sehen, ob sich diese Woche die Nachrichten um eine Veranstaltung konkretisieren oder eher in Frühlingsnebel auflösen.

Am 1. März 1983, einem Dienstag, stellte die Swatch Group AG eine revolutionäre Uhr vor: Nämlich die Swatch, nach der das Unternehmen benannt war. Zu jener Zeit hatte die Schweizer Uhrenindustrie, die sich nun seit gut sechs Jahren von der Apple Watch herausgefordert sieht, schon einmal mit überraschender Konkurrenz zu kämpfen. Nämlich jener aus Fernost, deren Produkte nicht anhand der Schwingungen einer Unruh die Zeit vermaßen, sondern denen eines Quarzkristalls und auf deren Zifferblättern keine kunstvoll gestalteten Zahlen zu sehen waren, sondern recht abstrakte Striche, die sich zu ziemlich eckigen Ziffern zusammensetzten.

Natürlich ist eine Breitling, Rolex oder Patek Philippe nicht mit einer Quarzuhr oder einer solchen mit S6-Chip zu vergleichen, weder damals noch heute. Jeder hat aber nur ein Handgelenk (zumindest für die Uhr), also musste sich die Uhrmacherschaft aus der Schweiz der Konkurrenz stellen und muss das noch heute. Die Idee: Wenn Kunden schon ihre hochwertigen mechanischen Wunder ab und an ablegen und sich für Sport, Freizeit oder andere Zwecke eine zweite Uhr anschnallen, dann verkauft man die doch lieber selbst. Swatch ist ein Kofferwort, bestehend aus "Second" und "Watch".

Das Konzept ging auf und führte die Schweizer Uhrenindustrie zu neuer Blüte. Schon nach einem guten Jahr war die erste Million Swatches verkauft, 1992 waren es 100 Millionen und mittlerweile dürfte die Milliarde nicht mehr fern sein. Das sind beinahe iPhone-Dimensionen, von denen die Apple Watch nur träumen kann. Doch ist die Swatch in den letzten Jahren immer mehr unter Druck geraten und verkauft kaum mehr als fünf Millionen Exemplare im Jahr. In der Pandemie fehlt nun der Vertrieb über das klassische Kaufhaus oder den Uhrenladen. Die Swatch könnte bald Geschichte sein, zumal Apple jetzt auch noch Apple Watches als Zweituhren anpreist: Apple Watch SE.

Was mechanische Uhren von ihren weit günstigeren Cousins mit Quarz oder gar Chip unterscheidet, ist vor allem der Nutzungszeitraum. Eine teure Uhr kauft man sich für ein Leben - solange halten die Komponenten auch, zumindest dann, wenn man jemanden findet, der die Uhr warten kann. Eine Apple Watch ist nach einem Jahr von einem besseren Nachfolger begleitet und nach zwei bis drei weiteren Jahren Alteisen, das Plastikgesicht der Swatch kann man nach ähnlich kurzer Zeit nicht mehr sehen. Also dann eben eine neue kaufen, ist ja nicht so teuer. Nachhaltigkeit ist aber etwas anders.

Lesetipps für den Montag

Gesundheit: Neuere Macs verwenden SSD statt Festplatte, was enorme Vorteile mit sich bringt. Denn die Solid State Drives sind robust und vor allem schnell. Nachteil: Noch sind sie recht teuer und können mit der Zeit verschließen, da sich ihre Zellen nur endlich oft beschreiben lassen. Wie gesund eine SSD ist oder ob bald deren Ausfall droht, lässt sich aus dem Smart-Status lesen, einer Art von Selbsttest. Leider liefert Apple in macOS keine Tools mit, die das erledigen, die Installation von Drittsoftware ist nötig. Im Mac App Store gibt es einige Programme, die genau das versprechen, etwa der SMARTReporter, eine Alternative besteht in DriveDx: Beide lassen sich auch in eingeschränkter Version als Demo nutzen. Ein kostenloses Tool für das Terminal ist hingegen smartmontools. Dessen Installation setzt aber Xcode auf dem Mac voraus und erfordert einige Umwege. Wie genau das geht, erklärt Roman Loyola auf Macworld.

