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Morgenmagazin vom Montag, 13. April 2015

13.04.2015 | 07:08 Uhr |

Was heute wichtig wird: 13. April 2015 +++ Eine Million Vorbestellungen für Apple Watch +++ Android Wear soll kompatibel zu iPhone werden +++ Studie: Facebook verfolgt auch Nichtmitglieder per Cookie +++ Snapseed komplett überarbeitet +++ Intel baut den schnellsten Supercomputer +++ Test: Entfernte Rechner steuern mit NoMachine 4.5 +++ Tipp: Zoomfunktion einschalten und als Lesehilfe einsetzen

Was heute wichtig wird: 13. April 2015

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Im Laufe des Tages dürfen wir von Apple eine Zahl erwarten: Die der am ersten Wochenende eingegangenen Bestellungen für die Apple Watch. Lange Schlangen vor den Apple Stores blieben aus, das Interesse an Apples erstem Wearable schien aber dennoch groß. Mal wieder hat Apple mit Lieferengpässen zu kämpfen, wobei nicht klar ist, ob die Produktion in den Fertigungsstätten einfach noch nicht auf Hochtouren läuft, die Nachfrage das Angebot übersteigt oder Apple die Vorräte künstlich knapp hält, um das Begehren nach dem Produkt noch weiter zu steigern. Kühne Prognosen hatten von einer Million Verkäufen am ersten Wochenende gesprochen, da man in zwei Wochen vermutlich nur dann eine Uhr erhält, wenn sie vorab online geordert hat, sollte die Zahl der Vorbestellungen einen ersten Aufschluss darüber geben, wie das neue Produkt tatsächlich einschlägt. Laut Slice Intelligence sind tatsächlich schon eine Million Vorbestellungen eingegangen, vor allem von Hardcore-Fans, die bereits mehrere Apple-Produkte besitzen. Von iPhone 6 und iPhone 6 Plus hatte Apple im vergangen Herbst am ersten Wochenende weltweit rund zehn Millionen Stück verkauft, das sollte aber nicht der Maßstab sein.

Ersten Berichten zufolge scheint die Apple Watch viel von dem zu halten, was Apple versprochen hat. Die Bedienung über Touch und digitale Krone ist einfach, die Einrichtung unkompliziert, sogar der Akku hält im Normalbetrieb länger als Skeptiker erwartet haben. Am Handgelenk fühlt sich das Stück Technik gut an, doch weiterhin besteht die Frage, warum man sich nach all den Jahren, in denen man sich wegen seines iPhones daran gewöhnt hat, keine Armbanduhr mehr zu tragen, seine Meinung wieder ändern soll. Was denn nun wirklich der Nutzen der Apple Watch ist, wissen wir vielleicht sogar erst in ein paar Monaten, wenn wir uns daran gewöhnt haben doch wieder eine Armbanduhr zu tragen. Peter Müller

Lesetipps für Montag:

Fünf Gründe dafür, fünf Gründe dagegen: Unsere Kollegen der Macworld wissen auch noch nicht so recht, wer eine Apple Watch in welcher Situation kaufen sollte. Es gibt sicher gute Gründe dazu, aber auch Gründe, die gegen eine Anschaffung der ersten Generation sprechen.

Was die (US-)Presse zur Apple Watch sagt: Presseschau unserer Kollegen der Computerwoche: Das halten die Medien von der Apple Watch

Macht die Apple Watch bessere Menschen aus uns? Wie unser Kollege Christian Vilsbeck meint, hat die Apple Watch zumindest das Potential, wieder höflichere Menschen aus uns zu machen die nicht mitten im Gespräch auf ihrem iPhone herumwischen und -tippen. Apple würde damit ein Problem lösen, das es selbst mit verursacht hat...

Große Wachstumschance mit Apple Watch: Die Marktforscher von IDC sehen in der Apple Watch und anderen Wearables eine Goldgrube. Der Gesamtmarkt werde von 19,6 Millionen Einheiten im vergangen Jahr auf 45,7 Millionen in diesem Jahr steigen. Apple sorgt dabei für einen deutlichen Schub, wird sich aber mit noch mehr Konkurrenz herumschlagen müssen.

Android Wear soll kompatibel zu iPhone werden

Google soll eine Version von Android Wear entwickeln, mit der sich iPhones mit Android-Smartwatches koppeln und synchronisieren lassen. Das will die US-amerikanische Technik-Webseite The Verge aus dem Umfeld des Android-Wear-Entwicklerteams erfahren haben. Weder von Google noch von Apple gibt es dazu eine Stellungnahme.

Google könnte mit dieser Maßnahme die Position der Android-Smartwatches im Wettbewerb mit der hochpreisigeren Apple Watch stärken. Denn in diesem Fall würde sich für so manchen kostenbewussten iPhone-Besitzer eine preiswerte Android-Smartwatch als bezahlbare Alternative zur teuren Apple Watch anbieten.

Die bisher erhältlichen Android-Smartwatches verkaufen sich allerdings nicht umwerfend. Die Absatzzahlen der Android-Smartwatches könnten aber ansteigen, wenn künftig auch das iPhone zur Android-Smartwatch kompatibel wäre.

