2233837

Morgenmagazin vom Montag, 14. November

14.11.2016 | 07:02 Uhr |

Das Macbook Pro und die Katastrophentheorie +++ Fake-News: Zuckerberg weist Kritik zurück +++ Die besten Objektivaufsätze für das iPhone +++ Intel Skylake-X: Bis zu 10 Kerne, aber neuer Sockel +++ So funktioniert ein Iris-Scanner +++ Amazon Smile startet in Deutschland

14. November: Die Welt ist nicht gut genug

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Was ist das nur für eine Welt, in der wir leben, fragt man sich derzeit mehrfach kopfschüttelnd. Das soll dann auch noch die beste aller möglichen Welten sein, wie es der heute vor 300 Jahren gestorbene Philosoph, Mathematiker und Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz behauptet hat? Das eine schließt das andere nicht aus, Leibniz ging wie die meisten seiner Zeitgenossen von einem Schöpfergott aus, der die beste der möglichen Welten geschaffen habe, dabei aber nicht ohne Übel hätte auskommen können. Vor allem könne man aber die Welt besser machen, sie ist die mit dem besten Potential. Wenn das so ist, wollen wir die weniger guten Welten gar nicht erst kennen.

Kosmologen wie Stephen Hawking erklären unser Dasein anhand der weit nach Leibniz gewonnenen Erkenntnisse in einer gewissen Form aber auch als die beste der möglichen. Denn, so die Theorie, der Urknall und in seiner Folge ist aus einer Quantenfluktuation hervorgegangen, einem Brodeln des Vakuums, wie wir es auch heute mit unseren Methoden überall messen und berechnen können - die Leere ist nämlich alles andere als leer. Nur gibt es für die Welt, wie wir sie kennen etwa 10 500 Möglichkeiten von Quantenfluktuationen, überall um uns herum entstehen ständig neue Energie und Massen aus dem Nichts, zerfallen aber in winzig kurzen Zeitspannen wieder. Nur die eine aus dieser schieren Menge hat sich entwickeln können, weil bei ihr eben alle Parameter so zusammenpassten, dass sie expandieren konnte. Die Welt in der wir leben, ist daher die beste aller möglichen, alle anderen hätten nicht entstehen respektive nur für einen unendlichen kurzen Zeitraum bestehen können. Das Universum ist, wie es ist, weil wir es sonst nicht beobachten könnten, und deshalb existieren wir in diesem Universum. Der Ringschluss des anthropischen Prinzips mag ein wenig skurril wirken, ist aber die beste aller möglichen Erklärungen unserer Existenz: Wir sind da, weil wir da sind. Stephen Hawking sagt, die moderne Kosmologie käme auch ohne einen Schöpfer aus. Ausschließen können diese Theorien einen solchen aber auch nicht.

Zuletzt hatte Tesla-Chef Elon Musk wieder davon gesprochen, dass wir inmitten einer Simulation lebten, das steht nicht einmal im Widerspruch zu den bisherigen Erkenntnissen von Religion, Philosophie und Physik. Der Programmierer oder der Steuernde dieser Simulation hat aber derzeit entweder ein paar schlechte Tage, ein ständig wiederkehrender Fehler im Ablauf könnte sich derzeit als fatal erweisen oder - es gibt ihn einfach nicht.

Entsetzt würde aber dieser Programmierer feststellen, dass die simulierten Einwohner seines Kosmos mittlerweile selbst anfangen, künstliche Welten zu erzeugen. Unsere Maschinen, die nun auch selbst lernen sollen, haben Tradition: Schon Leibniz konstruierte vor über dreihundert Jahren erstmals eine mechanische Rechenmaschine, die tatsächlich funktioniert hätte, wie erst vor gut 30 Jahren bewiesen wurde. Man weiß nur nicht, ob die Feinmechanik des ausgehenden 17ten und frühen 18ten Jahrhunderts ausgereift genug für die Konstruktion gewesen wäre.

