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Morgenmagazin vom Montag, 20. Juli 2020

20.07.2020 | 06:54 Uhr | Peter Müller

Twitter erklärt Hack: Social Engineering +++ Apple ehrt John Lewis +++ Twitter löscht Linkin-Park-Video in Trump-Tweet +++ Wie man den Mac-Bildschirm drehen kann +++ Männertraum in 3696 Steinen: Lego Technic Lamborghini Sián FKP 37 ab 1.6. erhältlich +++ Facebook Messenger ermöglicht Screen-Sharing unter iOS und Android +++ Netflix veröffentlicht aktuelle Abonnenten-Zahlen +++

20. Juli: Gut gelandet

Macwelt wünscht Guten Morgen! Bauernregeln kann man meist vergessen, sogar die besten von ihnen passen nur grob zum Wettergeschehen. Aber sie sind recht amüsant zu lesen, wobei die für heute nichts Gutes verheißt: "Gegen Margareten und Jakoben die stärksten Gewitter toben." Vom heutigen St. Margarethen bis St. Jakob am kommenden Samstag, den 25. Juli sieht es zumindest im Süden nicht danach aus, dass der Donnermonat seinem Ruf gerecht wird. Der Juli ist nun einmal der Monat, in dem in unseren Breiten die meisten Gewitter hernieder gehen, aber ob das nun wirklich sich auf den 20. des Monats und die Tage danach konzentriert, geben historische Wetterdaten nicht her. Dennoch hat der Juli-Vollmond seinen Namen von eben dem Wetterphänomen: Donnermond. Aber der war ja schon vor zwei Wochen.

Am heutigen Montag, gleich doppelt Tag des Mondes, ist Neumond, der Erdtrabant steht also zwischen unserem Heimatplaneten und der rieisigen Energiequelle im Zentrum unseres Systems. Wir könnten also die Dark Side of the Moon sehen, blickten wir scharf an der Sonne vorbei, aber das ist nicht ratsam - denn auf diese Art und Weise sähen wir dann bald gar nichts mehr. Der Mond steht eben scheinbar sehr dicht am Rand der Sonne und die knallt heute so, wie eine Juli-Sonne das sollte.

Der Gedenktag  zu Ehren des Mondes hat einen konkreten Anlass: Heute vor 51 Jahren spazierten erstmals Menschen auf dem Mond, in kleinen Schritten, die einen so großen Sprung für die Menschheit hätten bedeuten sollen. Der Optimismus von 1969, dem Neil Armstrong mit von Arthur Miller vorgegeben Worten Ausdruck gab, war ein wenig verfrüht. Was sucht die Menschheit auf dem Mond, was auf den Mars, auf dem heute vor 44 Jahren mit Viking 1 erstmals eine Sonde erreichte?

Die Antwort liegt auf der Hand: Sich selbst und einem Ausweg aus dem Dilemma, das sie sich selbst geschaffen hat. Denn erst von außen betrachtet, etwa aus der Entfernung von einer Lichtsekunde, sieht man, wie verletzlich und einzigartig unser Heimatplanet wirklich ist. Dieser Perspektivwechsel gelingt nicht jedem, zumal manche Leute immer noch daran glauben, dass die Landung von Apollo 11 eine Hollywoodproduktion war.

Wenn menschliche Gier und Unvernunft die Lebensgrundlagen der Spezies auf dem Planeten vernichtet, bleibt den wirklich verständigen Sapiens womöglich nur die Flucht. In eine lebensfeindliche Umgebung, wie man sie anders nicht kennt. Der Mond selbst wäre bei dieser Fernreise dank seiner niedrigen Gravitation wohl nur eine Art Sprungbrett für die Reise zum Mars. Doch bis dieser dem menschlichen Leben, wie wir es heute kennen, Heimat geben könnte, würden selbst aus der Sicht von Technikoptimisten mindestens 100.000 Jahre vergehen.

Immerhin ist der Mars auf einer größeren Zeitskala eindeutig im Vorteil. Wenn in etwa einer bis eineinhalb Milliarden Jahren aufgrund einer immer stärker strahlenden Sonne kaum noch Leben auf der Erde möglich sein wird, rückt der Mars in die sogenannte habitable Zone und das für zwei bis drei Milliarden Jahre.

Welche Namen unsere fernen Nachfolger dann den Monden in bestimmten Monaten geben werden? Immerhin hat der Mars gleich zwei Begleiter, die ihren Namen aus der griechischen Mythologie erhalten haben: Phobos und Deimos - Angst und Schrecken. Ob das wirklich eine schöne neue Heimat wäre?

