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Morgenmagazin vom Montag, 2. Juni 2014

02.06.2014 | 07:14 Uhr |

Was heute wichtig wird: 2. Juni 2014 +++ Isaacson: Auch Steve Jobs hätte Beats gekauft +++ Microsoft Smartwatch auch für iOS soll kommen +++ Bericht: Apple verhandelt über Bezahlung per iPhone mit Ladenketten +++ Berufungsgericht lehnt Apples Antrag im E-Book-Prozess ab +++ So macht die iPhone-Kamera nur schwarz-weiß-Bilder +++ Neue Details zu Apples Smart-Home-Plattform +++ Kritik an Googles Löschverfahren +++ Amazon plant Musik-Streaming-Dienst für Prime-Kunden

Was heute wichtig wird: 2. Juni 2014

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Zwei Stunden hat sich Apple heute Abend für die öffentliche Keynote der ansonsten verschwiegenen WWDC Zeit genommen, um die wichtigsten Neuheiten zu iOS 8 und OS X 10.10 den im Saal versammelten Entwicklern und den Millionen draußen an den Internetgeräten vorzustellen. Sollten alle Spekulationen der vergangenen Woche einen wahren Kern enthalten, wird Apple entweder die Keynote auf vier Stunden ausdehnen der kräftig streichen müssen. Vermutlich werden Tim Cook und Konsorten kein "Produktfeuerwerk" zünden, mit einem Highlicht nach dem anderen, sondern sich auf das Wesentliche konzentrieren. Und das sind eben die Systeme. iOS 8 wird heuer keinen spektakulären Auftritt hinlegen, einige dezente Neuerungen wird es aber geben, über die man nicht viel länger als eine halbe Stunde sprechen wird. OS X 10.10 wird vermutlich Yosemite heißen und mehr Designänderungen bringen als das vor einem Jahr mit Mavericks der Fall war. Doch, auch Hardware könnte auf dem Programm stehen, jedoch nicht die "neuen Produktkategorien" die Tim Cook seit fast einem Jahr in Aussicht stellt. Der iMac könnte eine Renovierung erfahren, womöglich bekommt der Mac Mini ein neues Gehäuse. Schließlich wäre da noch die kolportierte Plattform für Heimvernetzung, die vor allem aus Schnittstellen für Geräte von Drittherstellern bestehen dürfte, so sie denn kommt. Hier lauert womöglich das größte Potential dieser WWDC. Wir bleiben gespannt, heute ab 19 Uhr erfahren wir mehr - unser Bericht unter ticker.macwelt.de ordnet die Geschehnisse ein. Peter Müller

Lesetipps für heute Morgen:

Wie Beats und Apple das Musik-Streaming aufmischen könnten ( Macworld )

Surface 3 Pro im Vergleich zum Macbook Air ( Macworld UK )

10 Tipps für Fotos mit Wow-Effekt ( Macwelt )

Was unsere Leser von OS X 10.10 erwarten ( Macwelt )

Apple hat im Moscone Center einige Plakate noch nicht enthüllt ( Apple Insider )

Weitere Nachrichten:

Isaacson: Auch Steve Jobs hätte Beats gekauft

Kaum war die Übernahme von Beats durch Apple für drei Milliarden US-Dollar offiziell bestätigt, kritisierten Gegner des Deal lauthals, dass der Apple-Gründer Steve Jobs diesem Aufkauf nie zugestimmt hätte.

"Falsch" behauptet Walter Isaacson, der Autor der Steve Jobs Biografie in einem Interview mit CNBC am letzten Freitag. Issaacson bestätigt, dass Jobs und der Beats Mitgründer Jimmy Iovine dank dem gemeinsamen Interesse an Musik eine enge Freundschaft schlossen und Jobs bestimmt Interesse hatte, Iovine zu Apple zu bringen. "Iovine hat die besten Instinkte in der Musik-Szene, um neue Talente zu identifizieren und passt damit perfekt zum Stil von Apple" berichtet Isaacson.

Auf die Nachfrage, ob Jobs Beats übernommen hätte, bekräftigt Isaacson : "Bestimmt. Aber ich glaube nicht, dass er dabei an der Beats-Hardware - den Kopfhörern - interessiert war, obwohl er dafür ständig geworben hat. Sowohl Jobs als auch Dr. Dre und Jimmy Iovine sandten von Anfang an Beats-Kopfhörer an all ihre Freunde, weil es für sie echt wichtig ist, dass beim Musikgenuss die Basswiedergabe stimmt."

Microsoft Smartwatch auch für iOS soll kommen

Microsoft will sich nicht mehr abhängen lassen und investiert intensiv in Zukunftsmärkte, insbesondere seitdem der neue CEO Satya Nadella die Arbeit aufgenommen hat. So soll noch im Sommer eine Microsoft Smartwatch erscheinen, die mit diversen Sensoren beispielsweise die Herzfrequenz misst und sie mit Smartphones synchronisiert, darunter nicht nur Windows Phones, sondern auch Geräte mit Android und iOS. Dies will jedenfalls das Wirtschaftsmagazin Forbes in Erfahrung gebracht haben.

