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Morgenmagazin vom Montag, 16. Januar 2017

16.01.2017 | 07:01 Uhr |

Spiele für das Apple TV +++ Warum nicht wieder ein Macbook Pro mit 17-Zoll? +++ Ziel und Funktion des Pegasus-Hacks +++ BMW-Vorstand Fröhlich: Roboterwagen brauchen Standards +++ YouTube will Spender in den Kommentaren bevorzugen +++ WordPress 4.7.1 schließt acht Sicherheitslücken +++ Youtube: Keine 4K-Videos für Safari-Nutzer +++

16. Januar: Hin und weg

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Immer mehr hinzufügen, das ist ja einfach, das kennen wir schon aus unseren Zeiten als Jäger und Sammler. Die Kunst besteht im Weglassen. Was braucht man wirklich noch, was stört, was kann weg? Im Herbst wurde Apple mal wieder massiv dafür gescholten, dass die iPhones der 7er-Generation keine Klinkenbuchse mehr haben und das Macbook Pro nur noch mit Thunderbolt-Schnittstellen und ein paar drahtlosen ausgestattet ist. Nichts von der alten Peripherie passt dann noch, außer, man will in Adapter oder Docks investieren. Dabei war das Macbook Pro alleine schon so teuer…

Aber mal ehrlich: Kann das nicht weg, was man anschließen wollte? Ist die externe Festplatte für Time-Machine-Backups nicht schon gewaltig in die Jahre gekommen und hat dazu kaum noch mehr Speicherkapazität als die SSD des neuen Macbook Pro? Wie alt ist das jüngste Bild auf der SD-Karte der alten Kompaktkamera, die man an sich kaum noch benutzt, seitdem das iPhone so brillante Fotos macht? Und könnte der alte Scanner nicht mal längst auf den Wertstoffhof, der alte Treiber läuft ja seit Mavericks nicht mehr und die Kette von hintereinander gesteckten Adaptern war schon an der USB-Buchse des alten Macbooks peinlich?

Sicher ist es insbesondere für professionelle Nutzer ärgerlich, wenn seit Jahren genutzte Peripherie nicht mehr so ohne weiteres am neuen Rechner läuft, insbesondere in Foto-, Film- und Tonstudios wird man fluchen. Nun gehört ein Mischpult mit Firewirebuchse aus den frühen 2000ern heute eben noch lange nicht zum Alteisen, wo das Laptop von 2008/2009 allmählich hindarf, aber für solche Fälle gibt es Lösungen, zur Not mit einem weiteren Stecker in der Adapterkette. Bei den meisten anderen gilt: Das ist keine Kunst, das kann weg.

Weglassen hat bei Apple Tradition, aber nicht um des Weglassens Willen sondern mit dem Hintergedanken, dass neue Technik meist besser ist als die alte und deren Relikte nur stören. So ist die Firewirebuchse wieder verschwunden weil Thunderbolt noch höhere Geschwindigkeit und vor allem gigantische Vielseitigkeit bringt. Aus ähnlichen Gründen ist USB 3 in USB Typ C übergegangen: Schneller, leistungsstärker, vielseitiger. Wer schon länger dabei ist, mag sich auch an das Wortungetüm SCSI erinnern, die parallele Schnittstelle, die ausgeschrieben Small Computer System Interface heißt und die man meist „Skasi“ gesprochen hat. Den Riegel vorgeschoben hat Apple seinerzeit mit dem iMac, der auf die im Jahr 1998 noch nicht besonders weit verbreitete, aber vielversprechende serielle Schnittstelle - und später zusätzlich auch auf Firewire - setzte. Und was geschieht jetzt mit unseren SCSI-Festplatten, den Zip- und Jaz-Laufwerken, den Druckern und vor allem den Scannern? Was mit unseren lieb gewordenen Terminatoren, die wir immer an das Ende der Kette von SCSI-Geräten stecken mussten, damit es bei der Übertragung der Daten nicht zu Problemen kam? Wir haben das überlebt, auch mit der Hilfe von Adaptern, die noch heute in so mancher Anlage stecken.

