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Morgenmagazin vom Montag, 21. November

21.11.2016 | 06:56 Uhr |

McLaren bestätigt lockere Gespräche mit Apple - Kein Angebot +++ Sorge um AppleScript: Offener Brief an Tim Cook +++ Start der Cyber Week +++ Tesla Model S wird zum zweitschnellsten Serienfahrzeug +++ Verkehrsminister fordert Tablet-Verbot am Steuer +++ Fly sein: Neues Jugendwort des Jahres 2016 +++

21. November: Von der Endlichkeit der Lichtgeschwindigkeit

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! „Zwei Dinge sind unendlich, das Weltall und die Dummheit der Menschen. Nur beim Weltall bin ich mir nicht mehr so sicher.“ Diese Zitat wird Albert Einstein zugeschrieben und das können wir auch ruhig glauben, klingt es doch sehr nach dem verwandten Ausspruch „Mancher Leute geistiger Horizont gleicht einem Kreis mit dem Radius Null. Und das nennen sie dann ihren Standpunkt.“ - Einstein pur. Nun hatte der Physiker aus nächster Nähe erfahren müssen, zu welchen Dummheiten die Menschheit in der Lage ist. Immerhin gelang dem international bekannten und wenige Jahre vorher mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Forscher im Jahr 1933 noch rechtzeitig die Flucht aus Deutschland. In ein Amerika, das es seinerzeit deutlich ernster nahm mit den Werten, die wir „westlich“ nennen und doch eine Fortführung bester Traditionen aus der griechischen und römischen Antike sind - nur eben für alle Menschen gültig. Aber wie es so ist mit den Zitaten aus dem Internet, man weiß ja nie, ob sie wahr sind. Soll Einstein gesagt haben. Hat er natürlich nicht. Es wäre aber wünschenswert, dass heute auch wieder mehr Leute das sokratische Wissen erlangen, nämlich eben nichts zu wissen, anstatt alles unbesehen für bare Münze zu nehmen, was jemand auf YouTube eingestellt oder via Facebook geteilt hat. Denn selbst wissenschaftliche und sogar mathematische Wahrheiten lassen sich mit Lügen diskreditieren, solange man diese nur oft genug wiederholt.

Es besteht jedoch die Hoffnung, dass sich die Dummheit der Menschheit letztlich doch nicht als unendlich herausstellt und damit Einstein Lügen gestraft wird. Im zweiten Teil seines Zitats wurde aus einem Zweifel mittlerweile wissenschaftliche Gewissheit: Das Universum ist eben nicht unendlich, sondern in Zeit und Raum begrenzt. Und damit hat nicht nur Einstein kräftig zu schaffen, sondern auch der 21. November vor 340 Jahren. An jenem Tag stellte der dänische Astronom Ole Christensen Rømer seine Forschungen zum Thema Lichtgeschwindigkeit vor: Denn diese war zuvor entweder als uninteressant oder als unendlich eingestuft werden, zu Römers Zeiten wuchsen aber die Zweifel an ihrer Unendlichkeit. Im Jahr 1676 schließlich der Durchbruch: Römer entdeckte einen Zusammenhang zwischen Diskrepanzen beim Eintreten von Finsternissen der beobachtbaren Jupitermonde und deren Berechnung. Der einzig möglich Schluss: Ist die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne in der einen Jahreszeit näher am Jupiter als ein halbes Jahr später, dann sind die Phänomene früher als erwartet zu sehen. Also kann das nur an einem Laufzeitunterschied des Lichtes liegen. Römer schätzte auch erstmals einen Wert für die Lichtgeschwindigkeit ab, als er seine Überlegungen am 21.11.1676 der Academie des sciences vorstellte. Um einen Erdbahndurchmesser zurückzulegen, würde das Licht höchstens 22 Minuten benötigen - der korrekte Wert liegt bei 17 Minuten.

Aber würde das Licht sich nicht schneller oder langsamer fortbewegen, je nachdem, wie sich die Lichtquelle  bewegt? Nein, stellte Albert Einstein Anfang des 20sten Jahrhunderts fest und errechnete allerlei Konsequenzen aus diesem Fakt. Ein paar Jahre zuvor hatten Michelson und Morley schon entgegen ihrer Absicht bewiesen, dass Lichtwellen kein Medium bräuchten, um sich fortzupflanzen, keinen Äther. Der Physiker Bob Metcalfe muss einen Schalk im Nacken gehabt haben, dass er seinen Standard zur Übertragung von Daten Ethernet nannte - es gibt ihn also doch, nur eben ganz anders.

