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Morgenmagazin vom Montag, 12. Juli 2021

12.07.2021 | 07:13 Uhr | Peter Müller

Was dem Home-Screen von iPadOS 15 noch fehlt +++ NFL würde gerne Football auf Apple TV+ sehen +++ Patent: Fresnellinsen für Apple Glass +++ Neue Cheat-Software bedroht Konsolen-Spieler +++ Gebrauchte Grafikkarten überfluten chinesischen Markt +++ Windows 11: Microsoft ersetzt Blue Screen of Death - der Grund

12. Juli: Sommerloch

Macwelt wünscht einen guten Morgen! Endlich können wir uns wieder echten Themen widmen, die länger als 90 Minuten dauern, selten eine Verlängerung bekommen und nie ein Elfmeterschießen. Allein: Apple lässt uns weiter zappeln, auf Neues aus Cupertino wird man noch ein Weile warten müssen, wenn es nicht die stets aktualisierten Betas der kommenden Betriebssystem sind.

Das Sommerloch greift um sich, dabei fühlt sich der Sommer hierzulande in diesem Jahr eher wie eine Enttäuschung an. Das Gegenteil ist aber der Fall, das Land bekommt endlich wieder etwas Regen ab. Immer noch nicht genug, um die in den letzten drei Jahren ausgetrockneten Böden jenseits der Oberflächenschicht wieder zu bewässern, aber immerhin. Wer nicht gerade vom Hagelschlag heimgesucht wurde, darf sich auf eine gute Ernte freuen.

Auf die Obsternte werden wir bis Herbst also warten müssen, es sei denn, Apple überrascht wieder mal. Vor drei Jahren war es immerhin ein 12. Juli, der sonst recht nachrichtenarm ist in unserer Branche, als zwei neue Macbook Pro kamen. Apple hatte in den Modellen von 2018 einige Unzulänglichkeiten verbessert oder sich zumindest daran versucht. Die Ausgabe mit 15 Zoll konnte nun endlich 32 GB RAM ansprechen, was vor allem Profis zu schätzen wussten, für die Zeit Geld ist und die deshalb nie genug für Arbeitsspeicher ausgeben, sei die SSD auch noch so schnell. Und den Irrweg mit der Schmetterlingstastatur ging Apple zwar noch ein Stück weiter, im 13- und dem 15-Zöller war der Mechanismus wieder ein Stück weniger schlecht geworden.

Das 15-Zoll-Modell sollte sich dennoch nicht besonders lang halten, im November 2019 löste Apple es durch einen 16-Zöller ab, der auch endlich wieder vernünftigen Hub unter den Tasten bot - und dennoch nur ein Zwischenmodell sein sollte. Denn die 16-Zoll-Fassung mit M1X steht unmittelbar bevor, es wäre aber eine Überraschung, käme das neue High-End-Notebook mit einem etwas kleineren Beiboot im 14-Zoll-Format schon in dieser Woche. Wir halten aber die Ohren gespitzt und gehen erst in den Sommerurlaub, wenn das Apple auch macht.

Lesetipps für den Freitag:

Nicht weit genug: Immerhin, iPadOS 15 bekommt nun endlich das, was das iPhone schon seit einem Jahr bietet - Widgets und die App Library. Der Homescreen des iPad rückt damit ein Stück näher an den Desktop heran, aber noch nicht nahe genug, wie Michael Simon befindet. Eine eigene Handschrift für das iPad ist noch nicht wirklich erkennbar, man bekommt einfach nur iOS-Funktionen auf das Tablet, aber in größer. Daran tragen gewiss auch Eigenheiten des iPad Verantwortung, denn dieses miss sowohl im Hoch- als auch im Querformat funktionieren. Aber vielleicht wird dann iPadOS 16 dabei helfen, das Potenzial von M1 und XDR-Bildschirm auszunutzen.

Neues vom Spocht : Die US-amerikanische Footballliga NFL will Apple um die demnächst frei werdenden Rechte für die Sonntagsspiele bieten sehen. Bisher überträgt DirecTV, das pro Saison 1,5 Milliarden US-Dollar zahlen soll, ab der Saison 2023 könnte ein anderer Anbieter zum Zuge kommen. Für Apple wären Sportrechte etwas völlig Neues, Apple TV+ ist als Streamingdienst für exklusive Originale positioniert. Doch hatte im letzten Jahr in Cupertino Jim DeLorenzo angeheuert, der zuvor für Amazon die Live-Sport-Abteilung leitete, die sich nun die Rechte für die Donnerstagsspiele ab der Saison 2022 gesichert hat. Wie Deadline berichtet, dürfte Apple noch kein ernsthaftes Gebot hinterlegt haben.