Wann genau der letzte SCSI-Mac aus dem Dienst schied, ob das vor oder dem letzten Einsatz von SCSI-Peripherie war und ob nicht irgendwo ein museumsreifes Gerät vor sich hin rattert, wissen wir nicht. Wir können aber das genaue Datum nennen, an dem Apple den ersten Mac mit SCSI-Schnittstelle herausbrachte, das war am 16. Januar 1986 der Macintosh Plus. Dessen sonstige technischen Daten waren ebenso beeindruckend wie die damals neue Schnittstelle: 1 MB RAM, eine Festplatte mit 800 kB Kapazität, ein 8 MHz schneller 68k-Chip von Motorola. Gut, das war damals beeindruckend und wir kennen ja alle das Moore’sche Gesetz. Was beim Mac Plus auch neu war: Der RAM ließ sich erstmals auch aufrüsten - das geht heute bei den meisten Macs schon wieder nicht mehr. Irgendwie also schon alles mal da gewesen: Same same, but different. Peter Müller

Lesetipps für den Montag:

Angriff: Das iPhone ist sicher. So sicher und unverwundbar wie wir als Menschen und als Gesellschaft im Allgemeinen. Also eben nicht zu 100 Prozent. Sich dessen bewusst zu sein, mag dabei helfen, besser mit Bedrohungen der körperlichen, geistigen, sozialen und ökonomischen Unversehrtheit umzugehen. Wir sind verwundbar und nicht völlig sicher, das gilt eben auch für das iPhone. Aber so, wie wir etwas für unsere Sicherheit tun können – nicht bei Rot über die Straße gehen, im Auto den Gurt anlegen und auf dem Fahrrad vielleicht einen Helm tragen, aber zumindest das Licht anknipsen – können wir uns halbwegs darauf verlassen, dass sich Experten innerhalb und außerhalb von Cupertino um die Sicherheit unseres digitalen Lebens kümmern. Und dennoch gibt es immer wieder Fälle der Sorte „Wie ist das denn trotz allem möglich?“ Von einem davon berichtet die Süddeutsche Zeitung. Zu einem allgemeinen Unwohlsein in Sachen Sicherheit sollte dieser ebenso wenig führen wie ein tatsächlicher oder auch nur kolportierter Vorfall aus dem echten Leben. Doch sind vor allem die Nebenaspekte des Pegasus-Hack Besorgnis erregend. Nicht weniger als drei Zero-Day-Exploits hatten Angreifer genutzt, um den Dissidenten Ahmad Mansour aus den Vereinigten Arabischen Emiraten in eine Falle zu locken. Mansours iPhone hätte dabei nach dem Anklicken eines Links in einer manipulierten SMS einen Jailbreak erlitten und den Angreifern ermöglicht, seine komplette Kommunikation permanent und unbemerkt abzuhören. Mansour war skeptisch genug, um die Nachricht an den Eexperten Max Bazaliy weiterzuleiten, der für das IT-Sicherheitsunternehmen Lokus arbeitet. Bazaliy konnte den raffinierten Code auf die israelische Firma NSO Group zurück verfolgen, die bestätigt, selbst keine Spionagesoftware zu betreiben, sie aber für Millionenbeträge an Regierungen zu verkaufen. Allmählich schwant einem, wie das mit dem iPhone 5C gewesen sein könnte, das das FBI vor einem guten Jahr nicht knacken konnte.

Übersicht: Das Apple TV ist nicht wirklich eine Spielekonsole - lässt sich aber auch durchaus als solche verwenden. tvOS macht es möglich, dass Entwickler von iOS-Spielen ihre Titel leicht an das Apple TV 4 und den daran angeschlossenen Bildschirm portieren können, aber auch gänzlich neue Spiele tauchen im App Store für die Settopbox auf. Unsere Kollegen der Macworld haben sich umgesehen und präsentieren die 15 besten Spiele für das Apple TV.

Privatsache: Das private browsing ist eine feine Sache, will man nicht allzuviele Spuren seiner Surftour hinterlassen, in Form von Cookies oder Trackern. So vermeidet man, dass sich auf von mehreren Personen genutzten Computern die Logins und Präferenzen mehrere Personen vermischen. An öffentlichen Rechnern sollte man in jedem Fall diesen Modus nutzen und seinen Rechner zu Hause für Gäste am besten mit dem Gast-Modus oder einem anderen dedizierten User betrieben. Glenn Fleishman zeigt, wie private Browsing mit den unterschiedlichsten Browsern genutzt werden kann.

