1931700

Morgenmagazin vom Montag, 14. April

14.04.2014 | 07:25 Uhr |

Was heute wichtig wird: 14. April 2014 +++ NSA dementiert, von Heartbleed gewusst zu haben +++ Analyst rechnet mit Billig-iMac zur WWDC +++ Heartbleed-Bug nicht so gefährlich wie gedacht? +++ Apple heuert Marketing-Experten Karl Heiselmann an +++ Software-Synthesizer Metasynth jetzt voll Mavericks-kompatibel +++ Macphun: Focus 2 mit direkter Bildbestellung +++ Akvis: Retoucher 7 zur Fotorestaurierung mit zusätzlichen Funktionen +++ Twitter mit Echtzeit-Benachrichtigungen

Was heute wichtig wird: 14. April 2014

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Im Prozess von Apple vs. Samsung wird sich diese Woche der massiver Patentverletzungen beschuldigte koreanische Konzern gegen die Vorwürfe Apples verteidigen. Apple hat indes seine Beweisaufnahme abgeschlossen und in den letzten Verhandlungstagen nochmals dargelegt, wie viel Blut, Schweiß und Tränen die Entwicklung des iPhones gekostet haben will. Innovation sei nur aus Cupertino gekommen, Samsung und die anderen hätten sich schamlos an all den Erfindungen bedient. Samsung wird nun versuchen, dieses Bild zu erschüttern und die Leistungen der Apple-Ingenieure klein zu reden . Interessantes Detail am Rande: Im Gerichtssaal, in dem über die Smartphonebranche verhandelt wird, ist die Benutzung mobiler Geräte mit Internetzugang untersagt. Das ist in den meisten Gerichtssälen der Welt so, nur ist Richterin Lucy Koh sonst weit toleranter, was die Benutzung elektronischer Hilfsmittel betrifft. In diesem Fall macht aber die Technik einen Strich durch die Rechnung, berichten unsere Kollegen der Macworld. Denn Mobiltelefone stören die Display am Richtertisch, über die die Vorsitzende etwa die Protokolle der Gerichtsschreiber erhält. Prozessbeteiligte und Publikum seien daher gebeten, ihre Geräte abzuschalten und zwar komplett. Eine Apple-Angestellte, die sich an das Gebot nicht hielt, bekam auch glatt einen Rüffel von der Richterin, die zuvor aber auch schon ein eingeschaltetes Samsunghandy auf der Gegenseite identifizieren und abschalten ließ. Mit gestörten Wi-Fis hatte auch der verblichene Apple-CEO Steve Jobs zu kämpfen, seinerzeit bei der Vorstellung des iPhone 3GS im Juni 2009. Die Zuhörer der Keynote der WWDC folgten aber nur zögerlich der Aufforderung, Ihre Wi-Fis abzuschalten, wie in diversen Live-Blogs zu lesen stand...

Lesetipps am Morgen:

Apple hat doppelt so viel Bares wie die US-Regierung ( Forbes )

Apple kauft "grüne" Energiequelle für sein Rechenzentrum in Oregon ( Apple Insider )

Apple-Fan hat sich iPad schon 2004 vorgestellt ( Venture Beat )

Warum Apple ein Phablet braucht ( CNET )

NSA dementiert, von Heartbleed gewusst zu haben

Am letzten Freitag berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg , dass die US-Sicherheitsbehörde NSA schon seit zwei Jahren die Open-SSL-Schwachstelle "Heartbleed" kannte - und aktiv ausnutzte. NSA hat diese Anschuldigung umgehend dementiert und via Twitter die offizielle Mitteilung veröffentlicht, dass NSA nichts von der Heartbleed-Sicherheitslücke wusste, bevor sie vor kurzen veröffentlicht wurde.

Bloomberg beruft sich auf zwei Insider-Quellen und veröffentlichte den Bericht am gleichen Tag, als die US-Verfassungsschützer vor Heartbleed warnten und einräumten, dass Systeme ohne Patch des Open-SSL-Codes Benutzernamen und Passworte preisgeben können, aber bisher noch keine Fälle bekannt sind, dass jemand aktiv diese Sicherheitslücke ausnutzte.

Nach den Enthüllungen von Edward Snowden hat die NSA Spionagenetze ausgebaut, die weltweit private E-Mails, Internet-Suchen, Metadaten und Standorte von Handys erfasst und nicht vor der Ausbeutung der Daten von Yahoo, Facebook oder Google zurückschreckt. Trotz der umgehenden Dementierung der US-Sicherheitsbehörde NSA passt der Schuh: Snowden hatte im letzten September veröffentlicht, dass die NSA mit Leichtigkeit fast alle gängigen Verschlüsselungen entschlüsseln kann und angeblich sich dabei auf das Knacken der SSL-Codes spezialisiert haben soll.

