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Morgenmagazin vom Montag, 17. März 2014

17.03.2014 | 06:35 Uhr |

Apple dominiert High-End-Smartphone-Markt in China +++ iOS 7.1 wird rasch angenommen +++ App Store lehnt Tank Battle 1942 ab +++ F-Secure: Im Zweifel lieber VPN-Verbindungen nutzen +++ Sandberg: USB-Netzwerkadapter für Ultrabooks +++ Microsoft Office für iOS angeblich bereits final +++ Mutmaßliche iOS-8-Screenshots geleakt +++ Google und Microsoft wollen Dual-OS-Hardware mit Android und Windows stoppen +++ Bieterwettstreit machte Whatsapp teuer

Apple dominiert High-End-Smartphone-Markt in China

Die chinesische Online-Werbeagentur Umeng hat eine Auswertung seiner Zugriff-Statistiken veröffentlicht, laut der sich die teuren iPhones trotz aller Bedenken von Investoren mühelos auf dem Smartphone-Markt in China erfolgreich durchsetzten , berichtet Electronista .

Die gezählten Zugriffe der Firma geben eine weitaus verlässlichere Zahl von aktiv genutzten Smartphones als die reinen Verkaufszahlen, da sie auch den Import von Second-Hand-Handys einbezieht. Laut den Statistiken von Umeg gibt es in China derzeit rund 700 Millionen Smartphones im Einsatz. 35 Prozent davon entfallen auf Einstiegsmodelle im Preisbereich von einem bis 149 US-Dollar, 22 Prozent zwischen 150 und 329, 15 Prozent zwischen 330 und 499 und 27 Prozent im High-End Smartphone-Markt mit einem Preis ab 500 US-Dollar. In der letzten Gruppe sind 190 Millionen Anwender, von denen 80 Prozent - also knapp 150 Millionen Kunden - ein iPhone 5S oder 5C besitzen. Die Zahl kann in einen direkten Vergleich zu Nord-Amerika gesetzt werden: Die Anzahl der iPhone-Besitzer in der High-End-Preisgruppe in China entspricht der aller Smartphone-Besitzer (nicht nur iPhones) in den USA und Kanada zusammen.

Die Vorhersage von Apples CEO Tim Cook ist damit bestätigt: Der Smartphone-Markt in China ist gewaltig angewachsen. Mitte 2012 waren es dort "nur" 175 Millionen Kunden, die auf das 3G-Netzwerk zugriffen, aber innerhalb von zwölf Monaten stieg diese Zahl auf 300 Millionen im Juli 2013 an. Mit 190 Millionen High-End-Smartphone-Anwendern entfallen die restlichen 110 Millionen 3G-Nutzer auf Smartphones in der nächsten, günstigeren Kategorie, worunter auch das iPhone 4S und iPhone 4 fallen.

China Mobile , der größte chinesische Netzwerkbetreiber, bietet seit Januar 2014 das iPhone 5S und das iPhone 5C mit den speziellen Netz-Konfigurationen TD-LTE und TD-SCMA an. Die beiden anderen großen Anbieter, China Telecom und China Unicom, unterstützen den weltweiten 3G-Stadard CDMA und verkauften bereits seit der Einführung im September 2013 die Apple Smartphones. Laut den Zugriff-Statistiken von Umeng hat Apple die Anzahl der genutzten iPhones in China in den letzten neun Monaten von 80 Millionen im Juni 2013 fast verdoppelt.

Mit dem Trend zu High-End-Smartphones kommt in China auch ein positiver Trend für iOS-Entwickler: Der Griff zu Top-Apps. Der Anteil von Anwendern, die Business-Apps für Finanzen, Management und Medien einsetzen, stieg in den letzten neun Monaten von 13 auf 20 Prozent. Gleichzeitig steigt in China aber auch der Bedarf für verbesserte Sicherheit für iPhones: Während vor neun Monaten noch auf 30 Prozent aller iPhones in China Jailbreak eingesetzt wurde, ist diese Zahl auf jetzt 13 Prozent zurückgegangen.