Dabei sollen Erfahrungen und Kompetenzen mit der Technologie der Xbox Kinect genutzt werden. Die Microsoft Smartwatch werde ferner der Samsung Gear Fit ähneln und über ein nach innen versetztes Farb-Touchdisplay verfügen, um dem Nutzer eine leichterer Bedienung und größere Privatsphäre beim Sichten seiner Daten zu ermöglichen.

Forbes spekuliert weiter, dass die Einbeziehung der an sich konkurrierenden Plattformen von iOS und Android eine Konsequenz daraus ist, dass die Windows Phones weltweit nur über einen Marktanteil von 3,5 Prozent gegenüber 80 Prozent für Android und knapp 15 Prozent für Apples iOS verfügen.

Bericht: Apple verhandelt über Bezahlung per iPhone mit Ladenketten

Technik-Beauftragte aus Cupertino sind nach Informationen des Blogs 9to5Mac in vorbereitende Gespräche mit Geschäftsführern von Verkaufsladenketten eingetreten, um die Möglichkeiten eines mobilen Bezahlsystems zu sondieren. Dabei geht es offensichtlich um höherwertige Produkte etwa in Luxus-Bekleidungsgeschäften und anderen gehobenen Verkaufsläden. Nähere Informationen über Namen und Firmen konnte auch 9to5Mac nicht in Erfahrung bringen.
Der mobile Bezahldienst von Apple soll demnach in iOS-Geräte wie das iPhone integriert werden und unmittelbar zum Begleichen der Rechnung dienen können. Die Abrechnung könnte über den iTunes-Account des Kunden erfolgen. Nach Auskunft von Apple verfügt man dort über einen Bestand von 800 Millionen iTunes-Konten, die mit Kreditkarten verknüpft sind. Auch der Fingerabdrucksensor Touch-ID soll dabei eine wichtige Rolle einnehmen, ebenso wie die derzeit viel diskutierte iBeacon-Technologie http://www.macwelt.de/news/iBeacons-kaufen-iPhone-8631305.html.
Möglicherweise hat Apple intern bereits mit der Arbeit an dem iTunes-basierten iPhone-Bezahldienst begonnen, wie weitere Quellen behaupten sollen. Das Projekt wird demnach von der früheren Apple Online-Store-Chefin Jennifer Bailey geleitet.

Berufungsgericht lehnt Apples Antrag im E-Book-Prozess ab

Der Schadensersatz-Prozess gegen Apple wegen Preisabsprache mit E-Book-Verlagen wird wie ursprünglich angesetzt am 14. Juli beginnen. Das US-Berufungsgericht hat am letzten Donnerstag auch in der zweiten Runde entschieden, dass Apples Antrag zum Verschieben des Prozessbeginns unbegründet ist.

Apple wurde im Juli 2013 vom US-Richterin Denise Cote am Bezirksgericht in New York der Preisabsprache in 2010 mit fünf großen US-Verlagen schuldig gesprochen. Ankläger waren dabei das US-Justizministerium und weitere 33 US-Staaten. Alle Verlage erzielten im Juni 2013 außergerichtliche Einigungen .

In der Verhandlung im Juli werden sowohl Staaten als auch Verbraucher-Gruppen als Forderer von Schadensersatz von Apple zugelassen. Der Antrag von Apple, dass die US-Staaten nicht als Sammelkläger auftreten sollen können, wurde im Mai 2014 von Cote abgelehnt . Die US-Richterin wies am letzten Donnerstag alle Klägerparteien an, ihre Forderungen und Beweise zusammenzutragen und die Reihenfolge ihres Auftritts im Prozess festzulegen.

Im Berufungsantrag beteuerte Apple im Februar, dass die Firma nicht gewusst hat, dass die fünf betroffene Verlage bereits im Dezember 2009 Preisabsprachen getroffen haben sollen. Apple betont, dass die Firma den Verlagen lediglich das übliche Vertriebsmodell angeboten hat und alle Verlage, die sich mit Amazon unzufrieden zeigten, unterzeichneten Verträge mit Apple.

So macht die iPhone-Kamera nur schwarz-weiß-Bilder

Für das iPhone gibt es eine Unzahl von Dritt-Hersteller-Apps zum Umschalten auf Schwarz-Weiß-Aufnahmen , aber mit einer einfachen Voreinstellung kann dafür auch die Kamera-App von Apple flexibel nutzen: Mit dem iOS 7 Betriebssystem spendierte Apple seiner Kamera-App neuen Filter, inklusive dem Monochrom-Filter "Schwarz", der sowohl für das normale Foto-Format als auch das Quadrat-Format einstellbar ist..