Lesetipps für den Montag:

Alles steht Kopf: Das Computermonitore sich im Querformat präsentieren hat ja seinen Sinn - doch gilt es auch Anwendungen, in denen das Hochkantformat das Bessere ist - nicht nur bei der Retusche von Portraits. Beim Seitenlayout oder beim Programmieren in langen Listen bietet sich das Kippen des Bildes an - der Mac kann das seit jeher, aber nur mit kompatiblen Monitoren. Einige wenige Bildschirme haben in ihren Ständern bereits eine Möglichkeit eingebaut, sie aufzurichten, etwa auch Apples Pro Display XDR. Ist ein solcher Monitor angeschlossen, präsentiert der Mac in der Systemeinstellung Monitore die Bildschirmrotation - iMacs und Macbooks bieten das nicht.

Kondolenz : Seit Sonntag ehrt Apple den am Freitag verstorbenen Abgeordneten und Bürgerrechtler John Lewis auf seiner Website. Neben einem Portrait des im Alter von 80 Jahren an Krebs verstorbenen Politikers steht ein Zitat: "Scheuen Sie sich niemals davor, Lärm zu machen und in guten, notwendigen Ärger zu geraten." Ein wenig ausführlicher wird Apple-CEO Tim Cook in einem Tweet: "Wir haben einen amerikanischen Helden verloren. John Lewis führte uns in eine gerechtere Welt. Er marschierte in Selma, er marschierte auf Washington - er marschierte für uns alle. Sein Lebenswerk hat unsere Geschichte geprägt, und sein Vermächtnis inspiriert uns, den Marsch für Rassengleichheit und Gerechtigkeit fortzusetzen."

Erklärung: In der vergangenen Woche baten Apple, Elon Musk und viele weitere Prominente über Twitter scheinbar um Überweisung eines beliebigen Betrags in Bitcoin - deren Accounts waren natürlich gehackt. Die Betrüger erbeuteten rund 100.000 Euro, der Schaden in Form des Vertrauensverlusts ist weit größer. Twitter hat sich am Wochenende nochmals in seinem Blog zu dem Vorfall geäußert und bestätigt, was bereits vermutet war. Twitter-Mitarbeiter mit Zugriff auf hoch sensible Tools waren mittels Social Engineering ausgetrickst worden, den Hackern konnte es so gelingen, 130 Accounts anzugreifen, bei 45 davon gelang das Zurücksetzen des Passworts. Von acht Accounts konnte die Angreifer alle gespeicherten Daten herunterladen, darunter seien aber keine ehemaligen Passwörter gewesen, da Twitter diese nicht speichere. Diese acht Konten seien keine verifizierten gewesen, mit den Betroffenen stehe Twitter in Kontakt. Laut der Forensiker von Twitter seien immer noch Aktivitäten im Gange.

Entfernt: Erneut hat Twitter einen Inhalt seines besten Kunden, des POTUS, entfernt. Dabei dreht es sich diesmal um eine Video der Band Linkin Park, das der Präsidentendarsteller retweete. Aufgrund der Inanspruchnahme von Urheberrechten sei dieser Inhalt aber nun entfernt, heißt es in dem Tweet nun lapidar. Linkin Park erklären in einem eigenen Tweet den Vorfall: "Linkin Park unterstützte und unterstützt Trump nicht und autorisiert seine Organisation auch nicht, unsere Musik zu verwenden. Eine Unterlassungsanordnung wurde erlassen." Zuvor hatten zahlreiche Musiker und Bands Trup verboten ihre Songs bei Wahlkampfauftritten abzuspielen, etwa die Rolling Stones, Neil Young oder die Erben von Tom Petty. Bleiben Interpreten wie Kid Rock, die Trump gut finden …

Weitere Nachrichten:

Männertraum in 3696 Steinen: Lego Technic Lamborghini Sián FKP 37 ab 1.6. erhältlich

Lego hat für den 1. Juni 2020 die Veröffentlichung von Lego Technic #42115 Lamborghini Sián FKP 37 angekündigt. Im Online-Shop von Lego kann der Bausatz #42115 bereits für 379,99 Euro vorbestellt werden. Das Set besteht aus insgesamt 3.696 Teilen und Lego empfiehlt das Set für die Altersgruppe ab 18+ Jahren.


