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Morgenmagazin vom Montag, 12. August 2019

12.08.2019 | 07:14 Uhr |

Manipulierte Lightning-Kabel bedrohen Mac-Sicherheit +++ iPhone Plus als eines von drei neuen Modellen 2019 +++ Apple rollt neue Karten aus +++ LibreOffice 6.3 bringt zahlreiche Neuerungen +++ Dating-App: Lovoo-Nutzer lassen sich ziemlich genau orten +++ Berlin: Parkverbot f├╝r E-Scooter auf Gehwegen

12. August: Schnuppe

Wir w├╝nschen allseits einen Guten Morgen! Es ist in jedem Jahr gef├╝hlt das gleiche Drama: Egal, wo man sich in Deutschland in den Tagen vom 11. bis zum 15. August aufh├Ąlt, eine bedeckter Himmel versperrt die Sicht auf die Sternschnuppen des Sommers, die Perseiden. Aber es besteht Hoffnung: Heute Nacht, wenn der H├Âhepunkt des Spektakels ansteht, k├Ânnte es aufklaren. Morgen also fr├╝h raus, sp├Ątestens gegen drei, dann hat man noch gut zwei Stunden, bis es zu hell ist. F├╝r die folgenden N├Ąchte ist die Prognose noch besser, aber werden der Lichtblitze immer weniger. Wir glauben zwar nicht, dass sich W├╝nsche erf├╝llen, die man heimlich hegt, wenn man der Bruchst├╝cke des Kometen Swift-Tuttle ansichtig wird, schade w├Ąr's aber schon, wenn wir das schon wieder verpassen. Wie man die Dinger auch noch fotografieren kann, erkl├Ąren wir ja in einem Ratgeber.

Welches Wetter am 12. August 1981 herrschte, daran k├Ânnen wir uns aber nun wirklich nicht mehr erinnern. War in Deutschland aber eher ein wechselhafter Sommer, auf den die besseren der Jahre 1982 und 1983 folgten. An jenem Tag vor 38 Jahren betrat aber ein neuer "Shooting Star" die B├╝hne: Der erste PC. Nun gut, nicht der wirklich erste PC, aber IBM nannte seinen f├╝r den Privatgebrauch konzipierten Rechner "IBM PC 5150". Der "pers├Ânliche Computer" war da schon ein paar Jahre alt, unumstrittener Marktf├╝hrer war der Apple II der immer noch jungen kalifornischen Firma Apple, die zu der Zeit schon an etwas noch gr├Â├čerem und pers├Ânlicherem arbeitete. IBM - Akronym f├╝r "International Business Machines" - war bis dato nur im Gesch├Ąft mit Gro├črechnern etabliert.

IBMs Eintritt in den neu entstehenden Markt inspirierte Apple zu einer seiner bekanntesten Anzeigen: " Welcome IBM. Seriously. " Wobei auch heute der Text noch so klingt, als sei da jemand beleidigt, dass ein wirklich gro├čes Unternehmen sich einer wirklich gro├čen Idee angenommen hat, und in Zukunft nur noch wenig Platz f├╝r die Kleinen lassen w├╝rde. Aber diese Interpretation ist retrospektiv, wir wissen ja, was passiert ist. IBM definierte mit seinem PC und dem daf├╝r aus Redmond eingekauften Betriebssystem einen neuen Standard, dem sich viele kleinere, mittlere und gr├Â├čere Hersteller anschlossen, um ja "IBM-kompatibel" zu sein. Apple indes sah sich in eine Nische gedr├Ąngt - und seine sp├Ąteren Ideen ebenso begierig von anderen aufgesaugt.

