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Morgenmagazin vom Montag, 20. Juli 2015

20.07.2015 | 07:07 Uhr |

20. Juli 2015 +++ Analyst glaubt an goldene Apple Watch Sport +++ LVMH entwickelt Smartwatch +++ Angry Birds 2 erscheint am 30. Juli +++ Optibit Mailmanager: Webbasierte E-Mail-Verwaltungslösung +++ BGH-Entscheidung: Mögliche Urheberrechtsverletzung bei Framing +++ AMD meldet grauenvolle Quartalszahlen +++ Amazon Prime Day: Sandalen waren der Verkaufshit

Was heute wichtig wird: 20. Juli 2015

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Immer in Bewegung: Ein rollender Stein setzt kein Moos an, heißt es redensartlich im angelsächsischen Sprachraum. Das Bild des rollenden Steins hat in der Pop-Kultur gleich mehrere, meist unabhängig voneinander entstandene Manifestationen gefunden: Ein Musikmagazin benannte sich so, eine britische Blues-Rock-Band und Bob Dylan schließlich dichtete von diesem Bild ausgehend womöglich den besten Song aller Zeiten: Like a Rolling Stone. Heute vor 50 Jahren erschien der Songs als Single, gegen den Widerstand der Plattenfirma, der die sechs Minuten zu lange für das Radio waren. Gut, dass die Bedenken die Veröffentlichung nicht verhinderten. Like a Rolling Store gehört zu den am meisten gecoverten Songs von Bob Dylan, dessen Werk viele Leute nur indirekt kennen, nämlich die Coverversionen. Aber Knocking on Heaven's Door ist nun mal nicht von Guns 'n Roses und All Along the Watchtower weder von Jimi Hendrix noch von U2. Mal sehen vieelicht bekommt Dylan heuer nun doch den Literaturnobelpreis verliehen. Peter Müller

Lesetipps für den Montag:

Troubleshooting für Fotos in OS X: An den Nachfolger von iPhoto dürften sich die meisten Anwender mittlerweile gewöhnt haben, Fotos in OS X bietet auch einige Vorteile und ist nicht nur ungewohnt. Unsere Kollege Gelnn Fleishman hat Tipps gesammelt, die bei Verwalten und Synchronisieren von Bildern und Ordnern helfen.

Nutzungsverhalten: Die durchschnittliche Youtubenutzung dauert nun 40 Minuten, erklärt Google. Damit sei sie nun doppelt so lang als noch vor einem Jahr. Die Zahl sage vor allem etwas darüber aus, wie populär Smartphones und andere Mobilgeräte als Zugang zu Youtube geworden sind, denn Zuseher müssten keine Tätigkeiten mehr unterbrechen sondern könnten währenddessen weiterschauen.

Prognose: Der Analyst Ming-Chi Kuo glaubt an bunte Apple-Watches, die Apple noch in diesem Jahr bringen würde. Konkret soll es die Apple Watch Sport in gelb- und rosegold geben, die Watch könne man dann passend zur Farbe des iPhone 6S auswählen, glaubt Kuo. Bei der Schätzung der Verkaufszahlen bleibt Kuo zurückhaltend, Apple habe im Juni-Quartal 3,9 Millionen Geräte verkauft, im laufenden Quartal sollten es 5,5 Millionen sein. Im Laufe des Jahres soll Apple auch noch ein neuen iPad Mini bringen aber auf ein weiteres iPad Air verzichten, neue iMacs sind ebenfalls für Ende des dritten oder Beginn des vierten Quartals zu erwarten.

Konkurrenz: Natürlich kann die Apple Watch nicht mit mechanischen Luxusuhren konkurrieren, aber dennoch deren Platz am Handgelenk beanspruchen. Der französische Luxuskonzern LVMH, zu dem unter anderem die Uhrenmarken TAG Heuer, Zenith und Hublot gehören, plant nun eine Smartwatch, die mit der Apple Watch konkurrieren soll, insbesondere mit dem 10.000 Dollar tueren Goldmodell. Die geplante LVMH-Smartwatch werde gerade einmal 14000 Euro kosten.