Um aber Schwarz-Weiß aufzunehmen und nicht erst mit den Filtereinstellungen zu spielen - und dabei möglicherweise eine gute Fotogelegenheit zu verpassen - kann für die beiden Formate der schwarz-weiß-Modus fest voreingestellt werden. Idealerweise kann man eines der beiden Formate auf Schwarz-weiß vorbelegen; die Filter-Einstellung bleibt sowohl nach Beenden der App, als auch nach einem Neustart des iPhones erhalten.

Der Vorteil: Mit einer Wischbewegung kann die iPhone-Kamera zwischen Farb- und Schwarz-weiß-Aufnahmen umgeschaltet werden und zum Beispiel die Quadrat-Bilder zum Hochladen für Instagram in schwarz-weiß fotografieren, während das Normalfoto jederzeit in Farbe bleibt.

Neue Details zu Apples Smart-Home-Plattform

Neue Details zu Apples Smart-Home-Plattform (c) apple.com
Vergrößern Neue Details zu Apples Smart-Home-Plattform (c) apple.com
© apple.com

Auch Apple will sich am Trend hin zur vernetzten Wohnung beteiligen. Ein hierfür ins Leben gerufenes Programm sieht die Verbindung zwischen iPhone und zertifizierten Geräten vor. Unbestätigten Meldungen zufolge soll die Vernetzung über Wi-Fi erfolgen, Spracheingaben über Bluetooth seien jedoch ebenfalls Bestandteil der geplanten Apple-Heimvernetzung.

Der immer weiter zunehmenden Fragmentierung im Bereich der vernetzten Wohnung will Apple mit dem Logo „Made for iPhone“ entgegenwirken. Findet sich dieses auf dem angeschafften Gerät, so könnten sich Käufer sicher sein, dass sich die Neuanschaffung problemlos in ihr bestehendes Netzwerk einbinden und via iPhone steuern lässt.

Smart Home: Das intelligente Zuhause

Ob für die Bedienung der vernetzten Geräte zwingend eine App auf dem iPhone erforderlich ist, bleibt weiter unklar. Möglich wäre auch eine Bedienung direkt durch Elemente in iOS 8. Für die in der kommenden Woche beginnende WWDC wird die Ankündigung zahlreicher Partner erwartet, die den „Made for iPhone“-Standard erfüllen und unterstützen wollen.

Kritik an Googles Löschverfahren

Kritik an Googles Löschverfahren (c) Google
Vergrößern Kritik an Googles Löschverfahren (c) Google
© Google

Google hat in dieser Woche auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs reagiert, das den Suchmaschinen-Nutzern ein „Recht auf Vergessen einräumt“. Demnach können Google-Kunden in besonderen Fällen die Löschung bestimmter Einträge verlangen, wenn damit beispielsweise ihre Persönlichkeitsrechte verletzt werden.

Ein entsprechendes Antragsformular hat Google nun in Europa zugänglich gemacht. Darin muss neben persönlichen Daten auch der Grund für die Anfrage angegeben werden. Um Missbrauch zu vermeiden, ist außerdem der Upload einer Kopie des „gültigen Führerscheins, Personalausweises oder eines anderen gültigen Lichtbildausweises“ nötig.

Google veröffentlicht Lösch-Formular für Suchmaschinen-Treffer

Genau dieser Punkt lässt jedoch bei den Datenschützern die Alarmglocken schellen. Laut dem Hamburger Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar sei es nicht-öffentlichen Stellen gar nicht erlaubt, Personalausweise automatisiert zu speichern. Diese Regelung sei im Personalausweisgesetz verankert. Caspar fordert, dass Google unverzüglich nachbessert. Weitere fragwürdige Punkte sollen laut Caspar in der nächsten Woche bei einem Treffen der Datenschützer geklärt werden.

Amazon plant Musik-Streaming-Dienst für Prime-Kunden

Amazon hat sich bislang auf den digitalen Verkauf von Musik per Streaming konzentriert. Nun könnte der Online-Versandriese auch Spotify, Google Play Music All Access oder Beats Music Konkurrenz machen. Einem aktuellen Bericht von BuzzFeed zufolge, plant das Unternehmen die Einführung eines On-Demand-Streaming-Dienstes.

Bei genauerer Betrachtung der Gerüchte, wird Amazon Spotify & Co. mit seinem Service aber wohl kaum das Wasser reichen können. Denn anstatt seine Nutzer mit neuen Veröffentlichungen zu versorgen, wird sich im Katalog des Amazon-Dienstes nur Musik finden, die bereits sechs Monate auf dem Markt oder sogar älter ist.

Der Dienst wird voraussichtlich im Juni oder Juli starten und für Prime-Kunden verfügbar sein. Die relativ kleine Musik-Auswahl wird den Mutmaßungen zufolge nur vereinzelte Alben und Songs beinhalten, die der Konzern den Labels zum Discount-Preis abgekauft hat. Für seine mehr als 20 Millionen Prime-Mitglieder könnte der Musik-Service aber dennoch einen Mehrwert darstellen. Eine offizielle Bestätigung steht bislang noch aus.

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