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Morgenmagazin vom Montag, 14. Juni 2022

14.06.2021 | 06:56 Uhr | Peter Müller

Prosser: iPad Mini 6 in neuem Design in der zweiten Jahreshälfte +++ Nächste Apple-Keynote noch im Sommer? +++ Podcast-Abos starten diese Woche, Apple locker Maskenpflicht in US-Stores +++ Hacker-Angriff auf EA: Quellcode für FIFA 21 geklaut +++ Polizei warnt: Kriminelle wollen Whatsapp-Konten Kapern - so wehren Sie sich +++ Samsung: Erster Kamera-Sensor mit 0,64 µm

14. Juni: Unsichtbares sichtbar gemacht

Macwelt wünscht einen guten Morgen! Theorie ist, wenn man weiß, wie es geht, es aber nicht klappt. Praxis ist, wenn es klappt, aber man weiß nicht, warum. Theorie und Praxis vereint: Nichts klappt - und keiner weiß warum. Wir hoffen mal sehr stark, dass das nicht zum Motto der deutschen Fußballer wird, wenn sie morgen in das Turnier einsteigen und gegen die Franzosen antreten. Immerhin war das erste Länderspiel nach der verkorksten WM 2018 gegen den gleichen Gegner im gleichen Stadion gar nicht so übel, wie es zu befürchten stand – und wenn es morgen auch wieder 0:0 ausgeht, wäre das gar kein schlechtes Ergebnis.

Warum wir aber heute auf den alten Spruch mit der Theorie und Praxis kommen, hat mit Wolfgang Pauli zu tun. Jenem theoretischen Physiker aus der Riege der in den späten 20ern und frühen 30ern, der goldenen Ära der Quantenphysik, noch jungen Forschern wie Werner Heisenberg, Erwin Schrödinger oder Pascual Jordan. Über Pauli ging das Bonmot, er müsse in einer Universitätsstadt nur am Bahnhof ankommen, schon würden alle Experimente in den Laboren der Stadt schief gehen.

Als Theoretiker war er aber brillant, eine der auf Pauli zurückgehenden wesentlichen Erkenntnisse ist ein Verbot. Das für Fermionen (also Quantenteilchen mit halbzahligem Spin) geltende, in allen Quantenzahlen übereinzustimmen. Was so abstrakt klingt, hat wesentliche Konsequenz für den Aufbau von Materie. Eine andere Pauli-Erkenntnis traf eine korrekte Vorhersage für ein neues Teilchen, das zuvor völlig undenkbar war: das Neutrino. Denn beim Betazerfall - bei dem in einem Atomkern ein Neutron zu einem Proton wird und dabei ein hochenergetisches Elektron aussendet - fehlt etwas in der Bilanz: Spin, respektive Energie. Und die Energieerhaltung ist womöglich das wichtigste Prinzip der Physik überhaupt.

Nur: Das Neutrino getaufte Teilchen (genauer gesagt: Elektronantineutrino) reagiert praktisch überhaupt nicht mit anderer Materie, macht sich also in keiner Messung bemerkbar. "Wir haben etwas, das wir nicht verstehen, durch etwas ersetzt, das wir nicht sehen" erkannte Pauli ein wenig resigniert. Ein "Nichts, das sich dreht", sei das Neutrino. Wie also dieses Geisterteilchen nachweisen?

Es hat dann auch über 20 Jahre gedauert, bis am 14. Juni 1956 die beiden US-Physiker Clyde L. Cowan und Frederick Reines Pauli per Telegramm darüber informieren durften, dass sie endlich den Nachweis des Neutrinos führen konnten. Der ist auch heute noch recht schwer zu führen, unter dem Gran-Sasso-Massiv etwa steht das größte Neutrinoexperiment der Welt, abgeschirmt vor kosmischer Strahlung unter Kilometern von Fels. Mittlerweile gilt als sicher, dass Neutrinos, die nur mit der schwachen Kernkraft - eben der für den Betazerfall verantwortlichen - interagieren, auch eine Masse besitzen. Sonst könnten sich nicht von der Sonne ausgesandte Tau- und Myon-Neutrinos in Elektron-Neutrinos und umgekehrt auf ihrer für uns aus gesehen achtminütigen Reise wandeln. Jüngste Neutrinotheorien besagen gar, dass es sich bei ihnen um ihre eigenen Antiteilchen handeln könnte. Aber da muss schon viel Theorie und Praxis zusammenkommen, um das nachzuweisen.