Mini und Maxi: In seinem Newsletter PowerOn bekräftigt Bloomberg-Redakteur Mark Gurman, dass Apple im Herbst ein iPad Mini im neuen Design bringen werde. Um das kleine Tablet drehen sich schon länger Spekulationen, es werde wie das iPad Air dünnere Rahmen bekommen und auf den Home-Button verzichten, zudem bekomme es einen aktuellen Prozessor. Zuletzt hatte Apple das iPad Mini im Frühjahr 2019 aktualisiert. Gurman schreibt weiter, dass Apple nach wie vor an einem größeren iMac arbeite, der den iMac M1 vom Frühjahr ergänzt und das 27-Zoll-Modell mit Intel-Chip ersetzt. Im Sommer also nichts Neues, nur die gleichen Geschichten immer und immer wieder.

Endlich: In Zeiten der Videokonferenz ist ein Mangel offenbar geworden, der zuvor kaum gestört hatte - die 720p-Kameras der Macs haben sich aber als nicht ausreichend für die Erfordernisse erwiesen, die bessere Bildverarbeitung der M1-Macs adressierte nur die gröbsten Unzulänglichkeiten. Immerhin liefert Apple den neuen iMac M1 mit 1080p-Kamera aus, die kommenden Macbooks Pro mit 14- und 16-Zoll-Display sollen laut des Leakers Dylandkt nun auch 1080p-Kameras an der Front bekommen, weitere künftige Macs ebenso.

Patent: Es wird Ernst - Apple hat ein womöglich entscheidendes Patent gewährt bekommen, das einer AR/VR-Brille zugutekommen wird. Konkret geht es um Fresnellinsen, die in unterschiedlichen Formen in die Brille eingebaut werden können. Die vor gut 200 Jahren vom französischen Physiker Augustin Jean Fresnel ursprünglich für Leuchttürme entwickelte Bauform von optischen Linsen führt durch ihre gestufte Form zu geringeren Dicken bei gleicher Lichtausbeute, insgesamt würde eine Brille mit Fresnellinsen deutlich leichter werden. Schon im Frühjahr 2021 hatte der Analyst Ming-Chi Kuo behauptet, Apple werde eine entsprechende Technik einsetzen, dies ist nun ein Stück weit realistischer geworden.

Weitere Nachrichten:

Neue Cheat-Software bedroht Konsolen-Spieler

Bislang mussten sich Konsolenspieler relativ selten mit Cheatern herumschlagen. Die geschlossenen Betriebssysteme von Xbox und Playstation sorgten für zusätzliche Hindernisse, um Cheats in Spielen zu nutzen. Während der Coronakrise stieg die Zahl der Cheater jedoch auch auf Konsolen deutlich an, im Vergleich zum PC leben Konsolenspieler aber auch weiterhin ruhig. Dies könnte sich mit einer neuen Software ändern, die durch neue Methoden auch noch schwer von den Konsolenherstellern oder Spiele-Entwicklern zu erkennen sein könnte. Auf dem Twitter-Account Anti-Cheat Police Depeartment (ACPD) wird von einer Software berichtet, die das Cheating auf Konsolen auf ein neues Niveau hieven soll. Konsolen würden damit nicht mehr eine Save-Zone für Spieler bilden.

Neu an der Cheat-Software ist die Zuhilfenahme eines PCs, der die Bilder der Konsole über ein Kabel oder eine Capture-Card erhält. Die Software erkennt in den angelieferten Bildern bestimmte Muster und sendet ihre Signale im Anschluss direkt an den Controller. So werden Aim-Bots möglich, die eigenständig Gegner erkennen und diese ins Visier nehmen. Dabei können Cheater das Sichtfeld des Aim-Bots selbst bestimmen und sich sogar die Körperteile aussuchen, die anvisiert werden. Durch KI soll die Cheat-Software mit der Zeit sogar immer besser werden. Der Spieler muss mit der Software nur noch in die ungefähre Richtung eines Gegners blicken, das Anvisieren und Feuern übernimmt das Cheat-Programm. Für die Plattformbetreiber wie Sony, Microsoft oder Nintendo sei die Software nur mit großem Aufwand zu erkennen. Dennoch muss die Erkennung von Cheatern oben auf der Agenda der Plattformbetreiber stehen. Ansonsten droht bei einer Zunahme der Cheater in einem Spiel schnell ein starker Rückgang der aktiven Spieler, die genervt zu einem anderen Titel greifen.