Allerdings müsste Apple für ein gutes Zusammenspiel zwischen Apple iPhone und Android-Smartwatch auch die entsprechende App im App Store zulassen.

Gutes Timing

Das Gerücht über die iPhone-kompatible Android-Wear-Version kommt gerade an dem Tag auf, ab dem man die Apple Watch vorbestellen kann. Ob das ein Zufall ist?

Die vielfach erwarteten Warteschlangen vor den Apple-Stores fielen dieses Mal aber aus . Lag es an der Tatsache, dass man die Apple Watch im Store ja noch nicht kaufen, sondern nur anprobieren kann? Oder weil man die Apple Watch ohnehin nur online bestellen kann? Oder weil die Apple Watch eben doch keinen so großen Hype auslöst wie das iPhone? Das kann derzeit niemand sagen. Eines aber ist sicher: Falls Sie eine Alternative zur Apple-Watch suchen, werden Sie vielleicht hier fündig.

Die belgische Datenschutzbehörde hatte einer Untersuchung in Auftrag gegeben, um die von Facebook gesetzten Cookies zu analysieren. Diese Cookies, die Facebook zu Werbezwecken einsetzt, werden auch dann gespeichert, wenn ein Nicht-Mitglied Webseiten mit direkt aktivem »Gefällt mir«-Button oder eine öffentlich einsehbare Facebook-Seite aufruft. Sogar wenn Internetnutzer über die European Digital Advertising Alliance ihr Recht auf ein Opt-Out nutzen, wird erneut ein zwei Jahre lang gültiges Cookie von Facebook gesetzt, obwohl das soziale Netzwerk Mitglied in der genannten Vereinigung der Werbeindustrie ist.

Das Tracking von Nicht-Mitgliedern ist jedoch ein eindeutiger Verstoß gegen die Richtlinien zum europäischen Datenschutz..Facebook hat in Person des für Europa und Datenschutz zuständigen Managers Richard Allen erklärt, dass der Report der Datenschützer in vielen Bereichen falsch sei, erklärt das Erhalten von »Webseiten-Besuchs-Informationen« zu einem Standard, der mit Tracking nichts zu tun habe und behauptet, das Setzen von Cookies bei Nicht-Mitgliedern sei keine Absicht, sondern ein »Bug«, den das soziale Netzwerk nun schnell beheben werde.

Außerdem weist Allan darauf hin, dass Facebook kostenlos sei und das sei nur möglich, indem Werbung platziert werde, die sich an den Interessen der Nutzer orientiert. In dem Blogbeitrag führt Allan viele Behauptungen auf, die er widerlegt, die aber von den Forschern in ihrem Bericht so gar nicht aufgestellt wurden. Die Forscher haben daher auf den Beitrag von Facebook inzwischen auch reagiert. Man habe den Report öffentlich gemacht. »Interessierte Personen können die 'Behauptungen', die Facebook unserem Bericht zuordnet, mit seinen tatsächlichen Inhalten vergleichen.« In Belgien wird die Datenschutzbehörde am 29. April entscheiden, ob sie gegen Facebook vorgeht.

Quelle: The Guardian , Facebook

Snapseed komplett überarbeitet

Mit Snapseed 2.0 hat Google in dieser Woche eine komplett überarbeitete Version seiner Bildbearbeitungs-App für Android veröffentlicht. Die Anwendung steht ab sofort im Play Store zum Download bereit.

Neben dem neuen App-Icon fällt das neue Material Design der App auf. Die Navigation wurde ebenfalls überarbeitet. Neben der verbesserten Bedienung gesellen sich auch neue Funktionen und Filter hinzu. So lassen sich nun einzelne Bildbereiche reparieren, die Perspektive transformieren oder ganze Filter und Effekte per Auswahl-Pinsel auf einzelne Bildteile anwenden. Weiterhin enthalten sind Stapelverarbeitung, das Rückgängig machen einzelner Anpassungen und die Übertragung dieser auf andere Bilder.

Zu den neuen Filtern zählen Lens Blur, Tonal Contrast, Glamour Glow und Noir. Einsteigerfreundlicher präsentiert sich Snapseed gleich nach dem Öffnen der App. Hier lässt sich ein Bild aus der Galerie auswählen und per Auto-Funktion automatisch bearbeiten. Snapseed wählt dabei laut Entwickler die Filter und Anpassungen aus, die am besten zum Foto passen.

Intel baut den schnellsten Supercomputer

Hersteller Intel will mit seinem Supercomputer Aurora den bisherigen Rekordhalter bei der Rechenleistung - den chinesischen Tianhe-2 - um den Faktor drei übertreffen. Das auf Xeon Phi basierende Rechnersystem werde 180 Petaflops leisten, den Auftrag dafür erhielt Intel vom US-Energieministerium.

Der Aufbau soll in Illinois erfolgen und 2018 abgeschlossen sein. Als Kooperationspartner konnte Intel die auf Supercomputer spezialisierte Firma Cray gewinnen. Das Budget für das Projekt soll sich auf über 200 Millionen US-Dollar belaufen. Langfristig will Intel die Leistung des Superrechners sogar auf 450 Petaflops steigern.