Analyst rechnet mit Billig-iMac zur WWDC

Das letzte iMac-Update kam in der letzten Septemberwoche 2013, als Apple dieser Modell-Reihe den Haswell-Prozessor, bessere Grafik, Unterstützung des schnelleren Wi-Fi und PCIe-Flash-Speicher verpasste. Die Frage ist also nicht ob, sondern nur wann kommt in 2014 das nächste iMac-Update?

Ming-Chi Kuo, Analyst bei KGI, hat dafür eine präzise Vorhersage. Er erwartet, dass Apple am 2. Juni auf der WWDC 2014 neue iMac inklusive einem extra-günstigen Einsteigermodell vorstellen wird, die ab September dann im Handel verfügbar sein sollen. Das September-Datum ist wahrscheinlich - dann sind die derzeit aktuellen iMacs genau ein Jahr alt, aber die Prognose mit dem neuen Einsteiger-iMac ist neu. Kuo erwartet, dass dieses Modell ein Apple-Zugeständnis an den wachsenden Markt in China ist und dort Apples Position und Marktanteil stärken wird. Um genau zu sein: Apple soll 4,8 Millionen dieser neuen Einsteiger-iMacs verkaufen und damit bei den iMac-Umsätzen insgesamt 23 Prozent zulegen.

Und der Preis? Das Einsteigermodell des Macbook Air kostet zur Zeit rund 1000 Euro. Den kleinsten Mac Mini gibt es für knapp 630 Euro. Und das derzeitige iMac-Einsteigermodell schlägt mit 1300 Euro zu Buche. Kuo schätzt, dass ein Billig-iMac über dem Preis des Macbook Air angesetzt wird, also schätzungsweise 1100 bis 1150 Euro kosten soll.

Und die Ausstattung? Intel hat in seinem Quartalsbericht im letzten Oktober eingeräumt, dass die nächste Prozessor-Generation drei Monate später als geplant verfügbar sein wird. Dank einem Fehler in dem 14-Nanometer-Herstellungsprozess wird der Broadwell-Prozessor also nicht rechtzeitig zur WWDC im Juni einsatzbereit sein, sondern bis Oktober auf sich warten lassen. Wenn Apple also im Juni neue iMacs vorstellt, basieren die höchstwahrscheinlich alle noch auf dem Haswell-Prozessor. Auch ein optisches Re-Design ist nicht zu erwarten: Apple hat in 2012 den iMac drastisch dünner vorgestellt und das Design ist noch bestens auf die aktuellen Macbooks abgestimmt.

Kommt das Retina Display für den iMac? Wenn Apple eine höhere Auflösung für den iMac vorstellt, wird dies höchstwahrscheinlich keine echte Retina-Auflösung sein, Der 27-Zoll-iMac hat derzeit 1560 x 1400 Bildschirmpunkte. Für echte Retina-Auslösung müsste Apple dies auf 5120 X 2880 Pixel hochschrauben: Analysten hingegen erwarten, dass Apple die Anzahl der Pixel lediglich verdoppelt, und nicht vervierfacht, also den 27-Zoll Bildschirm auf 3840 x 2400 Pixel verfeinert. Die Display-Herstellung mit voller Retina-Auflösung käme einfach viel zu teuer.

Und der Mac Mini? Ein Update des Mac Mini ist bereits seit letztem Jahr überfällig. So gesehen ist ein rundum überholtes Modell auf der WWDC 2014 echt notwendig - oder die Gerüchte, dass Apple diese Modellreihe einstellen wird , erweisen sich als wahr? Kuo sieht die Vernachlässigung des Mac Mini durch Apple nur als eine weitere Bestätigung, dass ein günstigerer iMac die Lücke schließen wird.

Heartbleed-Bug nicht so gefährlich wie gedacht?

Heartbleed-Bug nicht so gefährlich wie gedacht? (c) heartbleed.com
Vergrößern Heartbleed-Bug nicht so gefährlich wie gedacht? (c) heartbleed.com
© heartbleed.com

Der am Montag bekannt gewordene Heartbleed-Bug kompromittiert SSL-Verbindungen. Diese Verschlüsselung kommt bei zahlreichen Internetseiten zum Einsatz und verhindert beispielsweise das Ausspähen von Online-Banking oder -Kommunikation.

