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Morgenmagazin vom Montag, 10. Februar 2014

10.02.2014 | 06:38 Uhr |

Wie sich Apples iPad-Verkäufe verteilt haben +++ Kill-Switch-Gesetz: Kalifornien geht voran +++ Cook bestätigt neue Produktkategorien gegenüber Wall Street Journal +++ Promt: Offline-Übersetzer für iOS-Geräte +++ Wettbewerb von Macphun: FX Photo Studio Pro mit Selfie gewinnen +++ Krebserregende Stoffe in PC-Peripherie entdeckt +++ Muttermale per App scannen +++ NSA kommt mit Daten-Sammeln nicht hinterher +++ Verkehrsminister fordert Internet-Offensive für die Bahn +++ Erster deutscher Bitcoin-Automat steht in Berlin

Wie sich Apples iPad-Verkäufe verteilt haben

Apple bietet in seinen Bilanzen keine Aufschlüsselung der Verkaufszahlen pro iPad-Modell an, aber die Marktanalysten von Witsview haben Ende letzter Woche eine Studie veröffentlicht, die einen genaueren Einblick auf diese Verteilung gewähren. Laut  Appleinsider wurden in dem Quartal über Weihnachten knapp über 30 Millionen iPad Bildschirme von Apple bestellt. Diese Statistik wurde sowohl von den Marktwächtern bei Witsview als auch den Analysten bei Digitimes bestätigt. Im gleichen Zeitraum soll Apple eine Rekordzahl von rund 27 Millionen iPads verkauft haben. Somit liegen weltweit fast vier Millionen Geräte vorrätig auf Lager.

Die Bildschirme fallen in drei verschiedene Kategorien : sechs Millionen sollen für das iPad Mini der ersten Generation sein, 7,49 Millionen für das neue iPad Mini Retina und 17 Millionen für das 9,7-Zoll iPad . Die Einteilung kann nicht unterscheiden, ob ein großer Bildschirm für das neue Spitzenmodell iPad Air oder das immer noch verfügbare iPad 2 eingesetzt wurde.

Die Analysten erwarten, dass die Bestellungen für iPad-Bildschirme im zweiten Quartal von Apple in 2014 auf zirka 25,8 Millionen zurückgehen werden. Laut den Witsview vorliegenden Zahlen erwartet Apple offenbar einen massiven Rückgang des älteren iPad Mini-Modell auf nur noch 4,4 Millionen Geräte, während die Verkäufe des i Pad-Mini Retina in dem Quartal stabil bei 7,4 und das 9,7-Zoll Modell bei immerhin rund 14 Millionen liegen soll. Im Vergleich zum alljährlichen Hoch im Weihnachtsquartal sind jedes Jahr die Verkaufszahlen im folgenden Jahr rückläufig. Laut den Marktforscher-Erwartungen wird aber das zweite Quartal 2014 das bisher beste zweite Quartal in Apples iPad-Geschichte.

Kill-Switch-Gesetz: Kalifornien geht voran

US-Senator Mark Leno hat am Freitag einen Gesetzesentwurf eingereicht, wonach alle mobilen Geräte in Kalifornien künftig einen Kill-Switch einbauen sollen, berichten unsere Kollegen von Techhive . Dank diesem digitalen Schalter könnte ein gestohlenes Gerät für den Dieb absolut nutzlos sein. Mit dem neuen Gesetz wollen die Gesetzeshüter Smartphone-Diebstählen vorbeugen, welche in den letzten Jahren Rekordhöhen erreichten.

Die Auswirkungen eines neuen Gesetzes in Kalifornien bleiben keineswegs auf diesen US-Staat begrenzt: Die vorgeschlagenen Strafen für den Verkauf von neuen mobilen Geräten in Kalifornien sollen von 500 bis 2500 US-Dollar reichen und für die Hersteller stellt sich das Problem, ob sie in Zukunft einfach Verkäufe in dem Staat vermeiden - und immerhin 38 Millionen potentielle Kunden auslassen - oder ob sie gar extra für den Staat ein eigenes Gerät entwickeln. Beide Möglichkeiten sind unhaltbar und wenn der eingereichte Entwurf in ein Gesetz umgewandelt wird, werden zumindest USA-weit alle Geräte mit Kill-Switch ausgerüstet.

Bleibt also die Frage: Wie wahrscheinlich ist es, dass der Vorschlag als Gesetz wirksam wird? Der Entwurf genießt volle politische Unterstützung. Georg Gascòn, der Generalstaatsanwalt im Bezirk von San Francisco, arbeitet seit Jahren an einer Strategie, die Smartphone-Diebstähle wirksam unterbindet . Auch die Polizei und Bürgermeister von einigen kalifornischen Städten von San Francisco bis Los Angeles haben ihre volle Unterstützung zugesagt. Der US-Senator Leno ist Demokrat und seine Partei hält in Kalifornien die überwältigende Mehrheit.