Mit dem Bausatz von Lego Technic erhalten Autofans eine ziemlich günstige Methode, um doch noch in den Besitz des straßenzugelassenen Supersportwagens von Lamborghini zu gelangen. Offiziell hatte der italienische Autobauer den "Sián FKP 37" im vergangenen September der Öffentlichkeit vorgestellt. Der "Blitz", so die Übersetzung des italienischen "Sián", wird nur in der stark limitierten Zahl von 63 Exemplaren produziert. Die Zahl 63 wurde ausgewählt, weil Lamborghini im Jahr 1963 gegründet wurde. Im Supersportwagen stecken ein V12-Ottomotor und ein 48-Volt-Elektromotor. Der erste Supersportwagen mit V12-Motor beschleunigt mit seinen 819 CV (602 kw) in 2,8 Sekunden auf 100 Kilometer pro Stunde und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 350 Kilometern pro Stunde, wie Lamborghini auf seiner Website zum Fahrzeug erklärt. Jedes der 63 Exemplare des Lamborghini Sián FKP 37 kostet mindestens 2 Millionen Euro, hinzu kommen da noch die Steuern plus Kosten für Extras...



 

Deutlich günstiger fällt also mit 379,99 Euro - inklusive Steuern - der Preis für das Lego Technic Lamborghini Sián FKP 37 aus. Lego hat auf einen möglichst authentischen Nachbau wert gelegt, angefangen von der Steuerkonsole des Cockpits, dem V12-Motor mit beweglichen Kolben und dem komplexen 8-Gang-Getriebe. Ebenso fehlen natürlich nicht die Scherentüren und ein absenkbarer Spoiler.



Facebook Messenger ermöglicht Screen-Sharing unter iOS und Android

Wer Freunden oder Bekannten bei einem Videotelefonat den Bildschirm seines Mobiltelefons zeigen möchte, benötigt dafür im Messenger eine Funktion namens Screen-Sharing. Damit kann der aktuell dargestellte Inhalt auf dem Display über das Internet an Freunde übertragen werden. Facebook stattet nun seinen Facebook Messenger unter iOS und Android mit genau dieser Funktion aus. Screen-Sharing werde gerade in Form eines Updates an die Nutzer ausgeliefert. Werden künftig Video-Anrufe oder Treffen in den Messenger Rooms gestartet, so kann der Bildschirminhalt des Smartphones oder Tablets mit anderen Teilnehmern geteilt werden.

Die Funktion zum Teilen des Bildschirms ist bisher eher in professionellen Video-Anruf-Programmen zu finden. Die Coronakrise habe nach Ansicht von Facebook aber auch bei vielen Privatanwendern den Wunsch geweckt, anderen Menschen den Inhalt ihres aktuellen Bildschirms zu zeigen. Einschränkungen gebe es bei der Funktion nicht: Es können beispielsweise Fotos aus der Galerie, Webseiten von Online-Händlern oder Social-Media-Inhalte geteilt werden. Aufrufen lässt sich die Funktion während eines Video-Anrufs, wenn vom unteren Bildschirmrand nach oben gewischt wird. Dort taucht dann die Screen-Sharing-Funktion auf. Notwendig hierfür ist aber das Update auf die aktuelle Version des Facebook Messengers. In der Desktop-Version des Messengers ist Screen-Sharing schon länger verfügbar.

 

Netflix veröffentlicht aktuelle Abonnenten-Zahlen

Netflix hat heute seine aktuellen Abonnenten-Zahlen für das erste Halbjahr 2020 veröffentlicht . In den vergangenen sechs Monaten profitierte der Streaming-Anbieter von den Ausgangsbeschränkungen aufgrund der weltweiten Corona-Pandemie. Allein im ersten Quartal 2020 konnte sich Netflix über 15,8 Millionen neue Abonnenten freuen. Im zweiten Quartal ging der Ansturm dann geringfügig zurück. Mit 10,1 Millionen neuen Abonnenten lagen die Zahlen jedoch noch immer über den Erwartungen von Netflix. Der Streaming-Anbieter hatte mit 7,5 Millionen neuen Abos gerechnet.

Im ersten und zweiten Quartal 2020 konnte Netflix fast so viele Neukunden gewinnen, wie im gesamten Jahr 2019. Von Januar bis Ende Juni 2020 kamen stattliche 26 Millionen neue Abonnenten hinzu. 2019 waren es 28 Millionen. Die Zahl der kostenpflichtigen Netflix-Abos liegt laut Netflix mittlerweile bei 193 Millionen. In der zweiten Jahreshälfte rechnet Netflix jedoch mit einem Nachfrage-Rückgang und räumt ein, dass es in den folgenden Monaten möglicherweise weniger Wachstum geben werde, als im Vorjahr. Diese Prognose ließ die Netflix-Aktie nachbörslich zeitweise um zwölf Prozent einbrechen. Das stört den Streaming-Dienst jedoch wenig, denn die Netflix-Aktie konnte allein in diesem Jahr ein Kursplus von durchschnittlich 60 Prozent verbuchen.

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