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Morgenmagazin vom Montag, 16. September 2019

16.09.2019 | 07:03 Uhr |

iPhone 11 und iPhone 11 Pro mit gutem Start +++ Warum die Unterstellung der geplanten Obsoleszenz Unfug ist +++ Bob Iger verlässt Apples Aufsichtsrat +++ GoCycle GXi: Faltbares Elektro-Fahrrad +++ Arctech: Kühlende Smartphone-Hüllen von Razer +++ Google Pixel 4: Neuer Leak verrät Enthüllungstermin +++

16. September: Schauen, bis der Arzt kommt

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Vier Tage noch, dann klingelt der Postbote einmal und liefert das Paket mit dem neuen iPhone ab. Damit gehen wir dann am Freitag gleich zum nächsten Apple Store und filmen die Leute, die davor in der Schlange stehen, um das neue iPhone zu erwerben. Obwohl, das wäre so etwas von 2014 oder so ähnlich. Apple verkauft zwar nicht weniger Telefone als vor Jahren, zumindest nicht nennenswert, aber die Sache mit dem Schlangestehen und dem Campieren vor dem Store ist zu Ende erzählt. Aus so vielen Quellen kann man iPhones mittlerweile schöpfen, so dass man sich nicht mehr die Beine in den Bauch stehen muss.

Sehen wir uns dann doch ganz entspannt stattdessen unsere Lieblingsserien an, nicht nur auf dem iPhone, sondern auch auf iPad, Mac und via Apple TV auf der großen Glotze im Wohnzimmer. Noch dauert es aber ein wenig, bis auf der Apple-Glotze Apple-Originale laufen. The Hornung Show, See, For All Mankind und so, wir sind schon gespannt. Dank des neuen iPhones dürfen wir ab 1. November ja völlig ohne Gebühren glotzen, die 4,99 im Monat, die danach anfallen, können wir verschmerzen. Amazon Prime amortisiert sich ja aus anderen Gründen, die Serien und Filme sind gewissermaßen on top. Dann können wir ja auch noch das Netflix-Abo behalten. Da gibt es doch einige Sachen zu sehen, die man woanders nicht bekommt.

Heute vor fünf Jahren hat das mit Netflix in Deutschland angefangen - die Geschichte des Unternehmens ist ja eine weit ältere. Als Online-DVD-Verleih begonnen, hatte Netflix bereits einen riesigen Kundenstamm, als der Umstieg auf digitale Downloads und Streaming anstand. So waren auch die Beziehungen zu den Rechteinhabern gut gepflegt, so dass die Mediathek von Anfang an gut gefüllt war.

Apple TV+ wird zum Start erst einmal recht übersichtlich sein - wobei das auch seine Vorteile hat. In den schier unendlichen Weiten von Netflix und auch Amazon Prime kann man sich gewaltig verirren, wenn man nach einem Film oder einer Serie sucht, die man jetzt unbedingt sehen möchte. Es gibt einfach zu viele. Nicht selten beginnt der Netflixabend mit einer stundenlangen Suche.

Apple wird von Anfang an nur auf Originale setzen und keine Inhalte Dritter über Apple TV+ ausspielen. Diese muss man über Apple TV Channel extra bestellen und bezahlen und wissen, worauf man sich einlässt. In Deutschland ist das Angebot buchbarer Kanäle fast noch übersichtlicher als das kommende von Apple TV+.

Ob Netflix den neuen Konkurrenten wirklich fürchten muss? Eher nicht, selbst wenn es Apple gelingen sollte, die Hälfte der Käufer von bis zu 200 Millionen Geräten im kommenden Jahr zum Bleiben zu überreden. Netflix investiert weiter massiv in eigene Inhalte - die Erfahrung zeigt, dass Netflix-Originale durchaus von der hohen Qualität sind, die Apple für seine Originals beansprucht. Man braucht als beides - vor allem dann, wenn der Film, auf den man gerade Lust hätte, noch nicht oder nicht mehr bei Amazon Prime zu sehen ist. Peter Müller

Lesetipps für den Montag:

Neue Farben: Wer am 20. September ein neues iPhone 11 Pro in Besitz nehmen will, sollte bereits am Freitag bestellt haben. Vor allem die Modelle im neuen Farbton "Midnicht Green" scheinen sich als begehrt zu erweisen und sind am schwersten lieferbar, zwei bis drei Wochen wird man sich nun gedulden müssen. Beim  iPhone 11 hingegen ist die Liefersituation etwas entspannter und die meisten Farben und Größen sind bereits am Freitag lieferbar.

