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Morgenmagazin vom Montag, 15. Juli 2019

15.07.2019 | 07:05 Uhr |

Gassée und Moren fordern ARM-Macbook +++ BBC produziert Comedy für Apple TV+ +++ Tesla will an iCloud-Daten +++ Apples Trade-In-Angebot verschlechtert sich - Weniger Geld für alte iPhones +++ Eve: Rabatte am Prime Day +++ Japanische Sonde Hayabusa2 nimmt Asteroiden-Proben +++ Forschung: Mondunterkünfte aus dem 3D-Drucker +++ Deutschland: Kritische erste Bilanz für E-Scooter

15. Juli: Erntebeginn

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Was für ein Wetter in diesem Jahr: Der Mai regnerisch und kühl, der Juni so heiß wie noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und dafür hält der Juli nach einigen Sommertagen zu Beginn nicht das, was er verspricht. Nicht einmal Landwirte können sich freuen, denn gerade in den trockensten Gebieten des Landes im Nordosten bleibt regen weiterhin weitgehend aus. Nicht jedes Wetter dient zum Beweis des Klimawandels und noch weder zur Widerlegung der These, dass der Mensch großen Einfluss auf die globale Temperatur hat. Man gewinnt aber immer mehr den Eindruck, dass Wetterlagen länger verweilen. Nicht zwei oder drei Tage Regenwetter, sondern zwei oder drei Wochen. Und keine vier Tage Hochsommer, sondern dann gleich vier Wochen heiß und trocken. Falls das stimmt und sich der August zum Juli so verhält wie der Juni zum Mai, haben wir ja noch einiges vor uns, bevor der Herbst vielleicht wieder ein wenig Linderung bringt.

Ohnehin ist es mit dem heutigen Tag an der Zeit, an den Herbst zu denken. Der Zwölfbotentag 12. Juli gilt traditionell als Beginn der Erntezeit, als der Tag, an dem die Schnitter ausgesandt werden. Die ersten Wiesen liegen nach der Mahd ja schon voller Heuballen, dem Weizen geht es in Kürze an die Ähren. In Großbritannien ist heute der St-Swithins-Day, mit dem eine zum alpenländischen Siebenschläfer ähnliche Legende verknüpft ist: Wenn es trocken ist, soll das Wetter für 40 Tage anhalten. Dann ist die Ernte aber so richtig in Gang.

Am 15. Juli spielt ein Roman des britischen Autoren David Nicholls: "Zwei an einem Tag" ("One Day" im Original), verfilmt mit Anne Hathaway und Jim Sturgess in den Rollen der zwei. An welchem 15. Juli? Na, an dem im Jahr 1988 und an denen in weiteren gut 20 Jahren. Interessanter Trick: Die Geschichte von Emma und Dexter und deren Entwicklung erzählt Nicholls anhand von Spotlights, die er immer wieder auf den gleichen Tag im Jahr wirft. Auf alle Fälle lesenswert, auch wenn man es mit Liebesromanen nicht so hat.

Auf Liebliche Weine des Jahrgangs 2019 freuen wir uns indes, die würden aber vor allem im September Sonne benötigen. Das können wir aber überhaupt nicht abschätzen. Wir wissen nur, dass zu der Zeit, in der das Obst reif wird und die Weinlese beginnt, auch wieder neue iPhones von den Bäumen fallen. Ob der Jahrgang 2019 einer wird, an den man sich lang erinnert? Das wird aber definitiv nicht vom Wetter abhängen. Peter Müller

Lesetipps für den Montag

Lücke in der Matrix : Dan Moren erinnert in seiner Kolumne "Stay foolish" an die Matrix, in die Apple einst sein unübersichtliches Hardwareangebot einteilte, kurz nachdem Steve Jobs zurückgekehrt war. Mobilrechner und Desktop, für Einsteiger und Profis. Vier Geräte: iBook, Powerbook, iMac und Power Mac, mehr nicht. Die einfache Matrix ist längst passé, Apple baut ja auch nicht mehr nur Macs, sondern auch iPhones, iPads und Apple Watches. Die Kunden verwenden nicht nur ein Gerät, der Unterschied zwischen Einsteiger und Profi verwischt zusehends, manche Geräte sprechen mehrere Zielgruppen an. Zuletzt hatte Apple se Bedarin Angebot wieder vereinfacht, das Macbook 12 Zoll war dem zum Opfer gefallen, ohne dass eine klare Matrix wieder erkennbar wäre. So befindet Dan Moren, dass nun eine Lücke bleibt, es gebe sehr wohl noch Bedarf nach einem ultraflachen Notebook, wie es das Macbook war. Vielleicht aber hat Apple bereits eine neue Lösung in Arbeit, ein Macbook mit ARM-Chip, das flach, aber leistungsstark wäre und nicht so viele Kompromisse eingehen müsste wie das eben eingestellte Macbook.