Gesetz: Mac, iPhone und iPad sind teils schwer zu reparieren, zeigen die Teardowns von iFixit immer wieder. In Frankreich ist es nun Gesetz, dass Hersteller von Computern und Smarphone einen Score für die Reparierbarkeit ihrer Produkte angeben müssen. Den Wert legt zwar der Hersteller selbst fest, er muss aber bestimmten Kriterien genügen. Darlegen muss der Anbieter, wie schwer oder leicht sich das Produkt zerlegen und wieder zusammenbauen lässt, ob Ersatzteile verfügbar sind und zu welchem Preis und den Zugang zu Softwareupdate, Dokumentationen und technischer Unterstützung bereit stellen. Das französische Direktorat für Betrugsbekämpfung und das Ministerium für ökologischen Übergang des Landes überwachen und zertifizieren das Label. Apple hat erste Produkte bereits ausgezeichnet, dabei erreicht das Macbooks Air M1 einen Score von 6,5 von 10 und die iPhone 12 6 von 10 Punkten. Der Wert für das iPhone entspricht dem von iFixit vergebene, während die Teardown-Spezialisten den Macbooks nach anderen Kriterien nur einen von zehn Punkten geben.

Ausgezeichnet: Mit dem AFC Richmond ist Ted Lasso zwar am Ende der ersten Staffel der Serie von Apple TV+ zwar aus der Premier League abgestiegen, Hauptdarsteller Jason Sudeikis hat aber nun einen Golden Globe gewonnen. Diesen gab es für "Die beste schauspielerische Leistung in einer Fernsehserie" in der Kategorie "Musical/Comedy". Dabei ließ er die vier weiteren Nominierten Don Cheadle, Nicholas Hoult, Eugene Levy und Ramay Youssef hinter sich. "Ted Lasso" geht weiter: Als Teammanager versucht sich der Coolege-Football-Trainer aus Kansas am Wiederaufstieg des fiktiven Londoner Stadtteilclubs in der zweiten Staffel der Serie, die ungefähr im Sommer 2021 in den Stream gehen soll. Eine dritte Staffel ist bereits in Auftrag gegeben, weitere Preise für Richmiund und "Ted Lasso" also in Reichweite.

Mehr Speicher: Es wäre keine große Überraschung, würde Apple in diesem Jahr wieder den Speicher des iPhone erweitern und für die Modelle iPhone 13 eine 1-TB-Version anbieten. Dies hat bereits Jon Prosser in seiner Show Front Page Tech behauptet, nun wollen auch die Analysten von Wedbush nach Checks in der Lieferkette sicher sein, dass iPhone-Käufer sich bis zu 1 TB Speicher in ihre Telefone stecken lassen können, bisher ist bei 512 GB Schluss. Das iPhone 12 erfreut sich weiterhin einer starken Nachfrage, die übliche Frühjahrsdelle bleibt bisher aus, ergeben die Untersuchungen von Daniel Ives und Strecker Backe . Im März-Quartal habe Apple zwischen 56 und 62 Millionen Geräte produzieren lassen, im Juni-Quartal werden es weitere rund 40 Millionen sein. Der "Superzyklus", der mit dem iPhone 12 eingesetzt habe, führe sich ab Herbst mit dem iPhone 13 fort.

