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Morgenmagazin vom Montag, 11. Januar 2021

11.01.2021 | 07:01 Uhr | Peter Müller

Reuters: Apple und Hyundai wollen Partnerschaft im März ankündigen, Apple Car ab 2024 +++ Aufruhr: Apple und Google entfernen Parler aus App Store und Play Store +++ Curved: Dell bringt UHD-Monitor für Macs +++ Twitter sperrt Trump-Konto dauerhaft +++ WhatsApp verwirrt Nutzer mit neuen Nutzungsbedingungen +++ Telekom: Online-Identifizierung per Selfie vollautomatisiert

11. Januar: Auf ein Neues!

Macwelt wünscht Guten Morgen! Und das Morgenmagazin vor allem ein gesundes neues Jahr, das als zweites Jahr der Covid-19-Pandemie in die Geschichte eingehen wird. Chancen sind gegeben, dass 2021 auch das letzte Covid-19-Jahr wird, auf die Impfungen allein wird man sich dabei nicht verlassen können. So bleiben wir auch im Jahr 2021 weitgehend zu Hause, konferieren über FaceTime, Zoom und Teams und achten auf den korrekten Sitz der Maske, wenn wir das Haus schon mal verlassen müssen.

Kant-Jahr ist erst in drei Jahren, der Philosoph wurde am 22. April 1724 in Königsberg geboren, das heute Kaliningrad heißt und an sich längst Kant heißen sollte. Aber machen wir doch das Jahr 2021, das Jahr 2 der Pandemie, zum Kant-Jahr und halten uns an einen kategorischen Imperativ, richten also unser Handeln an eine Maxime aus, die Grundlage für eine allgemeine Gesetzgebung sein könnte.

In vielen Fällen genügt bereits die erste Ableitung, die "Goldene Regel", nach der man das, was man nicht selbst erfahren möchte, auch keinen anderen antun sollte. Wer möchte schon mit einer potenziell tödlichen Krankheit angesteckt werden? Also kümmert man sich vor allem darum, andere nicht anzustecken, wobei es eben völlig egal ist, ob man selbst einer Risikogruppe angehört oder einfach nur auf sein Glück setzt, einen leichten Verlauf zu erleben, der keine Nachwirkungen zeitigt.

Kant war einer der wesentlichen Geister der Aufklärung, jenes Aufbruchs des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Gerade in diesen Zeiten, in denen offenbar immer mehr Leute keinen Argumenten und Fakten mehr zugänglich sind, also die Rolle rückwärts in eine selbst verschuldete Unmündigkeit drehen und das auch noch für revolutionären Geist halten, gewinnt Aufklärung immer mehr an Bedeutung.

Wir von der Macwelt sind nur ein kleines Team und selbst in unserem Fachgebiet nicht allwissend. Klar: Wir wissen viel, wollen alles wissen und stellen doch fest, dass wir nichts wissen können! Anstatt ob dieser faustischen Erkenntnis aber unsere Herzen zu verbrennen, stecken wir unser Herzblut auch in diesem Jahr in unser Werk, Ihnen viel Information, etwas Unterhaltung und vor allem Aufklärung zukommen zu lassen. Wir sind nicht unmündig - und Sie schon gleich gar nicht. Wohlan, auf an's Werk!

Lesetipps für den Montag:

Vertrag: Das Jahr 2021 soll auch bei Apple auf 2024 vorgreifen, wie nun die Nachrichtenagentur Reuters die jüngsten wieder aufgeflammten Gerüchte um das Apple Car weiter schürt. Im März dieses Jahres wollen Apple und der koreanische Hersteller Hyundai ihre Partnerschaft zum Bau eines Fahrzeugs bekannt geben, die Produktion soll dann drei Jahre später starten. Dies habe die Zeitung Korea IT News zuerst berichtet. Gebaut werden sollen die Apple Cars entweder in einer Fabrik in Georgia, die bereits die Hyundai-Tochter Kia nutzt oder in einer neuen Anlage. Bis zu 400.000 Fahrzeuge jährlich sollen vom Band rollen. Bereits 2022 soll ein Prototyp erscheinen, eine Art Betaversion des Apple Car. Das Ziel scheint ehrgeizig, Bloomberg hatte zuletzt gemeldet, das Auto aus Cupertino sei noch weit von der Marktreife entfernt, fünf bis sieben weitere Jahre werde man warten müssen. Berichte über Verhandlungen zwischen Apple und Hyundai waren erst in der letzten Woche erstmals kursiert.