Einspruch wird nur von einigen Hersteller-Interessengruppen erwartet. CTIA , die Interessengruppe für drahtlose Kommunikation, bevorzugt den Einsatz einer US-weiten Datenbank, die alle Geräte erfasst, zur Aufklärung von Smartphone-Diebstählen. Dieser Vorschlag findet aber keine Unterstützung von den Gesetzeshütern, die sich von der Datenbank nur eine sehr begrenzte Wirksamkeit versprechen. Auch TechNet ist gegen de Kill-Switch-Gesetzesvorlage: Die Hi-Tech-Handelsgruppe zieht es vor, dass der Markt im Interesse der Kunden Lösungen entwickelt, und nicht dass die Regierung eingreift und Vorschriften erteilt.

Einige Smartphone-Hersteller bieten bereits Diebstahl-Schutz für ihre mobilen Geräte. Apple hat in iOS 7 mit Activation Lock eine Funktion eingebaut, die das Gerät ohne das Passwort für die Apple-ID des Besitzers unbrauchbar machen. Samsung installierte auf einigen seiner Smartphone-Modelle die Lojack -Funktionalität, für die der Kunde allerdings eine jährlich zahlen muss.

Cook bestätigt neue Produktkategorien gegenüber Wall Street Journal

In den letzten zwei Wochen hat Apple nach einem Sinken seiner Aktienpreise Anteile im Wert von 14 Milliarden US-Dollar zurückgekauft. In einem Interview mit Wall Street Journal bestätigte Apples CEO Tim Cook, dass der Preisfall der Apple-Aktie für Apple überraschend, aber für den Aktienrückkauf gelegen kam.

Nebenbei nutzte Cook die Gelegenheit erneut zu bestätigen, dass Apple an völlig neuen Produkten arbeitet. Wem das bekannt vorkommt, erinnert sich an eine ähnliche Ankündigung während dem Konferenz-Anruf mit Investoren in Apples zweiten finanziellen Quartal im April 2013 , die Wiederholung sechs Monate später im Oktober und jetzt erneut, vor zwei Wochen beim Veröffentlichen der Bilanz für Apples erstes Quartal in 2014.

So neu ist nur, dass auf die Nachfrage des Journalisten, ob es denn lediglich Upgrades von bereits verfügbaren Produkten geben wird, Cook jetzt betonte, dass es völlig neue eigenständige Kategorien geben wird.

Gerüchte über neue Kategorien haben sich auf zwei wahrscheinliche Erwartungen eingeschossen. Wearables - tragbare Computer-Gadgets, wie zum Beispiel die ersehnte iWatch , und ein Fernseher von Apple . Das Interview hat jetzt das Spektrum erweitert, nicht zuletzt durch die Auswertung der 21 Firmen, die Apple in den vergangenen 15 Monaten übernahm. Demnach darf der Endkunde mit Neuerungen in Karten- und Ortungsdiensten, neuen drahtlosen Produkten und Einsatz von verbesserten Datenkompression erwarten. Keine der geschluckten Firmen kostet Apple mehr als eine Milliarde, aber Cook betont, dass Apple mühelos auch zehnstellige Beträge investieren wird, wenn sich das vorteilhaft auf Apples Langzeit-Entwicklungen auswirkt.

Promt: Offline-Übersetzer für iOS-Geräte

Promt Übersetzer für iOS bringt die Übersetzungstechnologie des Unternehmens auf iPhone und iPad. Dem Entwickler zufolge übersetzt die App vollständige Sätze und einzelne Wörter vom Englischen ins Deutsche und umgekehrt. Dies geschieht komplett offline und steht daher immer und überall zur Verfügung, auch wenn keine Internetverbindung vorhanden ist. Lediglich für die Übersetzung von Websites sei diese erforderlich. Die App bietet Promt zufolge auch Transkriptionen und die Betonung von Wörtern sowie genauere Informationen aus Wörterbüchern. Dazu kommt optional ein Sprachführer für Reisen mit häufig verwendeten Sätzen in typischen Reisesituationen. Außerdem merkt sich die Anwendung die letzten 50 Übersetzungen des Nutzers. Auch für bestimmte Themen wie Kino, Fußball oder Technik sowie andere Interessensgebiete lassen sich gezielt Übersetzungen erstellen. Fertige Übersetzungen können in die Zwischenablage übernommen, per E-Mail oder SMS versandt sowie über Twitter und Facebook geteilt werden.
P romt Offline Übersetzer 1.0 ist im App Store für 3,59 Euro erhältlich, der Download ist knapp 22 MB groß und erfordert mindestens iOS 4.3 auf iPhone, iPad oder iPod Touch. Die App ist für das iPhone 5 optimiert.