Einsteins Relativitätstheorie und die wenig später auch mit seiner Mithilfe vorangetriebene Quantentheorie waren im ersten Drittel des vorigen Jahrhunderts so etwas wie der letzte Schrei der Naturwissenschaft und trotz all der Belege für ihre Richtigkeit von vielen Leuten angezweifelt. Nicht zuletzt von denjenigen, die Einstein aus seiner Heimat vertrieben. Man erinnert sich heute mit Schaudern an jene Zeiten, wenn die Behauptung, dass die Theorie vom Klimawandel eine chinesische Erfindung sei und Kreationismus entgegen aller Erkenntnisse in Biologie, Medizin und Genetik gleichwertig zur Evolutionstheorie gelehrt werden sollte, eine wenn auch knappe Mehrheit unter Wählern findet. Manchmal erreichen also sogar Leute mit einem Standpunkt des Radius Null allerhöchste Ämter. Peter Müller

Lesetipps für den Montag

Sorgen um Automatisierung : Vergangene Woche hatte Sal Soghoian, bei Apple als Product Manager for Automation Technologies zuständig, das Unternehmen aus "Business-Gründen" verlassen. Nicht wenige Anwender gerieten daraufhin in Sorge, Apple würde AppleScript und Automator nicht mehr weiter entwickeln oder gar einstellen. Zwar schrieb Apples Software-Chef Craig Federighi in einer Mail an einen Kunden, man bleibe diesen Technologien in macOS weiter verpflichtet, doch nannte Federighi keine weiteren Details. Aus Sorge um die Entwicklung veröffentlicht nun unser Macworld-Kollege Kirk McElhearn einen offenen Brief an Tim Cook, in dem er vor allem auf die Schwächen in iTunes hinweist und wie AppleScript und Automator den Anwendern aus der Patsche helfen. Eine Antwort Cooks steht noch aus.

Kein Problem: Nach dem Umstieg auf Fotos in OS X (jetzt macOS) hatten die meisten Anwender zwei Mediatheken auf dem Rechner: Die von iPhoto und die von Fotos. Um Platz zu sparen, kopierte das System aber nicht alle Bilder in die neue Bibliothek, sondern setzte nur einen Verweis. Die Sorge daher: Löscht man die iPhoto-Bibliothek, sind dann auch in Fotos die Bilder weg? Die Antwort heißt: Nein – und der Grund dafür Hardlinks. Denn das auf Unix basierende Mac-Betriebssystem kennt eben nicht nur das Alias, also den Verweise von einem Speicherort auf einen anderen, sondern eben auch den Hardlink. Dieser hat zur Folge, dass die Bilder quasi an zwei Orten gleichzeitig existiere. Löscht man die iPhoto-Mediathek, bleibt nur noch ein Platz, eben der in der neuen Fotos-Mediathek. Nichts geht beim Löschen also verloren.

Schnäppchenjagd : Die Cyber-Week bei Amazon hat um Mitternacht begonnen - und wird noch bis kommenden Montag allerlei interessante Schnäppchen präsentieren. Das Highlight erwarten wir am Freitag dieser Woche. Wir haben die besten Rabatte für Sie zusammengesammelt.

Reden kann man ja: Im Hebst machte das Gerücht die Runde, Apple wolle für sein Projekt Titan den britischen Sportwagenbauer McLaren als Partner gewinnen. Während Cupertino in üblicher Weise dazu geschwiegen hat, bestätigt nun McLaren gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters nun lockere Gespräche. Während man aber von anderen Firmen konkrete Angebote erhalten habe, sei von Apple kein solches ergangen. Apple habe vorbeigeschaut und man habe geredet, verrät McLaren-Chef Mike Flewitt. Dabei ging es darum, was Apple mache und das, was McLaren mache. Ein konkretes Angebot sei aus den Gesprächen nicht erwachsen, Apple wollte sich einfach nur umschauen. Über die Details der Unterhaltungen schweigt jedoch auch Flewitt.

Weitere Nachrichten:

Start der Cyber Week

Den bekannten „Schnäppchenfreitag“ gibt es in der Form im Jahr 2016 nicht mehr. Schuld daran ist das chinesische Unternehmen namens Super Union Holdings Ltd., welches sich vor rund drei Jahren die Rechte an dem Namen gesichert haben . Wer in Deutschland trotzdem mit der Bezeichnung wirbt, läuft Gefahr von dem Unternehmen verklagt zu werden. Klagen gegen die Marke sind jedoch bereits einige eingegangen und werden womöglich auch erfolgreich sein, aber kaum vor der nächsten Rabattschlacht zur Weihnacht.

Die Klageandrohungen halten Online-Shop-Riesen natürlich nicht davon ab, das traditionelle Shopping-Spektakel trotzdem zu veranstalten, in einigen Fällen jedoch unter anderem Namen. Auf Amazon beginnt am Montag, dem 21. November, die Cyber Monday Woche. Mit der Amazon App können sich Kunden benachrichtigen lasse, sobald bestimmte Artikel im Angebot sind, Prime-Mitglieder haben sogar eine halbe Stunde früher Zugriff auf die sogenannten Blitzangebote.