Guter Start: Einen guten Start des iPhone-Verkaufes sieht auch der Analyst Ming-Chi Kuo. In den USA seien vor allem die iPhone 11 pro begehrt, in China hingegen lägen die iPhone 11 vorne, die sich dort als ideales Upgrade für Besitzer von iPhone 6 und iPhone 7 erwiesen. Bis zum Ende des Jahres werde Apple zwischen 70 und 75 Millionen Geräte verkaufen, bisherige Schätzungen gingen von 65 bis 70 Millionen Stück aus. Ein Risiko bleibt der angekündigte Strafzoll auf Waren aus China, der ab Dezember die Verkäufe in den USA schädigen könnte. Apple werde aber versuchen im Fall des Falles die Preise für die Verbraucher konstant zu halten.

Haltbar: Die Unterstellung der geplanten Obsoleszenz kursiert seit Jahren. Demnach würden iPhones unmittelbar nach Ablauf der Garantie kaputt gehen, so dass die Kunden neue Geräte kaufen müssen. Das ist aber Quatsch, meint Dan Moren in seiner Macworld-Kolumne "More Color": Ein solches Verhalten würde nur unzufriedene Kunden erzeugen, die ihr nächstes Smartphone sicher nicht bei dem Hersteller kaufen, der sie auf diese Weise veräppelte. Im Gegenteil macht Apple seine iPhones immer haltbarer, was auf dem ersten Blick ja den Interessen des Unternehmens entgegen liefe. Mit dem optimierten Laden ab iOS 13 kann man bis zu einem Jahr mehr Leben aus dem Akku herausholen, das Glas der neuen Modelle von 2019 soll nun noch bruchsicherer sein, der Schutz gegen Wasser ist auf einem neuen Niveau angekommen. Apple will vor allem zufriedene Kunden, die mit ihrem iPhone noch lange Services wie Apple Music oder bald Apple TV+ genießen und häufig im App Store einkaufen, hier verdient Apple auf Dauer. Und wer unbedingt ein neues iPhone haben möchte, kann sein altes zu einem guten Preis direkt weiter verkaufen oder bei Apple zurückgeben, das es als wiederaufbereitetes Gerät zu günstigeren Preisen verkauft: So werden neue Kunden angesprochen.

Premiere: Im Stream wird Apple TV+ ab dem 1. November auf Apple-Geräten weltweit erscheinen, am Samstag hatte die erste Folge eines Apple-TV+-Originals auf dem Tribeca TV Festival in New York öffentliche Premiere. Dabei handelt es sich um das Kostümdrama "Dickinson" über die Schriftstellerin Emily Dickinson, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Neu England lebte und wirkte. Die Serie spielt zwar zur Zeit der Autorin, verwendet aber moderne Sprache und Pop-Musik zur Untermalung. Die Titelrolle hat die Schauspielerin und Sängerin Hailee Steinfeld übernommen, Jane Krakowski spielt deren Mutter. Einen Auftritt als Gevatter Tod hat der Rapper Wiz Khalifa.

Ausgeschieden: Der anstehende Start von Apple TV+ hat Auswirkungen auf Apples Aufsichtsrat. Nach acht Jahren verlässt Disney-CEO Bob Iger das Gremium. Dies ist am Dienstag, den 10. September geschehen, als Apple neue Details zu seinem Service genannt hat, etwa den Preis (4,99 Euro im Monat) und den Starttermin 1. November. Iger verlässt nach den Statements, die Apple an die Börsenaufsicht SEC gegeben hat, den Aufsichtsrat aber in aller Freundschaft. Iger bewundere Apple und seinen CEO Tim Cook, während Apple seinem nun ehemaligen Aufsichtsrat hinterher ruft, es sei eine Ehre gewesen, ihn an Bord zu haben und Geschäftsbeziehungen mit Disney gepflegt zu haben. Disney steht in Vorbereitung eines eigenen Streamingservices, der unter anderem mit Apple TV+ konkurrieren wird.

Weitere Nachrichten:

GoCycle GXi: Faltbares Elektro-Fahrrad

Elektrofahrräder sind praktisch, aber auch recht sperrig. Hersteller GoCycle hat daher ein neues Elektro-Fahrrad entwickelt, welches sich mit wenigen Handgriffen zusammenfalten lässt. Das GXi verfügt hierzu über einen im Rahmen untergebrachten Akku. Der Vorderradnabenmotor hat eine Leistung von 250 Watt und soll damit bis 25 km/h beim Treten unterstützen. Der wechselbare Akku hat eine Kapazität von 375 Wattstunden und soll damit bis zu 80 Kilometer weit kommen. Aufgeladen ist der Akku - wahlweise separat in der Wohnung - in maximal vier Stunden.

