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Morgenmagazin vom Montag, 15. Februar 2021

15.02.2021 | 07:12 Uhr | Peter Müller

iPhone 13 soll mit Always-On-Display kommen +++ VW ob der Gerüchte über Apple Car gelassen +++ Airtags kommen wohl im März 2021 – Prosser +++ Neu: Disney-Smartwatch für Kinder mit 50 Euro Rabatt +++ Sicherheitsbehörden warnen dringend vor Windows 7

15. Februar: Zwei Server

Macwelt wünscht Guten Morgen! In den Siebzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts erfand die Firma Apple das Personal Computing, im Jahr 1984 hat es dies mit dem Mac revolutioniert und seit 2007 dreht sich die Welt nun um das iPhone. Wenn wir auf die Uhr sehen und darüber die Lautstärke in den Kopfhörer regeln, stellen wir beim Zeitunglesen auf dem Tablett fest: Ein paar Nebenprodukte hat es in Apples Geschichte auch noch gegeben, die gar nicht einmal so unwichtig waren.

So war der Mac zwar von Anfang an ein revolutionäres Gerät, aber bei weitem kein Massenprodukt. Lange noch machte Apple sein wichtigstes Geschäft mit dem Apple II, der in einer ersten Version im Jahr 1977 herauskam und in Varianten noch bis 1993 gebaut wurde. In jenem Jahr brachte Apple schließlich seinen größten Flop heraus, den Newton. Der erste Personale Digitale Assistent erlangte zwar Kultstatus, brachte Apple aber an den Rande des Ruins. Vor allem hatte das Unternehmen aber aus seinen Fehlern mit dem Newton gelernt, der zweite Versuch mit dem iPhone saß dann schließlich - der Newton ist aber ebenso wenig als Vorgänger des iPhone zu sehen wie der Apple II als ein solcher des Mac. Bei allen Gemeinsamkeiten hinsichtlich Einsatzzweck und Zielgruppe sind die Geräte doch zu verschieden.

Apple hat also in seiner seit 1984 währenden Macintosh-Ära nicht nur Macs gebaut. Selbst nach dem Ende des Apple II gab es noch Computer aus Cupertino, die keine Macs waren. Einen solchen, respektive zwei Varianten davon, stellte Apple heute vor 25 Jahren vor, am 15. Februar 1996, den Apple Network Server 500/132 (Shiner LE) und 700/150 (Shiner HE). Beide nutzten den erst kurz zuvor bei Apple eingeführten PowerPC von IBM als CPU und beide waren keine Macs. Im Gegenteil unterband das ROM der Rechner die Ausführung von Mac-OS respektive System 7, das Betriebssystem lieferte mit AIX ebenso IBM.

Den Servern aus Cupertino war aber nur eine kurze Lebenszeit beschieden, schon am 1. April 1997 stellte Apple die beiden Produkte und den im November nachgelieferten Apple Network Server 700/200 ersatzlos ein. Das Unternehmen war in finanzielle Schwierigkeiten geraten und der damalige CEO Gil Amelio stufte die Serversparte als unwichtig ein.

Kurioser Weise war es gut zwei Jahre später die Server-Variante des neuen Mac-Betriebssystems Mac-OS X, das eine neue Ära einleitete. Im Jahr 2002 traute sich Apple gar mit einem Xserve wieder in den Markt für Serverhardware, auch hier tat ein PowerPC als zentrale Recheneinheit seinen Dienst, aber das Betriebssystem stammte nun von Apple selbst: Mac-OS X Server.

Von finanziellen Schwierigkeiten kann bei Apple heutzutage keine Rede sein, Server stehen bei Tim Cook und seinen Vorstandskollegen aber schon lange nicht mehr hoch im Kurs. Der Xserve ist trotz des dazwischen vollzogenen Wechsels zu Intel mittlerweile Geschichte und auch an der Server-Variante des Mac-Betriebssystems nahm Apple wesentliche Einschnitte vor. Die Maschinen, auf denen Apple in seinen Rechenzentren seine diversen Cloudservices bereit hält, bauen längst andere Hersteller. Das ist für Apple anscheinend genau so wenig ein Problem wie es ist, der Konkurrenz den nicht besonders Margen trächtigen Markt für TV-Apparate zu überlassen. Apple kümmert sich lieber um die Inhalte.