Bewertet : Die Kollegen der Macworld USA kommen nun auch allmählich aus dem langen Weihnachtsurlaub und wagen zunächst einen Rückblick auf das Jahr 2020 und Apples Neuheiten der vergangenen zwölf Monate. Jason Cross, Michael Simon und Roman Loyola vergeben Schulnoten für Hardware, Software und Services und sind sich dabei meist recht einig, etwa beim iPhone, für dessen neue Modelle es durch die Bank die Bestnote "A" gab. Nur bei den Services schwankten die Bewertungen von "B" bis "D", ein "D" (und zwei "C"s) bekamen auch Apples Audioprodukte, die noch kurz vor Jahresende mit den Airpods Max eine schwer lieferbare Ergänzung erhielten.

Zubehör: Neue iMacs stehen gewiss für das Jahr 2021 auf dem Plan, womöglich noch dieses Jahr oder eben spätestens nächstes wird es auch einen Mac Pro mit Apple Silicon geben - und vielleicht einen Mac Mini, der noch viel kleiner ausfällt, als der mit M1-Chip im bewährten Gehäuse. Ob Apple neben seinem High-End-Bildschirm Pro Display XDR noch eine kleinere Ausgabe für Mac Mini und Macbooks bringen wird, darf man bezweifeln, Dritthersteller müssen in die Bresche springen. Ein interessantes Angebot für Mac-Anwender hat nun Dell aufgelegt, den Ultrasharp 40 Curved WUHD Monitor, der am 28. Januar zunächst in den USA zu einem Preis von 2100 US-Dollar auf den Markt kommen soll. Neben der gebogenen Form bietet der Dell-Bildschirm eine weitere Besonderheit, die vor allem Besitzer von Macbook und Mac Mini ansprechen wird, eine Thunderbolt-Schnittstelle: Man benötigt nur ein einziges Kabel für die Verbindung und keinen Adapter. Nur noch der im Jahr 2018 veröffentlichte LG-Monitor, den auch Apple in seinem Store empfiehlt, bietet eine 5K-Auflösung, wie sie auch der 27-Zoll-iMac mitbringt.

Raus: Man mag es als Gratismut von Twitter, Facebook und Konsorten bezeichnen, zum Ende der unseligen Amtszeit des unfähigsten US-Präsidenten der Geschichte ihm die Plattform für Lügen, Hetze und blanker Aufforderung zur Gewalt zu entziehen, gleichwohl sind die Sperren der Twitter- und Facebook-Konten des Abgewählten eine richtige Entscheidung. Sie kommt jedoch um Jahre zu spät, nicht erst seit Januar 2021 verstößt Trump gegen jedweden Anstand und vor allem die Nutzungsbedingungen der Plattform. Immerhin scheinen Anbieter etwas gelernt zu haben und wollen nun verhindern, dass sich Trump und sein an Verschwörungen glaubender Mob von Followern neue Kanäle suchen, um den Umsturz, den sie am 6. Januar erstmals ernsthaft versucht haben, in die Tat umzusetzen. Apple und Google haben nun etwa die App Parler aus dem App Store und Play Store entfernt, das noch radikaler dem ersten Verfassungszusatz verpflichtete Netzwerk, das Lügen, Hetze und Aufruf zu Straftaten von einem sehr weit überdehnten Begriff der Meinungsfreiheit gedeckt sieht, hat sich somit nicht lange als Twitter-Alternative angeboten. Vor der konsequenten Sperre hatte sich Parler noch im App Store als meist geladene Anwendung platziert. Apple erklärt die Maßnahme mit einem Statement: "Wir haben immer unterstützt, dass verschiedene Standpunkte im App Store vertreten sind, aber es gibt keinen Platz auf unserer Plattform für Gewaltandrohungen und illegale Aktivitäten. Parler hat keine adäquaten Maßnahmen ergriffen, um die Verbreitung dieser Bedrohungen für die Sicherheit der Menschen anzugehen. Wir haben Parler aus dem App Store suspendiert, bis sie diese Probleme gelöst haben."