Wettbewerb von Macphun: FX Photo Studio Pro mit Selfie gewinnen

Der ukrainische Softwarehersteller Macphun hat sich unter dem Motto ”Phunny you” etwas für den Valentinstag einfallen lassen: Wer einen Screenshot mit Mac-Desktop einreicht, auf dem man selbst inklusive Partner oder Partnerin zu sehen ist und diesen auf der Homepage von Macphun einreicht, erhält eine kostenlose Lizenzausgabe von FX Photo Studio Pro ( Macwelt-Test ).
Wen dies motiviert, ein entsprechendes Selfie einzureichen, kann sich die genauen Teilnahmebedingungen auf der Website von Macphun ansehen. So sollte das Bild leicht und lustig sein, Emotionen und gegebenenfalls ein bisschen ”Verrücktheit” zum Ausdruck bringen, sowie mit Systemmenüleiste und dem OS X-Dock im Vordergrund. Macphun verspricht, dass man bei Annahme des Screenshots (wenn er den Teilnahmebedingungen entspricht) innerhalb von 48 Stunden die kostenlose Lizenz erhält – falls der Entwickler das Foto nicht anerkennt, soll dies innerhalb von drei Tagen per E-Mail mitgeteilt werden. Persönlich ist man nur einmal teilnahmeberechtigt. Mit dem eingereichten Foto räumt man Macphun das Recht ein, dieses unentgeltlich zu veröffentlichen. Für das Foto, das der Entwickler als ”das beste” auswählt, gibt es zusätzlich einen Geschenkgutschein über 400 Euro. Die Aktion läuft vom 7.–23. Februar 2014.

Krebserregende Stoffe in PC-Peripherie entdeckt

Die Zeitschrift c't testete insgesamt 28 Technikprodukte auf enthaltene Schadstoffe. In einem Viertel davon fand sie erschreckenderweise den verbotenen, krebserregenden Stoff SCCP. Auch Peripherie mit Hautkontakt, wie Mäuse, Tastaturen und Headsets, waren vom Giftfund betroffen.

Betroffen waren unter anderem drei von acht getesteten Mäusen, zwei von sieben Tastaturen und drei von vier Headsets, in denen der krebserregende Stoff PAK (Polycyclischer aromatischer Kohlenwasserstoff). Teilweise wurden Konzentrationen bis zu 534mg pro Kilogramm PAK entdeckt. Das überschreitet den PAK-Grenzwert, der leider erst 2015 eingehalten werden muss, enorm. Erschreckend auch die Entdeckung des eigentlich bereits verbotenen SCCP (ein kurzkettiges Chlorparaffin) in zwei Tastaturen, zwei Mäusen, zwei USB-Kabeln und allen vier Headsets.

Gefunden wurde außerdem der berüchtigte Weichmacher DEHP in 11 von 28 Produkten, teilweise in einer Konzentration von bis zu 145.000mg pro Kilogramm. In Kinderspielzeug beispielsweise darf ein Grenzwert von 1000mg pro Kilogramm nicht überschritten werden.

Die Funde seien ein Fall für die Bundesmarktaufsicht, äußerte sich das Bundesumweltamt zu den Ergebnissen.

Muttermale per App scannen

Die App Doctor Mole von Revosoft ist nach Auskunft des Entwicklers ein Echtzeitscanner, der sofortige Auskunft über ein untersuchtes Muttermal oder einen Leberfleck gibt. Dazu wird das Foto einer fraglichen Stelle nach Asymmetrien, Umrandung respektive Abgrenzung zur Umgebungshaut, Durchmesser und Farbverteilung analysiert und nach entsprechenden anerkannten Risikokriterien bewertet. Grundlage dafür ist die so genannte A-B-C-D-E-Regel (also Asymmetrie, Begrenzung, Colorierung, Durchmesser und Entwicklung auf der Zeitachse). Gerade für einen Vergleich zum früheren Status einer verdächtigen Stelle ist es hilfreich, dass man Aufnahmen unbegrenzt speichern kann. Damit man die Eigenuntersuchung nicht vergisst, bietet die App eine Erinnerungsfunktion.
Die Anbieter weisen eigens darauf hin, dass Doctor Mole lediglich für ”pädagogische” Zwecke entwickelt wurde, einen Ersatz für eine professionelle ärztliche Beratung könne diese nicht bieten, daher übernehme man auch keine Verantwortung für eventuelle Fehldiagnosen. Jedoch könne die Anwendung gewisse Warnsignale erkennen. Gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren haben in Deutschland alle zwei Jahre Anspruch auf ein kostenloses Hautscreening bei einem entsprechend ausgebildeten Arzt (Hausarzt oder Hausarzt mit dermatologischer Fortbildung), im Rahmen einer so genannten ”Igel”-Vereinbarung (individuelle Gesundheitsleistung) kann man sich auch als Nicht-Privatpatient jederzeit dermatologisch untersuchen lassen, die Kosten dafür trägt man jedoch selbst.
Doctor Mole gibt es im App Store für iPhone und iPad ab iOS 6.0, zahlen muss man dafür 4,49 Euro.