Natürlich ist in China der Bedarf an günstigen Smartphones hoch. 35 Prozent des Smartphone-Marktes wird dort mit Geräten abgedeckt, die weniger als 150 US-Dollar kosten. Auf der anderen Seite ist dieses Marktsegment, in dem Android 57 Prozent aller Verkäufe erzielt, aber kaum rentabel. Nach dem Kauf des Handys investiert diese Kundengruppe kaum in weitere Apps - die beiden beliebtesten Kategorien in dem Bereich sind Hintergrundbilder und einfache Spiele.

iOS 7.1 wird rasch angenommen

Laut den Zugriffs-Statistiken des Online-Werbedienstes Chitika Insights nutzen in den ersten drei Tagen nach Freigabe von iOS 7.1 fast 20 Prozent aller Anwender in den USA und Kanada das Upgrade auf die neue iOS-Betriebssystem-Version, berichtet Appleinsider . Damit lag der Trend zur neuen Version noch gleichauf mit dem früherer Updates. Der die überwiegende Internet-Nutzung mit iPhones entfiel noch auf iOS 7.0.6 , aber wurde jetzt, wenige Tage später, bereits von iOS 7.1 überholt.

Die Statistik basiert auf der Auswertung von insgesamt 10 Millionen Zugriffen von verschiedenen Smartphones auf eine Auswahl von Webseiten zwischen dem 9. und 12. März, die Werbematerial von Chitika Insights einsetzen.

Apple veröffentlichte zu Beginn der letzten Woche die neue Betriebssystem-Version iOS 7.1 mit einer Reihe von Fehlerbehebungen, Änderungen in der Benutzeroberfläche und neuen Funktionalitäten. Herausragend ist die Integration von Carplay , auf dessen Nutzung im Auto der Kunde aber noch ein paar Monate warten darf.

App Store lehnt Tank Battle 1942 ab

Das Apple-Team, das die Freigabe für neue App im App Store bewilligt, hat wieder zugeschlagen, berichtet Appadvice . Diesmal hat es die Spiele-App Tank Battle 1942 erwischt, die Kämpfe mit Panzern vom zweiten Weltkrieg nachahmt und in diesem Kontext Deutsche und Russen als "Feinde" beschreibt.

In der Erklärung, mit der Apple die Genehmigung der App ablehnte, begründet das Team: " Im Inhalt der App werden Personen von bestimmten Rassen, Kulturen, Regierungen, Vereinigungen oder anderen in Wirklichkeit existierenden Gruppen als Feinde dargestellt, was nicht im Sinne der App Store-Überprüfungsrichtlinien ist."

Die Ablehnung kam überraschend, da die App Tank Battle 1942 eine Folgeversion von Tank Battle 1941 ist, die es problemlos in den App Store schaffte. Eine Suche im App Store zeigt, dass es dort von Weltkrieg Spiele-Apps nur so wimmelt.

Die Entwickler-Firma Hunted Cow hat überlegt, ob sie den umstrittenen Begriff "Feinde" mit der neutraleren Beschreibung "Gegner" ersetzten wird, entschied aber, zunächst die Entscheidung des Apple-Teams anzufechten. Offenbar mit Erfolg: Die App wurde innerhalb von 24 Stunden dann doch genehmigt und in den App Store eingestellt . Die ursprüngliche Ablehnung dokumentiert für viele iOS-Entwickler nur ein weiteres Beispiel von willkürlicher Interpretation der Richtlinien , mit denen der Zugang zum App Store gepflastert sein kann.

F-Secure: Im Zweifel lieber VPN-Verbindungen nutzen

Die zunehmende Beliebtheit und Verbreitung öffentlicher Hotspots macht es für Betrüger und Datendiebe immer einfacher, schnell und problemlos sensible Daten abzufangen. Dies bestätigt aktuell Troels Oerting, Leiter des Cybercrime Centres von Europol.

Öffentliche Wi-Fi Hotspots sind an sich eine tolle Sache, meint Sean Sullivan, Security Advisor bei F-Secure Labs. Um etwa kurz nach den aktuellen Bundesligaergebnissen zu sehen oder den nächsten Taxistand zu suchen, spreche nichts gegen die Nutzung eines solchen Angebots. Beim Transfer privater oder geschäftlicher Informationen jedoch könne es gefährlich werden, wenn man nicht explizit vorsorgt, so der Sicherheitsexperte weiter.