Doch verl├Ąuft die Wirtschaftsgeschichte in Zyklen, IBM hat sich l├Ąngst von seiner PC-Sparte getrennt, w├Ąhrend Apple mit dem Mac solide Gesch├Ąfte machte, die ├╝berhaupt erst die Entwicklung von iPhone und iPad und somit den Beginn der Post-PC-├ära erm├Âglichten. IBM, das man damals nicht wirklich willkommen hie├č, ist vom Erzfeind ├╝ber den zwischenzeitlichen Prozessorlieferanten mittlerweile zum strategischen Partner geworden, der Apple dort wachsen hilft, wo eine "International Business Machines" schon seit einem Jahrhundert mitten drin ist: Im Unternehmensumfeld. Und der PC? Der wei├č zwar nicht, ob er seit Fr├╝hjahr 43 Jahre alt ist (Apple I) oder seit heute 38 (IBM PC 515), aber es geht ihm nach wie vor gut. Er zieht sich nur immer weiter in eine Nische zur├╝ck - und wird darin immer mehr zum Mac. Der weltweite Marktanteil Apples betr├Ągt wieder um die zehn Prozent. Peter M├╝ller

Lesetipps f├╝r den Montag

Rollout : Apple arbeitet an neuem Kartenmaterial und seit einem Jahr profitieren einige US-Bundesstaaten von den neuen Daten, die der App Maps zugrunde liegen. Vor einem Jahr hatte der Rollout in North Carolina begonnen, S├╝dkalifornien und Hawaii bekamen Ende 2018 neue Karten, Anfang 2019 war der S├╝dwesten dran. Nun hat Apple auch noch die Karten und Stra├čenansichten in Texas, Louisiana und dem s├╝dlichen Mississippi aktualisiert - ein iOS-Update war daf├╝r nicht notwendig. Ab 2020 sollen auch im Rest der Welt neue Daten die Kartenapp verbessern.

Angriff: Seit Hacker versucht haben, mit modifizierten Ladeger├Ąten iPhones anzugreifen, hat Apple eine Warnung in das Sstem eingebaut, wenn sich das iPhone mit einem Computer verbindet. Die Verbindung per Lightning-Kabel mit dem USB-Port eines Mac ist ja legitim, will man sein iPhone, iPad oder iPod am Rechner aufladen oder so mit ihm synchronisieren. In dem neuen Fall eines Hackerangriffs nutzt die Warnmeldung ├╝berhaupt nichts, denn das Ziel ist nun der Mac, das Einfallstor ein manipuliertes LIghtning-Kabel. Wie Motherboard berichtet, hat der sich "MG" nennende Sicherheitsforscher seine auf der Konferenz DefCon vorgestellten OMGcables in Handarbeit manipuliert: Echte Apple-Kable, die sich auch als solche verhalten, nur mit dem Unterschied, nun einen Funkchip zu enthalten und jede Menge Schadsoftware, die man aus der Ferne auf den Mac des Opfers spielen und dort ausf├╝hren kann. Die Schwierigkeit des Angriffs besteht nun lediglich darin, dem Opfer ein derart manipuliertes Kabel unterzujubeln.

Nomenklatur: Nach dem Plus seit den Modellen der 6er-Reihe und dem Max aus dem letzten Jahr muss man sich in diesem Jahr vermutlich an einen weiteren Namen f├╝r das gro├če iPhone gew├Âhnen. Wie der Leaker Coinx auf Twitter per rhetorischer Frage ins Spiel bringt, wird eines der neuen Telefone dieser Saison den Namenszusatz "Pro" bekommen, also vermutlich iPhone 11 Pro hei├čen. Coinx hatte bereits im letzten Jahr die Namen der drei Modelle richtig im Voraus benannt und auch weitere Details gewusst. Ein "Pro" als Namenszusatz kursiert jedoch schon l├Ąnger in der Szene, Apple w├╝rde damit auch eine Vereinheitlichung ├╝ber seine Produktpalette schaffen und Bezug zu iMac Pro, Macbook Pro und iPad Pro herstellen.