Größe zählt: Das neue Macbook Pro verkauft sich anscheinend recht gut, obwohl die Kritik daran nicht abreißt. Das Macbook habe die Bezeichnung "Pro" nicht verdient, meinen die einen, die Touch Bar als einzige sichtbare Innovation reiche nicht aus, sagen andere. PC World hat nun einen Vorschlag, wie Apple Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen könnte und das Macbook Pro wieder großartig mache: Mit einem 17-Zoll-Modell. Vor fünf Jahren hatte Apple den Formfaktor aus dem Angebot genommen, zuletzt hatte der Mac-Hersteller ein neues 17-Zöller bei seinem letzten Besuch der Macworld Expo im Januar 2009 gezeigt. Eine Neuauflage könnte aber auf einige der Kompromisse verzichten, die Apple mit dem 15-Zoll-Modell und dem noch kleineren 13-Zöller eingehen musste. So wäre ein Quadcore-Chip oder eine CPU mit noch mehr Kernen ebenso möglich wie High-End-Grafikkarten.

Werbung: Nun, da die AirPods endlich verfügbar sind, bewirbt Apple die drahtlosen Kopfhörer in einigen neuen Werbespots. Diese drehen sich um den unkomplizierten und flotten Pairing-Vorgang mit dem iPhone 7, Siri im Ohr und vor allem dem hervorragenden Sitz im Ohr. Letzteres mag zwar ebenso stimmen wie die Aussagen davor, aber nicht allgemein. Die Wahrscheinlichkeit, dass die AirPods richtig gut sitzen und selbst beim Joggen nicht aus den Ohren fallen, liegt einigen Umfragen zufolge etwa bei 50 Prozent: Für manche Ohren mag das passen, für andere eben nicht.

Weitere Nachrichten:

BMW-Vorstand Fröhlich: Roboterwagen brauchen Standards

"Keiner ist so clever wie alle anderen um ihn herum", deshalb würden Kooperationen entscheidend sein, betonte BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich am Sonntag auf der Internet-Konferenz DLD in München. Einheitliche Standards seien notwendig, damit Informationen zwischen Autos verschiedener Hersteller ausgetauscht und zum Beispiel zur Verbesserung der Karten genutzt werden könnten.

BMW will selbstfahrende Autos zum Jahr 2021 regulär auf die Straße bringen und arbeitet dafür eng mit dem spezialisierten Zulieferer MobilEye und dem Chip-Riesen Intel zusammen. Nach Einschätzung des MobilEye-Chefs Amnon Schaschua wird die Branche aus Gründen der Sicherheit in Zukunft genauso strikte Vorgaben bekommen wird wie der Luftverkehr. "Alle Flugzeuge sehen heute in etwa gleich aus, weil die Branche so streng reguliert wird - das wird auch in dieser Industrie passieren." Die Toleranz für Fehler selbstfahrender Autos sei extrem gering: "Die Gesellschaft akzeptiert es nicht, wenn Computer Menschen töten" - obwohl es gleichzeitig viele tödliche Unfälle durch menschliches Versagen gebe.

Intel-Chef Brian Krzanich betonte, dass mit selbstfahrenden Autos viele neue Fragen aufkämen. Werde es in Ordnung sein, wenn damit die zwölfjährige Tochter allein ins Einkaufszentrum fahre? Oder wenn sich jemand alkoholisiert fahren lasse? Dass die Lenkräder ganz aus den Autos verschwinden, glaubt der Chef des Chipkonzerns unterdessen nicht: Man werde immer mal irgendwo hinfahren wollen, wo der Fahrer selbst das Steuer übernehmen müsse. Eine Herausforderung werde die Datenflut durch die vielen Sensoren sein: "Eine Million selbstfahrender Autos werden so viele Daten erzeugen wie die Hälfte der Weltbevölkerung." Intel sieht darin eine Geschäftschance für die Zukunft. (dpa/rs)

YouTube will Spender in den Kommentaren bevorzugen

Das von Google betriebene Video-Portal YouTube will Produzenten neue Möglichkeiten bieten, um mit ihren Videos Geld zu verdienen. Die neue Funktion namens Super Chat steht nur in Live-Streams zur Verfügung und kann von Zuschauern genutzt werden, um den eigenen Kommentar innerhalb des Chat-Bereichs anzupinnen.