Lesetipps für den Montag

Klein und groß: Das Jahr 2021 ist noch lang, Apple hat noch jede Menge Produkte in der Pipeline, nicht nur jene, die man auf der WWDC-Keynote vermisst hat, wie neue Macbooks Pro mit M1X-Chip. Laut des Leakers Jon Prosser wird Apple in der zweiten Jahreshälfte 2021 das iPad Mini in einer neuen Fassung bringen, das Design gleich dem des iPad Air vom letzten Jahr. Der Home-Button entfalle, die Touch-ID wandere in den Ein/Aus-Schalter an der Seite. Die äußeren Maße blieben gleich, der Bildschirm könne so von 7,9 Zoll auf 8,4 Zoll in der Diagonale wachsen. Für das iPad Mini würde Apple auch einen neuen Apple Pencil entwickeln, der besser zur kompakten Größe passt. Das zuletzt im Frühjahr 2019 veröffentlichte iPad Mini 5 kann mit dem Apple Pencil der ersten Generation umgehen, zum iPad Air passt der der zweiten Generation.

Nach der WWDC: Das nächste Apple-Event nach der WWDC ist im Normalfall eine iPhone-Keynote im September - normal ist derzeit nichts. Apple hat jede Menge Pfeile im Köcher, ein Event allein wird dafür nicht reichen. So könnte es in diesem Jahr wieder mehrere Events im Herbst eben, wie die drei vom Vorjahr im September, Oktober und November. Warum aber nicht einmal den Kalender ein wenig umbauen und noch vor Ende des Sommers ein weiteres Event ansetzen, die Macbooks Pro mit 14 und 16 Zoll waren offenbar nahe dran an einer Vorstellung auf der WWDC? Jason Cross hält ein solches Vorgehen für möglich.

Starttermin: Der auf dem Event "Spring Loaded" im April vorgestellte Podcast-Service hat nun einen Starttemin bekommen - diesen Dienstag  geht es los. Anbieter von Podcast-Abos legen den Preis für ihre Werke selbst fest, Apple kassiert die üblichen 15 bis 30 Prozent Provision. In iOS 14.6 hat die Podcast-App bereits entsprechende Verbesserungen bekommen, die Möglichkeit eines Nutzerfeedbacks betreffend. IN iOS 14.7, das bereits im Beta-Test ist, sollen weitere Optimierungen der Mediathek folgen.

Lockerung : Während die Bindesregierung darüber nachdenkt, in Außenbereichen die Maskenpflicht zu lockern, will Apple laut Bloomberg in den USA einen Schritt weiter gehen und Geimpften den Besuch des Apple Stores auch ohne Mund-Nasen-Schutz erlauben. Angestellte des Apple Store seien aber nicht berechtigt, die Kunden nach Impfzertifikaten zu fragen und diese zu prüfen, so dass praktisch jeder ohne Maske den Laden betreten kann - was wiederum Infektionen Vorschub leisten könnte. Mitarbeiter der Apple Stores sollen weiter Schutzmasken tragen müssen, in einigen seiner Büros will Apple die Maskenpflicht lockern.

Ausgeweitet : Apple öffnet Facetime ein Stück weit für Windows- und Androidnutzer, ohne dafür aber eine App anzubieten. An Videogespräche kann man ab Herbst auch im Browser teilnehmen, das überarbeitete Facetime verschickt Links zu den virtuellen Konferenzräumen. Gespräche lassen sich aus dem Broweser nicht starten. Die Kollegen von 9to5Mac haben das neue Facetime ausprobiert, die Teilnahme an einem Videocall ist unproblematisch, man muss vor dem Betreten in den Browser nur einen Namen eingeben, eine Apple-ID ist nicht erforderlich. Funktionen zum Ein- und Ausschalten von Kamera sind ebenso verfügbar wie der Wechsel von Ein- und Ausgabegeräten.

Weitere Nachrichten:

Hacker-Angriff auf EA: Quellcode für FIFA 21 geklaut

Sozusagen passend zur bald beginnenden Fußball-Europameisterschaft haben Cybergangster den Quellcode von FIFA 21 und anderen EA-Spielen gestohlen. Das berichtet vice.com.

Electronic Arts ist der Publisher von so bekannten Spielen wie Battlefield, FIFA und natürlich von den Sims. Hacker verschafften sich Zugang zu den Servern von EA und kopierten den Code von diversen Spielen und internen Tools. In Untergrundforen prahlten die Angreifer damit, dass sie vollen Zugriff auf alle EA-Dienste hatten und veröffentlichten zum Beweis einige Screenshots. Eine Perle unter der Beute soll zum Beispiel der Quellcode für FIFA 21 sowie für die damit verbundenen Server sein. Die Angreifer behaupten zudem Zugriff auf den Quellcode und auf Tools der Frostbite-Engine erlangt zu haben. Die Frostbite-Engine treibt auch das Spiel Battlefield an. Zur Beute sollen außerdem proprietäre EA-Frameworks und Software-Development-Kits (SDKs) gehören.