Unzulänglich: Man mag es kaum glauben, aber wenn man Siri darum bittet, einen Song oder ein Album auf dem Homepod abzuspielen, erhöht sich der Zähler des Songs in der Musik App auf iPhone, iPad oder Mac eben nicht. Das Problem ist seit 2018 bekannt und hat sich mit den neuen Homepod Mini, die eine weitere Verbreitung als der große Homepod finden sollten, sich gelöst. Nun mag das Zahlenwerk für die meisten irrelevant sein, doch erstellt Apple am Ende jeden Jahres eine individuelle Wiedergabeliste mit den meistgespielten Songs der letzten zwölf Monate. Wer den Homepod intensiv nutzt, bekommt darin verfälschte Ergebnisse. Einen Workaround gibt es: Einfach die Wunschsongs von iPhone, iPad oder Mac per Airplay auf den Homepod streamen, man hat dann ohnehin bessere Kontrolle, weil Siri gerne mal den Wunschtitel völlig missversteht - und der Zähler zählt dann auch weiter.

Weitere Nachrichten:

Deutsche Telekom meldet Rekord-Geschäftsjahr

Die Deutsche Telekom meldet äußerst positive Zahlen zum Geschäftsjahr 2020. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilt, lag der Konzernumsatz bei über 100 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Umsatz um 25,4 Prozent auf knapp 101 Milliarden Euro. Der Konzernüberschuß stieg im Vergleich zum Vorjahr auf 5,7 Milliarden (+15,5 Prozent).

Maßgeblicher Grund ist die Übernahme des Konkurrenten Sprint in den USA. "Im Jahr 2020 haben wir Historisches erreicht. (...) Wir haben einen wegweisenden Deal in den USA abgeschlossen, unsere Marktposition in Europa verbessert und gleichzeitig mit unseren stabilen Netzen einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der Corona-Folgen geleistet", erklärt Vorstandsvorsitzender Tim Höttges.

Insgesamt investierte die Telekom im vergangenen Jahr 17 Milliarden Euro weltweit. Das meiste Geld, so die Telekom, sei dabei in den Ausbau des Netzes auf beiden Seiten des Atlantiks geflossen. So erreiche T-Mobile US mit seinem 5G-Netz landesweit die höchste Bevölkerungsabdeckung und auch in Deutschland liege die Deutsche Telekom bei der Verfügbarkeit ihres 5G-Netzes "weit vor den Wettbewerbern."

14,1 Millionen Breitbandkunden

Den aktuellen Zahlen zufolge hat die Deutsche Telekom in Deutschland 14,1 Millionen Breitbandkunden (am 31.12.2020), was einem Zuwachs um 310.000 Kunden im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Allein im letzten Quartal 2020 stieg die Zahl der Breitbandkunden um 121.000, der höchste Wert seit vielen Jahren, wie die Telekom betont.

Die Zahl der Mobilfunkkunden stieg auf 48,526 Millionen (+5,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr), davon 26,037 Millionen Vertragskunden (+2,9 Prozent). Die Zahl der Festnetz-Anschlüsse gibt die Telekom mit 17,590 Millionen an, was einem Rückgang von 1,3 Prozent im Vergleich zum 31.12.2019 entspricht. Von den 14,1 Millionen Breitband-Anschlüssen sind 9,515 Millionen Glasfaser-Anschlüsse, im Vergleich zum Vorjahr kamen damit knapp 1 Millionen Glasfaser-Anschlüsse hinzu.

Twitter: Abos und Super Follows geplant

Der Micro-Blogging-Dienst Twitter hat heute mehrere neue Funktionen angekündigt . Eines davon sind die sogenannten Super Follows. Dieses Feature soll sowohl dem Unternehmen selbst als auch seinen Nutzern die Möglichkeit geben, über Twitter eine zusätzliche finanzielle Einnahmequelle zu erschließen. Super Follows sind Abonnements mit monatlicher Gebühr, für die Nutzer zusätzliche Inhalte bekommen oder einfach nur ihren Lieblings-Creator unterstützen können.

