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Morgenmagazin vom Montag, 19. September 2016

19.09.2016 | 06:59 Uhr |

iPhone 8 soll 2017 iPhone 7 ablösen +++ Single-Sign-in fehlt noch in tvOS 10 +++ iPhone 7 PLus stärker nachgefragt +++ Verbraucherzentrale NRW klagt gegen Amazon Dash +++ iOS 10 erlaubt WLAN-Telefonie der Telekom +++ LTE-Empfang drinnen und draußen unterscheiden sich zum Teil deutlich +++

19. September: Lange ausgeschlafen

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen guten Morgen!  In einem der früheren Filme von Woody Allen spielt der Autor und Regisseur die Titelfigur des „Schläfers“. Miles Monroe hatte sich im New York der Siebziger Jahre nur für einen harmlosen Eingriff ins Krankenhaus begeben und werde versehentlich eingefroren. Er erwacht 200 Jahre später in einem Amerika, das der Dystopie von Orwell’s „1984“ angelegt ist, einer absoluten Diktatur. Es handelt sich hier aber um eine Komödie, weswegen die Forscher der Zukunft staunen, womit der Schläfer 200 Jahre zuvor seinen Lebensunterhalt bestritten hatte, nämlich mit einem veganen Restaurant. „Was? Dachte man damals wirklich, das sei gesund und nicht Kuchen, Speck und Schokolade?“, heißt es dann in einer der ersten Szenen des Films. Wenig später trifft die von Allen gespielte Figur auf eine von seiner damaligen Lebensgefährtin Dianne Keaton dargestellte, die ihn prompt fragt: „Ich kann mir nicht vorstellen, wie es ist, 200 Jahre ohne Sex zu leben?“. Worauf Allen-Monroe antwortet: „204, wenn meine Ehe mit dazu nimmt.“

Heute stellen  wir uns aber vor, wie es ist, 5300 Jahre überhaupt kein Leben mehr zu haben, beziehungsweise 5325, wenn man die Zeit seit Entdeckung der Gletscherleiche hinzunimmt, die man „Ötzi“ nennt und die heute vor 25 Jahren von Wanderern auf dem Similaungletscher gefunden  wurde. Auch wenn es damals noch kein Twitter und andere digitale Formen des sozialen Austausches von Aphorismen gab, kursierten sehr schnell Witze, die Nationalität oder die Ausrüstung der Leiche betreffend - Sie wissen schon, „mit Sandalen im Hochgebirge, kann ja nur ein Flachländer gewesen sein“. Einer der damaligen Witze hatte sogar einen wahren Hintergrund, in der Tat hatte die zuständige österreichische Gendarmerie erst einmal Mordermittlungen aufgenommen und sich in einen Kompetenzstreit mit den italienischen Kollegen begeben - die Leiche lag praktisch unmittelbar der Grenze auf italienischer Seite. Aber bevor Archäologen und Anthropologen an den Fundort kamen, war es sicher kein allzu fern liegender Gedanke, die Mumie erstmal für das Opfer eines Verbrechens zu halten, das nur wenige Jahre oder Jahrzehnte zurückliegt.

Mittlerweile haben Wissenschaftler mehr über „Ötzi“, den ,an auch „Similauni“ hätte nennen können, in Erfahrung gebracht, als er wohl je selbst über sich wusste. Die Umstände seines Todes sind aber auch 25 Jahre danach immer noch unerforscht und nur die Tatsache dass seine möglichen Mörder seit 5000 Jahren verstorben sind, ohne verwertbare Reste hinterlassen zu haben, hält die Kommissare von weiteren Ermittlungen ab – Mord verjährt nie. Das Leben und Sterben Ötzis wird derzeit (mal wieder) verfilmt, allerdings nicht von den Teams, die für ARD/ORF/SRG die Tatorte produzieren. Wobei wir uns mal kurz Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser in einer Szene vorstellen, in die sie eine Zeitmaschine in eine Ära vor 5000 Jahren geschleudert hat und sich der Dialog mit einem vom Drehbuch als Verdächtigen auserkorenen Jäger und Sammler entspinnt: „Wo waren Sie in der Zeit vom 1. Januar 3309 vor Christus bis zum 31. Dezember 31006 vor Christus?“ - „Christus? Januar? Dezember? Häh?“  Woody Allen, übernehmen Sie! Peter Müller