Was Leibniz aber und beinahe zeitgleich Isaac Newton in Cambridge entdeckt haben, sind mathematische Prinzipien wie die Infinitesimalrechnung, die dem Maschinenbau und damit der industriellen Revolution auf die Sprünge half und die Welt um uns herum besser erklären. Es ist nicht zu befürchten, dass jemand die Simulation, in der wir leben, einfach abbricht und ohne Fehler neu startet. Um die Verbesserung der besten aller Möglichkeiten müssen wir uns schon selbst kümmern. Fangen wir doch einfach heute damit an. Peter Müller

Lesetipp für den Montag

Profi bei der Arbeit: Der HuffPo-Autor Thomas Grove Carter hat das Macbook Pro nun schon einige Zeit im produktiven Einsatz und kommt aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. Die bisher geäußerte Kritik könne seiner Meinung nach nur von Leuten stammen, die noch nie vor einem Macbook gesessen und es für ihre Arbeit benutzt haben. Besonders die Touch Bar kann begeistern, in vielen Programmen habe man zuvor nur schlecht mit der Maus bedienbare Regler gehabt, mit dem Wiche über die Multitouchleiste könne man Einstellungen viel genauer treffen. Und dass Apple in diesem Herbst nicht auch noch Mac Mini, iMac und Mac Pro verbessert hat, kann man dem Macbook Pro nun wirklich nicht anlasten.

Erklärungsansatz: Im Gegensatz zu früheren Zeiten sind die bisher erschienenen Rezessionen des Macbook Pro eher wenig wohlwollend, es sieht beinahe so aus, als würde ein Erdbeben Cupertino erschüttern. Und genau das versucht Cult of Mac mit einem Rückgriff auf die Mathematik und auf Geophysik zu erklären, wir sähen hier der Katastrophentheorie bei der Arbeit zu. Diese besagt, ein ein stetiger linearer Input von (Energie) in ein System dieses an einem bestimmten Punkt zum Kippen brächte und der Output nicht mehr vorherzusagen ist. Beispiel ist die Kontinentaldrift, wenn etwa die pazifische und die nordamerikanscihe Platte aneinander vorbei schrammen, passiert lange erst einmal nichts, bis sich die langsam aufgebauten Spannungen in einem Erdbeben entladen. In Sachen Macbook Pro sei einiges zusammengekommen, was gar nicht ursächlich mit dem Notebook zu tun, aber Auswirkungen auf die Einordnung des Gerätes hat. So habe Apple seit Jahren keinen regelmäßigen Upgradezyklus mehr für seine Rechner, ähnlich dem bisherigen Tik-Tok der iPhones. Mac Pro und  Mac Mini fristen ein Schattendasein, aus dem Business mit Monitoren zieht Apple sich zurück. In den Augen vieler Beobachter droht Apple eine "Ballmerisierung", auch Microsoft hatte unter dem Nachfolger seines Gründers als CEO erst einmal den Profit deutlich erhöht, dann aber den Anschluss an die moderne Technologie verloren. Und ironischer Weise kommt Microsoft eben einen Tag vor dem Macbook Pro mit dem Surface Studio heraus, einem All-in-one, der beinahe direkt aus Johnny Ives Designwerkstatt zu stammen schien.

Bessere Optik: Die Kamera des iPhone kann es durchaus mit Modellen anderer Bauart aufnehmen, wenn da die Beschränkungen der Konstruktion nicht wären. Einen gerade einmal zweifachen optischen Zoom bekommt das iPhone 7 PLus mit seiner Dualkamera hin das ist im Vergleich zu den Angeboten von Kompakt- und Systemkameras immer noch wenig. Aufsatzobjektive lösen diese Problem, sind dafür aber nicht immer elegant und nicht unbedingt preiswert. Macworld hat zusammengetragen, welche Objektive etwas taugen.

Unschuld vom Lande: Kritik, über Facebook würden sich in rasender Geschwindigkeit gefälschte Nachrichten und ganz spezielle Abbilder der Realität verbreiten und diese Fake-News hätten nun entscheidenden Anteil für den Ausgang der US-Präsidentschaftswahl gehabt, weist Facebook-Chef Mark Zuckerberg zurück. Die Fake-News würden nur einen sehr kleinen Teil der auf Facebook geteilten Inhalte ausmachen, Wähler würden sich zudem aufgrund ihrer persönlichen Erfahrungen in der Wahlkabine entscheiden, meint Zuckerberg auf der Konferenz Techomy 2016 in San Francisco. Wenn man glaube, Fake-News auf Facebook hätten die Wahl entschieden, hätte man wohl das Signal nicht verinnerlicht, das die Trump-Anhänger mit ihrer Stimme gegeben hätten, führt Zuckerberg weiter aus. Einer Untersuchung des Pew Research Centers zu folge bildeten aber 20 Prozent der Nutzer sozialer Medien ihre Meiung über ein politisches oder soziales Thema anhand der Inhalte, die sie auf Facebook und Co sehen, 17 Prozent hätten ihre Ansichten über bestimmte Kandidaten darauf hin geändert.