NSA kommt mit Daten-Sammeln nicht hinterher

NSA kommt mit Daten-Sammeln nicht hinterher (c) IDG/IDG
Vergrößern NSA kommt mit Daten-Sammeln nicht hinterher (c) IDG/IDG

Wie die Washington Post berichtet , kommt die NSA scheinbar nicht mehr mit dem Sammeln der Daten hinterher. In den USA speichere sie darum weniger als 30 Prozent der Anruferlisten von Handys. Die Washington Post bezieht sich bei ihrem Bericht auf nicht näher genannte ehemalige und aktive Regierungsbeamte. Im Jahr 2006 sollen es noch beinahe 100 Prozent gewesen sein, was Anruferlisten betrifft. Doch die Handynutzung habe seitdem massiv zugenommen.

Die NSA arbeite aber daran, diese 30 Prozent wieder zu erhöhen. Sie bereite Gerichtsverfahren vor, die alle Mobilfunkanbieter zur Herausgabe der Kundendaten zwingen sollen. Außerdem verfeinere die NSA ihre Technik zur Datensammlung. Einige Daten darf die Behörde nicht speichern - etwa die Funkzellen der gespeicherten Anruferlisten. Diese gelte es zuverlässig von den Daten zu trennen, die man speichern dürfe.

Festnetzleitungen sind in den USA seit Jahren auf dem absteigenden Ast - waren es 2008 noch 141 Millionen Anschlüsse, sollen es 2012 nur noch 96 Millionen gewesen sein. Beim Speichern von Festnetz-Telefondaten melden die Quellen der Washington Post keine so großen Probleme wie bei Handy-Daten.

Verkehrsminister fordert Internet-Offensive für die Bahn

Wie der CSU-Politiker dem Magazin Focus mitteilte, bieten erst etwa 120 von knapp 5600 Bahnhöfen in Deutschland einen Internet-Hotspot an. Da aber insbesondere viele Berufstätige die Bahn benutzen und auch von unterwegs arbeiten, will Verkehrsminister Dobrindt die Deutsche Bahn nun zu einer "digitalen Spitzenversorgung" bewegen.

Möglich machen sollen das diverse finanzielle Unterstützungen des Bundes, die an das Online-Angebot der Bahn geknüpft würden, so Dobrindt. Bereits im Januar hatte Dobrindt angekündigt, die Bahn bei Modernisierungen zu unterstützen. Im Zuge dessen sollen nicht nur viele Bahnhöfe renoviert, sondern auch das Internet- und Mobilfunknetz verbessert werden.

Erster deutscher Bitcoin-Automat steht in Berlin

Im Oktober 2013 wurde im kanadischen Vancouver der weltweit erste Geldautomat für die digitale Währung Bitcoin aufgestellt. Auch Deutschland hat nun sein erstes Exemplar bekommen: Es steht in einer Bar mitten in Berlin Kreuzberg.

Der Automat des Herstellers Lamassu steht in der Burger-Bar "Room 77" mitten im sogenannten "Bitcoinkiez". Ein strategisch guter Ort, denn zahlreiche Lokale in der Umgebung akzeptieren die digitale Währung bereits als Zahlungsmittel. Der Automat soll allerdings nicht nur Bargeld in Bitcoins umwandeln können, sondern auch Bitcoins von Nutzern an andere weiterverkaufen.

Wer das Kryptogeld abheben will, braucht nicht mehr als ein bisschen Bargeld und einen QR-Code mit seiner Bitcoinadresse. Der Clou: Im Gegensatz zum Automaten in Vancouver ist der Berliner Bitcoinautomat nicht an die Bitcoinbörse angeschlossen. Stattdessen stammen alle verfügbaren Bitcoins von Nutzern, die ihre virtuellen Taler dort zuvor zum Verkauf freigegeben haben. Der Wechselkurs stammt dabei von der Bitcoin-Börse Bitstamp.

Als Experiment soll der Automat zunächst zwei Monate in Betrieb bleiben. Danach wird über das weitere Vorgehen entschieden.

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