Aufgegabelt : Apple habe sein Portfolio nicht reduziert, sondern normalisiert, meint indes Jean-Louis Gassée in seinem Blog Monday Note. Dem Macbook 12 Zoll weint er keine Träne hinterher, wie Dan Moren vermutet aber auch er, dass es das mit dem superflachen Macbook für Einsteiger noch nicht gewesen sein könne. Es sei nicht besonders kühn vorherzusagen, dass Apple bald Macs mit den eigenen A-Chips bauen werde, beginnend am Low End. Für macOS hätte das aber bedeutende Folgen, den Apple müsste bald zwei Varianten pflegen, die wie die beiden Zinken einer Fleischgabel an der gleichen Basis ansetzen. Diese Aufteilung werde aber nicht starr bleiben, sondern sich dynamisch entwickeln, der Scheitelpunkt sich immer mehr in das High End verschieben. Von dem Übergang nicht betroffen sein werden aber noch lange Hochleistungsmaschinen wie der neue Mac Pro, die auf auf Server-Chips von Intel setzen.

Komödie : Im Herbst geht Apples Fernsehdienst Apple TV+ an den Start, ein genauer Termin steht noch nicht fest und auch nicht das Programm, welches zum Einstieg zur Verfügung stehen wird. Apple akquiriert jedoch weiter eifrig Programme, so meldet die britische Website Chortle, dass die BBC erstmals eine Kooperation mit Apple angeht. Unter dem Projektnamen "Alabama" produziere man bereits eine Comedy-Serie mit Imelda Stanton, die der ehemalige Stand-up-Comedian Andy Wolton geschrieben habe. Mit dabei sind auch die Darsteller Darren Boyd und Phil Davis, Regisseur ist Jim O'Hanlon. Der Inhalt der Show ist noch nicht bekannt.

Verabschiedet: Trotz der von der US-Regierung eingeleiteten Untersuchung hat Frankreich die Digitalsteuer von drei Prozent auf im Land generierte Umsätze in Kraft gesetzt, nachdem der französische Senat den Gesetzesentwurf gebilligt hat. Die Steuer gilt für alle Unternehmen, mit mehr als 750 Millionen Euro Jahresumsatz, von denen mindestens 28 Millionen in Frankreich erzielt werden müssen und richtet sich vor allem gegen Firmen wie Apple, Alphabet, Amazon, Microsoft und andere. Das Gesetz gilt rückwirkend ab 1. Januar 2019, der französische Fiskus will noch in diesem Jahr rund 400 Millionen Euro damit einnehmen.

Unterstützung : Tesla will von Apple Hilfe bei einem Fall vermeintlicher Industriespionage und hat vor Gericht einen Antrag gestellt, an die iCloud-Daten eines ehemaligen Mitarbeiters zu gelangen. Dieser soll eine große  Menge Quellcode für autonomes Fahren auf sein privates iCloud-Drive gelegt haben, mittlerweile hat er Tesla verlassen und ist zu XMotors.ai gewechselt, US-Tochter des chinesischen Unternehmens Xpeng. Der ehemalige Mitarbeiter Guangzhi Cao verteidigt sich mit dem Argument, die Daten nicht genutzt und sie von seinen Geräten wieder gelöscht zu haben. Apple will der Aufforderung Teslas nachgehen, sofern sie rechtens ist, was letztlich das Gericht entscheiden muss.

Weitere Nachrichten:

iPhone XR bei Amazon Prime Day günstig wie nie

Es ist das derzeit meist nachgefragte iPhone, wie Apple immer bestätigt: Das iPhone XR. Vorgestellt im September 2018 und seit Anfang November des Vorjahres im Handel, bietet das iPhone XR die gleichen Techniken wie das iPhone XS (Max): Den ultraschnellen Chip A12 Bionic, die True-Depth-Kamera an der Vorderseite mitsamt Gesichtserkennung FaceID und eine starke Kamera auf der Rückseite, deren Algorithmen im Portraitmodus den Vorder- vom Hintergrund zu trennen vermögen. Nur das Display zeigt einen wesentlichen Unterschied, doch auch mit dem Liquid-Retina-LCD sind brillante Farben und starke Kontraste möglich. Dafür bietet das XR auch die beste Akkulaufzeit aller iPhones, wie wir auch in unserem Test verifizieren konnten.