Das geht besser: Was den iTunes-Guy Kirk McElhearn in der aktuellen Version von iTunes und der Musik-App von iOS stört, ist die recht lieblose Darstellung von Künstlerportraits. Gefühlt würden neun von zehn Interpreten nur mit dem allgemeinen Mikrofonsymbol dargestellt werden, noch schlimmer sind aber auf Kreisgröße zusammengeschrumpfte Bandfotos, auf denen man gar nichts mehr erkennt. Apple hat hier viel Raum zur Verbesserung.

Geknackt: Auf der Sicherheitskonferenz PWNFEST ist es einem vereinigten Hackerteam der Gruppen Pangu und JH geliungen, Safari unter macOS Sierra zu knacken und Root-Zugriff auf das System zu erhalten, die Programmierer konnten den ausgeschriebenen Preis in Höhe von 100.000 US-Dollar einsacken. Auch Microsofts Browser Edge und Googles Smartphone Pixel erwiesen sich als anfällig, die Prämie über 180.000 US-Dollar für einen Exploit des iPhone 7 unter iOS 10 konnte sich indes niemand verdienen. Wie die Hackjer Safari innerhalb von 20 Sekunden knacken konnten, blieb ihr Gehemnis, Erkenntnisse über Sicherheitslücken werden nur mit den Herstellerfirmen geteilt, damit diese mit Updates reagieren können.


Weitere Nachrichten:

Intel Skylake-X: Bis zu 10 Kerne, aber neuer Sockel

Intel will seine derzeitigen High-End-CPUs Broadwell-E Mitte 2017 durch Skylake-X ablösen. Die neuen Prozessoren sind jedoch nicht mehr mit Boards mit dem Sockel 2011-3 kompatibel, sondern erfordern eine neue Hauptplatine mit Sockel 2066. Der neue Steckplatz soll laut Intel aber auch mit dem Nachfolger Kaby-Lake-X kompatibel sein, der schon bald nach Skylake-X erscheinen soll.

Skylake-X verfügt je nach Modell über sechs, acht oder sogar zehn Kerne. Eine Grafikeinheit verbaut Intel hingegen nicht. Zu den Neuerungen gehören ein Quad-Speicherinterface sowie bis zu vier Mal so viele PCIe-Leitungen. In den Handel kommen die neuen Prozessoren voraussichtlich zwischen Juli und September 2017.

Die Vorstellung der neuen CPUs wird für Januar erwartet. Auf der Consumer Electronics Show 2017 sollen die neuen High-End-Prozessoren der Öffentlichkeit präsentiert werden.

So funktioniert ein Iris-Scanner

Gesichtserkennung ist bei Windows 10 bereits im Einsatz. Neuerdings nutzen Hersteller wie etwa Samsung beim Galaxy S7 Edge Iris-Scanner, um die Sicherheit der Geräte zu erhöhen. Doch wie funktioniert das Lesen der Iris und wie sicher ist das Verfahren im Vergleich zu anderen Schutzmechanismen?

Die Iris: Damit ist der Bereich im Auge gemeint, der um die Pupille herum liegt, sie wie eine Blende öffnet und schließt und die Augenfarbe definiert. Jeder Mensch hat in jedem Auge eine einzigartige Iris, auch Regenbogenhaut. Sie zeigt ganz individuelle Muster, die schon sehr früh im Leben voll entwickelt sind, sich bis zum Lebensende nicht verändern und sich sogar beim rechten und linken Auge unterscheiden. Dazu kommt, dass sich die Muster der Iris nicht nachbilden lassen. Diese Eigenschaften machen die Iris für die Biometrie so attraktiv.

