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Morgenmagazin vom Montag, 14. Dezember 2015

14.12.2015 | 06:56 Uhr | Peter Müller

14. Dezember 2015 +++ Taylor Swift: Konzertfilm exklusiv über Apple Music +++ Update für iTunes +++ Airplay für Google Play +++ Apple Store mit mehr Klasse +++ Filmbiografie über Steve Jobs viermal nominiert +++ Chrome-Addon ersetzt Donald Trumps Namen auf Websites +++ UPD: Steve-Jobs-Denkmal nach Cook-Outing abmontiert

Was heute wichtig wird: 14. Dezember 2015

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Welttage gibt es ja allerlei naheliegende und etliche kuriose, wenn wir da nur an den Internationalen Tag der Berge denken der letzten Freitag statt fand. Einen Welttag der Physik gibt es bis heute aber nicht - vielleicht sollte der 14. Dezember dazu erklärt werden. An diesem Tag im Jahr 1900 stellte Max Planck in Berlin seine mathematisch-physikalische Erklärung der Schwarzkörperstrahlung vor. Die bis dahin anerkannten Theorien erklärten zwar ganz gut das Spektrum eines Wärme abstrahlenden Körpers bei niedrigen Temperaturen ganz gut, versagten aber bei höheren. Gänzlich inkonsistent wurde sie aber, da sie bei gegebener Temperatur einen unendlichen Energieinhalt nicht ausschließen konnten. Planck kam nun auf die Idee, dass Energie nur gequantelt hinzugefügt oder abgeführt werden kann und führte als Hilfsgröße das Wirkungsquantum h (h steht für "hilft") ein. Plötzlich war die Unendlichkeit gezähmt und das Spektrum über alle Temperaturbereiche erklärt.

Was die physikalische Konsequenz daraus war, darüber herrschte aber noch ein paar Jahrzehnte lang Rätselraten. Ausgerechnet Albert Einstein wies mit seiner Erklärung des photoelektrischen Effekts die Existenz der Wirkungsquanten nach, die wir seither als Photonen bezeichnen. Dabei waren Einstein die Kopenhagener Deutungen der Quantenmechanik ("Gott würfelt nicht!") eigentlich suspekt. Aber genau dafür erhielt Einstein den Nobelpreis und nicht für seine nicht minder disruptive Relativitätstheorie.

Während ohne Berücksichtigung der Effekte der Relativitätstheorie kein GPS-Gerät funktionieren würde, gäbe es ohne Kenntnis der Welt der Quanten gar keine elektronischen Computer. Rechenmaschinen wie die von Zuse, die auf Theorien von Charles Babbage und Ada Lovelace basieren und ganze Fabrikhallen füllen, wären der höchste Stand der Technik. Nun machen sich heutige Computer aber allenfalls makroskopische Quanteneffekte, wie sie in Halbleitern auftreten, zu Nutze, die scheinbar bizarre Welt der Quanten, in der ein System mehrere Zustände gleichzeitig annehmen kann, ist noch für einige Jahrzehnte der technischen Nutzung vorenthalten. Immerhin zeigten in der vergangene Woche Google und die NASA ein funktionierendes Quantenexperiment in Form einen Computers, der bis zu 100 Millionen Mal schneller als heutige Maschinen rechnen soll. Gleichzeitig gelang des den Physikern des Max-Planck(sic!)-Instituts für Plasmaphysik in ihrer Forschungsanlage in Greifswald, für Sekundenbruchteile ein Plasma in einem Raum aufrecht zu erhalten, dessen komplizierte Form die leistungsstärksten Computer über Jahre hinweg berechneten. Das Wort "Quantensprung" wird ja immer vorschnell verwendet, will man das Bild eines großen Fortschritts zeichnen. Max Plancks Vortrag vom 14. Dezember 1900 war mehr als ein Quantensprung, er war einer der bedeutendsten Leistungen in einer Disziplin der Naturwissenschaft, die so eng an der Geisteswissenschaft anlehnt. Peter Müller

Lesetipps für den Montag:

Verbraucherinformationen: Nun nutzt auch Apple Pop-Up-Werbungen, die den gesamten iPhone-Bildschirm einnehmen, um seine Produkte zu bewerben. Konkret zeigt Apple den Nutzern älteren iPhones in der App Store App Hinweise auf die jüngste iPhone-Generation 6S (Plus). Die Werbung scheint aber nicht bei jedem Nutzer bei jedem Besuch des App Store aufzutauchen, die Berichte über das Werbe-Pop-Up sind daher schwer reproduzierbar.

