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Morgenmagazin vom Montag, 11. März 2019

11.03.2019 | 07:07 Uhr |

Kuo: Apple bringt 2020 AR-Headset +++ Senatorin Warren will App Stores ausgegliedert sehen +++ Skype for Web auf dem Mac nur für Chrome +++ Gerücht: Valve stampft VR-Hardware-Abteilung ein +++ Gerücht über geheimen Fluchttunnel von Zuckerberg +++ Schon wieder: Über 800 Millionen Nutzerdaten geleakt

11. März: Apfelbäume, die in den Himmel wachsen

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Tim Cook heißt jetzt ja für eine Weile Tim Apple - zumindest bis der GRÖPOTUSAZ (Eigeneinschätzung) den nächsten Unfug verzapft. Kann ja nicht mehr so lange dauern. Wir widmen uns derweil einem virtuellen Apple-Mitarbeiter, dessen Gedenktag heute ist. Es gab ihn ja in echt, aber er ist doch schon so lange Geschichte, dass er den ersten Anruf auf ein iPhone im Werbespot nicht mehr selbst tätigen konnte: Johnny Appleseed.

Auch im deutschen Kulturraum besteht eine besondere Liebe zum Apfelbaum. Martin Luther wird der Spruch zugeschrieben, dass er heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen würde, selbst wenn er wüsste, dass morgen die Welt unterginge. Der Weltuntergang drohte jenen Pionieren nicht, die die "Neue Welt" von Osten nach Westen eroberten, aber täglich derart viele Mühsal und Gefahr, dass jeder Tag der letzte sein konnte. So setzte Appleseed, der eigentlich John Chapman hieß, Luthers Vorschlag täglich um und ließ die westwärts ziehenden Siedler seinem Beispiel folgen und überall Apfelbäume zu pflanzen.

Mit einem einfachen Hintergedanken: Die Obstbäume wachsen recht schnell und aus ihren Früchten lässt sich unkompliziert Alkohol gewinnen. Apfelwein ist leichter zu keltern als solcher aus Trauben – oder gar Bier zu brauen. Zu seinen Lebzeiten war Alkohol unter den Siedlern alles andere als verpönt, während die Ureinwohner laut Western-Klischee ihre Probleme mit dem "Feuerwasser" bekamen. Chapman-Appleseed starb über 70 Jahre bevor in den USA die Prohibition einsetzte.

Apfelbäume waren neben Aprikosenhainen und Mandelplantagen auch in jener Gegend weit verbreitet, die 1850 als ein Teil Kaliforniens als Bundesstaat zu den USA stieß – drei Jahre nach Appleseeds Tod – und dereinst Silicon Valley heißen soll. Eine besonders leckere Sorte ist der McIntosh, erst seit 1796 Obstbauern bekannt und erst seit 1870 unter diesem Namen im Handel: Saftig, mittelgroß bis groß und süß-sauer. Damit auch gut für das Keltern von Apfelwein geeignet, nur feuchtes Klima verträgt der McIntosh nicht. So ist er in Kalifornien ja auch gut aufgehoben. Warum wir unseren Lieblingscomputer aber Macintosh schreiben, liegt an der weisen Voraussicht von Jef Raskin, der bei Apple das Projekt angestoßen und ihm den Namen gegeben hatte: Unter dem Namen McIntosh gab es damals wie auch noch heute einen Hersteller hochwertiger Stereoanlagen. Peter Müller

Lesetipps für den Montag

Augen gemacht: Apple beschäftigt sich intensiv mit Technologien wie Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR), ein Headset, das beide Technologien kombiniert, haben einige Auguren bereits für das nächste Jahr vorgesehen. Der Analyst Ming-Chi Kuo, der aufgrund seiner guten Beziehungen zu Quellen in Apples Lieferketten recht präzise Vorhersagen trifft, will nun von einem Plan Apples erfahren haben, der ein wenig pragmatischer ist. Ende 2019 oder im ersten Halbjahr 2020 werde Apple demnach mit der Produktion eines AR-Headsets beginnen, das im Jahr 2020 auf den Markt kommen soll. Dieses soll nur zusammen mit einem iPhone funktionieren welches den Großteil der Rechenarbeit erledigen wird und die Verbindung ins Netz halten sowie den Ort bestimmen wird. Für die AR-Brille bleibt noch die Feinarbeit der Ausrichtung im Raum und der Anzeige auf ihrem Display. So könnte die Brille leichter und kleiner werden als bisher bestehende Lösungen, auch würde ihr Akku länger halten. Es fehlen in Kuos Vorhersagen aber noch präzise Angaben zu Preis, Design, Auflösung oder Sichtfeld.

