2586907

Morgenmagazin vom Montag, 17. Mai 2021

17.05.2021 | 07:06 Uhr | Peter Müller

Apple verspricht "Neue Dimension" für Musik +++ Hires-Audio: Nur Schlangenöl? +++ Apple will die Welt in Voxel abbilden +++ Betrug mit Coronatests: Worauf Sie achten sollten +++ Neuen Whatsapp-Regeln ab 15.5. nicht zugestimmt? Diese Einschränkungen drohen +++ Sonos erwirkt einstweilige Verfügung gegen Google

17. Mai: Niemals ohne Hut

Macwelt wünscht einen guten Morgen! Wir sind auf Odyssee, und keiner weiß, wohin die Reise geht. Wozu sind Kriege da? Ein Herz kann man nicht reparieren! Aber einer muss den Job ja machen, durch die schweren Zeiten mit dem Daumen im Wind, hoch im Norden Cello spielend. Aber ansonsten ist alles klar, auf der Andrea Doria.

Keine Panik, so geht das jetzt nicht weiter, aber am Wochenende haben wir uns intensiv durch die Werkschau "Udopia" gehört, die man Freitag anlässlich des 75sten Geburtstags von Udo Lindenberg am Freitag erschienen ist - in unsere Apple-Music-Mediathek haben wir gleich über fünf Stunden echte Panik gepackt, vom Spezialisten für Udologie.

Udo Lindenberg, kam am 17. Mai 1946 zwar im westfälischen Gronau zur Welt, gilt völlig zu Recht aber als Hamburger Urgestein. Leider geht es ihm2 dieser Tage wie den meisten Künstlern: Die Bühne ist weit, weit weg. Muss man sich eben mit anderem beschäftigen und abwarten, bis es wieder besser wird: Auf "Udopia" ist auch das neues Stück "Mittendrin" zu finden, dessen zentrale Zeile auf die Zeit nach der Krise hoffen lässt: "Selbst die dunkelste Stunde hat nur 60 Minuten".

Man glaubt es ja kaum: Auf seiner ersten Platte – von der sich auf Udopia keine Spuren mehr finden – hat Lindenberg englisch gesungen. Das Werk floppte völlig - vielleicht besser so. Schon bevor Lindenberg sich an das Mikrofon traute, war er ein respektabler und respektierter Schlagzeuger, zusammen mit Klaus Doldinger gründete er die Jazzrock-Formation „Passport“ – wer sich jeden Sonntag Abend auf den Tatort freut, sollte wissen, dass für das Titelthema Lindenberg das Schlagzeug spielte.

Doch vor dem Sonntagabendkrimi hatten wir gestern noch einen anderen Geburtstag gefeiert: 15 Jahre Macbook. Der Nachfolger des zu Power-PC-Zeiten noch als „iBook“ bekannten Einsteigernotebooks von Apple hatte damals noch ein Plastikgehäuse, wahlweise im vom iPod bekannten schneeweiß oder im neuen Farbton kohlrabenschwarz. Dabei hatte Apple nicht nur an Äußerlichkeiten gedacht, sogar die Keramik in der USB-Buchse war schwarz gefärbt. Das Macbook in Schwarz kostete dann auch gleich mehr als das weiße, es war zwar besser ausgestattet, doch die Differenz übertraf den Mehrwert der besseren Komponenten wie Festplattenspeicher, Prozessor und RAM.

Zweieinhalb Jahre später kam noch ein Macbook in einem vom Macbook Pro praktisch nicht unterscheidbaren Aluminiumgehäuse, für Einsteiger bietet sich mittlerweile das Macbook Air an, dem 2015 vorgestellten Macbook 12'' war kein langes Leben beschieden. Das könnte sich nun dank M1 ändern, die nächsten Einsteiger-Notebooks Apples sollen angeblich bunt werden. Und wenn auch die Quellen dieser Nachricht meist von neuen Macbook Air sprachen, würde sich das Konzept wahrscheinlich wirklich als Macbook empfehlen - das dann diesmal das Macbook Air wirklich auf das Altenteil schickt. Aber was auch immer geschieht: Wir ziehen den Hut.