Lesetipps für den Montag

Das jüngste Gerücht: Everything Apple Pro hat in einem Video die aktuellen Gerüchte zum iPhone 13 zusammengefasst, das in diesem Herbst zu erwarten ist. Dabei bezieht sich der Youtubekanal auf den Leaker Max Weinbach und seine Einschätzungen zu kommenden Geräten. Recht neu sind dabei zwei Aussagen: So soll das matte Schwarz des Telefons ein wenig in der Textur verfeinert werden und so das Telefon etwas griffiger wirken. Für alle Nutzer indes wäre der Always-On-Bildschirm interessant, der wie ein abgedimmter Sperrbildschirm wirken solle, nur Uhrzeit und Ladezustand seien gut lesbar.

Gelassen: Unbestätigten Gerüchten zufolge plant Apple, mit einem noch nicht festgelegten Partner ab 2024 autonome Elektrofahrzeuge zu bauen. In Wolfsburg, wo die Kalifornier offenbar nicht angefragt haben, gibt man sich gelassen. Wie Volkswagen-Chef Herbert Diess in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung erklärt, sei man nicht besorgt. Die Autoindustrie sei keine Sparte, die man mit einem einzigen Schlag in die Knie zwingen könne, Apple würde derartiges nicht "über Nacht" bewerkstelligen. Für Apple sein eine Ausweitung seines Geschäfts in diese Richtung aber durchaus logisch, Cupertino habe Expertise in Batterietechnik, Software und Design und genügend Geld für hohe Investitionen. Eine Gefahr für Volkswagen und andere traditionelle Autobauer entstehe dadurch nicht.

Vorsicht : Gut, wenn die Skepsis weitverbreitet ist, dass man nicht immer und überall sein Passwort in zufällig aufploppende Dialogboxen eingeben und nicht auf entsprechende Links klicken soll. Doch kommt es ab und an vor, dass iPhone, iPad oder Mac plötzlich zur Eingabe des Apple-ID-Passwortes auffordern. Glenn Fleishman kann beruhigen: Eine Sicherheitslücke, die es erlauben würde, dass Dritte eine gefälschte Anfrage dieser Art auf das Gerät schicken können, sein unwahrscheinlich und allenfalls kurzlebig, nur im Jahr 2015 hat es mal eine solche gegeben, die Apple rasch schließen konnte. Gleichwohl ist es besser, nicht auf die Box zu reagieren. Wenn das Gerät aus unerfindlichen, aber legitimen Gründen nach dem Passwort fragt, kann man das in den Einstellungen überprüfen und erledigen.

Aufgaben: Auch mit den Bordmitteln von iPhone, iPad und Mac kann man seine Workflows organisieren, die Erinnerungen kann man etwa wie eine To-Do-Liste verbinden und dabei zusammen mit Notizen einiges wegschaffen. Taskheat indes ist ein günstiger (10  Euro im einmaligen In-Ap-Kauf nach siebentägiger Probezeit) Taskmanger für iOS, iPadOS und macOS, der einen doppelten Ansatz mitbringt. Neben dem gewohnten Listenmanagement bietet die Software auch eine Flowchart-Ansicht, die aber etwas weniger intuitiv ist, wie unsere Kollegen der Macworld im Test befanden.

Selbstüberlistung: Zeit ist relativ, wissen wir seit Einstein, dich vergeht sie in unserem eigenen Inertialsystem immer gleich schnell, mit 60 Sekunden pro Minute. Für notorische Zuspätkommer hat die Apple Watch aber einen Trick zur Hand, mit der die Zeit scheinbar schneller vergeht.  In den Einstellungen der Uhr kann man die Zeit um eine bis 59 Minuten vorstellen, das bezieht sich aber nur auf die angezeigte Uhrzeit. Wecker schrillen zur richtigen Zeit, auch die Uhr auf dem iPhone geht dann nicht plötzlich vor. Will man die Uhr weiter als eine Stunde vordrehen, muss man die Zeitzone wechseln, das ist auch die einzige Maßnahme, um die Uhr zurück zu stellen. Es soll ja auch notorische Zufrühkommer geben.