Apple Store soll mehr Klasse bekommen: Seit zwei Jahren kümmert sich Angela Ahrendts um die Apple Stores. Eines der Ziele der Retail-Chefin dürfte sein, das Einkaufserlebnis noch exklusiver und die Stores noch luxuriöser zu machen. Einiges ist schon in die Wege geleitet, anders harrt noch der Umsetzung. Unsere Kollegen der Macworld haben fünf Baustellen ausgemacht, auf denen Ahrendts tätig sein sollte oder es schon ist. Das geht über das Design der Möbel und Kleidung der "Genius" genannten Berater über den Verzicht auf Warteschlangen bei einem Produktstart. Apple sollte aber auch nicht so knickrig sein und billiges Zubehör extra zu verkaufen, etwa das Sicherungsband für die Apple TV Remote. Einem Premiumhersteller mit Premiumpreisen steht so etwas nicht gut zu Gesicht.

Airplay für Google Play: Nun kann man sich auch Inhalte aus Google Play Movies oder Google Play TV auf dem Apple TV ansehen, wenn auch erst einmal nur über Umwege. In einem Update hat Google seine Apps mit Airplay ausgerüstet, was das Streamen auf das Apple TV ermöglicht. Native Apps für das Apple TV 4 fehlen jedoch noch.

Update : Am Freitag hat Apple mit iTunes 12.3.2 auch den Zugang für sein Klassikangebot im iTunes Store und Apple Music auf dem Mac optimiert. Was bereits in der Music-App von iOS 9.2 enthalten war, die bereits früher in der Woche herauskam, kann nun auch iTunes: Bei klassischer Musik das Werk, den Komponisten und den Interpreten darstellen. Das Update auf iTunes 12.3.2 bringt laut Releasenotes zudem Verbesserungen bei der Stabilität und der Leistung.

Exklusiv: Pop-Star Taylor Swift hat am Sonntag angekündigt, einen Konzertfilm exklusiv über Apple Music zu streamen. Dabei handelt es sich um einen Mitschnitt eines der Konzertes ihrer 1989 World Live Tour. Der Film soll am 20. Dezember über Beats Music streamen. Für den heutigen Montag um 17 Uhr MEZ hat Swift zudem die Ausstrahlung eines exklsuiven Interviews über Beats 1 angekündigt.

Weitere Nachrichten:

Filmbiografie über Steve Jobs viermal nominiert

Die von Universal produzierte Filmbiografie über Apple-Mitbegründer Steve Jobs gehört mit einem weltweiten Umsatz von 24 Millionen US-Dollar nicht gerade zu den Kassenschlagern der Kinowelt. Dennoch hat der Film viele Befürworter.

In diesem Jahr ist die Filmbiografie Steve Jobs gleich für vier Golden Globe Awards nominiert. Daniel Pemberton könnte demnach einen Award für den Soundtrack des Films abstauben. Nominiert sind weiterhin die Schauspieler Michael Fassbender, der Steve Jobs mint, sowie Kate Winslet, die Steves Assistentin Joanna Hoffman verkörpert.

Steve Jobs wäre in diesem Jahr 60 Jahre alt geworden

Das Drehbuch des Films könnte „Steve Jobs“ noch einen vierten Golden Globe bescheren. Aaron Sorkins wurde in der Kategorie Best Screenplay nominiert. Die letztliche Entscheidung über die Gewinner treffen Mitglieder der Hollywood Foreign Press Association. Die Bekanntgabe erfolgt am 10. Januar 2016.

Chrome-Addon ersetzt Donald Trumps Namen auf Websites

Der US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump sorgt in letzter Zeit verstärkt mit kontroversen Aussagen für Diskussionen und hat sich kürzlich sogar mit Amazon-Chef Jeff Bezos angelegt. In einer öffentlichen Rede nach dem Amoklauf in San Bernadino hatte Trump gefordert, Muslime nicht mehr in die USA einreisen zu lassen. Daraufhin hatte Harry-Potter-Schöpferin JK Rowling in einem Tweet geäußert, Trump sei "schlimmer als Voldemort".

Inspiriert von JK Rowlings Aussage hat Jura-Studentin Sarah Xiyi Chen nun eine Anti-Donald-Trump-Erweiterung für Chrome veröffentlicht. Das teilt Chen in einem Tweet mit dem Hashtag #Trump2Voldemort mit.