Lesetipps für den Montag:

Implizit bestätigt: Nachdem am Freitag einige Gerüchte die Spekulationen um ein Angebot von hochauflösender (Hires) Musik in Apple Music die Runde anheizten, hat Apple dies mehr oder minder bestätigt. Im Reiter "Entdecken" der Music-App ist seit dem Wochenende ein kurzer Teaser zu sehen, der den Nutzern ankündigt, sie könnten sich bereit machen für eine "komplett neue Dimension von Musik". Die Animation dahinter ist ein wenig nichtssagend, passt aber zur Vermutung, dass es in Apple Music bald eine neue Stufe geben würde, wie sie etwa Tidal seit jeher und Amazon Music Unlimited seit etwa zwei Jahren bietet. Den Gerüchten zufolge könnte die Ankündigung noch diese Woche erfolgen, zusammen mit der einer neuen Generation von Airpods.

Nicht überzeugend: Von Apple Music+ oder Apple HiFi oder wie der neue Service heißen mag, erwartet unser Macworld-Kollege Jason Cross erst einmal wenig. Kunden mit hochauflösender Musik zu locken, sei nichts Neues, im Gegenteil eher Schlangeöl des Marketings. Schon in Zeiten vor dem iPod habe es den Streit der Formate DVD Audio und Super Audio CD gegeben, später legte Neil Young mit seinem Player Pono und dem angeschlossenen Store nach, in Konkurrenz zu komprimierten Formaten wie MP3. Doch könne kaum jemand den Unterschied zwischen den heute gängigen komprimierten Formaten wie AAC und den Lossless-Varianten hören, wer sich davon überzeugen will, soll den von Jason Cross empfohlenen Blindhörtest Digital Feed ABX mal versuchen. Bei Hires-Audio handele es sich um eine Art Placebo, wenn man Musik von einem angeblich 10.000 Euro kostenden Verstärker höre, empfinde man eine subjektiv höhere Qualität nur. Was den Dienst aber von anderen unterscheiden könnte, sei etwa Spatial Audio: Der Raumklang könne vor allem Live-Aufnahmen eine neue Dimension verpassen. Vielleicht bringe die neue Stufe, die nicht einmal mehr kosten müsse, gar Zugang zu seltenen B-Seiten, Audio-Interviews und Einblicke hinter die Kulissen der Musik.

Wenn das Wünschen wieder hilft: Bis Weihnachten ist noch eine Weile hin, aber das Unmögliche kann man sich das ganze Jahr über wünschen - so mancher Wunsch geht unerwarteterweise in Erfüllung. In der Folge 742 des Macworld-Podcasts wünscht sich die Redaktion der Macworld einige mögliche und unmögliche Produkte: Etwa die Rückkehr des Apple-Company-Store, in dem der Konzern allerlei Fan-Artikel verkauft, einen vernünftigen Netzwerkrouter mit Apple-Logo, neue aufgelegte "klassische" Produkte wie den iMac G4 mit aktueller Technik oder eine Soundbar für den Fernseher.

Beschlagnahmt: Der US-Zoll hat in Cincinnati, Ohio, eine Lieferung von Fake-Airpods beschlagnahmt, insgesamt 36.000 Packungen. Dabei behaupteten diese Geräte gar nicht einmal, Originale zu sein, sie waren als "Elite Pods" ausgezeichnet, Apple-Logos waren keine angebracht. Doch ähneln sie in ihrer Gestaltung den Airpods derart, dass dies eine Verletzung von Apples Marken- und Patentrechten bedeutet, erklärt die Behörde.

Neue Dimensionen : Apples nächstes großes Ding werde nicht nur eine AR/VR-Brille, glaubt der selbst ernannte AR-Evengelist Robert Coble, sondern nicht weniger als der vierte Paradigmenwechsel nach Einführung des Personal Computers, der grafischen Benutzeroberfläche und des iPhone. Apple bereite nicht nur neue Hardware vor, sondern auch exklusive neue Services, die mit einer Reihe bereits bestehender Apple-Produkte nutzbar wären, will Scoble aus Entwicklerkreisen erfahren haben. So seien Apples Kameraautos nicht nur unterwegs, um zweidimensionale Abbilder der Erde für Karten zu schaffen, sondern nähmen Voxel - also Volumenlemente - auf, um ein dreidimensionales Modell zu erhalten. Ziel sei eine Echtzeit-3D-Karte für die gesamte Welt. Erst mit der AR-Interaktion kämen die neuronalen Kerne des Apple Silicon erst richtig zur Geltung, Ultraweitband, was Apple seit dem iPhone 11 einsetzt, sei ein weiterer Schritt in diese Richtung.

