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Morgenmagazin vom Montag, 14. Dezember 2020

14.12.2020 | 06:53 Uhr | Peter Müller

Tim Cook spricht auf Klimagipfel der UN +++ Magsafe Duo im Test: Enttäuschend und zu teuer +++ Apple TV+ verzichtet auf Serie über Medienunternehmen Gawker +++ Neue Angriffswelle zielt auf Android-Nutzer +++ Hier können Sie die PlayStation-5-Konsole noch bestellen +++ E-Auto muss nie aufgeladen werden: Aptera soll 2021 erhältlich sein +++

14. Dezember: Ein bisschen hilft viel

Macwelt wünscht Guten Morgen! Welttage gibt es ja jede Menge, am 11. Dezember etwa den Welttag der Berge – wir erzählten das ja am Freitag. Oder morgen, da steht der Internationalen Teetag  im Kalender und einem im Tee zu haben erscheint uns dieser Tage doch recht attraktiv. Aber von einem Welttag der Physik haben wir noch nie etwas gehört. Dabei ist es doch Physik, die die Welt in ihrem Innersten zusammenhält – und dabei das Universum sich ausdehnen lässt. Ein guter Termin für den Welttag wäre der 14. Dezember. Und das hat damit zu tun, dass an jenem Tag im Jahr 1900 die Physik gewissermaßen neu geboren wurde.

Ende des 19ten Jahrhunderts galt die Physik als auserzählt und alle bekannten Phänomene erklärt. Ein paar Kleinigkeiten gab es da noch, aber die störten nicht weiter. Eine Lösung für ein bis dahin noch offenes Problem stellte Max Planck am 14. Dezember 1900 in Berlin vor, eine mathematisch-physikalische Erklärung der Schwarzkörperstrahlung. Die bis dahin anerkannten Theorien erklärten zwar das Spektrum eines Wärme abstrahlenden Körpers bei niedrigen Temperaturen ganz gut, versagten aber bei höheren. Gänzlich inkonsistent wurden die Gleichungen aber, da sie bei gegebener Temperatur einen unendlichen Energieinhalt nicht ausschließen konnten – nicht nur unschön, sondern vor allem unphysikalisch. Planck kam aber auf die Idee, dass Energie nur gequantelt hinzugefügt oder abgeführt werden kann und führte als Hilfsgröße das Wirkungsquantum h (h steht für "hilft") ein. Plötzlich war die Unendlichkeit gezähmt und das Spektrum über alle Temperaturbereiche erklärt.

Der Trick war mathematischer Natur, da er aber die reale Welt richtig beschrieb, musste er auch eine physikalische Entsprechung haben. Über das Wirkungsquantum herrschte aber noch ein paar Jahrzehnte lang Rätselraten. Ausgerechnet Albert Einstein wies mit seiner Erklärung des photoelektrischen Effekts aber die Existenz dessen nach, das wir seither als Photonen bezeichnen: Gequantelte Energie. Dabei waren Einstein die Kopenhagener Deutungen der Quantenmechanik ("Gott würfelt nicht!") eigentlich suspekt. Aber genau dafür erhielt Einstein den Nobelpreis und nicht für seine nicht minder disruptive Relativitätstheorie, jene zweite Revolution zu Beginn des 20sten Jahrhunderts.

Während ohne Berücksichtigung der Effekte der Relativitätstheorie kein GPS-Gerät funktionieren würde, gäbe es ohne Kenntnis der Welt der Quanten gar keine elektronischen Computer. Rechenmaschinen wie die von Zuse, die auf Theorien von Charles Babbage und Ada Lovelace basieren und ganze Fabrikhallen füllen, wären der höchste Stand der Technik.

Das Wort "Quantensprung" wird ja immer vorschnell und meist falsch verwendet, will man das Bild eines großen Fortschritts zeichnen. Max Plancks Vortrag vom 14. Dezember 1900 war mehr als ein Quantensprung, er war einer der bedeutendsten Leistungen in einer Disziplin der Naturwissenschaft, die so eng an der Geisteswissenschaft anlehnt.

