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Morgenmagazin vom Montag, 13. Mai 2019

13.05.2019 | 07:04 Uhr |

Was Intels Roadmap für den Mac bedeutet +++ Was Apple von Googles I/O lernen kann +++ Was am Apple Store in Washington D.C. kritisiert wird +++ Siri-Konkurrent: Google Assistent offline möglich +++ Ebay: Originalverpackter Ur-iPod für 20.000 US-Dollar +++ Podcasts nun direkt über Google-Suche abspielbar +++ MagentaTV jetzt auch für Amazon Fire TV verfügbar +++ iFixit: Google Pixel 3A ist recht einfach zu reparieren

13. Mai: Apfelblüte

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Das war womöglich knapp - aber Frost hat es eher keinen mehr gegeben, dafür den lang ersehnten Regen. Die Obstblüte hat's überstanden und auch an Gerste und Weizen wird es zur Erntezeit eher nicht mangeln. Weinfässer und Bierkeller atmen auf.

Zum Frühstück aber lieber einen leckeren Apfelkuchen vor dem Apfelrechner. Der 13. Mai steht in den USA als National Apple Pie Day, im Kalender. Warum gerade im Mai, Apfelernte ist ja eher im September? Darüber schweigen sich die Quellen aus, wir können aber einen Zusammenhang mit der Haltbarkeit der wichtigsten Zutat konstruieren. Im Herbst geerntet, über den Winter und das Frühjahr kühl gelagert, drohten wohl vor Erfindung der Kühlhallen und der Agrarindustrie die Äpfel ab Mai allmählich faul zu werden. Also kamen sie verarbeitet in den Kuchen.

Aber das ist eine unbeweisbare, steile These. Sicher hingegen ist, dass erste Rezepte zu Apfelkuchen in England schon im 14ten Jahrhundert bekannt waren, der Apple Pie aber nun als uramerikanisches Rezept gilt. Mit einem Grinsen erinnern wir uns natürlich an die American-Pie-Filme, die in dieser Art mit, sagen wir mal Scones, eher nicht möglich gewesen wären.

Fertigen Apple Pie können wir in den meisten Supermärkten mit Apple Pay bezahlen, bei Bäckern und Konditoren hierzulande ist eher noch Barzahlung angesagt. Auch in anderen Bereichen wird es dauern, bis mir mit einem Tipp auf das Handgelenk oder einem Blick auf das iPhone bezahlen können. Apple ist aber recht rührig und sogar bereit, seine NFC-Technologie ein Stück weit zu öffnen. In den USA soll man nun bald auch an Parkuhren seine Gebühr per Apple Pay entrichten können - in Deutschland werden wir uns weiter darauf verlassen müssen, dass der Münzeinwurf in den dafür vorgesehenen Münzeinwurf auch tatsächlich passiert. Einerlei - heute vor 84 Jahren ging beim US-Patentamt die Anmeldung der Erfindung des Coin Controlled Parking Meters ein, erst gut drei Jahre danach bekam der Erfinder Carlton Cole Magee das Patent gewährt. Noch ein Stück Apfelkuchen? Peter Müller

Lesetipps für den Montag

Vorbild : Bis zur WWDC sind es nur noch drei Wochen und bestimmt hat Apple einige interessante Dinge zu zeigen. Von der Googles Entwicklerkonferenz war Dan Moren jedoch recht angetan und fand dort drei Neuerungen, die Apple-Produkten auch ganz gut stehen könnten. Da ist zum Beispiel die Hintergrundtätigkeit des Google Assistant, der anders als Siri nicht die gesamte Aufmerksamkeit des Betriebssystems benötigt, wenn er im Einsatz ist. Einen Home-Hub mit Bildschirm ähnlich dem Nest Hub Max würde auch Apple gut zu Gesicht stehen. Schließlich beeindruckt die automatische Untertitelung von Videos, die etwa auch bei Videochats funktioniert und zu bessere Verständigung führen könnte.