Angry Birds 2 erscheint am 30. Juli

Das finnische Entwicklerstudio Rovio hat für den 30. Juli die Veröffentlichung von Angry Birds 2 angekündigt. Im Dezember 2009 erschien das erste Angry-Birds-Spiel. Fünfeinhalb Jahre später erscheint damit ein erster echter Nachfolger des Erfolgsspiels.

Rovio selbst bezeichnet "Angry Birds" als die "Mutter aller mobilen Spiele". Kein Wunder, wenn man ein Spiel auf den Markt gebracht hat, das bisher über 3 Milliarde Mal heruntergeladen wurde und mit dem man so gut verdient hat. Allzu viele Details über Angry Birds 2 verrät Rovio dagegen vorerst nicht.

Auch der erste Trailer zeigt nur ein paar Schweine an einem Strand namens Piggy Island. "Get ready to get angry", heißt es dort.

Auf der offiziellen Website zum Spiel können sich interessierte Gamer per Mail-Adresse registrieren. Sie erhalten dann eine Mail, sobald das Spiel in den "App Stores" erscheint. Wobei Rovio auch hier nicht verrät, für welche Plattformen das Spiel eigentlich erscheint. Unser Tipp: Android, iOS und Windows 10.

Optibit Mailmanager: Webbasierte E-Mail-Verwaltungslösung

Die E-Mail-Management-Lösung gibt Unternehmen Werkzeuge an die Hand , um das Abtragen von E-Mail-Bergen so einfach wie möglich zu machen, heißt es bei Optibit, dem Entwickler des webbasierten Tools. Das kann auch rechtlich relevant sein: Nachdem Gerichte geschäftliche E-Mails mit Briefpost gleichgestellt haben, gelten hier ebenfalls die Vorhaltezeiten, beschreibt der Anbieter die Bedeutung der eigenen Entwicklung für Nutzer. Denn Nutzer seien dazu gezwungen, dem Drang zum Löschen der E-Mail-Flut nach dem Urlaub zu widerstehen und den ”Berg” der elektronischen Post tatsächlich zu managen. Um dies zu umgehen, verweigern viele große Unternehmen mittlerweile die Annahme von Mails an Mitarbeiter, die sich im Urlaub befinden. Mit dem Optibit Mailmanager sei dieses Vorgehen ebenfalls einfach möglich: Der Absender kann vom System eine Rückmeldung erhalten, dass der betreffende Empfänger im Urlaub ist und würde über das Datum seiner Rückkehr informiert (keine übliche Abwesenheitsnotiz). Die Annahme der E-Mail werde dabei rechtskonform verweigert, die Mail nicht gespeichert und erreiche je nach Wunsch entweder nie oder verzögert das Postfach des Nutzers.

Im üblichen Verfahren fast das Programm automatisch Mailtexte zu sogenannten "Kerninformationen" zusammen und stellt diese dann in einer an Smartphones angelehnten Unterhaltungsansicht als Gesprächsverlauf dar, die schnell einen Überblick auch über komplexen Mailverkehr bieten soll. Aus dieser "Sprechblasensicht" heraus können E-Mails demnach im Detail geöffnet oder direkt klassifiziert, markiert oder gelöscht werden. Bereits bekannte Absender werden dabei eindeutig farbig markiert und können schnell ausfindig gemacht werden. Die Darstellung kann dabei auf einzelne Kriterien wie beispielsweise Gesprächsstränge oder Zusammenhänge eingeschränkt werden.

In der Listenansicht grenzen zusätzliche Filterfunktionen die Ansicht auf etliche Kriterien (wie beispielsweise "Nur Mails, in denen ich Hauptempfänger war") ein und können nahezu beliebig verschachtelt und kombiniert werden.

Mit dem Mailmanager benötigen Nutzer nicht zwingend unpraktische Weiterleitungen und Abwesenheitsnotizen. Neu eintreffende Mails werden mit wenigen Klicks für ihre Vertretungen freigegeben, beschreibt der Anbieter sein Tool weiter. Von da an werden neue E-Mails automatisch in deren Postfächern mit angezeigt. Über übersichtliche Aufrufprotokolle und die Möglichkeit, Mails zu kommentieren, werden zusammen mit der Gesprächsansicht immer sichergestellt, dass jede Mail die Information, ob sie bearbeitet wurde und was mit ihr geschah, mit sich trägt.