Weitere Nachrichten:

Twitter sperrt Trump-Konto dauerhaft

Am 8. Januar abends hat Twitter die Notbremse gezogen und das Twitter-Konto @realdonaldtrump gesperrt - dieses Mal dauerhaft. Beim Aufruf der Seite erhalten Nutzer - und die über 88 Millionen Follower des Kontos - nunmehr nur noch den Hinweis "Account gesperrt".

In einem Blog-Beitrag kurz nach Mitternacht in der Nacht zum Samstag (deutscher Zeit) mit:

"Nach eingehender Prüfung der jüngsten Tweets des Kontos @realDonaldTrump und des Kontexts um sie herum - insbesondere, wie sie auf und außerhalb von Twitter aufgenommen und interpretiert werden - haben wir das Konto aufgrund des Risikos einer weiteren Aufstachelung zur Gewalt dauerhaft gesperrt. "

Twitter zählt in den Blog-Beitrag mehrere Beispiele von Tweets des US-Präsidenten auf, die zuletzt auch dafür gesorgt hatten, dass seine Anhänger am 6. Januar 2021 das US-Kapitol angegriffen hatten.

Bereits vorher hatte Facebook die Konten von Trump im sozialen Netzwerk und auf Instagram mindestens bis zum 20. Januar 2021 gesperrt. Also bis zu dem Tag, an dem Trump als US-Präsident abtritt.

Nach dem Kapitol-Sturm durch Trump-Anhänger am Mittwochabend (deutscher Zeit) hatte Twitter das Konto von Trump @realDonaldTrump gesperrt und die Löschung dreier Tweets gefordert, die aus Sicht von Twitter zur Gewalt aufgefordert hatten. Dieser Aufforderung kam Trump nach. Nach Ablauf weiterer 12 Stunden gab Twitter dem US-Präsidenten wieder den Zugriff auf sein Konto. Allerdings droht Twitter dem US-Präsidenten auch mit einer permanenten Sperrung, sollte er erneut gegen die Twitter-Richtlinien verstoßen.

Seinen ersten Tweet nach der Sperre nutzte Trump für die Veröffentlichung eines Videos, welches bereits über 31,5 Millionen Mal angeschaut wurde. In diesem etwa 2:40 Minuten kurzen Video verurteilt Trump die Stürmung des US-Kapitols. Die Angreifer repräsentieren nicht das Land und alle, die gegen das Recht verstoßen haben, werden zur Rechenschaft gezogen.

Er gibt aber auch Aussagen, die auf Kritik stoßen. So erklärt Trump, er habe die Nationalgarde und Sicherheitsbehörden sofort mobilisiert, um das Gebäude von den Angreifern räumen zu lassen. Dieses "sofort" deckt sich aber nicht mit den tatsächlichen Ereignissen, denn das Gebäude wurde erst nach längerer Zeit schließlich geräumt.

Auffällig ist, dass Trump seine Vorwürfe wegen angeblicher Wahlmanipulation nicht wiederholt. Er erklärt lediglich, alle rechtlich möglichen Schritte ergriffen zu habe, die Ergebnisse anzufechten und fordert erneut eine grundlegende Reformierung des US-Wahlsystems. Abschließend verspricht der US-Präsident für eine "glatte, ordnungsgemäße und reibungslose" Amtsübergabe an seinen Nachfolger Joe Biden sorgen zu wollen.