Das GoCycle GXi kann von Fahrern mit einem Gewicht bis zu 100 Kilogramm genutzt werden. Das Eigengewicht des Faltrads beträgt 17,5 Kilogramm. Damit ist es auch in Bus und Bahn noch relativ gut transportierbar. Für den Straßenverkehr zugelassen ist das GXi unter anderem durch seine LED-Beleuchtung. Ein kleines Display gibt zudem Auskunft über den Ladestand und die aktuell abgerufene Leistung. Komfortabel wird das Rad durch seine 3-Gang-Nexus-Nabenschaltung, die Einbein-Federgabel und die einseitige Hinterradschwinge. Für den Transport im Auto lassen sich die 20-Zoll-Räder sowie die Pedale abbauen. Das Zusammenklappen ist laut Hersteller in zehn Sekunden möglich. Der Preis für diesen Komfort und die damit verbundene Flexibilität ist mit 4.200 Euro aber recht hoch. 

Arctech: Kühlende Smartphone-Hüllen von Razer

Wer oft und viel mit seinem Smartphone spielt, kennt das Problem: Nach einer gewissen Zeit erhitzt sich das Gehäuse des Geräts. Im schlimmsten Fall drosselt das Smartphone die Geschwindigkeit oder der Akku leidet unter der Hitze. Hersteller Razer reagiert auf dieses Problem mit kühlenden Smartphone-Hüllen, die für das Razer Phone 2 sowie iPhones aus dem Jahr 2018 und 2019 angeboten werden. Die Arctech-Schutzhüllen von Razer ermöglichen neben der Kühlung auch das kabellose Laden per Qi.

Die Temperaturreduzierung realisiert Razer über eine patentierte Thermaphene-Schicht, die Hitze vom Smartphone ableitet. Die darüber liegenden Schichten aus Mikrofaser und Polykarbonat sollen das Gerät darüber hinaus vor Stößen schützen. Die passive Kühlung durch die Thermaphene-Schicht soll laut Hersteller eine Temperaturreduzierung um bis zu sechs Grad Celsius unter Last ermöglichen. Razer hat gleich drei Versionen im Angebot: Die Slim-Variante soll das Smartphone kühlen, dabei aber nur wenig auftragen. Die deutlich dickeren Arctech Pro- und Pro THS-Versionen weisen zusätzliche eine kratzfeste Rückplatte und vier schockabsorbierende Seiten auf. Diese sollen einen Fallschutz für bis zu drei Meter tiefe Stürze gewährleisten. Als Farben stehen Schwarz, Weiß und Pink zur Verfügung. Alle Hüllen sind für das Razer Phone 2, iPhone XS, XS Max, XR, 11, 11 Pro und 11 Pro Max erhältlich. Die Slim-Hüllen kosten 30 US-Dollar, die Pro-Version schlägt mit 40 US-Dollar zu Buche.

 

Google Pixel 4: Neuer Leak verrät Enthüllungstermin

Der Leaker Evan Blass (evleaks) hat in dieser Woche den möglichen Enthüllungstermin für die neuen Pixel-Smartphones von Google verraten. Laut Blass könnten sowohl das Pixel 4 als auch das Pixel 4 XL im Rahmen eines Google-Events am 15. Oktober 2019 enthüllt werden. Woher Blass diese Information hat, ist nicht bekannt. Der Twitter-Nutzer hatte sich jedoch in der Vergangenheit bereits mehrfach bei Smartphone-Releases als zuverlässige Quelle erwiesen.

Mit Googles Event-Politik würde sich der Termin ebenfalls decken. Frühere Pixel-Modelle wurden meist am 9. Oktober angekündigt und waren dann ab 18. Oktober erhältlich. Sollte sich dieses Prinzip auch auf die Pixel-4-Generation anwenden lassen, wären die Smartphones eventuell noch vor Halloween verfügbar. Eine offizielle Bestätigung oder Event-Ankündigung seitens Google steht allerdings noch aus.

Die mutmaßlichen Hardware-Details des Google Pixel 4 XL wurden heute außerdem noch einmal durch einen Screenshot-Leak bestätigt. Das Bild stammt von einem Hersteller für Displayschutzfolien und zeigt die Hard- und Software-Einstellungen des Pixel 4 XL. Das Smartphone bietet demnach ein 6,23-Zoll-Display mit einer Auflösung von 3.040 x 1.440 Pixeln. Im Gehäuse werkelt angeblich ein Snapdragon 855. Ob die mutmaßlichen Spezifikationen stimmen, wird sich wohl am 15. Oktober zeigen.

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