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Morgenmagazin vom Montag, 2. Mai 2016

02.05.2016 | 07:04 Uhr |

Supreme Court gewährt erweiterte Rechte zur Durchsuchung +++ Wie Cracker ihre Dienste anbieten +++ Der Plural des iPad Pro: Schiller klärt auf +++ Intel stellt Atom-CPUs ein +++ Microsoft kauft 10 Millionen synthetische DNA-Stränge - zum Speichern von Daten +++ API: Entwickler können mit Apple Music jetzt Geld verdienen

2. Mai: Schon wieder ein Feiertag

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Letzte Woche machte ein interessanter Vorschlag die Runde: Fällt ein Feiertag auf das Wochenende, wird er am Montag einfach nachgeholt. Dann wäre also am  heutigen 2. Mai der 1. Mai…

Klingt aus der Sicht der Werktätigen eigentlich fair, aus der Sicht der Arbeitgeber eher nach einem irren Vorschlag. Zumal sich manche Feiertage einfach nicht verlegen lassen, was wäre denn etwa mit dem heurigen Tag? Finden die Demonstrationen der Gewerkschaften noch mal statt oder feiert der DGB am 1. Mai und die nicht darin organisierten Arbeitnehmerverbände am 2. Mai? Hätten wir vergangenes Jahr Allerheiligen am Montag nachholen sollen, und somit Allerseelen zum arbeitsfreien Tag erheben? Was wird heuer mit Weihnachten, wird Heilig Abend auf Montag, den 26sten verschoben und die beiden Weihnachtsfeiertage entsprechend? Das Konzept scheint noch nicht ganz durchdacht zu sein, weshalb wir vermuten, dass 2016 und 2017 erst einmal alles beim Alten bleibt. Fast alles. Denn nächstes Jahr is anlässlich von 500 Jahren Reformation der 31. Oktober bundesweit ein gesetzlicher Feiertag, ausnahmsweise. Dieser fällt auf einen Dienstag und muss also nicht nachgeholt werden. Ärgerlich sind aber besonders die Feiertage, die auf einen Samstag fallen. Was Büroarbeiter sonst eher gelassen am Samstag vormittag erledigen, muss in aller Hektik am Freitag Nachmittag geschehen. Letztes Jahr war das beim 3. Oktober der Fall, der heuer dann auf einen Montag fällt. Nochmal Glück gehabt.

Genauso ärgerlich ist es, fallen zwei Feiertage aufeinander, so wie 2008 Christi Himmelfahrt auf den 1. Mai. Das passiert aber erst im Jahr 2160 wieder, wir haben also etwas Zeit zur Vorbereitung. Vielleicht bekommen die Gewerkschafter dann ja den Mittwoch als Feiertag mit dazu.

Himmelfahrt fällt wenigstens zuverlässig immer auf einen Donnerstag, in dieser Woche ist es wieder so weit. Es soll ja Arbeitnehmer geben, die den drauf folgenden Freitag noch mit dazu als arbeitsfreien Tag nehmen oder den Freitag zwischen den freien Tagen eher locker angehen lassen. Da machen wir nicht mit. Auch am Freitag werden wir ordentlich ranklotzen, dafür aber am Donnerstag das Morgenmagazin ausfallen lassen. Man soll die Feiertage nehmen wie sie fallen, nachholen ist nicht nötig. Peter Müller

Lesetipps für den Montag

Cracker-Szene : Der Fall des iPhone 5C des Attentäters von San Bernardino hat ein klein wenig Licht auf eine im Dunkeln agierende Szene geworfen. Firmen die sich auf das Cracken von Mobilgeräten über Zero-Day-Exploits spezialisiert haben, inserieren in der Regel nicht, bieten ihre Dienste aber über das Dark Web an. Nicht nur das FBI hat das Begehr, gesperrte Telefone zu knacken, es bestehen für die Kunden der Cracker auch ganz andere Gründe. So hat nun laut eines Berichts von ABC Apple zugestimmt, das iPhone eines vor einem guten Jahr auf dem Meer verschwundenen Teenager zu analysieren. Dieses war nach einer monatelangen Irrfahrt im verlassenen Boot des Jugendlichen nahe Bermuda gefunden worden und könnte womöglich Informationen darüber enthalten, was geschehen war.

Weil es geht: Ein Bastler hat es tatsächlich geschafft, Windows 95 auf seine Apple Watch zu bringen. Der Entwickler Nick Lee von  Tendigi Studios portierte mit einigem Tricks dabei den x86-Emulatior Bochs für die Apple Watch und lud anschließend ein Image des über 20 Jahre alten Desktop-Betriebssystem auf den Handgelenkscomputer. Praktisch ist Windows 95 auf der Uhr gewiss nicht, zeigt aber, dass ein Betriebssystem, das einst für leistungsfähige Desktopmaschinen konzipiert wurde, nun auch ohne Weiteres auf einem Mini-Computer läuft. Aber im Jahr 1995 hielt man Rechner mit einem 100-MHz-Prozessor noch für schnell...