Lesetipps für den Montag:

Hartes Urteil : Magsafe Duo heißt nun Apples Lösung, mit der man zumindest iPhone und Apple Watch gleichzeitig induktiv laden kann, nachdem die Sache mit der Matte Airpower gescheitert ist. Apple verlangt für das Ladegerät gut 145 Euro, was viele schon für zu teuer halten, ohne dass sie es ausprobiert hätten. Aber auch nach seinem Test kommt unser Macworld-Kollege Michael Simon zum Schluss, dass das Magsafe Duo überteuert sei. Wenn man eine revolutionäres Ladeerlebnis erwarte oder wenigstens ein gutes, solle man noch auf ein besseres und vermutlich günstigeres Gerät warten, meint Simon: "Das MagSafe-Duo-Ladegerät lädt nicht so schnell wie das reguläre MagSafe-Ladegerät oder eine kabelgebundene Verbindung, ist zu magnetisch, um als Tischladegerät zu funktionieren, stützt das Telefon nicht ab, so dass Sie sehen können, was auf dem Bildschirm ist, ist irgendwie fadenscheinig und funktioniert nicht, wenn es nicht geöffnet wird." Eine derartige Mängelliste wäre selbst für ein 49-Dollar-Gerät ein bisschen lang.

Gestoppt: Laut eines Berichts der New York Times hat Apple-CEO Tim Cook persönlich eine Produktion für Apple TV+ gestoppt. Mit ehemaligen Mitarbeitern des Blogger-Netzwerks Gawker habe Apple TV+ eine Serie über Aufstieg und Fall des  strittigen Medienunternehmens in Arbeit gehabt, von einem derartigen Projekt war aber schon länger nichts mehr zu hören. Die New York Times will nun den Grund kennen, Tim Cook persönliche habe in einer Mail sein Unbehagen über Gawker ausgedrückt und sich gewundert, dass der Streamingdienst dessen Geschichte erzählen wolle. Auch Apple war mit dem Netwerk und dessen fraglichen Methoden mehrmals kollidiert, so hatte etwa Gawkers-Techniksite Gizmodo im Frühjahr 2010 ausführlich über einen in Cupertino verloren gegangenen Prototypen des iPhone 4 berichtet und diesen im Detail auf seiner Site gezeigt.  Gawker war es auch, das zuerst über Tim Cooks Homosexualität munkelte, sechs Jahre bevor sich der Apple-Chef in einem Essay selbst outete. Die unter dem Titel "Scraper" entwickelte Show sei nun wieder auf den Markt, nachdem Apple den Kauf der Rechte daran rückgängig gemacht hat. Der dafür verantwortliche Mitarbeiter des Streamingdienstes Layne Eskridge sei nicht mehr bei Apple beschäftigt.

Geldabfluss: Mal wieder ist es einem Sechsjährigen gelungen, einen nicht unerheblichen Betrag für In-App-Käufe mit der Kreditkarte seiner Mutter auszugeben, die es offenbar versäumt hatte, das iPad, ihren Account für den App Store und natürlich die Kreditkarte selbst gegen Missbrauch im eigenen Haushalt zu schützen. So kamen seit Sommer über 16.000 US-Dollar zusammen, ausgegeben im Spiel Sonic Forces für die darin verwendete virtuelle Währung, berichtet Apple Insider. Die geschädigte Jessica Johnson aus Wilton in Connecticut habe die abgebuchten Beträge zunächst für betrügerisch gehalten und sei von ihrer Bank in der falschen Ansicht zunächst bestätigt worden, bis man herausgefunden habe, dass es sich um legale Belastungen der Kreditkarte handelte. Um In-App-Käufe wieder zurück zu geben und das Geld erstattet zu bekommen, sei es aber bereits zu spät gewesen, da die Frist von 60 Tagen dafür abgelaufen war. Weiter konnte und wollte Apple ihr nicht entgegen kommen.

Voran mit Ambition: Die Vereinten Nationen wollen Klimaneutralität bis 2050 erreichen, was ohnehin schon reichlich spät ist, aber die meisten Mitgliedsstaaten nun auf die Fahnen schreiben. Apple hat ambitioniertere Ziele und will bis 2030 komplett über seine Lieferkette hinweg auf den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid verzichten. Apple-CEo Tim Cook nahm daher am Samstag am virtuellen United Nations 2020 Climate Ambition Summit teil und bekräftigte die Ziele seine Unternehmens in einer Ansprache: "In diesem Moment von historischer Dringlichkeit hat jede Führungskraft von Nationen, Unternehmen und Gemeinden eine besondere Verpflichtung zu handeln. In diesem Jahr hat Apple unsere Fortschritte beschleunigt. Wir sind für unsere weltweiten Unternehmensemissionen klimaneutral geworden. Wir haben bereits 95 unserer Zulieferer bei der Umstellung auf 100 Prozent erneuerbare Energien unterstützt - eine Zahl, die noch weiter steigen wird. Wir haben einen beispiellos ehrgeizigen Plan vorgestellt, der vorsieht, unsere gesamte Lieferkette und Produktnutzung bis 2030 klimaneutral zu stellen - 20 Jahre vor dem von den Vereinten Nationen gesetzten Ziel. Wir sehen jeden Teil des Lebenszyklus unserer Geräte, vom Design über die Herstellung, Haltbarkeit und Reparatur bis hin zum Recycling, als Chance für ökologische Innovationen, die uns unserem Ziel einer geschlossenen Lieferkette näher bringen." Es bestehe auch keine Konflikt zwischen wirtschaftlichen Ergebnissen und Klamschutz, jede grüne Innovation zeige, das damit Geld zu verdienen sei: "Gemeinsam können wir den Übergang zu einer kohlenstoffneutralen Wirtschaft schaffen und eine neue Ära der Chancengleichheit einläuten."