Die Chrome-Erweiterung Trump2Voldemort ist hier im Google Play Store erhältlich. Nach der Installation wird jede im Browser geöffente Website nach dem Namen "Donald Trump" durchsucht. Der Name wird dann jeweils durch einen der drei Varianten ersetzt: "He-Who-Most-Not-Be-Named" (Er dessen Name nicht genannt werden darf), "You-Know-Who" (Du weißt wer), "Voldemort" oder "Tom Riddle" ersetzt.

In der Beschreibung zur Erweiterung fordert Chen die Nutzer dazu auf, sich gegen Rassismus und Hass zur Wehr zu setzen. Man solle sich für Muslime einsetzen, die man im Alltag trifft oder kennt und Flüchtlingen helfen. Auf keinen Fall sollte "Lord Voldemort" gewählt werden.

UPD: Steve-Jobs-Denkmal nach Cook-Outing abmontiert

Update ein Jahr später: Es gibt wohl keine Hoffnung mehr, dass das Denkmal je auf seinen Platz zurückkehrt.

Update 03.12.2014 13:30 Wir haben nun eine Antwort von der Pressestelle der Universtiät erhalten. Auf unsere Frage "Wann wird das zur Zeit restaurierte Steve-Jobs-Denkmal wieder auf dem Uni-Gelände aufgestellt?" hat Herr Itin in einer Mail an die Macwelt-Redaktion geantwortet: "Wenn das Denkmal fertig restauriert ist. Sehen Sie dazu ein Kommentar des Uni-Präsidenten vom 4. November".

Update 06.11.2014 09:30: Mittlerweile hat die Presse-Stelle des West-Europäischen Wirtschaftsverbandes ihre Sichtweise auf die Demontages des Denkmals gegenüber der russischen Medien bestätigt und die Meldung der Uni dementiert: Das Steve-Jobs-Denkmal wird höchtswahrscheinlich nicht an seine Stelle zurückkehren, die endgültige Entscheidung über das mannshohe iPhone wird aber erst am 1. Dezember getroffen. Bis dahin schlägt der Verband vor, über die Geschicke des Denkmals im Internet abzustimmen .

Die Leitung von Vkontakte - dem russischen Facebook - hat dem Wirtschaftsverband eine alternative Lösung vorgeschlagen. Der stellvertretende Geschäftsführer von Vkontakte Dmitrij Sergeev erklärt sich in einem offenen Brief bereit, die Reparaturkosten und den Organisationsaufwand für die neue Stelle für das Denkmal zu übernehmen.

Update 04.11.2014 13:30 : Kurz nach den zahlreichen Berichten hat die Presse-Stelle der Universität gestern Abend die endgültige Demontage dementiert . Das Denkmal sei nur für eine Bildschirm-Reparatur entfernt worden und würde in der Zukunft wieder an seinen Platz im Vorhof der Uni platziert. Wir haben den West-Europäischen Wirtschaftsverband um eine Stellungsnahme zu den widersprüchlichen Berichten rund um das Denkmal gebeten. Über eine Antwort werden wir selbstverständlich berichten.

In Sankt Petersburg fand man wohl kein Gefallen am öffentlichen Outing des Apple-Chefs , daraufhin wurde das Steve-Jobs-Denkmal im Vorhof der Technischen Universität zu Sankt Petersburg abmontiert. 

Maxim Dowgopolow, Vorsitzender des West-Europäischen Wirtschaftsverbandes, hatte 2012 die Idee mit dem Denkmal vorangetrieben. Zu der Demontage sagt er: " Ich rufe alle auf, nicht nur auf iPhones zu verzichten, sondern auf alle Geräte, die die Nutzerdaten an die US-Amerikanischen Sicherheitsdienste ausliefern ". Die Pressestelle des Wirtschaftverbandes weist zudem darauf hin, dass "Homosexualitätspropaganda" gegenüber Minderjährigen in Russland verboten sei, Tim Cook als Apple-Chef würde durch sein öffentliches Outing diese Propaganda betreiben.

Das Denkmal wurde erst letztes Jahr errichtet und hatte die Form eines mannshohen iPhones. Die Uni ließ 2012 extra das Projekt ausschreiben, in der offiziellen Pressemitteilung anlässlich der Veröffentlichung lobte die Uni-Leitung noch die Rolle von Steve Jobs als einen Wegbereiter, der die IT erst massentauglich gemacht hat.

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