Anpassen: Die Oberfläche des Apple TV 4 lässt sich ganz gut nach den eigenen Wünschen konfigurieren, mit den Lieblingsapps in der ersten Reihe etwa. Zudem kann man Apps in Ordner sortieren und auch ausblenden. Wie das geht, beschreibt Jared Newman in aller Ausführlichkeit.

Ohne Schnur: Auch wenn viele immer noch Witze über das Macbook mit seinem einzigen USB-C-Port reißen, ist die Zukunft der Apple-Geräte drahtlos. Unserem Macworld-Kollegen Dan Moren gefällt die kabellose Zukunft und sieht für Apple sogar noch weitere Möglichkeiten zum Verzicht. Das iPhone ließe sich schließlich auch drahtlos laden, aller Voraussicht nach wird Apple schon bei der nächsten Generation den Kopfhörer-Ausgang streichen.

Urteil: Der Oberste Gerichtshof in den USA gibt Richtern und Staatsanwälten erweiterte Möglichkeiten, Computer von Verdächtigen zu durchsuchen und hebt dabei die Begrenzung auf einen Gerichtsbezirk aus. So soll jeder Bezirk, in dem Aktivitäten im Zusammenhang mit einem Verbrechen registriert wurden, eine Anordnung auf Durchsuchung erlassen, auch wenn das betroffene Gerät nicht im nämlichen Bezirk lokalisiert ist, sondern sein Ort durch "technische Maßnahmen" verschleiert sind. Diese Regelung tritt zum 1. Dezember 2016 in Kraft sofern nicht die Legislative das dahinter stehende Gesetz komplett ändert - was in Wahlkampfzeiten eher weniger zu erwarten ist.

Singular: Wäre das also auch geklärt. Was sagt man, wenn man mehrere Geräte von Apple aus einer Gattung besitzt, spricht man dann beispielsweise von seinen Macbooks Pro, seinen Macbooks Pros, seinen iPads Pros? Nein, meint Apples Marketingchef Phil Schiller via Twitter, man solle stets den Singular belassen und im Notfall auf eine Konstruktion wie "meine iPad Pro Geräte" ausweichen. Genau sagt Schiller: "One need never pluralise Apple product names,” he wrote on Twitter. “Ex[ample]: Mr Evans used two iPad Pro devices"

Weitere Nachrichten

Intel stellt Atom-CPUs ein

Schon bei der Ankündigung von Intel, 12.000 Mitarbeiter zu entlassen und sich auf Wachstumsbereiche zu konzentrieren, war einigen Analysten aufgefallen, dass dabei der Bereich der mobilen Geräte nicht genannt wurde. Nun scheint auch der Grund dafür klar, denn Intel hat bestätigt, dass die Entwicklung der neuen Atom-Prozessoren Broxton und Sofia, die für 2016 geplant waren, eingestellt wird.

Diese Prozessoren waren für mobile Geräte wie Smartphones und kleine Tablets gedacht. Einige Sofia-SoC existieren sogar schon, werden aber nun ebenfalls eingestellt. Damit sind die aktuellen Cherry-Trail-Prozessoren der Atom-Serie die letzten CPUs aus diesem Bereich. Die darauf basierende Atom-x-Serie soll aber nun auslaufen.

Intel will die Ressourcen aus dem Bereich der Entwicklung der kleinen Prozessoren nun auf andere Geschäftsfelder verteilen, die mehr Gewinne versprechen und die neue Strategie des Unternehmens unterstützen. Die Einstellung der Atom-Prozessoren ist aber kein kompletter Abschied von Intel aus dem Tablet-Markt. Schnellere und leistungsfähigere Tablets werden weiterhin durch die Prozessor-Serien Core M und Core i unterstützt.

Schon jetzt wählen viele Intel-Kunden auch für Tablets lieber kleinere Core-M-CPUs als die deutlich langsameren Atom-Prozessoren. Außerdem will Intel Tablet-Herstellern weiterhin Pentium- und Celeron-Prozessoren mit dem Codenamen »Apollo Lake« anbieten, die die Atom-x-CPUs ersetzen sollen. Auch den Smartphone-Markt wird Intel nicht ganz verlassen, da weiterhin Modem-Chips für den kommenden 5G-Standard, dem Nachfolger von LTE, entwickelt werden sollen.