Im Chat-Fenster findet sich künftig ein Dollar-Symbol, mit dem ein gewünschter Betrag an den Ersteller des Live-Streams gespendet werden kann. Je größer die Summe ausfällt, desto länger wird der zugehörige Kommentar angepinnt. Zusätzlich erscheint der Kommentar in einer anderen Farbe.

Laut YouTube soll Super Chat den Erstellern der Videos auch dabei helfen, ihre größten Fans auf einen Blick zu erkennen. Super Chat ist als Teil eines Betatests für ausgewählte Nutzer schon ab heute verfügbar. Ende Januar will Google die Funktion für weitere Nutzer ausrollen.

WordPress 4.7.1 schließt acht Sicherheitslücken

WordPress hat in dieser Woche ein erstes Sicherheitsupdate für WordPress 4.7 „Vaughan“ veröffentlicht. Die Software mit der Versionsnummer 4.7.1 schließt insgesamt acht Sicherheitslücken. Details dazu finden sich in der offiziellen Release-Note . Neben den acht Sicherheitslücken behebt das Sicherheitsrelease auch weitere 62 Fehler aus der Version 4.7.

Das WordPress-Team rät Website-Betreibern, das Update umgehend durchzuführen. Die Software kann über wordpress.org heruntergeladen werden . Alternativ ist die Aktualisierung im Adminbereich von Wordpress unter Dashboard – Aktualisierungen - „Bitte aktualisiere jetzt“ zu finden. Nutzer, die die automatischen Hintergrund-Updates aktiviert haben, müssen die Aktualisierung nicht händisch anschieben. Bei ihnen erfolgt sie automatisch.

Youtube: Keine 4K-Videos für Safari-Nutzer

4K-Videos sind Videos mit hoher Auflösung, die eine beeindruckende Bildqualität liefern. Unterstützten doch nicht nur viele iPhones und Kameras diese hohe Auflösung, auch immer mehr TV-Geräte und PC-Monitore können Videos mit dieser hohen Auflösung abspielen. Zur Enttäuschung vieler Anwender hat Youtube aber seit einem Monat neue Einschränkungen eingeführt, anscheinend bei Uploads nach dem 6. Dezember. Ruft man mit Safari ein neueres 4K-Video auf Youtube auf, steht seit kurzem nur noch die maximale Auflösung von 1440p zur Verfügung. Ruft man dagegen das gleiche Video in Google Chrome auf, oder ist das Video in eine Webseite eingebettet, steht die 4K-Option 2160p zur Wahl.

Wie ein Blick in die Dateiinformationen zeigt, liegt dies offenbar am Video-Codec: Die 4K-Version liegt offensichtlich nur noch im Format VP9 bei Youtube vor. Safari unterstützt jedoch den von Google bzw. Youtube favorisierten Codec VP9  nicht, nur das ältere Videoformat H.264. Für Anwender älterer Macs eine schlechte Nachricht, da der Codec VP9 beim Abspielen eine weit höhere CPU-Last erzeugt, nur bei H.264 kann die Grafikkarte das Abspielen unterstützen. iOS-Geräte und Apple TV unterstützen VP9 ebenfalls nicht. Peinlich ist dies natürlich auch für Video-Profis, die 4K-Videos ankündigen, aber das Versprechen scheinbar nicht halten können.

Unberechenbar ist aktuell die Folge für 4K-Live-Streams, die immer im Format H.264 ausgeliefert werden: Ein in den letzten Wochen gestarteter 4K-Livestream ist anscheinend nur noch mit der Auflösung 1440p abrufbar, ältere Livestream laufen noch mit voller 4K-Auflösung. Eine Stellungnahme von Youtube zu diesem Thema stand bei Redaktionsschluss noch aus. Man spekuliert, es könnte sich sich um eine Sparmaßnahme handeln – 4K-Videos belegen viel Speicherplatz, vor allem bei der Aufbewahrung in mehreren Dateiformaten.

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