Lesetipps für den Montag

Was zu tun ist: Das neue iPhone 7 (Plus) hat in den ersten Tests seine Tauglichkeit bewiesen, wer noch ein iPhone 6 oder älter im Einsatz hat, kann bedenkenlos umsteigen. Was man mit dem neuen iPhone als erstes bei der Einrichtung machen sollte, raten die Kollegen der Macworld in einem Ratgeber in zehn Schritten.

Lästige Anrufer blockieren: Unter iOS 10 können Apps wie das kostenlose Hiya Anrufer als Spammer oder Scammer erkennen und blockieren. Dazu analysieren sie in Kooperation mit dem Mobilfunkprovider die Caller ID.

Größe läuft: In diesem Jahr nennt Apple erstmals keine Zahlen, wie viele der neuen iPhones am ersten Wochenende vorbestellt respektive verkauft wurden - nur übersteigt in vielen Stores inklusive der Apple eigenen die Nachfrage wieder längst das Angebot. Die Marktforscher von Slice Intelligence wollen nun wenigstens einen Richtwert dafür erhalten haben, wie sich die Verkäufe von iPHone 7 und dem größeren Modell iPhone 7 Plus verteilen. Und hier liegt das 5,5-Zoll-Gerät mit seiner Dualkamera mit 55 Prozent vorne, ergab die Analyse der Vorbestellungen aus den ersten 48 Stunden. Vor zwei Jahren sein in den USA noch das iPHone 6 mit 65 Prozent das deutlich begehrtere gewesen, auch das iPhone 6S verkaufte sich mit 59 Prozent besser als das teurere und größere iPhone 6S Plus. Die verbesserte Kamera scheint also ein wesentliches Verkaufsargument zu sein.

Etwas fehlt: Auch das Apple TV 4 hat mit tvOS 10 in der vergangenen Woche ein neues Betriebssystem erhalten. Diesem fehlt aber noch eine wesentliche Neuerung, die Apple im Juni auf der WWDC stolz präsentiert hatte: Das Single-Sign-in. Warum das so ist, kann man nur spekulieren. Unser Macworld-Kollege Dan Moren hat aber die Theorie, dass Apples Ansatz "Apps sind die Zukunft des Fersehens" doch nicht so gut greife. Apps sind wie voneinander getrennte Silos, wenigstens kann die universale Suche Inhalte nun in allen Apps finden. Fehlt aber noch der gemeinsame Login, den Kabelprovider aus den linearen Zeiten des Fernsehens mit ihren Abos boten. Apple würde sich als ein neuer Mittelsmann anbieten, um die Inhalte aller Anbieter per Streaming im Paket zu liefern, zuletzt hat der Hersteller aus Cupertino laut Wall Street Journal den Chefstrategen von Time Warner angeheuert, der nun unter Eddy Cue arbeiten soll.

Keine S-Klasse: Apple wird womöglich von seiner bisherigen Nomenklatur abweichen und im nächsten Jahr kein iPhone 7S bringen, sondern ein völlig neues iPhone 8, munkeln erste Gerüchte. Schon mit dem iPhone 7 hat Apple streng genommen sein Tik-Tok-Schema aufgegeben, im Design hat sich das iPhone kaum geändert. Das soll mit der nächsten Generation, die zum 10ten Geburtstag des iPhone im Jahr 2017 kommen soll, anders sein. Und auch etliche Funktionen werden neu sein, so lasse sich das iPhone ab kommenden Jahr auch drahtlos laden. Lasset die Gerüchteküche brodeln!