Das Content Distribution Network CloudFlare geht dennoch davon aus, dass der Zugriff auf die hierfür genutzten privaten Schlüssel durch Heartbleed nicht ermöglicht wurde. In Tests gelang es dem Unternehmen nicht, in den Besitz der privaten Schlüssel zu kommen. Zwar sei der Zugriff nach Ansicht von Forscher Nick Sullivan theoretisch möglich, er wäre jedoch sehr schwer.

Darüber hinaus gäbe es Hinweise, dass ein Zugriff auf die SSL-Schlüssel überhaupt nicht realisierbar sei. Sollte sich diese Einschätzung bestätigen, so wäre Heartbleed nicht so gefährlich wie anfangs angenommen. In Testläufen wurden zwar von einigen Apache-Servern bei der ersten Anfrage private Schlüssel verschickt, dies könnte jedoch auch mit dem zum Aufspielen der neuen Version nötigen Neustart der jeweiligen Server in Verbindung stehen.

Heartbleed OpenSSL-Lücke - so schützen Sie sich wirksam!

Firmenchef Matthew Prince sieht Heartbleed dennoch als extrem gefährlich an. Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass Organisationen wie die NSA massenhaft Daten über die Schwachstelle gesammelt hätten.

Apple heuert Marketing-Experten Karl Heiselmann an

Karl Heiselmann, seit 14 Jahren Mitarbeiter bei der Werbeagentur Wolff Olins , gut die Hälfte davon als CEO, bestätigte am letzten Freitag gegenüber der Zeitung Ad Age, dass er demnächst eine Position bei Apple antreten wird. Die Kollegen von Appleinsider berichten, dass dies nicht Heiselmanns erster Kontakt mit Apple ist: Bereits in 1990, bevor Steve Job zu Apple zurückkehrte, stand Heiselmann als Designer unter Vertrag mit Apple.

In einem Interview von 2009 mit dem Guardian zeigte Heiselmann sich kritisch. Er bezeichnete Apple als "zu glatt" und äußerte Bedenken, dass sich die Firma als "zu aalglatt" für Apples eigene Ansprüche entwickeln könnte.

Die Neuigkeiten über Apples Anheuern des CEO einer führenden Marketing-Firma kommt nur wenige Tage nach dem Aufeinanderprallen von Apples und Samsungs Werbeagenturen im andauernden Rechtsstreit der beiden Parteien. Phil Schiller, Marketingchef bei Apple, äußerte sich im Prozess besorgt, dass Samsungs aggressive Werbetaktiken das Image von Apple auf Dauer schädigen könnten.

Auf der anderen Seite hat aber Apple bereits im letzten September durchsickern lassen, dass die interne Werbeabteilung von ungefähr 300 auf 500 oder 600 Mitarbeiter ausgebaut werden soll. Bereits im Dezember hat sich Apple einen anderen erfolgreichen Namen gesichert: Arem Duplessis , Design-Direktor des New York Times Magazine arbeitet jetzt für Apple.

Software-Synthesizer Metasynth jetzt voll Mavericks-kompatibel

Laut Entwickler U&I Software ist Metasynth nicht einfach ein Software-basierter Synthesizer, sondern ein voll ausgestattetes elektronisches Musik- und Sound-Studio mit experimenteller Laborqualität. Dazu bietet es dem Nutzer sechs ”Räume” mit unterschiedlichen Bedienoberflächen, die das Komponieren von Musik- und Sound-Effekten intuitiv und anregend machen sollen. So etwa lässt sich Musik gewissermaßen grafisch aufzeichnen, die Software wandelt die Bilder in Klänge. Dies geschieht speziell im Raum Image Synth. Weitere Räume dienen Effekten, der Montage, der Arbeit mit Klängen und von Patterns. Dafür bietet die Software zahlreiche Effekte und Optionen. Direkten Input von MIDI-Quellen unterstützt das Programm allerdings nicht, hierfür stehen indirekte Optionen zur Verfügung .

Metasynth 5.4 läuft ab Mac-OS X 10.5 auf einem Intel-Mac bis einschließlich Mavericks, für PPC-Macs steht immer noch eine ältere Version zur Verfügung. Eine Demoversion ist ebenfalls erhältlich. Diese verfügt über alle Möglichkeiten der Software, es lassen sich aber die eigenen Musikstücke nicht speichern, bis man das Programm für derzeit 299 US-Dollar (Angebotspreis gültig bis 30. April 2014) erworben hat. Der reguläre Preis liegt bei 600 US-Dollar, ermäßigte Angebote für den Bildungsbereich sind verfügbar. Das Update auf 5.4 ist für Lizenzinhaber von Metasynth 5.x kostenlos. Ein Upgrade von früheren Versionen aus gibt es für 99 US-Dollar.

