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Morgenmagazin vom Montag, 19. Dezember 2016

19.12.2016 | 06:57 Uhr |

Irland legt Berufung gegen Steuernachzahlung für Apple ein +++ Vine lebt bei Twitter weiter +++ Alle iPhones 2017 doch mit OLED? +++ iOS 10.2: Neuerungen in der Musik-App +++ Microsoft schenkt Xbox-Besitzern ein Spiel +++ 1 Cent pro Klick Kosten für Online-Banking bei Sparkasse Soest +++ Wut im Web: So stoppen Sie einen Shitstorm

19. Dezember: Wo rohe Kräfte sinnlos walten

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! "Kann Uran zerplatzen?" fragte der Chemiker Otto Hahn seine emigrierte Physiker-Kollegin Lise Meitner brieflich über ein seltsames Ergebnis, das er und Fritz Straßmann am 19. Dezember 1938 in einem Versuch mit Uran erhielten. Das schwerste natürliche Element hatten die beiden Chemiker mit Neutronen beschossen, um noch schwerere Elemente zu erzeugen, so genannte Transurane. Doch fanden Hahn und Straßner in der Probe leichtere Elemente – unter anderem Barium. Als ob das Uran "zerplatzt" wäre.

"Von Physik verstehst du nicht, Hähnchen," soll die größte Naturwissenschaftlerin seit Marie Curie geantwortet haben, die von den Nazis ins Exil getrieben worden war - und erklärte den verblüfften Chemikern, was sie da entdeckt hatten und welch immense Energien sich damit entfesseln ließen. Nur wenige Jahre fürchteten andere Exilanten um Albert Einstein herum, die Wissenschaft im Nazireich würde sich ihren zeitlichen Vorsprung in der Kernphysik zu Nutze machen, um eine Bombe zu bauen, wie sie die Welt noch nicht gesehen hatte - und drängte Präsident Roosevelt dazu, die Forschungen in den USA zu forcieren. Um eine Bombe zu bauen, wie sie die Welt noch nicht gesehen hatte.

Ironie an der Geschichte: Die nach dem Krieg in England internierten deutschen Wissenschaftler um Otto Hahn waren erstaunt über die Nachrichten aus Hiroshima und Nagasaki - sie hatten den Bau einer Bombe nicht für technisch möglich gehalten - das war wohl auch besser so. Otto Hahn erhielt nach dem Krieg dennoch den Nobelpreis zugesprochen, zu einer Zeit, als man in der "friedlichen" Anwendung der Kernenergie einen großen Nutzen für die Menschheit sah, wie es die Stiftungsurkunde Alfred Nobels für preiswürdig erachtet. Hahn erhielt den Preis für Chemie aber vor allem für den Nachweis der Spaltprodukte, die Physikerin Lise Meitner ging leer aus. Nach Meitner ist aber heute ein Transuran benannt, das Meitnerium hat die Ordnungszahl 109. Hier ging Otto Hahn leer aus, das Element 105, das lange informell Hahnium genannt wurde, heißt nun offiziell Dubnium - nach dem Kernforschungszentrum Dubna bei Moskau.

Lesetipps für den Montag

Integriert: Twitter hat den Kurzvideodienst Vine übernommen und geschlossen. Im Januar will der neue Besitzer aber die Sechssekundenvideos zurück bringen und die App Vie Camera in den App Store einstellen. Teilen wird man die Kurzvideos dann nur über Twitter können oder sie in der eigenen Kamerarolle belassen. Existierende Vines werden noch online bleiben und auffindbar sein, seine eigenen Werke kann man auf die Kamera herunter laden.

Rechtsmittel: Die Republik Irland will in dieser Woche Berufung gegen die Anordnung der EU einlegen, demzufolge der Staat 13 Milliarden US-Dollar an Steuern von Apple einzutreiben hätte. Irland argumentiert, die EU hätte ihre Kompetenzen überschritten und zu tief in nationales Recht eingegriffen und damit die Souveranität des Staates verletzt. Apple hätte zudem in den Jahren 1991 bis 2007 keinerlei Steuervergünstigungen erhalten, die EU-Kommission hätte auch den in Irland zu versteuernden Gewinn zu hoch angesetzt.