Weitere Nachrichten:

Betrug mit Coronatests: Worauf Sie achten sollten

Die Coronakrise eröffnet Cybergangstern neue Angriffsmöglichkeiten. Betrüger bieten zum Beispiel gefälschte Impfnachweise an oder versuchen mit Fotos von echten Impfpässen, die in den sozialen Netzwerken veröffentlicht werden, Identitätsdiebstahl zu begehen.  

Das Sicherheitsunternehmen Bitdefender Labs warnt wiederum vor Spammails, in denen falsche Coronatests zu günstigen Preisen angeboten werden. Mehr als 300.000 Mails wurden im Rahmen der Kampagne versandt.

In diesen Mails werden handelsübliche Corona-Speicheltests angeboten. Die Absenderadressen und Betreffzeilen variieren. An die Mails ist das Bild einer Verpackung und eine Dokumentation des Testverfahrens angehängt. Auch das Logo des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte ist in die Mails integriert. Das alles soll die Spammails seriös und glaubhaft wirken lassen. Der wichtigste Trick der Betrüger ist aber, dass sie zunächst „Lieferung auf Rechnung“ anbieten. Doch in den Mails fehlt jeder Hinweis auf einen Online-Shop und es gibt auch keinen weiterführenden Link. Stattdessen läuft die gesamte Kommunikation über E-Mail ab.

Interessenten, die auf das Mailangebot antworten, bekommen dann eine weitere Mail, in der sie zur Zahlung aufgefordert werden, wie Bitdefender weiter schreibt. Von der Zahlung auf Rechnung ist nun nicht mehr die Rede, jetzt wollen die angeblichen Anbieter Vorkasse. Fallen die Angeschriebenen darauf herein, ist das Geld weg. Im schlimmsten Fall stehlen die Betrüger auch noch persönliche Daten der Kunden, mit denen weitere Betrügereien möglich sind.

Warnung: Reagieren Sie nie auf solche Mailangebote, sondern kaufen Sie nur in verifizierten Onlineshops. Diese erkennen Sie an den entsprechenden, anklickbaren Prüfsiegeln. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen hat hier zusammengestellt, woran Sie einen betrügerischen Onlineshop erkennen. Das Landeskriminalamt Niedersachsen hat ebenfalls eine Liste mit Tipps zusammengestellt, an denen Sie Fakeshops erkennen.

Bitdefender betont in diesem Zusammenhang wie wichtig eine Sicherheitslösung gegen Gefahren aus dem Internet ist. Die Wichtigkeit einer Antivirus-Software variiert zwar je nach Betriebssystem, zumindest auf Windows-Rechnern sollten aber in jedem Fall ein Virenscanner und vielleicht auch noch eine Firewall installiert sein.

Derartige Schutzlösungen verkaufen zahlreiche Hersteller. Bei Bitdefender gibt es Virenscanner oder Komplettlösungen mit Virenscanner und Firewall und weiteren Schutzmaßnahmen aber je nach Software aktuell mit bis zu 60 Prozent Preisnachlass.

Neuen Whatsapp-Regeln ab 15.5. nicht zugestimmt? Diese Einschränkungen drohen

Whatsapp macht erneut eine Kehrtwende: Wer bis zum 15. Mai 2021 nicht den neuen Nutzungsbedingungen zustimmt, muss nicht mehr mit einer Löschung seines Whatsapp-Kontos rechnen. Damit macht Whatsapp seine ursprüngliche Drohung kurz vor dem Stichtag rückgängig.

Unterm Strich war die Einführung dieser neuen Regeln mit einem langen Hin und Her verbunden: Anfang des Jahres sorgte die Ankündigung der neuen Nutzungsbedingungen noch für Verwirrung bei den Nutzern und musste daher zunächst auf Februar verschoben werden. Das half aber nicht die Lage zu beruhigen, sondern führte eher dazu, dass Nutzer die Whatsapp-Plattform verließen, weshalb Whatsapp schließlich die zweite Notbremse zog und die Einführung von Februar auf Mai verschob.

 

In den letzten Wochen wurde dann zusätzlich der Druck erhöht, den neuen Regeln zuzustimmen, indem entsprechende Hinweise in den Apps angezeigt wurden. Dahinter lag immer die Drohung: Wer nicht zustimmt, der verliert sein Whatsapp-Konto.

In einer neuen, jetzt veröffentlichten FAQ nimmt Whatsapp diese Drohung zurück. Darin verspricht Whatsapp alle Nutzern, die bis dahin nicht den neuen Nutzungsbedingungen zugestimmt haben: Es wird weder Ihr Konto gelöscht noch werden irgendwelche Whatsapp-Funktionalitäten abgeschaltet.