Wunschliste : An Apples eigenem Mailprogramm kommen Nutzer von iPhone, iPad und Mac kaum vorbei. Apple hat den Client zwar immer wieder weiter entwickelt, zuletzt hat es aber noch kaum Verbesserungen gegeben. Noch hat Cupertino drei Monate Zeit bis zur Vorstellung der neuen Betriebssystemversionen iOS 13 und macOS 10.15, in denen auch zahlreiche Apps Fortschritte erleben könnten. Dan Moren hat drei konkrete Wünsche an Mail. Die Inbox sollte dabei wesentlich smarter werden und eingehende Mails automatisch sortieren. Ebenso wäre es wünschenswert, könnte man in Mail Subadressen definieren, die man etwa speziell für Amazon und anderen Dienste einrichten könnte. Schließlich könnte man denjenigen entgegen kommen, die Mail als Aufgabenverwaltung nutzen und ihnen einige zusätzliche Funktionen wie Wiedervorlage von Mails spendieren.

Forderung : Mit einem eher "linken" Programm will die Senatorin Elizabeth Warren die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten in den USA gewinnen, große Tech-Firmen stehen daher in einem Fokus ihres Programms. Facebook, Amazon und Google hätten zu großen Einfluss auf unsere Leben und gehörten daher zerschlagen. In einem Interview mit The Verge setzt die Kandidatin eine weitere Firma auf ihre Liste: Apple müsse sich von seinen App Stores trennen, da Cupertino so einen zu großen Wettbewerbsvorteil genieße. Apple solle entweder die Plattform stellen oder im Store spielen, beides gehe nicht. Tech-Giganten hätten generell zu viel macht, klagt Warren: "Sie haben den Wettbewerb niedergemäht, unsere privaten Informationen für ihren Profit genutzt und das Spielfeld für alle anderen auf den Kopf gestellt." Dies sei eine Gefahr für Wirtschaft, Gesellschaft und die Demokratie.

Ausschluss : Gegenüber VentureBeat hat Microsoft bestätigt, dass der erste letzte Woche vorgestellte Client Skype for Web nicht in Safari und Firefox funktioniert. Für den Mac bleibt mit Chrome gar nur eine Browser, unter Windows ist selbstverständlich auch Edge dabei. Skype for Web benötige bestimmte "Technologie für Anrufe und Medien in Echtzeit", die auf jedem Browser anders funktionierten, man habe sich in Redmond daher entschlossen, sich auf Edge und Chrome zu konzentrieren.

Alternative Fakten: Man könnte gewissermaßen behaupten, der POTUS 45 lüge wie gedruckt, doch würde man so in das gleiche Horn stoßen, das der Präsident nutzt, um die freie Presse zu desavouieren – und damit die Demokratie auszuhöhlen. Es scheint eher so, dass manche Zeitungen und einige TV-Sender im Sinne des Präsidenten lügen wie getrumpt - mittlerweile versucht sich der POTUS darin, die wahrheitsgemäße Berichterstattung des größten Teils der Presselandschaft selbst wider jedwede Beweisbarkeit als "Fake News" zu schmähen. So ordnet er auch seinen Versprecher "Tim Apple" der letzten Woche ein, bei einer Spendengala in seinem Golf-Club in Mar-a-Lago in Florida. Dort behauptet er vor Freunden und Gönnern der Republikaner, er hätte "Tim Cook Apple" gesagt, aber so schnell, dass der Teil "Cook" eben kaum zu hören gewesen sei. Nun hat der Präsident wesentlich schwerwiegendere Lügen verbreitet, die ihm seine Anhänger auch noch glauben, der Lapsus Linguae scheint aber an seiner Eitelkeit zu rühren. "Warum lügt er darüber, wenn das nicht einmal wichtig ist," zitiert Axios einen fassungslosen Gast der Veranstaltung. Selbst der falsch benannte Apple-CEO hatte den Versprecher mit Humor genommen und sich auf Twitter vorübergehend als Tim Apple bezeichnet. So richtet Trump nun selbst der Glaubwürdigkeit gegenüber seinen Unterstützern Schaden an.

Weitere Nachrichten:

Gerücht: Valve stampft VR-Hardware-Abteilung ein

Spiele-Entwickler und Steam-Betreiber Valve hat im Februar 13 Vollzeit-Mitarbeiter entlassen. Das bestätigte das Unternehmen in dieser Woche gegenüber dem IT-Magazin The Verge . Die Entlassungen würden laut Valve keine grundlegenden Umbrüche im Unternehmen signalisieren.

Valve hat bislang nicht bestätigt, in welchen Unternehmensbereichen die entlassenen Mitarbeiter tätig waren. Gestern veröffentlichte Reddit-Nutzer 2flock jedoch die anonyme Nachricht eines mutmaßlichen Valve-Mitarbeiters. Dieser bestätigt, dass in der aktuellen Entlassungswelle das halbe Hardware-Team gefeuert worden sei. Die einzigen bekannten Hardware-Projekte bei Valve sind Virtual-Reality-Geräte und der mittlerweile in die Jahre gekommene Steam Controller. Die Steam Link Box wurde bereits im vergangenen Jahr eingestellt .