Weitere Nachrichten:

Airtags kommen wohl im März 2021 – Prosser

Der Leaker Jon Prosser behauptet auf Twitter , Apple plane seine Bluetooth-Tracker Airtags im März auf den Markt zu bringen. Gleichzeitig damit sollte auch ein neues iPad Pro vorgestellt werden. Seit mehr als einem Jahr gibt es Gerüchte zum neuen Produkt von Apple: Der Hersteller will smarte Anhänger vertreiben, die sich nahtlos in das System "Wo ist?" einbinden lassen, sodass die Nutzer ihre verlorenen Gegenstände durch das Netzwerk von anderen iPhones und iPads finden können. Die ersten Erwähnungen der Airtags fanden sich noch in einer Beta von iOS 13.2 im Herbst 2019 . Seitdem hat Apple das System so weit ausgebaut, dass auch Dritt-Hersteller ihre Tracking-Geräte in das Netzwerk "Wo ist?" einbinden können. Die ersten Unterlagen für Entwickler hat Apple noch 2020 auf seinem Developer-Portal zur Verfügung gestellt. Im Laufe von 2020 hieß es in den FAQs, die endgültigen Spezifikationen stellt Apple bis Ende des Jahres online, doch seitdem ist nichts passiert.

Die neuen Bluetooth-Tracker wurden 2020 für unterschiedliche Daten prophezeit: Zunächst für die zweite Apple-Keynote im Oktober , zusammen mit dem iPhone 12 und Konsorten. Als die Keynote ohne erwartete Ankündigung endete, hat Prosser die Gerüchte mit einem neuen Datum befeuert : Angeblich im November, auf der dritten Keynote, wolle Apple die Airtags vorstellen. Als auch die November-Keynote nur bei den Macs blieb, munkelte man in den gut informierten Kreisen, Airtags könnten einfach per Pressemitteilung gleichzeitig mit iOS 14.3 vorgestellt werden.

Ob das aktuell genannte Datum von Prosser zutrifft oder nicht, werden wir spätestens Ende März wissen. Apple veranstaltete auch in der Vergangenheit März-Keynotes, auf denen Produkte angekündigt wurden, die nicht so richtig ins Konzept von großen Keynotes rund ums iPhone oder WWDC passten. Zuletzt gab es eine März-Keynote am 25. März 2019 , als Apple seinen Streaming-Dienst Apple TV+ vorstellte.

Neu: Disney-Smartwatch für Kinder mit 50 Euro Rabatt

Die Disney Neo Smart Kids Watch ist eine Smartwatch speziell für Kinder. Die Uhr entstand aus einer Zusammenarbeit von Vodafone mit Disney. Vodafone steuert die passende SIM-Karte samt Tarif bei und von Disney stammen die Figuren, die den Kindern bei der Bedienung der Uhr hilfreich und motivierend zur Seite stehen. Beispielsweise Yoda oder Darth Vader, falls das Kind oder dessen Eltern Star-Wars-Fans sind. Oder Mickey Mouse. Weitere Figuren stammen von Pixar und Marvel. Die Zahl der zur Auswahl stehenden Figuren soll nach und nach wachsen. Die Figuren machen die für sie typischen Bewegungen und bieten dazu passende Soundeffekte. Das Kind kann die gewählte Figur jederzeit wieder ändern.

Die Disney Neo Smart Kids Watch zeigt natürlich nicht nur die Uhrzeit an, sondern bietet auch typische Funktionen einer Erwachsenen-Smartwatch. So misst sie die Schritte, die das Kind zurücklegt und die Zeit, die das Kind mit Sport verbringt. Die ausgewählte Disney-Figur lobt das Kind, wenn es sich viel bewegt. Außerdem stehen Apps für Wetterbericht und Kalender zur Verfügung und es gibt einen Taschenrechner. Der besondere Clou ist aber die eingebaute 5-MP-Kamera, mit der das Kind jederzeit Aufnahmen machen kann.

Die Kinder empfangen auf der Uhr auch Anrufe und Nachrichten. Eltern können so immer mit ihren Kindern in Kontakt treten. Die Eltern können über die Vodafone-Smart-App die Smartwatch konfigurieren und zum Beispiel die Nutzungszeiten festlegen. Die Eltern können zudem den Standort des Kindes aktuell ermitteln; die Uhr bietet aber kein fortlaufendes Standorttracking. Über die Uhr kann das Kind aber nicht in das Internet - surfen ist also ausgeschlossen.