Weitere Nachrichten:

Neue Angriffswelle zielt auf Android-Nutzer

Das Landeskriminalamt Niedersachsen warnt vor einer Angriffswelle gegen Android-Nutzer. Demnach landen derzeit verstärkt Mails in den E-Mail-Postfächern, in denen die Empfänger gebeten werden eine Rechnung samt der darin genannten Kreditkartennummer zu überprüfen und diese gegebenenfalls zu stornieren, falls die Rechnung falsch sei. Die Rechnung sei in der Mail verlinkt. Ein typischer Text aus so einer Mail laute folgendermaßen:

„Sehr geehrter Herr, Wir haben eine Zahlung erhalten, die mit Ihrer E-Mail-Adresse verknüpft ist. Wir bitten Sie, diese Zahlung zu überprüfen, da sie einen Hinweis auf unsere Betrugsbekämpfungskontrollen darstellt. Bitte lesen Sie die nachstehende Rechnung und rufen Sie uns an, um die Zahlung zu stornieren, falls Sie diese Zahlung nicht genehmigt haben. Die anzurufende Telefonnummer ist in der Rechnung enthalten. Bitte überprüfen Sie, ob die Kreditkartennummer von Ihnen stammt oder nicht. Ihre Rechnung finden Sie hier“.

Der letzte Satz „Ihre Rechnung finden Sie hier“ ist verlinkt. Klickt der Empfänger diesen Link zu „mailanhang.de“ an, so liest er den Text aus der Mail etwas modifiziert mit der Aufforderung eine darin verlinkte PHP-Webseite auf einem mobilen Gerät zu öffnen. Er würde darüber eine App auf sein Smartphone herunterladen, mit der er die Rechnung dann lesen könne.

Öffnet der Adressat tatsächlich besagten Link auf seinem Android-Smartphone (iPhones sind nicht gefährdet), so erscheint eine Anleitung dazu, wie man das Installieren von Paketen aus inoffiziellen Quellen aktiviert und es wird eine entsprechende APK-Datei heruntergeladen. Darin ist eine Schadsoftware enthalten. Laut ersten Analysen der Polizei kann die Android-Malware empfangene SMS weiterleiten und dem Angreifer die komplette Fernsteuerung (beispielsweise das Ausführen von Klicks) des Smartphones ermöglichen.

Sie schützen sich vor diesem Angriff und vor ähnlichen Angriffen, indem Sie auf Ihrem Smartphone das Ausführen von Dateien aus inoffiziellen Quellen nicht aktivieren, sondern ausschließlich App-Downloads von Google Play zulassen.

Hier können Sie die PlayStation-5-Konsole noch bestellen

Um aktuell noch eine PlayStation 5 zu bekommen, braucht man großes Glück! Zwar bieten verschiedene Händler immer wieder mal die Next-Gen-Konsole in ihren Online-Shops an. Allerdings ist die Stückzahl stark begrenzt und der Andrang ist so groß, dass die Server der Webseiten regelmäßig zusammenbrechen. Wenn Sie bisher noch nicht zu den glücklichen Käufern gehörten, sollten Sie jetzt einen Blick in den O2-Shop werfen . Denn O2 bietet jeden Werktag ein limitiertes Kontingent der PS5 Digital Edition . Selbst wenn die Konsole an einem Tag ausverkauft ist, haben Sie am nächsten Tag eine neue Chance! O2 gibt mittlerweile eine " Lieferzeit von 3 Wochen " an - bis zum 9. Dezember war laut O2 noch eine "Lieferung vor Weihnachten" möglich.