Der Reddit-Nutzer 2flock hatte sich bereits im vergangenen Jahr mit dem Leak erster Fotos eines Valve-VR-Headsets als relativ glaubwürdig erwiesen. Ob seine aktuellen Behauptungen, Valve würde sein VR-Hardware-Team auflösen, stimmen, bleibt allerdings abzuwarten. Valve hatte bereits die HTC Vive mitentwickelt, die Weiterentwicklung jedoch komplett Hardware-Partner HTC überlassen. Im November wurden jedoch Gerüchte laut, Valve könne doch an einem eigenen VR-Headset arbeiten.

Gerücht über geheimen Fluchttunnel von Zuckerberg

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat ein hohes Sicherheitsbedürfnis für seine Person. Dies verwundert kaum, schließlich ist der CEO millionenschwer und durch die Datenlecks bei Facebook könnten auch einige Feinde hinzugekommen sein. Als Reaktion gibt Zuckerberg mindestens 10 Millionen US-Dollar pro Jahr für seine Sicherheit aus. Dies beinhaltet bewaffnete Wachleute, teure Sicherheitssysteme oder Schutzräume für Zuckerberg und seine Familie. Nun berichten Mitarbeiter von Facebook, dass es außerdem einen geheimen Fluchttunnel geben soll. In einem Konferenzraum bei Facebook in Menlo Park soll es laut Business Insider einen geheimen Fluchtweg geben, der zu einem nicht näher bestimmten Ort führt.

Zwar befinde sich unter dem Konzerngebäude ein großes Parkhaus. Die Gefahr durch Autobomben würde es jedoch unmöglich machen, direkt unter dem Büro von Mark Zuckerberg zu parken. In der Nähe des Schreibtischs von Zuckerberg gebe es außerdem einen Konferenzraum aus kugelsicherem Glas. Auch von einer Panikrutsche berichten die Mitarbeiter. Darüber soll eine Evakuierung von Zuckerberg in Paniksituationen möglich sein. Die Aussagen der Mitarbeiter widersprechen sich aber teilweise. Eine offizielle Stellungnahme will Facebook verständlicherweise nicht abgeben. Vor gut zehn Jahren deckte Forbes auf, dass der Oracle-Chef Larry Ellison für seine Sicherheit pro Jahr 1,8 Millionen US-Dollar ausgibt. Zuckerberg hat offenbar ein noch größeres Sicherheitsbedürfnis.

Schon wieder: Über 800 Millionen Nutzerdaten geleakt

Die Sicherheitsexperten von Security Discovery melden die Entdeckung einer neuen, riesigen Datenbank mit Nutzerdaten im Web. Die Mongo-DB sei nicht passwortgeschützt und enthalte über 800 Millionen Beiträge. Die über 150 Gigabyte große Datenbank sei damit die größte frei verfügbare ihrer Art, die man bisher aufgespürt habe.

Zum Inhalt gehören etwa 800 Millionen Mail-Adressen, 4,1 Millionen Mail-Adressen plus Telefonnummern und 6,2 Millionen Einträge mit mehr persönlichen Informationen, die eine Identifizierung von Personen zulassen. Testweise seien die Einträge mit dem Dienst HaveIBeenPwned überprüft worden. Das Ergebnis: Die neu entdeckte Datenbank enthält Informationen, die bisher noch nicht geleakt waren. Aus diesem Grund gehen die Sicherheitsexperten davon aus, dass es sich um völlig neue Daten handelt und nicht einfach Daten aus früheren Leaks gesammelt wurden.

Die Datenbank scheint von einem Unternehmen namens "Verifications.io" gestohlen worden zu sein, welches laut eigenen Angaben anderen Unternehmen "Dienste zur Mail-Verifizierung" anbietet. Offenbar seien die gesammelten Daten nicht sicher aufbewahrt worden, sondern einfach in reiner Textform gespeichert worden. "Verifications.io" sei informiert worden, daraufhin habe der Betreiber die Seite zum Dienst komplett offline genommen. In einer Mail an Security Discovery bestätigte Verifications.io noch die Existenz der Datenbank. Die genauere Recherche ergab dann, dass es sich bei "Verifications.io" eher um einen Spammer-Dienst für Spammer handelt: Der Dienst erhält eine Mail-Adressen-Liste von einem Unternehmen zur Verifizierung und führt diese dann durch, in dem es den in der Liste angegeben Mail-Adressen einfach eine Mail schickt. Wird die Mail-Adresse von dem Mail-Server nicht abgewiesen, gilt die Mail-Adresse als bestätigt. Das würde auch erklären, warum der Dienst offline gegangen ist, nachdem der Betreiber über das Problem informiert wurde.

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