Wichtig bei einer Kinderuhr: Sie ist hart im Nehmen. Denn die Disney Neo Smart Kids Watch ist wasser- und staubdicht nach IP68. Das Kind darf mit der Uhr am Handgelenk also jederzeit ins Wasser langen und darin herumplanschen. Die Smartwatch aber nicht zum Schwimmen oder Tauchen geeignet.

Die Disney Neo Smart Kids Watch (44,5 mm x 14,8 mm; 40,6 g) gibt es in zwei Versionen jetzt zum Vorbestellen (genauer Auslieferungstermin noch unbekannt):

Version 1 für 249 Euro (Vorbestellerpreis) statt 299 Euro (UVP) mit einem 24-monatigem Nutzungsservice, der vollständig im Kaufpreis enthalten ist. Sie kaufen also die Uhr und haben zwei Jahre lang keine weiteren Kosten damit. Hier vorbestellen.

Version 2 mit einem monatlich kündbaren Tarif für 6,99 Euro oder mit einem 24-Monatsmodell von 5,99 Euro pro Monat. Hier zahlen Sie einmalig 169 Euro (Vorbestellerpreis) statt 199 Euro (UVP) für die Uhr und dann den monatlichen Tarif. Hier vorbestellen.

Bei der Uhr können Sie zwischen den Farben Mint-Grün und Ozean-Blau wählen. Im Lieferumfang sind zwei Bänder enthalten.

Wichtig: Die Vorbestelleraktion mit reduzierten Preisen geht von 17.02. bis 02.03.

Sicherheitsbehörden warnen dringend vor Windows 7

Der Besorgnis erregende Angriff auf die Trinkwasserversorgung einer US-Stadt, der nur durch Zufall und einen aufmerksamen Mitarbeiter verhindert wurde, hat die US-Sicherheitsbehörden FBI, CISA, EPA und MS-ISAC dazu veranlasst, ausdrücklich vor der Verwendung von Windows 7 zu warnen und eine Reihe von Sicherheitsempfehlungen zusammen zu stellen.

Bei dem Angriff auf die Trinkwasserversorgung der Stadt Oldsmar im US-Bundesstaat Flordia zeigte sich, wie erschreckend nachlässig die Betreiber bei der IT-Sicherheit waren. Auf den Rechnern der Trinkwasserversorgung lief das völlig veraltete Windows 7, für das Microsoft seit über einem Jahr keine Sicherheitsupdates mehr veröffentlicht (die letzten regulären Updates für Windows 7 erschienen am 14. Januar 2020). Zudem wurde auf allen Rechnern das gleiche Passwort für den Fernzugriff verwendet und die Rechner waren ohne zwischengeschaltete Firewall mit dem Internet verbunden. Man kann also fast von einer maximalen Fehlerausbeute sprechen…

Die US-Behörden erwarten, dass Systeme mit Windows 7 immer öfter angegriffen werden könnten, weil in dem Windows-Veteranen immer neue Sicherheitslücken entdeckt werden, für die Microsoft keine Sicherheitsupdates mehr veröffentlicht. Deshalb sollten derartige Rechner - vor allem in Unternehmen und Behörden - unbedingt auf Betriebssysteme aktualisiert werden, für die die Hersteller Sicherheitsupdates bereitstellen. Das ist im Falle von Windows also Windows 10. Alternativ kann man auch auf Linux oder macOS umsteigen, sofern die benötigte Anwendungssoftware auf diesen Systemen läuft. Gerade letzteres ist bei Verwaltungen und Unternehmen aber oft nicht der Fall, weil diese meist speziell entwickelte Programme verwenden.

Sofern also Unternehmen oder Behörden auch weiterhin Windows 7 verwenden müssen, damit ihre speziellen Anwendungsprogramme darauf laufen, müssen diese unbedingt die von Microsoft kostenpflichtig angebotenen Extended Security Updates (ESU) installieren. ESU gibt es für Windows 7 Professional und Enterprise. Unternehmen zahlen dabei in Abhängigkeit von der Zahl der unterstützten Rechner. Die Preise für ESU steigen mit der Nutzungsdauer. Doch auch ESU ist keine Lösung für immer, denn Microsoft will ESU für Windows 7 nach Januar 2023 einstellen.

Die Polizei sucht immer noch nach den Tätern für den Angriff auf die Trinkwasserversorgung.

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