Dies unterstreicht laut der Meldung von F-Secure auch der Leiter des Cybercrime Centres von Europol, Troels Oerting: ”Persönliche, sensible Daten sollten nur über wirklich sichere Verbindungen ausgetauscht werden“, mahnt der Experte. Um Verbraucher bei der Nutzung von öffentlichen WLANs zu schützen, rät F-Secure zur Nutzung sicherer VPN-Verbindungen. Diese können demnach beispielsweise durch die Mobile App F-Secure Freedome schnell eingerichtet werden, die allerdings in dieser Form nur für Android-Geräte vorliegt. Entsprechende kostenfreie oder gebührenpflichtige Apps gibt es jedoch auch für das iPhone, wie die Sucheingabe ”VPN” im App Store oder iTunes rasch ergibt.

Anwendungen wie F-Secure Freedome oder deren Äquivalente für iOS-Geräte bieten je nach Ausführung neben Malware- und Spyware-Schutz auch ein VPN zur Verschlüsselung von Verbindungen. Dadurch können Verbraucher den Gaunern in öffentlichen Hotspots die Türe vor der Nase zuschlage, ist Sean Sullivan von F-Secure überzeugt.

Sandberg: USB-Netzwerkadapter für Ultrabooks

Ultrabooks, wozu sich in dieser Hinsicht auch das Macbook Air als Subnotebook zählen lässt, setzen oft ganz auf WLAN und verzichten dafür auf einen Anschluss für das gewöhnliche Netzwerkkabel (Ethernet/RJ45). Dem will Sandberg mit seinem neuen USB-to-Network-Converter Abhilfe schaffen. Dieser Adapter bietet einen externen und kompakten Netzwerkstecker, der auf der anderen Seite per USB 2.0 an das Ultrabook – einschließlich Macbook Air – angeschlossen wird und damit einen vollwertigen Netzwerkkabel-Anschluss für Windows- und Mac-Geräte für bis zu 100 Megabit pro Sekunde bieten will. Die Kosten dafür liegen bei 20 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Vergleichbare Lösungen gibt es auch von Apple (USB oder Thunderbolt auf Ethernet) sowie von Dr. Bott oder auch Cable Matters (mit USB 3.0).

Microsoft Office für iOS angeblich bereits final

Die Gerüchteküche um eine iOS-Version von Microsoft Office brodelt bereits seit mehreren Monaten. Nun will die Nachrichtenagentur Reuters aus brancheninternen Kreisen erfahren haben, dass die entsprechende App-Fassung sogar bereits fertig gestellt sei. Das bedeute jedoch noch lange nicht, dass die Bürosoftware in den nächsten Tagen in Apples App Store zum Download bereitstehen wird.

Den Angaben zufolge müsse der neue Microsoft-CEO Satya Nadelle nun darüber entscheiden, wann die Freigabe für die fertige Version erteilt wird. Das Interesse der Nutzer an mobilen Versionen von Office sei sehr hoch. Microsoft befürchte jedoch durch den Release für Smartphones und Tablet-PCs eine weitere Abspaltung von Windows und eine daraus resultierende Schwächung des Betriebssystems, so Reuters. Dieses Risiko wird der Konzern aber wohl oder übel eingehen müssen.

Im Rahmen der diesjährigen CeBIT bestätigte Microsoft auch bereits eine neue Office-Version für Macs . Die letzte Fassung liegt mittlerweile mehr als drei Jahre zurück. Die finale Version will Microsoft voraussichtlich Ende 2014 veröffentlichen. Nähere Details zur Software sollen in Kürze folgen.

Mutmaßliche iOS-8-Screenshots geleakt

Apple hat iOS 8 zwar noch nicht offiziell angekündigt, es dürfte jedoch als sicher gelten, dass der Hersteller bereits an einer neuen Systemsoftware für iPhone und iPad arbeitet. Aus genau dieser Version sollen zwei im Internet aufgetauchte Screenshots stammen, die neue Funktionen des Betriebssystems zeigen.