Albtraum : Mashable berichtet davon, dass immer mehr vor allem junge Leute davon tr├Ąumen, ihre AirPods oder anderes teures und schickes Ger├Ąt zu verlieren. Einzelf├Ąlle, von denen auch die Autorin des Mashable-Artikels Karissa Bell aus eigener Erfahrung berichten kann, ein repr├Ąsentative Studie liegt der Behauptung nicht zu Grunde. Doch unterst├╝tzt der zu Rate gezogene Neurologe Guy Leschziner, Autor des Buches "The Nocturnal Brain" die These. Zumindest verwundert ihn sie nicht. Tr├Ąume h├Ątten mit Emotionen zu tun, und wenn junge Leute davon tr├Ąumen, ihre technischen Ger├Ąte zu verlieren, reflektiere das emotionale Investment, das diese i ihre AirPods und iPhones gesteckt h├Ątten. Besonders h├Ąufig scheinen sich Tr├Ąume um den Verlust von AirPods zu drehen, die man in der Tat leicht aus dem Ohr verlieren oder mitsamt Ladeschachtel irgendwo liegen lassen kann.

Weitere Nachrichten:

LibreOffice 6.3 bringt zahlreiche Neuerungen

Die Document Foundation hat LibreOffice 6.3 f├╝r Windows, Linux und Mac zum Download frei gegeben. Die neue Version beinhaltet diverse neue Funktionen f├╝r wichtige Teilanwendungen der offenen und kostenfreien Office-Suite. Grunds├Ątzlich wurde auch die Performance der Teilanwendungen verbessert und die Interoperabilit├Ąt verbessert. Alle Dateien lassen sich nun in Libreoffice schneller ├Âffnen und bearbeiten.

Zu den Kernneuheiten, also Neuheiten, die alle Teilapplikationen betreffen, geh├Ârt die M├Âglichkeit, neuerdings auch in der 64-Bit Version von Libreoffice unter Windows die Scanner-Funktionen nutzen zu k├Ânnen. Suchanfragen lassen sich au├čerdem nun speichern und sp├Ąter erneut verwenden. ├ťber die neue Funktion "Redigieren" k├Ânnen aus Dokumenten vertrauliche Inhalte entfernt oder verborgen werden.

In Calc und Draw wurden unter anderem die Tabs ge├Ąndert, was f├╝r mehr ├ťbersichtlichkeit und Nutzerfreundlichkeit sorgen soll. In Writer wurde die Liste "W├ľrter, die mit zwei GRo├čbuchstaben beginnen" mit AutoKorrektur-Ausnahmen erweitert. Dadurch kann beispielsweise die automatische Gro├čschreibung von W├Ârtern wie iPhone verhindert werden.

Werden in Writer mal Daten aus Calc kopiert, dann werden ab Version 6.3 nur noch die Inhalte der sichtbaren Zellen kopiert. Dem Navigator wurde f├╝r den Eintrag "├ťberschriften" dem Kontextmen├╝ der Befehl "Gliederung an Zwischenablage" senden hinzugef├╝gt. Der Rechenleiste von Draw wurde ein Dropdown-Men├╝ anstelle des alten Summe-Symbols hinzugef├╝gt, hier stehen "Summe, Durchschnitt, Min, Max und Z├Ąhlen" zur Auswahl. Neu ist die Formel Fourier f├╝r schnelle Fouriertransformationen.

Dating-App: Lovoo-Nutzer lassen sich ziemlich genau orten

Der Bayerische Rundfunk berichtet, dass sich die Standorte von Nutzern der Dating-App Lovoo auf zirka 30 bis 50 Meter genau orten lassen. Journalisten des BR haben ├╝ber mehrere Tage hinweg Standorte von Lovoo-Nutzern aufgezeichnet. Mit diesen Standortdaten war es dann m├Âglich, Bewegungsprofile zu erstellen und R├╝ckschl├╝sse auf Wohn- und Arbeitsorte zu ziehen. Diese Standortdaten kann man zudem kombinieren mit sensiblen Profilinformationen wie der sexuellen Orientierung (diese Information sollte bei einer Dating-App zwangsl├Ąufig hinterlegt sein) oder den bei Lovoo hinterlegten Bildern.