Bleepingcomputer gibt diese Zusammenstellung der Beute, basierend auf den Angaben der Hacker in den Untergrundforen:

  • Frostbite Gaming Engine: Quellcode und Debug-Tools

  • FIFA 21 Matchmaking Server Code

  • FIFA 22 API Keys und SDK & Debug-Tools. Somit wäre auch die nächste FIFA-Version betroffen

  • Debug-Tools, SDK und API-Keys

  • Proprietäre EA Games-Frameworks

  • Xbox und Sony private SDK & API Key

  • XB PS und EA pfx und crt mit key

Insgesamt wollen die Hacker 780 GB Daten erbeutet haben. Diesen Schatz bieten die Angreifer nun in Untergrundforen zum Kauf an.  Für 28 Millionen Dollar, wie Bleepingcomputer schreibt .

EA bestätigte gegenüber US-Medien, dass es einen Datendiebstahl gab. Zudem bestätigte EA die von den Hackern in den Untergrundforen veröffentlichten Namen der betroffenen Tools und Spiele sowie deren Quellcode. EA würde den Einbruch derzeit untersuchen, die Strafverfolgungsbehörden seien eingeschaltet. EA betont außerdem, dass keine Daten von Spielern gestohlen wurden. EA habe keine Hinweise dafür, dass die Privatsphäre von Spielern durch den Einbruch gefährdet sei.

EA habe bereits seine Sicherheitsmaßnahmen verbessert und gehe davon aus, dass der Angriff keine Auswirkungen auf seine Spiele und sein Geschäft haben werden.



Polizei warnt: Kriminelle wollen Whatsapp-Konten Kapern - so wehren Sie sich

Die Polizei warnt vor der Neuauflage einer bekannten fiesen Betrugsmasche gegen Whatsapp-Nutzer. Dabei geht es darum, dass Gangster einem Whatsapp-Nutzer einen Whatsapp-Code zuschicken lassen, mit dem sich dessen Whatsapp-Konto wiederherstellen lässt. Die Gangster behaupten aber in einer Whatsapp-Nachricht, die von einem Kontakt der angeschriebenen Person stammt, dass sie diesen sechsstelligen Zahlencode versehentlich an den Whatapp-Nutzer geschickt hätten; hier ein Beispiel für so eine Nachricht: „Hello sorry, ich habe dir versehentlich einen 6-stelligen Code per SMS geschickt. Kannst du ihn mir bitte weitergeben? Es eilt“.

Die angeschriebene Person soll also den Code weiterleiten (obwohl in der Nachricht mit dem Code ausdrücklich steht, dass man diesen Code mit niemandem anderes teilen soll). Mit diesem Code können die Gangster dann aber das Whatsapp-Konto des Opfers übernehmen, sofern dieses nicht per 2-Faktor-Authentifizierung geschützt ist.

Sie können sich gegen das Kapern Ihres Whatsapp-Kontos leicht dadurch schützen, dass Sie die 2-Faktor-Authentifizierung einrichten. Das geht so:

  • Starten Sie Whatsapp

  • Tippen Sie auf Einstellungen

  • Tippen Sie auf Account

  • Unter „Verifizierung in zwei Schritten“ richten Sie die 2-Faktor-Authentifizierung mit einem sechsstelligen Zahlencode ein.

Whatsapp informiert auf dieser Hilfeseite darüber, wie man sich verhalten soll, wenn man einen derartigen Verifizierungscode erhält, ohne ihn angefordert zu haben.

Samsung: Erster Kamera-Sensor mit 0,64 µm

Mit dem Isocell JN1 hat Samsung heute einen neuen Kamera-Sensor für Mobilgeräte vorgestellt . Die Besonderheit: Der Sensor verfügt mit 0,64 µm über extrem kleine Pixel und bietet dennoch eine Auflösung von 50 Megapixeln. Aufgrund seiner kleinen Bauweise könnte der Isocell JN1 die bisherigen Sensoren im 1 /2,8-Zoll-Format ersetzen. Kamera-Bumper an der Smartphone-Rückseite könnten dadurch etwa 10 Prozent schlanker ausfallen. Der neue Sensor würde sich zudem als Front-Kamera empfehlen.

Um die Bildqualität bei derart kleinen Pixeln nicht zu beeinträchtigen verwendet Samsung auch beim Isocell JN1 seine Pixel-Binning-Technik. Hier werden vier Pixel zu einem zusammengefasst. Dadurch liefern die fertigen Bilder eine Auflösung von 12,5 Megapixeln. Beim Isocell JN1 kommt außerdem Samsungs Isocell-2.0-Technologie zum Einsatz. Sie soll Crosstalk verhindern, wobei einfallendes Licht den danebenliegenden Pixel stört. Ebenfalls an Bord sind Smart-ISO als Automatik für den ISO-Wert, Double Super PD für den Autofokus und HDR. 4K-Videos zeichnet der Isocell JN1 mit 60 Bildern pro Sekunde auf. Full-HD-Videos erlauben bis zu 240 Bilder pro Sekunde. Samsung hat mit der Serienproduktion des Isocell JN1 bereits begonnen. Es ist jedoch noch unklar, in welchen Smartphones der Sensor eingesetzt werden soll.

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