In einem Beispiel zeigt Twitter, dass so ein Super-Follow-Abo für einen bestimmten Twitter-Kanal etwa 4,99 US-Dollar im Monat kosten könnte. Im Gegenzug erhalten die zahlenden Follower zusätzliche exklusive Tweets, ein Newsletter-Abo, Zugriff auf eine Community-Gruppe und einen Badge, der zeigt, dass sie den jeweiligen Kanal finanziell unterstützt haben. Unklar ist jedoch noch, ob Creators die monatliche Gebühr selbst festlegen können und wie hoch der Anteil ist, den Twitter für den Service einstreicht.

Ebenfalls neu bei Twitter sind die Communities. Ähnlich wie bei den Facebook-Gruppen können sich Nutzer hier auf Basis ihrer Interessen zusammenschließen. Nutzer können diese Gruppen selbst erstellen und andere Mitglieder dazu einladen. Denkbar seien laut Twitter etwa Gruppen zu Haustieren, Pflanzen oder Sportarten. Wer einer solchen Gruppe beitritt, sieht in Zukunft mehr Tweets zu seinen bevorzugten Themen. Beide Features wurden heute im Rahmen einer Investoren-Konferenz von Twitter vorgestellt und angekündigt. Unklar ist jedoch noch, ab wann sie verfügbar sein werden. Einen Termin hat das Unternehmen bislang weder für Super Follows noch für die neuen Communities genannt.

US-Army will mächtigste Laserwaffe entwickeln - durchdringt jede Panzerung

Die US-Army verrät in einer Mitteilung, dass sie eine neuartige Laserwaffe entwickeln will, die mächtiger als die bisher in der Planung und Entwicklung befindlichen Laserwaffen sein soll. Der "Ultrashort Pulse Laser" (USPL), also Ultrakurzpulslaser, soll in der Lage sein, jegliche Panzerungen zu durchdringen. Außerdem sollen auch Sensoren unschädlich und elektronische Geräte "abgeschossen" werden können.  

Bisher testet die US-Armee Laserwaffen, die durch kontinuierliche Energiewellen einen Laserstrahl erzeugen. Dieser vernichtet das Ziel dann durch Erhitzung - es wird zum Schmelzen gebracht. Bei der neuen Laserwaffe sollen laut der Beschreibung des US-Militärs stattdessen starke ultrakurze Pulse erzeugt werden. Dieser Energiestoß soll dann das Ziel ausschalten. Auf diese Weise könnten Ziele, wie etwa anfliegende Drohnen, schneller unschädlich gemacht werden. Ein weiterer Vorteil wäre, dass mehr Ziele innerhalb einer kürzeren Zeit bekämpft werden könnten.

Forscher haben bereits solche Ultrakurzpulslaser entwickelt. Diese können innerhalb einer Femtosekunde feuern, also innerhalb von 0,000000000000001 Sekunden. Bisher gibt es solche Ultrakurzpulslaser aber nur in Laboren. Dazu erklärt das Pentagon in seiner Ausschreibung:

"In den letzten zwei Jahrzehnten haben Femtosekundenlaser nicht mehr eigene Gebäude in den nationalen Labors benötigt, sondern stehen heute auf akademischen Optiktischen im ganzen Land"

Angedeutet wird aber auch, dass die Entwicklung wohl einige Zeit dauern dürfte:

"Diese Ultrakurzpulslaser sind zwar vielversprechend, haben aber noch viele Hürden in Bezug auf Größe, Gewicht und Leistung, relevante Betriebsumgebungen und eine konsistente Massenfertigung zu überwinden."

Nicht nur die USA testet bereits Laserwaffen. Auch das chinesische Militär hat eine solche Laser-Waffe entwickelt, die Menschen in Brand setzen können soll. Anfang 2021 wurde bekannt, dass die Deutsche Marine eine solche Laserkanone entwickeln lässt, die ab dem Jahr 2022 zum Einsatz kommen soll.

Wie leistungsfähig Laserkanonen mittlerweile sind, zeigt dieser Beitrag: Laserkanone vernichtet Auto aus 1,6 Kilometer Entfernung.

US-Kriegsschiff schießt Drohne mit Laser ab

Macwelt Marktplatz

2571059