So finden sich beispielsweise Icons für Preview und TextEdit auf dem Homescreen. Dabei handelt es sich voraussichtlich nicht um vollwertige Portierungen der aus Mac OS bekannten Programme zur Darstellung von Bildern und der Bearbeitung von Texten, sondern um kleine Apps, mit denen in der iCloud abgelegte Dokumente auf mobilen Geräten begutachtet werden können.

Darüber hinaus findet sich auch eine Anwendung namens Healthbook auf den Screenshots. Dabei handle es sich um eine App, die Fitnessdaten erfasst und auswertet. Diese könnte mit der ebenfalls noch nicht offiziell enthüllten iWatch zusammenarbeiten, an der Apple Gerüchten zufolge werkelt.

Über die Echtheit der Screenshots aus iOS 8 wird munter gestritten. Die offizielle Vorstellung des Betriebssystems dürfte noch einige Monate auf sich warten lassen.

Google und Microsoft wollen Dual-OS-Hardware mit Android und Windows stoppen

Immer mehr Hersteller bieten so genannte Dual-OS-Hardware an. Auf diesen Geräten ist sowohl Windows als auch Googles Android installiert. Der Nutzer kann beim Boot-Vorgang selbst entscheiden, welches der beiden Betriebssysteme er nutzen möchte. Was für Anwender praktisch klingt, ist Google und Microsoft jedoch ein Dorn im Auge.

So will das Wall Street Journal aus brancheninternen Kreisen erfahren haben, dass beide Konzerne Druck auf Dual-OS-Produzenten ausüben, um die Veröffentlichung derartiger Geräte zu verhindern. Das neueste Opfer dieser Machtspielchen scheint Elektronik-Hersteller Asus zu sein.

Den Angaben zufolge wird das Unternehmen den Verkauf des Transformer AiO P1801 sowie des All-in-One-PCs P1802 einstellen. Beide Geräte wurden im vergangenen Jahr veröffentlicht. Das Transformer Book Duet TD300, das erst im Rahmen der diesjährigen GDC enthüllt wurde, liegt derzeit ebenfalls auf Eis. Ob die Hardware noch in den Handel kommt oder noch vor dem Marktstart eingestellt wird, ist unklar.

Bieterwettstreit machte Whatsapp teuer

Als die Übernahme von Whatsapp durch Facebook bekanntgegeben wurde, wurde zwar das Geschäft an sich als logischer Schritt für das soziale Netzwerk angesehen, doch der Preis von 19 Milliarden US-Dollar sorgte bei vielen Finanzexperten für Kopfschütteln. Auch Google soll an einer Übernahme interessiert gewesen sein, aber bei weitem nicht so viel geboten haben. Wie der Microsoft-Mitgründer Bill Gates nun in einem Interview mit dem Rolling Stone erklärte, hatte der Software-Konzern ebenfalls ein Auge auf Whatsapp geworfen.

»Microsoft wäre auch zu einer Übernahme bereit gewesen... vielleicht nicht für 19 Milliarden, aber das Unternehmen ist extrem wertvoll«, so Gates. Der Preis, den Facebook bezahlt habe, sei höher als er erwartet hätte, aber eine große Nutzerbasis sei sehr viel wert. »Es ist Software und kann sich auf vielerlei Weise entwickeln. Sobald man alles hat, um mit jemandem zu kommunizieren, wird man sich nicht nur Texte schicken. Man macht Fotos, man teilt Dokumente, man wird miteinander spielen“.

Mit Facebook-Chef Mark Zuckerberg habe er vieles gemeinsam. Beide hätten ihr Studium an der Harvard-Universität abgebrochen und einen Dickschädel. Während Zuckerberg sich mehr um die Benutzeroberfläche seines Produktes kümmere, sei Gates selbst eher in den Eingeweiden, dem Code, unterwegs. Das sei aber nicht so wichtig. »Ich fange mit der Architektur an, Mark fängt mit dem Produkt an und Steve Jobs fing mit der Ästhetik an«.

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