Weitere Nachrichten

Verbraucherzentrale NRW klagt gegen Amazon Dash

Vor wenigen Wochen gab Amazon den Startschuss für die Verfügbarkeit von Amazon Dash in Deutschland. Schon damals kritisierte die Verbraucherzentrale NRW den Dash-Button scharf. Nun ziehen die Verbraucherschützer gegen Amazon vor Gericht, weil aus deren Sicht Amazon mit dem Dash-Button verschiedene rechtliche Verstöße begehe und sich im Vorfeld geweigert habe, entsprechende Änderungen zu machen.

Über den Dash-Button, der hier bei Amazon erhältlich ist, können die Amazon-Prime-Kunden Produkte des täglichen Bedarfs per Knopfdruck bestellen. Als etwa Waschmittel, Toilettenpapier oder Taschentücher. Die Verbraucherzentrale NRW räumt ein, dass die Dash-Buttons einen Komfortgewinn versprechen würden. Allerdings heiße "gut gemeint nicht immer auch gut umgesetzt."

Man habe Amazon aufgrund rechtlicher Verstöße abgemahnt, allerdings habe das Unternehmen sich geweigert, die geforderten Änderungen durchzuführen und eine Unterlassungserklärung abzugeben. Aus diesem Grund gehe man nun gerichtlich gegen Amazon vor.

Kritisiert wird unter anderem, dass auf der Schalfläche des Buttons der Hinweis fehle, dass beim Drücken des Knopfes unmittelbar eine kostpflichtige Bestellung ausgelöst werde. Ein solcher Hinweis sei bei Verträgen im elektronischen Geschäftsverkehr vorgeschrieben. Die Regeln würden auch für Amazon Dash gelten, weil das Gerät das Internet verwende, um die Bestellungen an Amazon zu übermitteln.

Bei Verträgen im elektronischen Geschäftsverkehr müssten außerdem wichtige Informationen unmittelbar vor der Bestellung mitgeteilt werden. Dazu gehören beispielsweise der Gesamtpreis und die wesentlichen Eigenschaften des Produkts. Bei Amazon Dash erhalte der Konsument diese Informationen erst nach dem Drücken des Dash-Buttons und damit auch nach der Bestellung.

"Das Fehlen dieser Informationen bei Auslösung der Bestellung wirft auch unter Berücksichtigung der sogenannten 'Amazon Dash Replenishment Nutzungsbedingungen' Probleme auf. Darin erlaubt sich Amazon, den Preis und die Versandkosten für das jeweils ausgesuchte Produkt zu ändern", so die Verbraucherzentrale NRW. Preisänderungen würden den Kunden nur gesondert mitgeteilt, wenn sie um mehr als zehn Prozent steigen.

Zusätzlich kritisieren die Verbraucherschützer, dass sich Amazon das Recht vorbehalte, ein Ersatzprodukt zu versenden, falls das gekaufte Produkt mal nicht verfügbar sein sollte. Das könne auch ein Produkt der gleichen Marke sein, allerdings mit einer anderen Füllmenge. Aus diesem Grund hält die Verbraucherzentrale NRW auch diese Klausel für unzulässig.

Vor Gericht soll nun geklärt werden, ob Amaon Dash in der aktuellen Form tatsächlich auf dem Markt bleiben kann.

iOS 10 erlaubt WLAN-Telefonie der Telekom

Wer sich bereits in den neuen Einstellungen des iOS 10 ein bisschen umgeschaut hat, hat viele Neuerungen festgestellt. Die eine versteckt sich jedoch etwas tiefer: Unter Einstellungen -> Telefon -> im Bereich "Anrufe" erscheint eine neue Option "WLAN-Anrufe". Ist diese aktiviert, kann man hierzulande telefonieren, selbst wenn das Funknetz sehr schlecht oder nicht vorhanden ist, aber das iPhone eine WLAN-Verbindung aufgebaut hat.