Nix g'wiss weiß ma ned: Nach einem Bericht der koreanischen Publikation Korea Herald sollen im kommenden Jahr nun doch alle neuen iPhone-Modelle ein gebogenes OLED-Display nach dem Vorbild des Samsung Galaxy bekommen. Zuletzt hatte es Spekulationen gegeben, Apple würde nur ein Spitzenmodell mit dem neuen Formfaktor ausrüsten und zwei andere als evolutionäre Fortführung in der Form eines iPhone 7s herausbringen. Gut neun Monate vor dem etablierten Septembertermin, an dem Apple zuletzt neue iPhones vorgestellt hatte, sind das aber weiterhin nur Spekulationen.

Geschichte: Anlässlich eines Jahrestags erinnert Cult of Man an einen Irrweg Apples aus den Neunziger Jahren. Am 16. Dezember 1994 hatte Apple eine Vereinbarung zur Lizenzierung seines Mac-Betriebssystems geschlossen, die sogenannten Clone von Herstellern wie Umax oder Power Computing kamen auf den Markt. Die Rechung ging aber nicht auf: Statt den Marktanteil zu vergrößern, schadeten die meist günstigen Clones dem Kerngeschäft, weswegen der zu Apple zurück gekehrte Steve Jobs das Abenteuer schnell beenden ließ. Die Vereinbarung beziehe sich nicht auf das neue MacOS 8 hießt es im August 1997 und werde dafür auch nicht verlängert. Mit Power Computing musste Apple einen 100 Millionen US-Dollar kostenden Vergleich schließen, die Geschichte der Clones ging daher auch rasch zu Ende. Mit dem Power Mac G3 und dem iMac hatte Apple dafür auch leistungsstarke Rechner im Programm und einen All-in-one, der sich erfolgreich an Einsteiger und ehemalige Clone-Käufer richtete.

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iOS 10.2: Neuerungen in der Musik-App

In dieser Woche führte Apple mit dem iOS 10.2-Update eine Reihe an wichtigen Veränderungen des Betriebssystems ein. Gerade die Musik-App wurde in einigen Punkten überarbeitet. In diesem Artikel finden Sie heraus, wie man in der neuesten Version der Musik-App die Alben und Songs nach Künstlern oder Titeln sortiert und wie man endlich wieder seine Songs auf dem iPhone und iPad bewerten kann.

Songs und Alben sortieren

Als iOS 10 herauskam, wurde die Musik-App von Apple komplett überarbeitet und viele Veränderungen eingeführt. Eine von diesen Veränderungen zeigte sich in der Art und Weise, wie die App Songs und Alben sortierte.

Mit iOS 10.2 hat Apple das Ganze wieder verändert. Die aktuellste Version erlaubt eine deutlich nutzerfreundliche Bedienung. Wenn Sie in der Musik-App auf Mediathek tippen, bieten sich verschiedene Auswahlmöglichkeiten: Sie können unter anderem zwischen Playlists, Künstlern, Alben, Titeln oder geladener Musik auswählen. Wenn Sie Alben anwählen, können Sie über die Option Sortieren in der oberen rechten Ecke entscheiden, ob die Musik nach Titeln oder Künstlern sortiert werden soll. Das Gleiche gilt ebenso für die Kategorie „Titel“.

Songs bewerten in iOS 10.2

Die Wertungssterne sind mit dem Update wieder zurück. Bevor man jedoch seine Musik in der App bewerten kann, müssen Sie davor zuerst in den Einstellungen den entsprechenden Hebel umlegen. Unter Einstellungen > Musik können Sie die Option „Wertungssterne einblenden“ aktivieren. Diese wirkt sich allerdings nicht auf die „Für dich“-Empfehlungen aus.

Gehen Sie nun wieder in die Musik-App und wählen Sie einen Song Ihrer Wahl aus. Tippen Sie anschließend auf die drei Punkte in der unteren rechten Ecke und scrollen Sie bei den eingeblendeten Einstellungen bis nach ganz unten zu „Titel bewerten ...“.

iOS 10.2 erlaubt es ebenfalls Musiktitel zu bewerten, ohne dass das Abspielen der Musik zwingend notwendig ist. Tippen und halten Sie den Namen eines Titels einfach etwas länger und es öffnen die gleichen Einstellung wie zuvor, obwohl ein anderer Song im Hintergrund abgespielt wird.