Macphun: Focus 2 mit direkter Bildbestellung

Focus 2 ermöglicht gezielte Unschärfen (Bokeh) und Fokussierungen zur Hervorhebung von Details auf digitalen Fotos wie etwa Betonungen in Portraits, von Gebäuden oder auch das beliebte Tilt-Shift, das Motive wie aus Spielzeuglandschaften erscheinen lässt.
Die neue Version bringt dem Entwickler zufolge mehrere Verbesserungen wie erweiterte Pinsel mit mehr Präzision und eine schnellere Bildverarbeitung. Außerdem kann man nun reale Bilder direkt aus Focus 2 über den Menüpunkt File/Order Prints über den internationalen Versender Milkbooks http://www.milkbooks.com in verschiedenen Größen und Ausführungen kostenpflichtig bestellen. Hierzu öffnet sich ein eigenes Auswahlfenster mit Anzeige der Größe, der Varianten (etwa Postkarte oder Fotoalbum) und Preise. Wie zuvor lassen sich die Bilder auch per E-Mail oder über soziale Netzwerke teilen.
Focus 2 Pro, das zusätzlich als Plugin für Bildbearbeitungsprogramme wie Photoshop, Lightroom oder Aperture fungiert, kostet 30 Euro, als Upgrade auf die einfachere und günstigere Focus 2-Version ( im Mac App Store erhältlich ) zahlt man genau die Hälfte, also 14,50 Euro. Die Systemvoraussetzungen liegen bei mindestens OS X 10.7 Lion.

Akvis: Retoucher 7 zur Fotorestaurierung mit zusätzlichen Funktionen

Akvis Retoucher ist eine Software zur Fotorestaurierung. Das Programm entfernt laut Entwickler Kratzer, Staub, Flecke und sonstige Defekte, die auf beschädigten Fotos auftreten und rekonstruiert fehlende Teile eines digitalen Bildes, indem die angrenzenden Bereiche zur Wiederherstellung herangezogen werden. Darüber hinaus erlaubt es die Software, unerwünschte Objekte aus den Bildern zu entfernen. Dabei soll das Programm einfach zu bedienen sein.

Neu in Version 7 sind die Optionen horizontal und vertikal spiegeln für den Chamäleonpinsel sowie neue Tastaturkürzel für die Funktionen Zoom, Verschieben und das Ändern der Pinselgröße.

Hinzugekommen ist ferner eine erweiterte RAW-Unterstützung für die Standalone-Version. Die eingearbeiteten Fehlerbehebungen betreffen dem Entwickler zufolge kleinere Stapelverarbeitungsfehler, Lichtquadrate auf Graustufenbildern, einen Absturz bei Auswahl des gesamten Bildes sowie einige Schnittstellenfehler.

Die Software läuft unter Windows XP/Vista/Win7/Win 8 sowie unter Mac-OS X 10.4-10.9 (jeweils in der 32- und 64-Bit Version). Retoucher gibt es als Zusatzmodul zur Integration in ein Bildbearbeitungsprogramm (Plugin) sowie als eigenständige Version (Standalone) ab 67 Euro. Lizenzinhaber können kostenlos auf die neue Version 7.0 updaten.

Twitter mit Echtzeit-Benachrichtigungen

Twitter mit Echtzeit-Benachrichtigungen (c) twitter.com
Vergrößern Twitter mit Echtzeit-Benachrichtigungen (c) twitter.com
© twitter.com

Die bislang nur in der Twitter-App zur Verfügung stehende Benachrichtigung über neue Beiträge steht ab sofort auch auf der Webseite des Mikroblogging-Dienstes zur Verfügung. Ist die Internetseite von Twitter geöffnet, so erscheint bei ausgewählten Ereignissen wie in der App für Android und iOS ein kleines Pop-Up-Fenster.

Nutzer können in den Einstellungen festlegen, welche Aktionen zu einer solchen Benachrichtigung führen sollen. Zur Verfügung stehen beispielsweise Retweets, Direktnachrichten, neue Follower oder Favorisierungen der eigenen Beiträge.

Hilfreich wird das kleine Fenster zusätzlich, da darüber auch direkt mit anderen Nutzern interagiert werden kann. Eingegangene Nachrichten lassen sich beispielsweise direkt an dieser Stelle beantworten.

Erwaehnung, TwentyFeet, SproutSocial, SocialMotus: Nützliche Tools für die Social Media-Überwachung

Wann das Update der Webseite für alle Anwender zur Verfügung stehen wird, ist nicht bekannt. Twitter setzt bei derartigen Neuerungen meist auf eine kontinuierlich ausgeweitete Auslieferung. Im schlimmsten Fall kann dies mehrere Tage oder sogar Wochen dauern.

1931700