Die Deutsche Telekom bietet die Option für eigene Kunden, sobald diese "VoLTE und WLAN Calls" zu eigenem Tarif hinzugebucht haben. Nach Angaben des Anbieter unterstützen die Anrufe über WLAN die iPhones ab iPhone 6 (Plus) und iPhone SE. In unserem Test hat es jedoch auch mit dem iPhone 5S funktioniert, ein Leser berichtet über die aktivierte Option auf dem iPhone 5C. Dafür muss man das Smartphone kurz an iTunes anschließen, falls das iOS-10-Update drahtlos geladen war. Dies hat zu Folge, dass iTunes die neueren Netzwerkeinstellungen des Anbieters holt und auf das iPhone aufspielt. Danach soll in den Einstellungen die Option "WLAN-Anrufe" erscheinen.

Der Wettbewerber Telefonica (O2) bietet etwas länger eine ähnliche Funktion, allerdings ist sie noch nicht so elegant gelöst: Man muss zunächst noch eine Extra-App herunterladen .

LTE-Empfang drinnen und draußen unterscheiden sich zum Teil deutlich

Während die Bewohner der Ballungszentren beim Internetanschluss nicht nur viel Bandbreite bekommen, sondern häufig sogar zwischen verschiedenen Anbietern und Zugangstechniken (DSL/VDSL, TV-Kabel, Glasfaser, LTE) wählen können, sieht es im ländlichen Raum zum Teil ganz anders aus. Dort gibt es keinerlei schnelles Internet per Festnetz, als Ersatz steht häufig immerhin vergleichsweise schnelles LTE zur Verfügung. Auch die monatlichen Kosten für den Internetanschluss per Mobilfunk halten sich in Grenzen. Ein großer Nachteil ist jedoch, dass die Provider das monatliche Übertragungsvolumen meist auf ein paar GByte begrenzen. So weit die vielfach bekannten Fakten.

Die optimale Netzwerk-Verbindung für Zuhause

Weniger bekannt dagegen ist, dass sich der LTE-Empfang außerhalb und innerhalb von Gebäuden meist deutlich unterscheidet – und damit natürlich auch die zur Verfügung stehende Bandbreite ins Internet. Das wissen natürlich auch die Netzbetreiber und weisen dies auf ihren Netzverfügbarkeitskarten im Internet aus. O2 (www.pcwelt.de/meFXxb) und die Deutsche Telekom (www.pcwelt.de/ZYLxFq) unterscheiden die Verwendung in Gebäuden und im Freien farblich, bei Vodafone (www.pcwelt.de/C8_eod) müssen Sie zunächst auf den Link „Detail-Ansicht der Netzkarte“ klicken und dann rechts oben „indoor“ aktivieren. E-Plus macht derzeit keine Angaben, in ersten Testregionen können Kunden das O2-Netz über „National Roaming“ ohne Zusatzkosten mitnutzen.

Nun darf man anders als beim WLAN-Repeater in Deutschland nicht einfach einen Mobilfunk-Repeater betreiben, das ist den Netzbetreibern vorbehalten. Anders sieht es bei externen UMTS-/-LTE-Antennen aus, die man draußen aufstellt beziehungsweise befestigt, und von denen man das Signal dann per Kabel ins Haus holt. Solche Antennen gibt es schon für rund 50 Euro. Wichtig ist, dass die Heimantenne zum ausgestrahlten LTE-Frequenzband passt, im ländlichen Raum ist das meist 800 MHz. Die 800-MHz-Variante punktet mit einer größeren Verteilung in der Fläche sowie mit der (prinzipiell) besseren Durchdringung der Gebäude. In den Städten, also für LTE für unterwegs, verwenden die Netzbetreiber dagegen höhere Frequenzen, die zugleich höhere Bandbreite ermöglichen.

LTE-Antenne für 20 Euro selbst bauen - so geht's

Voraussetzung für die Lösung mit der externen Antenne ist natürlich, dass der LTE-Router einen Anschluss dafür besitzt. Schließlich sollte das Kabel zwischen Antenne und Router höchstens rund 20 Meter lang sein.

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