Auf Facebook und Instagram bleiben die Konten von Trump dagegen "permanent und mindestens bis zum Ende seiner Präsidentschaft" gesperrt. Das teilt Facebook-Chef Mark Zuckerberg in einem Facebook-Beitrag mit. "Wir glauben, dass die Risiken, die mit der weiteren Nutzung unseres Dienstes durch Präsident Trump verbunden sind, einfach zu groß sind", heißt es seitens Zuckerberg.

WhatsApp verwirrt Nutzer mit neuen Nutzungsbedingungen

WhatsApp sorgt für etwas Verwirrung. Erst gestern hatten wir darüber berichtet, dass WhatsApp zum 8. Februar 2021 die Nutzungsbedingungen ändert und Nutzer zustimmen müssen, dass künftig alle ihre Daten mit Facebook geteilt werden. Ansonsten dürfen sie WhatsApp nicht mehr weiternutzen. Für Nutzer, die in der EU leben, gilt dies aber nicht.

Niamh Sweeney, Director of Policy bei WhatsApp, erklärt in mehreren aufeinanderfolgenden Tweets , dass sich für die WhatsApp-Nutzer in der Europäischen Union nach dem 8.2.2021 nichts im Vergleich zu vorher ändern werde. WhatsApp werde auch weiterhin keine Daten von EU-Nutzern mit Facebook teilen. "Es bleibt dabei, dass WhatsApp keine Nutzerdaten aus der europäischen Region an Facebook weitergibt, damit Facebook diese Daten zur Verbesserung seiner Produkte oder für Werbung nutzen kann", so Sweeney.

Damit gelten für die EU-Nutzer auch nach dem 8.2.2021 die auf dieser WhatsApp-Seite dokumentierten Regeln für den Austausch von Daten mit Facebook. Bei der jüngsten Aktualisierung der WhatsApp-Datenschutzrichtlinie, der die Nutzer zustimmen müssen, gehe es darum, den Nutzern "klarere und detailliertere Informationen darüber zu geben, wie und warum Daten verwendet werden". Die aktualisierte Richtlinie enthalte außerdem Informationen darüber, wie Unternehmen, die die WhatsApp-API nutzen, um mit Kunden zu sprechen, dies nun mit einem von Facebook bereitgestellten Dienst tun können, der ihnen dabei helfe, ihre Chats mit Kunden zu verwalten.

Telekom: Online-Identifizierung per Selfie vollautomatisiert

Selfie-Ident ist nach Einschätzung der Telekom eine innovative und volldigitale Lösung zur Identitätsfeststellung von Kunden für digitale Angebote. Dabei werde per Handyvideo Vorder- und Rückseite des Personalausweises aufgenommen und auf Echtheit geprüft. Anschließend wird ein Video der Person gemacht (Lebendigkeitsprüfung) und schließlich die Videos des Personalausweises und des zu identifizierenden Kunden abgeglichen. Damit werde sichergestellt, dass Video, Ausweis und Person tatsächlich zusammengehören. Die Auswertung der Daten läuft dabei vollautomatisiert und mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz (KI).

Die Identifikation mit diesem neuartigen Verfahren dauere lediglich zwei Minuten. Hierzu wird von der Telekom erstmals ausschließlich Video eingesetzt. Der Kunde benötigt dafür ein Smartphone, die App von Nect fürs iPhone oder iPad (iOS-App herunterladen) respektive für Android-Geräte (Android-App herunterladen) und seinen Ausweis. Damit könne man sich direkt bei der Telekom identifizieren.

Als Vorteil sieht die Telekom, dass der Kunde keine Wartezeit aufbringen müsse und auch nicht auf die Mitwirkung eines Servicemitarbeiters angewiesen sei. Damit unterscheide sich Selfie-Ident von anderen Identitätsverfahren. Selfie-Ident steht rund um die Uhr zur Verfügung. Zum Start können Sie neben dem deutschen Personalausweis auch den elektronische Aufenthaltstitel dafür nutzen. Auch können hiermit Identifizierungsverfahren in den Telekom-Shops und von ihren Partnern durchgeführt werden. Ein 100 Sekunden langes Video bei Vimeo zeigt, wie das Ganze funktioniert.

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