Konkret steckt das Datenschutzproblem in der sogenannten Radarfunktion von Lovoo: Damit sehen Nutzer der Lovoo-App, wer sich in der n├Ąheren Umgebung befindet. Die App gibt die Entfernung in 100-Meter-Schritten an. Fragt ein technisch versierter Anwender die Entfernung zu einem Lovoo-Nutzer aber von drei unterschiedlichen Punkten ab (das dabei verwendete Verfahren basiert auf Trilateration), so kann er dessen Standort deutlich genauer ermitteln. Diese eigentlich nicht f├╝r die ├ľffentlichkeit gedachten Daten k├Ânnen ├╝ber eine Programmier-Schnittstelle (API) von Lovoo gezielt und in gro├čer Anzahl abgerufen werden. In einem f├╝nf Tage langen Test in der Stadt M├╝nchen klappte das offensichtlich problemlos.

Die Tester sammelten ├╝ber ein daf├╝r angelegtes Profil Daten von neun unterschiedlichen Standorten aus. Alle 15 Minuten bekamen die BR-Reporter dann Informationen wie Alter, Geschlecht, Profilbild und letzter Standort ├╝ber Lovoo-Nutzer, die sich in diesem Bereich bewegten. Die Reporter hatten sich bei ihrer Recherche auf M├Ąnner zwischen 25 und 27 Jahren, die auf der Suche nach Frauen waren, konzentriert. Binnen kurzer Zeit h├Ątten sie umfangreiche Datens├Ątze mit Standorten von mehreren Hundert Nutzern gehabt. Damit kann man nachvollziehen, wo sich jemand st├Ąndig aufh├Ąlt und dadurch wiederum dessen Wohn- und Arbeitsort herausfinden.

Berlin: Parkverbot f├╝r E-Scooter auf Gehwegen

Seit Mitte Juni haben E-Scooter mit bestimmten Beschr├Ąnkungen in Deutschland eine Stra├čenzulassung. In Gro├čst├Ądten bieten viele Unternehmen die elektrisch betriebenen Tretroller zum Ausleihen an. Auf den Gehwegen abgestellte E-Scooter werden aber vor allem f├╝r Metropolen wie Berlin zunehmend zum Problem. Unter anderem f├╝r Menschen mit Sehbehinderung k├Ânnen die geparkten Fahrzeuge zur Stolperfalle werden.

Die Lokalpolitik der deutschen Hauptstadt will nun Abhilfe schaffen und traf sich in dieser Woche zum Gespr├Ąch mit Verkehrssenatorin Regine G├╝nther, Polizeipr├Ąsidentin Barbara Slowik und mehreren E-Scooter-Verleihern wie Circ, Bird, Lime, Tier und Voi. Laut der Berliner Zeitung wurden w├Ąhrend des ÔÇ×harmonischen Gespr├ĄchsÔÇť mehrere Themen angesprochen. Einen Schwerpunkt stellte die Parksituation f├╝r E-Scooter dar. Bislang d├╝rfen die Fahrzeuge auf dem Gehweg abgestellt werden. Aufgrund der Behinderungsgefahr f├╝r Fu├čg├Ąnger soll sich das jedoch bald ├Ąndern. K├╝nftig d├╝rfen E-Scooter in Berlin nicht mehr auf dem Geweg parken, sondern nur noch auf der Fahrbahn vor dem Rinnstein abgestellt werden d├╝rfen.

Da in Berlin generelle Parkplatznot herrscht, arbeitet die Gespr├Ąchsgruppe an unterschiedlichen L├Âsungen. Denkbar als E-Scooter-Parkpl├Ątze w├Ąren etwa der Bereich vor Kreuzungen oder die Schaffung neuer Parkzonen. Die neue Regelung soll bereits im n├Ąchsten Jahr umgesetzt werden.

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