Roadmap : Intel hat letzte Woche seine Prozessor-Roadmap für 2020 und darüber hinaus vorgestellt, was Auswirkungen auch auf den Mac haben wird, der noch eine ganze Weile von Intel-Chips getrieben sein wird. Am interessantesten dürfte die neue im 10-nm-Verfahren gefertigte Generation Ice Lake sein, die auf der neuen Architektur Sunny Cove beruht. Intel will schon ab Juni die neuen Chips in Massen ausliefern. Sie versprechen deutlich höhere Performacen, Core für Core und auch die Grafikleistung soll sich deutlich verbessern. So darf man vor allem starke Sprünge beim Videoencodung erwarten. Zudem sind die integrierten Wireless-Komponenten und der interne Thunderbilt-3-Controller optimiert, Apple könnte das für noch dünnere Macbooks verwenden oder die Akkulaufzeit davon profitieren lassen. Spätestens im Herbst sollten diese kommen, eventuell schon zur WWDC. Für später im Jahr oder 2020 hat Intel Lakefield angekündigt, eine 3D-Stacking-Technologie, bei der CPU, RAM, Storage und/oder USB-Controller übereinander gestapelt werden und so weniger Platz einnehmen. Gedacht ist die Technolgiie vor allem für konvertible Tablets, eine Produktkategorie, die Apple nicht herstellt. Prinzipiell ist ein Einsatz im Macbook oder Macbook Air aber denkbar. Chips im 7-nm-Prozess wird Intel nicht vor 2021 fertig haben und dann zunächst den Serverbereich damit bedienen.

Rettung: In einem längeren Lesestück sind die Kollegen bei Apple Insider der Frage nachgegangen, ob und wie Apple mit Apple News+ den Journalismus "retten" könne, der im Zeitalter von Clickbait und Fake News dringend der Rettung bedürfe. Apple mache mit dem Abo es wieder attraktiv, für Qualitätsjournalismus zu bezahlen, seine enorme Kundenbasis helfe dabei, den Service unter die Leute zu bringen. Der Plan kann aufgehen, so wie es schon beim iPhone passiert ist, dass Apple die Kunden dazu brachte, für höherwertige Technik zu bezahlen - vor dem iPhone waren Handys meist per Subvention zu günstigen Anschaffungspreisen zu haben, die Innovation schritt aber nur langsam voran. Apple habe zudem mit dem iTunes Store und später dem Streamingdienst Apple Music der Musikindustrie wieder auf die Sprünge geholfen. Apple News+ hat für Apple nur wenig Risiko, wenn sich das Geschäft nicht selbst trägt, hat der iPhone-Anbieter immerhin ein attraktives Verkaufsargument.

Große Eröffnung : Fast auf den Tag genau 18 Jahre nach der Eröffnung der ersten Apple Stores in Virginia und Kalifornien hat Apple in der Carnegie Library in Washington D.C. am Samstag seinen bisher wohl spektakulärsten Laden eröffnet. Zur feierlichen Inbetriebnahme kam nicht nur Prominenz von der Westküste, mit CEO Tim Cook, Marketingchef Phil Schiller und dem neuen Retail-Vorstand Deirdre O'Brien war Spitzenpersonal aus Cupertino angereist, Washingtons Bürgermeisterin Muriel Bowser nahmen ebenfalls an der Veranstaltung teil. Nicht jedem gefällt aber der neue Verwendungszweck des 1903 eingeweihten Gebäudes. CityLabs kritisiert etwa, dass die Stadt eine ihrer "kulturellen Perlen" an ein kommerzielles Unternehmen übergebe, somit sei das Gebäude nicht mehr für die Allgemeinheit gedacht, sondern nur für Apple-Kunden und solche, die es sich leisten können, das werden zu wollen. Die unbestrittenen Vorteile der neuen Nutzung des seit Jahrzehnten nicht mehr als Bibliothek genutzten Gebäudes würden nicht aufwiegen, dass öffentlicher Raum privatisiert wurde.

Weitere Nachrichten:

Siri-Konkurrent: Google Assistent offline möglich

Google entdeckt den Datenschutz neu oder womöglich zum ersten Mal. Die Bemerkung von Sundar Pinchai kann man nur als Seitenhieb gegen Apple werten: "Datenschutz soll nicht das Privileg von einigen teuren Geräten werden, sondern für alle gelten." Ja, ja, sagt der CEO einer Firma, die eine Rekordstrafe gezahlt hat , dafür, dass die eigene Suchmaschine den Tracking-Schutz von Safari auf iPhones ausgehebelt hat. Doch diese Zeiten will Google vergessen machen.