Der Ausstieg von Intel aus dem Markt für Smartphone-Prozessoren lässt auch die Frage aufkommen, ob Microsoft tatsächlich an einem Surface Phone mit x86-Prozessor arbeitet, wie viele Gerüchte behaupten. Allerdings gibt es mit AMD auch einen anderen x86-Hersteller für speziell angepasste Prozessoren nach Kundenwunsch.

Quelle: Anandtech

Microsoft kauft 10 Millionen synthetische DNA-Stränge - zum Speichern von Daten

Künstlich hergestellte DNA als ideales Speichermedium für Daten ist bereits seit einiger Zeit Gegenstand der Forschung. Denn die in der DNA gespeicherten Informationen können unter Umständen bis zu 2000 Jahre unbeschädigt überstehen. Zudem kann man in der DNA viel mehr Daten als auf konventionellen Speichermedien ablegen, bis zu 700 Terabytes sollen auf ein einziges Gramm passen. Langlebig und platzsparend - das sind also die großen Vorteile der DNA.

So haben vor einiger Zeit Forscher in Slowenien das bekannte "Hello World"-Computerprogramm in die DNA einer Tabak-Pflanze implantiert. Damit man Computerdaten in der DNA ablegen kann, müssen die binären Werte 0 und 1 in ein DNA-taugliches Format umgewandelt werden. Also in die DNA-Basen A, G, C und T. Daraus entstehen dann die Stränge mit der künstlichen DNA. Mit Hilfe der aus der Biologie bekannten Technik der DNA-Sequenzierung können die Daten später wieder rückentschlüsselt werden.

Auch Microsoft hat die DNA als ideales zuverlässiges Langzeitspeichermedium für riesige Datenmengen erkannt. Microsoft hat deshalb von dem in San Francisco beheimateten Startup-Unternehmen Twist Bioscience zehn Millionen künstlich hergestellte DNA-Stränge (Oligonucleotides) gekauft. Microsoft will darin nach dem oben genannten Verfahren in den DNA-Basen A, G, C und T Daten speichern. Twist Bioscience, das auch mit Forschern der University of Washington zusammenarbeitet, hat keinen Zugriff auf diese Daten.

Erste Tests mit dem Encoden und Decoden der Daten in und von künstlicher DNA sollen erfolgreich verlaufen sein. Das Unternehmen räumt aber ein, dass man noch weit von einer kommerziellen Nutzung entfernt sei.

Künstliche DNA wird übrigens auch bei der Verbrechensbekämpfung verwendet. Damit lassen sich zum Beispiel Geldscheine oder anderes potenzielles Diebesgut für den Dieb unsichtbar markieren. Anhand der nach dem Diebstahl am Dieb auffindbaren DNA-Spuren lässt er sich überführen.


API: Entwickler können mit Apple Music jetzt Geld verdienen

Für Apple werden Dienste wie Apple Music immer wichtiger, das zeigt auch ein neues API , das jetzt für iOS 9.3 vorgestellt wurde. Die Entwicklerschnittstelle soll App Entwicklern die einfachere Einbindung von Apple-Music-Funktionen in ihre iOS-Apps ermöglichen. Aus  beliebigen App kann man mit Hilfe dieses API Apple Music abspielen oder Informationen abrufen. Ein Entwickler kann mit der neuen Schnittstelle abfragen, ob ein Anwender ein aktiver Apple Music-Nutzer ist und aus welchem Land er stammt. Man kann die nächsten Songs festlegen, Abspiellisten aufrufen oder neue Listen anlegen.

Apple Music vorgestellt: Funktionen, Reaktionen

Entwickler müssen aber auf die Bestimmungen der App Store Richtlinien achten, so ist der Download von Inhalten nicht möglich, Zugriff auf iTunes Music darf nicht per In-App freigeschaltet werden und der Entwickler muss sich bei der Bedienung an Standardfunktionen wie  „Play/Pause/Skip“ halten. Interessant für Entwickler: Über ein Affiliate-Programm wird man für die Vermittlung von Apple-Music-Abos belohnt. Zu den ersten Nutzern des neuen API gehört offenbar die App Shazam: Hier kann man nach dem Identifizieren eines Songs diesen gleich bei Apple Music aufrufen. Auf der Seite iTunes Affiliate Resources stellt Apple außerdem Informationen bereit wie  Details zum Affiliate-Programm, Vorschriften zur Einbindung von Grafiken und Besonderheiten bei Links und IDs.

Unser Fazit: Offensichtlich ist es Apple Ernst mit Apple Music, soll der Dienst doch eine ernsthafte Konkurrenz für Streaming-Diensten wie Spotify werden . Das Affiliate-Programm ist außerdem für Entwickler eine gute Möglichkeit, per Apple Music ebenfalls Geld zu verdienen.



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