Sicherheits-Tipps für Smartphone-Besitzer

Funktionsweise eines Iris-Scanners: Zur Identifikation werden Iris-Scans besonders in der Medizin und Pharmazeutik eingesetzt. Spezielle Kameras nehmen die Iris auf und hinterlegen das Muster im System. Samsung nutzt beim Galaxy S7 Edge eine extra eingebaute Kamera und Infrarot-Licht. Es soll sich besonders eignen, da es die Muster der Regenbogenhaut sehr deutlich erfassen kann. Sichtbares Licht oder RGB-Bilder sind anfälliger für Einflüsse durch das Umgebungslicht. Details können leichter verloren gehen. Die Iris-Informationen werden beim Samsung-Mobilgerät verschlüsselt auf der Knox-Plattform direkt auf dem Gerät abgelegt.

Erkennung: Um sich erneut am Gerät anzumelden, liest die Kamera die Iris-Informationen in einem festgelegten Abstand zwischen Gerät und Auge ein und vergleicht sie mit den hinterlegten Daten. Der Vorgang soll sehr schnell gehen und auch bei schlechtem Licht funktionieren, da die Abstrahlung des Displays zur Datenerfassung genutzt wird.

Andere Zugangsmechanismen und Sicherheit: Microsoft bietet mit Hello bei Windows 10 eine Gesichtserkennung an, über die sich der Anwender am System anmelden kann. Das Verfahren setzt eine Tiefenkamera voraus, die zum Pixel auch die Entfernung zur Kamera erfasst. Zertifiziert sind die Realsense-Kamera von Intel und das herstellereigene System Kinect. Im Gegensatz zum integrierten Iris-Scanner müssen Sie hier extra Hardware erwerben.

Fingerabdrucksensoren sind in vielen Systemen bereits eingebaut. Sie lesen den Fingerabdruck ein und vergleichen ihn bei der Anmeldung mit den hinterlegten Informationen. Hier lassen sich oft mehrere Anwender definieren. Das ist bei der Iris-Erkennung derzeit nicht möglich. Andererseits ist Missbrauch beim Fingerprint-System nicht auszuschließen. Die Sensoren wurden etwa durch gestohlene Abdrücke auf Folien bereits überlistet. Die Iris-Erkennung soll genau in diesem Punkt Vorteile bringen.

Amazon Smile startet in Deutschland

Nachdem Amazon Smile bereits seit 2013 in den USA verfügbar ist, startet der Charity-Dienst nun auch in Deutschland und Österreich. Kunden können sich dafür über smile.amazon.de mit ihren Amazon-Zugangsdaten anmelden und wie gewohnt einkaufen. Amazon spendet dann 0,5 Prozent der Gesamteinkaufssumme an eine Wohltätigkeitsorganisation, die Kunden selbst aussuchen können. Zur Auswahl stehen aktuell mehr als 10.000 Organisationen, darunter das Deutsche Rote Kreuz, das Childaid Network oder Die Arche.

Der Einkauf über Amazon Smile wird für Kunden durch die Spende nicht teurer. Für die 0,5 Prozent des Kaufpreises kommt allein der Online-Händler auf. Amazon Smile unterstützt fast alle Produkte, die direkt von Amazon angeboten werden. Ausgenommen sind lediglich Abo-Käufe.

Die getätigten Spenden können von Organisationen nur entgegen genommen werden, wenn sie sich ebenfalls bei Amazon Smile anmelden. Sind sie dort nicht registriert, werden sie von Amazon zwar auch weiterhin als möglicher Spendenempfänger gelistet, das Geld der Amazon-Kunden erhalten sie jedoch nicht.

In den USA wurden über Amazon Smile in den vergangenen drei Jahren Gesamtspenden in Höhe von 37 Millionen US-Dollar an rund 170.000 Organisationen weitergereicht. Das sind nur etwas mehr als 70 US-Dollar pro Organisation und Jahr. Amazon hofft, dass der Charity-Dienst bei den deutschen Kunden besser ankommt.

Im Vergleich zu herkömmlichen Spenden, können Amazon-Kunden die Ausgabe nicht beim Finanzamt geltend machen. Amazon setzt die Zahlungen ebenfalls nicht als Spenden, sondern als Ausgaben ab. Der Online-Händler hofft, Kunden mit Amazon Smile noch stärker an sich zu binden. Ob dieser Plan aufgeht, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.

2233837