Gekaufte Musik verschwindet aus iTunes und der Musik-App?

Haben Sie in der Vergangenheit einen Song bei iTunes käuflich erworben, finden diesen aber nicht mehr in iTunes oder auf ihrem iOS-Gerät? Kann Apple einfach so – ohne ersichtlichen Grund – Musik entfernen?

Apple selbst ist dafür nicht verantwortlich, sondern die Musik-Labels. Dass diese aber bestimmte Inhalte aus dem Verkauf ziehen, kommt nur äußerst selten vor. Nichtsdestotrotz sollten Sie – für alle Fälle - immer ein Backup anlegen.

Trotz Kündigung von Apple-Music alte Musik erkennen?

Angenommen Sie kündigen das Abonnement für den Apple Music-Dienst, wollen aber später einige Alben im iTunes Store kaufen, die sie zuvor über Apple Music streamen konnten. Ein einfacher Weg, um sich in Apple Music hinzugefügte Musik anzeigen zu lassen, ist das Erstellen einer Smart Playlist mit folgenden Einstellungen:

Durchsuchen Sie dann die Playlists nach den Titeln oder Alben, welche Sie kaufen möchten. Wählen Sie dafür das entsprechende Objekt aus, und klicken Sie anschließend auf die drei Punkte. Wählen Sie einfach Gehe zu > Titel im iTunes Store.

Microsoft schenkt Xbox-Besitzern ein Spiel

Die Japan-Rollenspiele Lost Odyssey und Blue Dragon wurden zuletzt auf die Liste der Xbox-360-Spiele gesetzt, die auf der Xbox One gespielt werden können. Und zur Feier schenkt Microsoft allen Xbox-Besitzern das Spiel Lost Odyseey. Das Angebot gilt ab sofort und noch bis zum 31. Dezember 2016. Das Spiel ist hier erhältlich .

Im Juni 2015 hatte Microsoft auf der E3 angekündigt, dass auf der Xbox One künftig Xbox 360 Spiele spielbar sein werden. Seitdem werden regelmäßig immer wieder neue Xbox-360-Spiele für die Nutzung auf der Xbox One angepasst. Bei Microsoft ist ein Team dafür zuständig, die Xbox-360-Titel entsprechend anzupassen. Dieses Team hat nun einen wichtigen Meilenstein erreicht: Seit Donnerstag sind über 300 Xbox-360-Spiele auch auf der Xbox One spielbar.

Die vollständige Liste aller Spiele finden Sie hier.

1 Cent pro Klick Kosten für Online-Banking bei Sparkasse Soest

Einmal schnell per Online-Banking den Kontostand überprüfen und in Überweisungen der letzten Tage schmökern. Die Sparkasse Soest kassiert für solche Online-Banking-Aktionen von einigen Kunden eine Gebühr. Und zwar in Höhe von 1 Cent pro Klick, wie der Soester Anzeiger berichtet. Es gäbe sogar Pläne, die Gebühr pro Klick zu verdoppeln.

Uneinigkeit besteht darüber, ob das nun etwas Neues ist oder schon ein alter Hut. Die Zeitung zitiert einen Sprecher der Verbraucherzentrale NRW, der zum ersten Mal von einer derartigen Gebühr einer Bank hört. Ein Sparkassen-Sprecher erklärte dagegen, dass es nichts Neues sei, "dass Kunden so eine Gebühr bezahlen."

Die Anzahl der betroffenen Kunden hält sich aber offenbar in Grenzen. Konkret fällt die 1-Cent-pro-Klick-Gebühr bei den Kunden an, die bei der Bank nicht eine pauschale Kontoführungsgebühr in Höhe von fünf Euro pro Monat zahlen, sondern sich für die günstigere Alternative von 3,50 Euro pro Monat entschieden haben. Bei diesen Kunden fallen im Gegenzug für die geringere Kontoführungsgebühr für diverse Aktivitäten bei der Bank Gebühren an, darunter auch beim Online-Banking. Sonderlich transparent ist dies aber für die betroffenen Kunden nicht, denn kaum einer dürfte Buch darüber führen, wie viele Klicks er beim Online-Banking tätigt.