Zu den Kernfunktionen des Mailmanagers gehören laut Entwickler der gleichzeitige Zugriff mehrerer Mitarbeiter ein Postfach, Öffnungsprotokolle und Bearbeitungsstatusmitteilungen, übersichtliche Gesprächsverläufe, Serien-Mailfunktion, diverse Vorlagen für Text und Design, Kompatibilität mit nahezu allen anderen E-Mail-Programmen und die Integrierbarkeit in fast alle PC-, Netzwerkstrukturen und Systemumgebungen, und dies auch unternehmensübergreifend. Der Dienst sei hosterunabhängig und unterstütze auch eigene Mailserver, er arbeite als browserbasierte Webanwendung zudem plattformunabhängig und schnell. Weitere Zur Preisgestaltung des Mailmanagements bei Optibit findet sich auf dieser Website jedoch nichts. Bei Interesse lassen sich Anfragen direkt an das Unternehmen stellen, Telefonnummer und E-Mail-Adresse finden sich am Ende der Produktseite.

BGH-Entscheidung: Mögliche Urheberrechtsverletzung bei Framing

Der Europäische Gerichtshof hatte 2014 entschieden, dass das Einbinden von Youtube-Videos (sogenanntes Framing) nur unter bestimmten Umständen eine Urheberrechtsverletzung darstellt. Eine Entscheidung des BGH kehrt die Problematik für die User wieder hervor.

Laut Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) können Nutzer beispielsweise Youtube-Videos ohne die Gefahr einer Urheberrechtsverletzung in ihre eigenen Seiten einbinden, wenn dadurch kein neues Publikum erschlossen und keine neue Technik verwendet werde. Das klingt erst einmal beruhigend, wenn man etwa Videos von Youtube oder ähnlichen Portalen auf seiner eigenen Seite oder in der Facebook-Chronik teilt. Die Anwaltskanzlei Wilde, Beuger und Solmecke, Letzterer bekannt für IT-, Internet- und Medienrecht, weist in einem Beitrag darauf hin , dass genau darin für den User die Tücke liegt, einwandfrei zu erkennen, ob ein Video auf eine Site tatsächlich rechtmäßig hochgeladen wurde. Denn die Entscheidung des Bundesgerichtshofes von Juli 2015, ”dass der Betreiber einer Internetseite keine Urheberrechtsverletzung begeht, wenn er urheberrechtlich geschützte Inhalte, die auf einer anderen Internetseite mit Zustimmung des Rechteinhabers zugänglich sind, im Wege des Framing in seine eigene Internetseite einbindet”, ist im konkreten Fall gar nicht so eindeutig, wie es sich zunächst liest. Leider nämlich sehe man einem Video in aller Regel nicht an, ob es mit Zustimmung des Urhebers hochgeladen wurde, heißt es bei der Anwaltskanzlei weiter. Sogar bei Videos von offiziellen Youtube-Kanälen ist nicht automatisch klar, ob die Rechte ordnungsgemäß eingeräumt wurden. Wer ein solches Video als Frame unrechtmäßig einbindet, ist dafür haftbar. Dies gilt insbesondere auch für Facebook-Nutzer. Hier ist also nach wie vor Vorsicht geboten, bis es vom Europäischen Gerichtshof eine klare Entscheidung gibt.

Im konkreten Fall ging es um einen Kurzfilm über Wasserverschmutzung, an dem ein auf Wasserfiltersysteme spezialisiertes Unternehmen die Rechte erworben hatte. Dieses Video landete auf Youtube und wurde dort von zwei Mitbewerbern des Unternehmens durch Framing auf den eigene Websites genutzt. Der BGH hob nun ein Urteil des Oberlandesgerichts München auf und verwies es an das OGH zurück um zu klären, ob der Kurzfilm ohne Zustimmung des Rechteinhabers bei Youtube eingestellt war. In diesem Fall läge dann bei der Weiterverwendung eine unzulässige öffentliche Wiedergabe nach Paragraph 19a Urheberrechtsgesetz (UrhG) durch die Konkurrenten des Unternehmens für Wasserfiltersysteme vor. Voraussichtlich werde das Oberlandesgericht München dann zunächst die Entscheidung des EuGH abwarten. Der ganze Sachverhalt findet sich auf der Seite der Anwaltskanzlei von Wilde, Beuger und Solmecke. Deren Fazit für alle User: ”Framing stellt auch nach dem neuen BGH-Urteil immer noch ein rechtliches Risiko dar!”