Im Rechner verbaut ist eine unbekannte Anzahl von Xeon-Phi-Prozessoren. Diese werden im 10-Nanometer-Verfahren gefertigt und gelten als besonders energieeffizient. Dennoch soll sich der Stromverbrauch von Aurora auf bis zu 13 Megawatt belaufen. Zum Vergleich: Eine Kleinstadt mit 10.000 Einwohnern benötigt drei Megawatt.

Test: Entfernte Rechner steuern mit NoMachine 4.5

Nutzt man mehrere Rechner, ist eine Fernsteuerungssoftware sehr nützlich: Ein Systemadministrator kann damit die Computer der ganzen Firma verwalten, ein Heimanwender greift damit bequem auf seine Medienserver zu. Neben bekannten Lösungen von Apple und Teamviewer gibt es von Nomachine eine kostenlose Lösung. Die sowohl für Linux, Mac und Windows verfügbare Software ist für Privatanwender kostenlos und basiert auf Open Source. Noch relativ neu sind Clients für Android und iOS, Hauptzielgruppe der Firma

Nomachine
Vergrößern Nomachine

sind zwar Unternehmen, dank guter Performance ist die Software aber auch für Heimanwender interessant -  etwa um einen Mac vom iPad aus zu steuern. Die Bedienung ist einfach. Läuft die Anwendung auf einem Desktop, ist dieser wahlweise Client oder Server. Ein Desktop mit aktiver Software wird im gleichen Netz automatisch erkannt und kann komplett bedient werden - Eingabe von Benutzername und Kennwort genügen. Die Bedienung der iOS-Client-Version gleicht anderen Fernsteuerungsprogrammen, per Touchscreen simuliert man Maus und Tastatur. Die Desktop-Version bietet unter anderem ein Whiteboard für Besprechungen,  eine Aufnahmefunktion ist integriert. Die englischsprachige Oberfläche ist allerdings etwas altbacken. Dafür bietet Nomachine eine gute Performance, sogar für die Übertragung von Audio und Video ist die Verbindung geeignet. So können wir in einem WLAN-Netz schon in der Standardeinstellung ein HD-Video ruckelfrei übertragen, das funktioniert deutlich besser als mit Apple integrierter Lösung Bildschirmfreigabe. Die CPU-Last bei dieser Übertragung ist allerdings recht hoch. Noch besser wird die Bildqualität, nachdem wir über die Voreinstellungen H.264 als Codec auswählen und die Bildrate erhöhen. Auch zwischen iPad und Mac zeigt das Tool gute Leistungen. Für die Fernsteuerung per Web ist die Software ebenfalls geeignet, der Konkurrent Teamviewer bietet hier aber deutlich mehr Komfort. Insgesamt ist die kostenlose Software eine interessante Lösung, Bedienkomfort und Dokumentation sind aber mäßig. Schade: Nicht von der Fernsteuerungssoftware unterstützt wird die Retina-Auflösung neuerer Macs.

Empfehlung NoMachine

Um schnell auf einen Mac zuzugreifen ist Apples Bildschirmfreigabe völlig ausreichend, für den Support fremder Rechner ist Teamviewer besser geeignet. Für Spezialaufgaben wie die Übertragung von Videos oder Flash-Spiele auf ein iPad ist Nomachine aber eine interessante und kostenlose Lösung.

Zoomfunktion einschalten und als Lesehilfe einsetzen

Mit der Zoomfunktion von iOS 8 kann man sich ein kleines Fenster einblenden lassen, das wie eine Lupe den darunterliegenden Teil des Bildschirms vergrößert. Die Konfiguration der Zoomfunktion erfolgt in den Einstellungen unter „Allgemein > Bedienungshilfen > Zoom“. Dort wählen Sie unten über den Schieberegler die maximale Vergrößerung, die zwischen Faktor 1,2 und 15 liegt. Darüber stellen Sie im Menü den Zoombereich auf „Zoomfenster“. Schalten Sie den Zoom ein, und rufen Sie durch dreifaches Tippen mit drei Fingern die Zoomsteuerung auf. Hier können Sie die Vergrößerung fein einstellen. Daneben lassen sich hier weitere Parameter festlegen, etwa Vollbildzoom, Filter für Graustufen oder die invertierte Darstellung. Tippen Sie daneben, um die Steuerung wieder auszublenden. Das dreifache Tippen mit drei Fingern bringt dann die praktische Lesehilfe bei Bedarf immer auf das Display. Dabei werden jeweils die zuletzt verwendeten Einstellungen genutzt. Das Zoomfenster lässt sich am Rand verschieben. Zoom ist praktisch für detailreiche Inhalte.

Wählen Sie die passenden Einstellungen für die Zoomfunktion. Dank Zoom lassen sich auch kleine Schriften oder Objekte vergrößern.
Vergrößern Wählen Sie die passenden Einstellungen für die Zoomfunktion. Dank Zoom lassen sich auch kleine Schriften oder Objekte vergrößern.
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