Apple verkauft das iPhone XR mit 64 GB Speicher seit jeher für 849 Euro, nur wenn man ein altes iPhone von Apple in Zahlung nehmen kann, bekommt man es günstiger.

Insofern ist der Preis, den Amazon am Prime Day für das iPhone XR aufruft, der niedrigste, den wir bisher gesehen haben: 679,99 Euro, 169,01 Euro niedriger als der Listenpreis. Das Angebot gilt ab Montag, 15. Juli, 8 Uhr und nur so lange der Vorrat reicht - maximal bis zum Ende des Prime Days am Dienstag um 23.59 Uhr. Derzeit sind noch alle Farben erhältlich.

Auch die anderen Kapazitäten sind günstig wie nie: Das iPhone XR mit 128 GB kostet 729,99 Euro, das mit 256 GB 849,99 Euro - also gerade mal 99 Cent mehr als bei Apple das Modell in der Grundkonfiguration mit 64 GB Speicher.

iPhone XR 64 GB bei Amazon für 679,99 Euro kaufen

Apples Trade-In-Angebot verschlechtert sich - Weniger Geld für alte iPhones

Um die Verkäufe der aktuellen iPhones anzuheben, wirbt Apple auf seiner Homepage intensiv für sein Trade-In-Programm: Man kann sein altes iPhone (oder iPad) im Apple Store in Zahlung geben und erhält ein neues iPhone XR oder iPhone XS vergünstigt. In den letzten Monaten hat sich das Angebot aber etwas verändert: Ursprünglich warb Apple, man könne das Upgrade auf eine iPhone XR für 579 Euro durchführen, auf das iPhone XS für 879 Euro – vorausgesetzt, hat hat ein noch relativ wertvolles iPhone.

Das Angebot macht es dem Käufer sehr einfach. Es war aber schon bisher nicht besonders generös , aktuell ist es noch schlechter geworden: Aktuell verspricht Apple ein iPhone XR nur noch für 629 Euro, ein XS für 929 Euro – was auf den ersten Blick irritiert , sind doch die Preise der neuen iPhones gleich geblieben.

Der Grund ist aber nicht die Änderung des Trade-in-Programmes: Die alten iPhones werden immer älter und verlieren dadurch automatisch an Ankaufswert. So gab es noch im April 150 Euro für eine iPhone 6S, 250 Euro für ein iPhone 7. In kurzen Abständen passt Apple diese Ankaufspreise an. Vor kurzem hat Apple nun wieder die Preise angepasst: Für ein iPhone 6S gibt es nun nur noch maximal 120 Euro, für ein iPhone 7 bis zu 190 Euro – je nach Zustand und Ausstattung. Für ein iPhone SE mit 16 GB gibt es gerade mal 30 Euro.

Schade: In Deutschland erzielt man aktuell über Ebay oder einen Ankaufdienst wie Wirkaufens einen höheren Verkaufswert als über Apple.

Eve: Rabatte am Prime Day

Alles für das Smart-Home. Zum Prime Day bringt Eve Rabatte quer über sein Portfolio, jeweils gültig am Montag und Dienstag.

Konkret gibt es im Prime-Day-Angebot:

Die smarte Steckdose Eve Energy für 33,99 Euro statt 49,95 Euro

Den Rauchmelder Eve Smoke für 79 Euro statt 199,95 Euro

Das Thermostat Eve Thermo für 46,99 Euros statt 69,95 Euro

Den Raumklimamonitor Eve Room für 69 Euro statt 99,95 Euro

Den Kontaktsensor für Fenster und Türen Eve Door & Window für 26,99 Euro statt 39,95 Euro

Die Wetterstation Eve Degree für 47,99 Euro statt 69,95 Euro

Dazu wird es heute und morgen noch Blitzdeals geben, über die wir zu gegebener Zeit an dieser Stelle informieren.

Japanische Sonde Hayabusa2 nimmt Asteroiden-Proben

Asteroiden sind für Wissenschaftler ein interessantes Feld, schließlich rasen die Gesteinsbrocken oft schon seit Millionen Jahren durch unser Sonnensystem. Die japanische Raumsonde Hayabusa2 soll nun den Geheimnissen des Asteroiden Ryugu auf den Grund gehen. Dazu war sie schon im April auf dem Himmelskörper gelandet, um dort einen Krater in die Oberfläche zu sprengen. Bei einer neuerlichen Landung hat Hayabusa2 nun erstmals Bodenproben aus dem zertrümmerten Gestein eines Asteroiden entnommen.