AMD meldet grauenvolle Quartalszahlen

Der Umsatz von AMD ging im zweiten Quartal 2015 um 35 Prozent gegenüber dem gleichen Quartal des Vorjahres zurück. Auf 942 Millionen Dollar (das sind 866 Millionen Euro; Quartal 1/2015: 1,03 Milliarden Dollar; Quartal 2/2014: 1,44 Milliarden Dollar). AMD machte im zweiten Quartal 2015 zudem 181 Millionen Dollar Verlust (166 Millionen Euro). Im Vergleich zum zweiten Quartal 2014 stieg der Verlust deutlich – damals machte AMD „nur“ 36 Millionen Dollar Verlust.

Der Computer- und Grafikbereich von AMD verkaufte um 54 Prozent weniger, weil die PC-Hersteller bei AMD weniger bestellten. Insgesamt machte die Computer- und Grafiksparte von AMD im zweiten Quartal 2015 379 Millionen Dollar Umsatz. Sie ist damit zwar immer noch der größte Teilbereich von AMD, doch im Quartal zuvor betrug der Umsatz noch 532 Millionen Dollar.

Der Enterprise-, Embedded- und Semi-Custom-Bereich (EESC) stieg dagegen von 498 Millionen auf 563 Millionen Dollar Umsatz. Dieser Anstieg konnte jedoch die Verluste im PC-Bereich nicht ausgleichen.

AMD hat derzeit Bar-Reserven von 829 Millionen Dollar. Aber auch 2,27 Milliarden Dollar Schulden.

Den englischsprachigen Quartalsbericht von AMD kann man hier nachlesen.

Amazon Prime Day: Sandalen waren der Verkaufshit

Ab Mittwoch hat Amazon in vielen Ländern und pünktlich zum 20. Geburtstag einen Prime Day veranstaltet. An diesem Tag konnten Amazon-Prime-Kunden tausende Schnäppchen bei Amazon ergattern. Wir haben den Amazon Prime Day in Deutschland mit einem Schnäppchenticker begleitet.

Insgesamt haben die Amazon-Kunden am Prime Day weltweit über 34,4 Millionen Artikel bestellt. Wie Amazon mitteilt, war der Prime Day damit äußerst erfolgreich. Und erfolgreicher als der schwarze Freitag 2014. Auch eine andere Rechnung ist bei Amazon aufgegangen: Der Prime Day hat als Werbeaktion für die Prime-Mitgliedschaft funktioniert. Am Prime Day, so Amazon, hätten mehr neue Mitglieder Amazon Prime ausprobiert als jemals zuvor in der Geschichte von Amazon.

Im Vergleich zum schwarzen Freitag 2014 wurden weltweit 18 Prozent mehr Bestellungen verzeichnet. Im Vergleich zum 15. Juli 2014, an dem keine Aktion stattfand, lag der Zuwachs bei den Bestellungen gar bei 266 Prozent.

In den USA wurden zehntausende Fire-TV-Sticks innerhalb einer Stunde bestellt. Die FireTV-Sticks waren dort für kurze Zeit zu einem besonders günstigen Preis erhältlich. Außerdem wurden in den USA über 47.000 Fernseher, 41.000 Bose-Headsets, 56.000 Sets der Herr-der-Ringe-Trilogie und 14.000 iRobot Roomba-Staubsauger verkauft.

Amazon verrät auch, welche Produkte während des Prime Days in einzelnen Ländern besonders beliebt waren. In den USA war es das besagte Herr-der-Ringe-Set. In Spanien ein SSD-Laufwerk. In Italien eine Logitech-Tastatur. In Frankreich ein Monopoly-Brettspiel. In Deutschland und Österreich: Crocs-Sandalen.

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