 

Gebrauchte Grafikkarten überfluten chinesischen Markt

In den letzten Monaten waren aktuelle Grafikkarten nur schwer zu bekommen oder wurden nur deutlich überteuert angeboten. Eine gänzlich umgekehrte Entwicklung vollzieht sich gerade in China, dort werden die Märkte regelrecht von gebrauchten RTX 3080 oder RX-6000-Karten überflutet . Teilweise werden die Karten sogar unterhalb der UVP angeboten – hierzulande unvorstellbar. Wer eine Geforce RTX 3060 des Hersteller Colorful erstehen möchte, zahlt dafür umgerechnet nur 229 Euro. Für die Founders Edition der Karte werden hierzulande theoretisch 329 Euro fällig, im Handel zu finden ist die Karte aber nur für mindestens 500 Euro.

Auch die RTX 3060 Ti kostet mit 391 Euro etwas weniger als die UVP mit 399 Euro. Ähnlich verhält es sich bei der RTX 3070 und RTX 3080, die mit 508 bzw. 716 Euro ebenfalls etwas günstiger sind als vom Hersteller vorgesehen. Die Lage ist auch bei den AMD-Karten ähnlich: Eine RX 6800 kostet laut Hersteller 649 Euro und wird in China für 664 Euro angeboten. Bei der RX 6800 XT und RX 6900 XT zahlen Kunden mit 664 bzw. 1.041 Euro ebenfalls nur etwas mehr als die UVP. Der Grund für den Preisverfall in China liegt primär am Vorgehen der Regierung gegen Kryptomining. Daher werden viele Farmen aufgelöst, um die Investitionen zumindest zum Teil wieder einzufahren. Mit einer ähnlichen Entwicklung ist in Deutschland leider nicht zu rechnen. Die höheren Strompreise machen Deutschland für das Kryptomining unattraktiv. Theoretisch könnten gebrauchte Grafikkarten aus chinesischen Mining-Rigs auch hierzulande angeboten werden. Die Preise dürften dann aber deutlich höher ausfallen. Mittelfristig könnte der Wegfall des Minings aber dazu führen, dass mehr Grafikkarten in die Hände von Spielern wandern.

 

Windows 11: Microsoft ersetzt Blue Screen of Death - der Grund

Mit Windows 11 schickt Microsoft den "Blue Screen of Death" (BSOD) in Rente. Doch der ungeliebte Begleiter so vieler Windows-Generationen bekommt einen würdigen Nachfolger: Den "Black Screen of Death". Die Abkürzung BSOD hat also weiterhin Bestand.

Verschiedene US-IT-Nachrichtenmedien wie zum Beispiel The Verge berichten, dass Microsoft die Farbe des berühmten BSOD-Bildschirms ändert, der erscheint, wenn Windows ein ernstes Kernel-Problem hat. Zwar hat Microsoft bereits Testversionen von Windows 11 für Insider veröffentlicht, doch der schwarze BSOD ist darin noch nicht freigeschaltet - in Testversionen ist der BSOD seit 2016 grün eingefärbt. Durch den Wechsel von Blau auf Schwarz soll der neue BSOD besser zum Erscheinungsbild des neuen Windows 11 passen, wie The Verge vermutet.

Von der Änderung der Hintergrundfarbe abgesehen ändert sich beim BSOD aber nichts. Der Windows-11-Nutzer sieht also weiterhin einen traurigen Smiley, den begleitenden Text samt „Stop-Code“ und es gibt auch weiterhin den Crash-Dump mit den für IT-Experten bereitgestellten Daten.

Den originalen BSOD stellten die Redmonder mit Windows 3.0 vor. Er sollte IT-Experten über die durch den BSOD bereitgestellten Daten bei der Analyse von Hardware- und Speicherproblemen helfen. Microsoft erweiterte den BSOD im Jahr 2012 in Windows 8 um einen traurigen Smiley. 2016 kam außerdem ein QR-Code hinzu.

Tipp: Falls Sie eine Windows-11-Testversion nutzen und bereits jetzt auf den schwarzen BSOD umstellen wollen, so geht das mit diesem Registry-Hack von Toms Hardware:

  • Öffnen Sie den Registry Editor

  • Gehen Sie zu HKLM \ SYSTEM \ CurrentControlSet \ Control \ CrashControl

  • Setzen Sie den Wert von DisplayPreRelaseColor auf 0

Jetzt brauchen Sie natürlich noch eine zuverlässige Absturzursache für Windows 11, damit dieses den neuen BSOD auch anzeigt. Bleeping Computer empfiehlt ein CMD-Fenster (Eingabeaufforderung) mit Administratorrechten zu öffnen und dann diesen Befehl einzugeben: taskkill /f /im svchost.exe .

Vorher sollten Sie natürlich alle Ihre Daten sichern.

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