Zum Angebot: PlayStation 5 Digital Edition mit Tarif bei O2

Die PlayStation 5 gibt es bei O2 nur in Kombination mit einem Handytarif, beispielsweise mit dem O2 Free M mit 20 GB LTE-Datenvolumen und Allnet-Flat. An dieser Stelle finden Sie weitere Händler , die hin und wieder neues PS5-Kontingent auch ohne Tarif anbieten. Das sind die Konditionen des O2-Bundles:

  • Netz: O2

  • Tarif: Free M

  • Gerät: Sony PlayStation 5 Digital Edition

  • Datenvolumen: 20 GB mit bis zu 225 Mbit/s LTE

  • Flat Telefonie & SMS

  • Flat EU-Roaming 

  • Grundgebühr pro Monat: 39,99 Euro

  • Einmalige Gerätekosten: 1 Euro (+ Versand: 4,86 Euro)

  • Anschlussgebühr 39,99 Euro

  • Laufzeit: 24 Monate

Zum Angebot: PlayStation 5 Digital Edition mit Tarif bei O2

Hinweis: O2 sagt, dass die Konsole nach Ablauf der Widerrufsfrist (in der Regel zwei Wochen) verschickt wird. Diese beginnt mit der SIM-Aktivierung.

Die Gesamtkosten über die Vertragslaufzeit von zwei Jahren für die PlayStation 5 Digital Digital Edition und 20-GB-Tarif betragen 1005,61 Euro. Die Konsole alleine kostet laut UVP 399 Euro. Und der Tarif kostet normalerweise schon 29,99 Euro pro Monat. Inklusive Anschlusspreis lägen die Gesamtkosten der beiden Produkte bei 1158,75 Euro. Im Bundle sparen Sie also über 153 Euro.


Auch wenn die Konsole aktuell bei den folgenden Händler nicht verfügbar ist, lohnt es sich auch diese Shops regelmäßig zu besuchen, die von Zeit zu Zeit neues PS5-Kontingent auch ohne Tarif-Bindung anbieten:

E-Auto muss nie aufgeladen werden: Aptera soll 2021 erhältlich sein

Aptera hat ein Elektro-Auto vorgestellt, das bei normaler Nutzung nie aufgeladen werden muss. Denn der Aptera lädt seine Akkus über die auf der Oberfläche des Fahrzeugs verbauten Solarzellen auf. Eine Akkuladung soll beim Topmodell mit 100-kWh-Akku für rund 1600 Kilometer Reichweite reichen, wie das US-Magazin Car and Driver berichtet .

Neu ist diese Idee nicht. Das Elektro-Auto Stella wird ebenfalls über seine Solarzellen aufgeladen und fährt 130 km/h schnell sowie 1000 km weit.

Der Aptera ist allerdings kein konventionelles vierrädriges Elektro-Auto, sondern fährt nur auf drei Rädern (zwei an der Vorderachse und eines hinten) und bietet nur Platz für zwei Menschen zuzügliche Haustier.

Apteras vollmundiges Versprechen, dass man den Akku des Fahrzeugs nie eigens aufladen müsse, gilt bei durchschnittlicher Nutzung. Dann soll tatsächlich der von den Solarzellen gelieferte Strom ausreichen, um die Akkus des E-Autos zu laden. Das Solardach soll pro Tag Strom für eine Reichweite von rund 72 Kilometern liefern. Das klingt alles sehr theoretisch und Aptera muss erst noch den Beweis liefern, dass sein Fahrzeug tatsächlich ohne Ladekabel im Alltag über die Runden kommt. Für den Fall, dass Apteras werbewirksames Versprechen doch nicht eintritt, ist natürlich ein Ladestecker vorhanden. Im Inneren ist außerdem ein 15-Zoll-Touchscreen verbaut.

Die beiden vorderen Räder werden standardmäßig angetrieben. Das windschnittige Fahrzeug soll mit 100 kW in rund 5,5 Sekunden auf 96 km/h beschleunigen. Die alternativ angebotene Allradvariante mit 150 kW soll diesen Sprint sogar in 3,5 Sekunden schaffen.

Vorbestellungen sind hier möglich. Je nach Modell kostet der Aptera zwischen 25.900 und 46.000 Dollar. Die Auslieferung soll 2021 beginnen. Alle technischen Daten können Sie hier nachlesen.

Apteras Geschichte hat allerdings schon einen Fehlschlag vorzuweisen. 2011 musste das Unternehmen bereits einmal schließen, weil es die Finanzierung für sein dreirädriges Fahrzeug nicht sicherstellen konnte.

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