Stattdessen drohen den Verweigerern nun andere Maßnahmen: Einige Wochen nach dem 15. Mai werden die bisher eingeblendeten Aufforderungen zur Annahme der neuen Whatsapp-Regeln regelmäßiger angezeigt und ab einem - derzeit noch nicht exakt genannten Zeitpunkt - auch permanent eingeblendet. Erst dann soll es so lange Einschränkungen bei Whatsapp-Funktionen geben, bis die betroffenen Nutzer den neuen Regeln zustimmen. In dem Zusammenhang weist Whatsapp darauf hin, dass diese Stufe nicht bei allen Nutzern weltweit zeitgleich aktiv wird.

Und das sind die Einschränkungen, die dann drohen:

  • Nutzer können nicht mehr auf ihre Chatliste zugreifen. Weiterhin möglich wird es sein, eingehende Telefon- und Videoanrufe anzunehmen. "Wenn Sie Benachrichtigungen aktiviert haben, können Sie auf diese tippen, um eine Nachricht zu lesen oder zu beantworten oder einen verpassten Telefon- oder Videoanruf zurückzurufen", erklärt Whatsapp.

  • Nach einigen Wochen eingeschränkter Funktionalität, so Whatsapp weiter, werden dann die Nutzer keine eingehenden Anrufe oder Benachrichtigungen mehr empfangen können und Whatsapp wird auch keine Nachrichten und Anrufe mehr an das Telefon der Nutzer senden.

Whatsapp verweist darauf, dass Nutzer ihre Chathistorie jederzeit exportieren können. Wie das geht, erläutern wir auch in diesem Beitrag ausführlich.

Abschließend betont Whatsapp in der FAQ noch mal, dass keine Konten gelöscht werden, wenn nicht dem Update der neuen Regeln zugestimmt werde. Alle Nutzer, die mit dem Gedanken spielen, ihr Konto bei Whatsapp zu löschen, bittet Whatsapp es noch mal zu überdenken und warnt: "Das Löschen Ihres Kontos können wir nicht rückgängig machen, da es Ihren Nachrichtenverlauf löscht, Sie aus allen Ihren WhatsApp-Gruppen entfernt und Ihre WhatsApp-Backups löscht."

Sonos erwirkt einstweilige Verfügung gegen Google

Der Patentstreit zwischen Sonos und dem Suchriesen Google geht in die nächste Runde. Sonos hat vor einem Hamburger Gericht nun eine einstweilige Verfügung gegen Google Irland erwirken können. Google-Produkte, die etwa Google Cast nutzen, müssen aus dem Verkauf genommen werden. Von dem Verbot betroffen sind so etwa das Google-Smartphone Pixel 4a, der Smart-Speaker Nest Audio sowie der Vertrieb der Youtube-Music-App.

Zum Urteil sagt Sonos-Chefjustiziar Eddie Lazarus: "Wir freuen uns, berichten zu können, dass ein Gericht in Deutschland eine einstweilige Verfügung gegen ein europäisches Google-Tochterunternehmen wegen Verletzung eines Patent von Sonos erwirkt hat, das die Übertragung von Medieninhalten von einem Mobiltelefon oder Tablet auf ein oder mehrere ein oder mehrere Abspielgeräte ermöglicht und steuert. Die Verfügung verbietet in Deutschland das Angebot oder den Verkauf von Googles Cast-Technologie, die in einigen Aspekten das streitgegenständliche Sonos-Patent berührt, und umfasst Produkte wie das Smartphone Pixel 4a, Nest Audio-Lautsprecher und die Youtube-Music-App. Wir sehen das Urteil als eine starke Demonstration der Stärke des Patentportfolios von Sonos und unserer Überzeugung, dass Google ein weitverbreiteter Verletzer unseres geistigen Eigentums ist."

Google erklärte, dass das Unternehmen in Berufung gegangen sei. Man warte auf die Begründung des Gerichtsurteils. Google sei „enttäuscht, dass Sonos falsche Angaben über unsere Partnerschaft und Technologie gemacht“ habe. Das Unternehmen werde alles versuchen, damit die deutsche Kundschaft weiterhin sämtliche Google-Produkte nutzen könne. Bisher sind noch alle Produkte sowie die Youtube-Music-App im Vertrieb.

Macwelt Marktplatz

2586907