Auf der aktuellen Entwicklerkonferenz I/O hat man eine neue Version eines eigenen digitalen Assistenten vorgestellt. Dieser kommt erst im Herbst und zunächst nur auf eigene Pixel-Geräte, eine Eigenschaft dabei ist wahrhaftig revolutionär: Google Assistant wird in der neuen Version "on device", heißt, ohne Internet-Verbindung funktionieren. In einem Blog-Beitrag beschreibt der Projektleiter von Google Assistant Manuel Bronstein , wie dies gelungen ist. Die ursprünglichen Algorithmen zur Spracherkennung und Sprachverständnis lagerten auf Google Servern und nahmen knapp 100 GB Speicher in Anspruch. Für die neue Version hat man den aktuellen Stand der Entwicklung von neuronalen Netzwerken ausgenutzt und aus diesen Grundlagen-Modellen und Algorithmen quasi ein Meta-Modell geschaffen. Dieses ist nur etwa einen halben Gigabyte groß und kann somit gleich mit auf dem Smartphone gespeichert werden. Sicherlich wird die neue Version von Google Assistant einige Einschränkungen haben: Erledigt werden eher lokale Anfragen oder Aufgaben, keine Wissensfragen, die Zugriff auf Wikipedia & Co. benötigen. Dafür verspricht Google sofortige Spracherkennung ohne Wartezeiten, auch Kettenanfragen sind möglich, also das, was wir als eine zusammenhängende Konversation verstehen. 

Zwar hat Apple mit Siri Shortcuts einen riesigen Schritt in Richtung Offline-Siri gemacht, denn bestimmte Shortcuts funktionieren ohne Internet-Verbindung, doch Google ist hier ein bisschen weiter: Nicht nur die Ausführung der Aufgaben funktioniert ohne Netz, wenn die Daten sich schon eh auf dem Smartphone und nicht irgendwo in der Cloud befinden, die Spracherkennung funktioniert auch ohne Internet. Schade nur, dass diese Offline-Variante zunächst nur den wenigen Nutzern von neueren Pixeln zu Gute kommt.

 

Ebay: Originalverpackter Ur-iPod für 20.000 US-Dollar

Auf Ebay gibt es die Tage ein ganz besonderes Angebot. Ein, von sich selbst behaupteter, „langjähriger Apple-Geräte-Sammler“ hat auf der Plattform ein fabrikversigelten originalen iPod zum Verkauf freigegeben. Der Original-iPod aus dem Jahr 2001 wurde vor 18 Jahren noch von Steve Jobs persönlich vorgestellt.

Der Sammler verlangt für den versiegelten iPod stolze 19.995 US-Dollar, zum Vergleich: der iPod kostete im Herbst 2001 noch knappe 400 US-Dollar. Das Gerät sei seit zwei Jahrzehnten in seinem Besitz gewesen und wurde stets „unter kühlen Temperaturen und vom Sonnenlicht entfernt“ gelagert gewesen. Er garantiert zudem, dass der iPod „vollständig unbenutzt und unangefasst“ ist, in der Originalverpackung seinen dann zudem Ohrhörer, Ladezubehör und Handbücher.

Die Hardware kann mit heutigen Smartphones natürlich nicht mehr mithalten. Der Ur-iPod hatte eine Minifestplatte mit 5 Gigabyte Speicherplatz für „1000 Songs in deiner Tasche“ verbaut. Als Anschluss diente hier noch die FireWire-Schnittstelle um das Gerät mit einem Mac zu verbinden. Bedient wurde das Gerät noch über das bekannte Clickwheel, der Bildschirm war damals noch monochrom.

Podcasts nun direkt über Google-Suche abspielbar

Über Google können nun Podcasts direkt abgerufen werden, denn Podcasts sind ab sofort in der Google-Websuche integriert. Sucht man neuerdings nach einem Podcast, können die gefundenen Suchergebnisse auch direkt abgespielt werden. Dazu spielt der neue Web-Player den Podcast per Klick ab.

Sie brauchen also keine zusätzliche Podcast-App mehr, auch ein abonnieren ist dann nicht mehr von Nöten. Über den Web-Player können Sie zusätzlich Podcast-Folgen als „gehört“ markieren, was natürlich nur Sinn macht, wenn man den Podcast auch abonniert hat. In der Suche sollen Podcast-Episoden dabei nicht nur anhand des Titels, sondern vielmehr im Hinblick auf den inhaltlichen Kontext dargestellt werden.

Wahlweise lassen sich die Podcast-Episoden aber auch abspeichern, um sie zu einem späteren Zeitpunkt in der Google-eigenen Podcast-App oder Googles Home-Lautsprecher abzuspielen.


MagentaTV jetzt auch für Amazon Fire TV verfügbar

Ab sofort steht MagentaTV, der Fernsehstreamingdienst der Deutschen Telekom, auch über Amazon Fire TV bereit. Kunden können mit der kostenlosen MagentaTV-App alle Inhalte von MagentaTV über Fire TV streamen.