Die Sparkasse Soest begründet die Gebühr damit, dass selbst beim Anklicken ein technischer Prozess ausgelöst würde, der bei der Bank Kosten verursache. Auch halte man sich an die Vorgaben des Gesetzgebers, nach denen jeder Bankkunde die Möglichkeit haben müsse, kostenlos seinen Kontostand in Erfahrung bringen zu können. Die betroffenen Kunden könnten diesen ja dann einfach in der Filiale am Kontoauszugsdrucker erhalten, wenn sie beim Online-Banking nicht den Cent pro Klick zahlen möchten.

Wut im Web: So stoppen Sie einen Shitstorm

Die Redaktion der Frauenzeitschrift Brigitte sammelte vor langer Zeit auf Facebook reichlich Erfahrung mit dem Thema Shitstorm. Offensichtlich bestand diesbezüglich Nachholbedarf bei dem frauenbewegten Magazin.

Doch was sollen Unternehmen tun, wenn es zu einer Empörungswelle in digitalen Netzwerken kommt? Am besten bereiten Sie sich rechtzeitig auf eine solche Empörungswelle, die man gerne auch als Shitstorm bezeichnet, vor. Noch besser ist es natürlich ist alles zu tun, damit der Sturm erst gar nicht los bricht.

Shitstorms gehören schon fast ganz selbstverständlich zu unserem kommunikativen Alltag. Früher oder später kann es jeden treffen. Und meist bricht es urplötzlich über ein Unternehmen herein. Doch nicht jede böse Kundenbemerkung, die auf Social-Media-Plattformen eingestellt wird, führt zu einem Shitstorm. Nicht jeder Shitstorm hat spürbare Reputationsschäden zur Folge. Und auch massive Umsatzeinbrüche gibt es nur in den wenigsten Fällen. Entscheidend ist allerdings, dass man sich von Anfang an richtig verhält. Dazu fünf Tipps an dieser Stelle:

Seien Sie vorbereitet

Ein Shitstorm entwickelt sich oft innerhalb weniger Stunden. Deshalb heißt es, für den Fall der Fälle gut vorbereitet zu sein. Eine onlinebasierte Reputationskatastrophe erfordert eine schnelle und gleichzeitig besonnene Reaktion. Denn im Leerraum fehlender Informationen entstehen die wildesten Aussagen, Hypothesen, Gerüchte. Auf Blogs, Twitter, Facebook & Co. werden diese oft einseitig, unsachlich, polemisch, manchmal sogar hasserfüllt vorgetragen - und virusartig weiterverbreitet. Dabei organisieren geübte Aktionisten Proteste in Windeseile und nutzen öffentliche Medien gezielt als Helfershelfer. Sogar in hoher Zahl gekaufte Likes auf Negativ-Postings, die durch Dritte in böser Absicht initiiert werden, sind keine Seltenheit mehr.

Deshalb sollte jedes Unternehmen eine Risikoinventur durchführen, sich also fragen, auf welchen Gebieten es angreifbar ist, und ein Wenn-Dann-Flussdiagramm für alle denkbaren Szenarien in der Schublade haben. Definieren Sie dabei auch, welche Personen was in welcher Form sagen dürfen. Wer in punkto Krisenbewältigung keine geübte Kommunikationsabteilung hat, braucht einen externen Berater und juristischen Beistand in Rufbereitschaft. Diese Personen sollten Ihr Unternehmen im Voraus schon kennen, denn zur Einarbeitung bleibt im Fall der Fälle keine Zeit.

Wer bereits gut eingeführte Twitter- und Facebook-Präsenzen hat, kann auch auf diesen Kanälen gegenfunken. Treue Fans und Follower werden sich, wenn sie in guten Zeiten gehegt und gepflegt worden sind, nun auf Ihre Seite schlagen und - hoffentlich - lautstark in die Bresche springen. Wenn Sie gute Kontakte zur Presse aufgebaut haben, zahlen sich diese nun aus, da dann auch Ihre Meinung gehört wird, und Ihre Sicht der Dinge zählt.

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