Die Landung ist nach Angaben der japanischen Weltraumagentur JAXA perfekt verlaufen. Noch vor dem Ende des Jahres 2019 soll sich Hayabusa2 wieder zur Erde aufmachen und ein Jahr später die Bodenproben abliefern. Das durch die Sprengung an die Oberfläche beförderte Material des Asteroiden Ryugu soll Wissenschaftlern einen Blick in die Geschichte und Herkunft des Asteroiden eröffnen. Das Risiko für einen Ausfall der Sonde sei hoch gewesen, schließlich habe schon die Reise zum Asteroiden fast vier Jahre gedauert. An Bord war auch eine Landeinheit aus Europa: Die vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der französischen Raumfahrtagentur CNES entwickelte Mascot sammelte für 17 Stunden auf der Oberfläche des Asteroiden Forschungsdaten ein, die auch drohende Einschläge auf der Erde verhindern sollen.

Forschung: Mondunterkünfte aus dem 3D-Drucker

Wenn die Menschheit wie geplant auf dem Mond siedeln möchte, werden dafür auch Unterkünfte benötigt. Doch der Transport schwerer und stabiler Strukturen kostet sehr viel Geld. Hier soll ein Laser aus Niedersachsen helfen: Mit dem von der Technischen Universität Braunschweig entwickelten System soll Mondstaub aufgeschmolzen werden. Dazu kommt das Verfahren des selektiven Laserschmelzens zum Einsatz. Aus dem auf dem Mond endlos verfügbaren Staub auf der Oberfläche wollen die Forscher mit einem 150-Watt-Laser kleine Kügelchen mit einem Durchmesser von wenigen Milli- bis Zentimetern erzeugen, die dann schichtweise zum Bau größerer Strukturen genutzt werden können.

Der nur drei Kilogramm schwere Laser sollte ursprünglich vom Berliner Start-up PTScientists auf den Mond befördert werden. Die Firma kündigte aber in dieser Woche ihre Insolvenz an. Nun suchen die Forscher nach neuen Partnern und eine Finanzierung des Unternehmens. Daher gilt es als fraglich, ob der für 2021 geplante Flug zum Mond tatsächlich stattfinden kann. Mittelfristig wollen die Forscher aus Niedersachsen größere Strukturen herstellen. Möglich seien beispielsweise Landeplätze für Mondsonden oder Straßen für Mondmobile. Langfristig sollen durch den Laser sogar Bauelemente für eine Mondbasis entstehen. 

 

Deutschland: Kritische erste Bilanz für E-Scooter

Seit einem Monat sind elektrisch betriebene Tretroller – sogenannte E-Scooter – auf deutschen Straßen zugelassen. Der ADAC und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat haben diesen Umstand zum Anlass genommen, eine erste kritische Bilanz zu ziehen .

Laut dem Verkehrssicherheitsrat zeigen mehrere schwere Unfälle, dass die Gefahren der E-Scooter von vielen Fahrern noch unterschätzt werden. Hier sei in der Gesellschaft eine breitere Aufklärungskampagne notwendig. Neben der Regierung seien hier auch die E-Scooter-Hersteller und -Verleiher gefordert. Sie könnten Kunden beispielsweise per App auf Unfallrisiken und den richtigen Umgang mit den Fahrzeugen hinweisen oder entsprechende Trainings anbieten. Neben einer unvorsichtigen Fahrweise seien auch unachtsam abgestellte E-Scooter auf den Bürgersteigen und die Benutzung der Tretroller zu zweit ein Problem. Sollte es in den nächsten Monaten mehr Unfälle mit Kopfverletzungen geben, müsse der Verkehrssicherheitsrat außerdem über die Einführung einer Helmpflicht nachdenken.

Neben Unfällen mit teilweise Schwerverletzten in Berlin, Hamburg und München, musste die Polizei auch bereits Verwarngelder verhängen. Die Gründe: E-Scooter-Fahrer waren betrunken oder auf Gehwegen unterwegs. E-Scooter dürfen in Deutschland nur auf Fahrradwegen oder - in Ermangelung solcher - auf der Fahrbahn benutzt werden.

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