Zum Start von MagentaTV auf Amazon-FireTV-Geräten fehlen allerdings wichtige Funktionen wie Timeshift und Restart für zeitversetztes Fernsehen. Laufende Sendungen kann man also nicht anhalten und später weiter anschauen. Somit handelt es sich derzeit bei MagentaTV auf Fire-TV-Geräten sozusagen um lineares Fernsehen. Außerdem soll die MagentaTV-App nicht auf Fire-TV-Geräten der ersten Generation laufen, wie Golem schreibt.

MagentaTV für Fire TV ist monatlich kündbar und kostet 7,95 Euro im Monat. Der erste Monat ist kostenlos. Der Streamingdienst ist nicht an einen Internetzugang der Deutschen Telekom gebunden und kann mit jedem beliebigen Internetzugangs-Provider benutzt werden, sofern die Bandbreite ausreicht.
 
Wer einen Telekom-Festnetzanschluss wie MagentaZuhause besitzt, bekommt Magenta TV für 4,95 Euro pro Monat.

Die Deutsche Telekom erweiterte kürzlich ihr MagentaTV-Angebot. Um rund 350 Inhalte des ZDF. Neu dazu kommen die Serien „Die Schwarzwaldklinik“, „Tonio & Julia“ und „Ku'damm 59“. „Der Bergdoktor“ und „Wilsberg“ wiederum waren schon bisher auf MagentaTV verfügbar. Jetzt kommen weitere Folgen dieser beiden Serien dazu. Damit stehen laut Telekom jetzt mehr als 8.500 Inhalte von ARD Plus, ZDF Select sowie ARD Plus Kids und ZDFtivi Select zum Abruf bereit.

„Die Schwarzwaldklinik“ mit den Geschichten um Prof. Brinkmann und sein Team sei bereits jetzt einer der meistgesehenen Inhalte auf MagentaTV.  Außerdem seien „Tatort“, „Derrick“ und „Der Bergdoktor“ bei den MagentaTV-Nutzern sehr beliebt sind. Offensichtlich gehören MagentaTV-Nutzer überwiegend nicht zur Generation Instagram…

Sie können MagentaTV mit jedem beliebigen Internetzugangsanbieter wie zum Beispiel Vodafone, 1und1 oder Unitymedia oder einem regionalen Anbieter nutzen und müssen nicht über die Deutsche Telekom ins Internet gehen. MagentaTV der Deutschen Telekom bündelt klassisches Fernsehen, Media- und Videotheken sowie Streamingdienste und exklusive Inhalte auf einer Plattform. Es umfasst rund 300 TV-Sender und mehr als 100 HD-Kanäle. Mit Funktionen wie Timeshift, Restart und 7-Tage-Replay



iFixit: Google Pixel 3A ist recht einfach zu reparieren

I m Teardown des Google-Smartphones Pixel 3A und 3A XL durch die Spezialisten von iFixit geben diese auch eine Bewertung darüber ab, wie schwierig die Instandhaltung des Smartphones ist: Das Pixel 3A ist demnach recht einfach zu reparieren.

iFixit vergab als Wertung der Reparierbarkeit des Gerätes 6 von 10 Punkten und merkte an, dass gerade das Display des Smartphones recht einfach zu entfernen sei – sogar ohne jegliche Anwendung eines Hitzestrahlers oder Haar-Föhns, die sonst meisten nötig sind um den Klebstoff, der das Display hält, zum Schmelzen zu bringen. Google verwende stattdessen einen „schwammigen, leicht zu entfernenden Klebstoff“. Der Nachteil: das Smartphone ist dadurch auch weniger Wasserdicht als andere aktuelle Smartphones.

Komponenten wie der USB-C-Anschluss oder die Kopfhörerbuchse seien weitestgehend modular und könnten ohne großen Aufwand ausgetauscht werden. Auch der Akku soll einfach zu entfernen sein, hier werde ein dehnbarer Kleber verwendet, der sich recht einfach vom Gehäuse des Gerätes lösen lasse.

Ganz ohne Kritik kommt aber auch das Pixel 3A nicht aus: die vielen dünnen Flachbandkabel, die im Gerät vorhanden sind, können die Arbeit im Gerät erschweren, ein Herumarbeiten gestaltet sich schwierig und die dünnen Kabel könnten zerreißen.

 


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