Viele Händler orientieren sich am amerikanischen Vorbild und bieten ganz im Stile des „Schnäppchenfreitag“ am 25. November Sonderangebote an. Ob Apple den Tag ebenfalls nutzen wird, um durch Preissenkungen den Absatz etwas anzukurbeln, ist bisher noch nicht bekannt. In den beiden vergangenen Jahren hatte Apple keine Preisnachlässe mehr gegeben, aber einen Teil des Umsatzes für wohltätige Zwecke gespendet. Bis Apple sich dazu äußert, was im Jahr 2016 konkret passiert - vielleicht ja sowohl Charity als auch Rabatte? -  können Apple-Fans aber schon mal einen Blick auf andere Angebote werfen.

Obwohl Gravis sich in den vergangenen Jahren nicht die Gelegenheit entgehen lassen hat, an dem Shopping-Fest teilzunehmen, ist bisher noch nicht bekannt, ob sich die größte deutsche Handelskette für Apple-Produkte auch 2016 dazu hinreißen lässt. Wenn Gravis an vergangene Traditionen anknüpft, dürfen wir uns wieder auf hohe Rabatte und Prozente freuen. 2013 hatte Gravis Angebote mit bis zu 50 Prozent, ein Jahr später sogar Rabatte von bis zu 70 Prozent.

Auch der Online-Händler Arktis hat Rabatte von bis zu 70 Prozent im Angebot. Wer also eine neue iPhone- oder iPad-Hülle, Schutzfolie, ein neues Apple-Watch Armband, einen Dock oder Ladekabel benötigt, kann hier sicherlich fündig werden.

Wir werden im Laufe der Woche den Artikel ständig ergänzen und auf spezielle Schnäppchen und Sonderangebote für Apple-Kunden hinweisen!


Tesla Model S wird zum zweitschnellsten Serienfahrzeug

E-Auto-Hersteller Tesla versteckt im nächsten Software-Update für das Tesla Model S P100D wieder ein Easter Egg. Die Überraschung, die Tesla-Besitzer selbst finden müssen, kündigte Tesla-Chef Elon Musk in dieser Woche über den Micro-Blogging-Dienst Twitter an.

Demnach erhöht sich mit dem für Dezember geplanten Update die Beschleunigung des derzeit schnellsten Tesla-Modells. In nur 2,4 Sekunden soll es die E-Limousine von 0 auf rund 100 km/h schaffen. Derzeit benötigt das Tesla Model S P100D dafür 2,5 Sekunden.

Mit dem Update wird das Model S P100D zum zweitschnellsten Serienfahrzeug der Welt. Schneller ist nur noch der Porsche 918 Spyder, der in 2,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt. Platz zwei teilt sich das Model S P100D mit dem Ferrari LaFerrari, der ebenfalls 2,4 Sekunden benötigt.

Verkehrsminister fordert Tablet-Verbot am Steuer

Der Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) will die Nutzung weiterer Geräte beim Autofahren unter Strafe stellen. Bisher gilt das Handyverbot. Das entsprechende Gesetz soll so erweitert werden, dass künftig auch die Nutzung eines Tablets oder E-Book-Readers am Steuer unter Strafe gestellt wird. Das meldet die BILD-Zeitung. Die Nutzung von Technologien, die den Fahrer nicht ablenken, soll dagegen ausdrücklich erlaubt werden. Dazu sollen dann beispielsweise Sprachsteuerung, Head-Up-Displays und andere ähnliche Funktionen in Fahrzeugen gehören.

Zusätzlich sei auch eine Erhöhung der Strafe geplant, die bei der Nutzung der Geräte am Steuer anfällt. Die Geldbuße soll von bisher 60 Euro auf 100 Euro erhöht werden. Bei schwereren Verstößen soll künftig eine Strafe von 200 Euro statt 100 Euro gelten. "Wer am Steuer das Handy in die Hand nimmt, um eine Nachricht zu tippen oder das Tablet um Mails abzulesen, ist im Blindflug unterwegs", erklärte Dobrindt gegenüber der Bild-Zeitung.

Fly sein: Neues Jugendwort des Jahres 2016

Auf Swombie folgt Fly sein: Die Wortkombination Fly sein ist am Freitag zum Jugendwort des Jahres 2016 gekürt worden und löst damit den Vorjahresgewinner Swombie ab. Swombie war eine Wortschöpfung aus "Smartphone" plus "Zombie". Das neue Jugendwort 2016 hat auch eine Bedeutung: Es bezeichnet jemanden oder etwas, was abgeht.

Beim Online-Voting im Vorfeld war "fly sein" eigentlich weiter hinten gelandet. Hier favorisierten die Teilnehmer eher Begriffe wie "isso" (für Zustimmung, Unterstreichen von etwas), Vollpfostenantenne (Selfie-Stick) und Hopfensmoothie (für Bier). Die Jury entschied sich allerdings, den Sieger aus diesem Jahr aus folgenden fünf Wörtern zu küren:

fly sein
bae
isso
Bambusleitung
Hopfensmoothie

Das Rennen machte dann schließlich "fly sein". Und wer sich wundert: "bae" steht für "before anything/anyone else" (etwa für Bezeichnung des besten Freundes oder Pizza). Und wenn Jugendliche über eine schlechte Internetleitung klagen, dann verwenden Sie oft das Wort "Bambusleitung".

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