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Morgenmagazin vom Montag, 21. September 2015

21.09.2015 | 06:52 Uhr |

21. September 2015 +++ Content-Blocker Peace verlässt App Store +++ Apple diskutiert mit kalifornischer Verkehrsbehörde +++ 1,5 Millionen Krankenakten über Amazon geleaked +++ Aaden: USB-Batterieladegerät für den Schreibtisch +++ Doodle-Panne: Google gratuliert mit falscher Flagge +++ Muenchenkotzt.de zeigt Oktoberfest ungeschminkt +++ Gefälschter Xcode schleust Schnüffel-Code in iOS-Apps

Was heute wichtig wird: 21. September 2015

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Heute vor drei Jahren brachte Apple das iPhone 5 in den Handel, das einen Trend beförderte, der bis heute anhält: Dem zum größeren Bildschirm. Maßen die ersten Modelle noch 3,5 Zoll in der Breit, wagte Apple mit dem 5er erstmals einen Formfaktor mit 4 Zoll. Dabei reagierte Cupertino nur auf die Konkurrenz aus Fernost, die schon längst mit größeren Bildschirmen aufwartete. In der Folgezeit wurde das iPhone noch größer, dem iPhone 6S Plus mit seinen 5,5 Zoll fehlt schon gar nicht mehr viel, um das iPad Mini einzuholen. Dieses hatte Apple nur Wochen nach dem iPhone 5 gezeigt und damit einem Mantra seines verstorbenen CEOs Steve Jobs widersprochen, der 7-Zoll-Tablets für chancenlos hielt.

Recht viel größer darf das iPhone in den nächsten Generationen nicht mehr werden, sonst wird es dereinst wieder so unhandlich wie das erste Mobiltelefon der Technikgeschichte, das DynaTAC 8000X. Dieses hatte am 21. September 1983 die Zulassung durch die US-Fernmeldebehörde FCC erhalten und wog seinerzeit fast 800 Gramm, bei Ausmaßen von 9 mal 4,5 mal 33 Zentimetern. Immerhin konnte man damit schon eine Stunde lang mobil telefonieren, der Speicher fasste 30 Nummern. Der Preis war der eines Kleinwagens, die damals aufgerufenen fast 4.000 US-Dollar entsprechen heute inflationsbereinigten 9.500 US-Dollar.

Motorola war als Pionier lange eine große Nummer im Geschäft, als das iPhone herauskam, aber bereits auf dem absteigenden Ast. Das Unternehmen hat schon im Jahr 2012, als Apple iPhone 5 und iPad Mini brachte, aufgehört zu existieren, Google hat den abgespaltenen Mobilfunkteil aufgekauft und sich mit den Mobilfunkpatenten des Pioniers für den Patentstreit gegen Apple gerüstet.  Die Patente sind dann auch beim Weiterverkauf an Lenovo im vergangenen Oktober bei Google verblieben. Peter Müller

Lesetipps für den Montag

Von Android zu iOS: Apple hat mit iOS 9 die App Move to iOS veröffentlicht, die bisherigen Android-Nutzern den Umstieg auf das iPhone erleichtern soll. im Google Play Store hagelt es zwar negative Bewertungen, unsere Kollegen der MAcworld haben sich den Migrationsassistenten aber mal genauer angesehen.

Preisvergleich : Seit letztem Mittwoch gelten die neuen Preise für iCloud-Speicher, die Apple in der Woche zuvor angekündigt hat. Das neue Angebot kann nun besser mit denen von Amazon, Google und Co. konkurrieren.

Rückzug: Seit iOS 9 lässt Apple in Safari Content-Blocking zu, Werbeblocker für iOS 9 hatten sich auch sofort an die Spitze der Downloadcharts gesetzt. Ein erster Hersteller zieht seine App aber bereits zurück, Marco Arment hat seinen Adblocker Peace aus dem App Store entfernt. Arment fühlt sich nicht wohl mit dem Erfolg seiner App, erklärt er in seinem Blog: "Adblocker kommen mit einer wichtigen Fußnote: Von ihnen profitieren zwar viele Leute auf mannigfache Weisen, sie schaden aber auch welchen, insbesondere solchen, die das nicht verdient hätten." Peace fuktioniert auch noch nach dem Rückzug. Arment will aber keine Updates mehr bereit stellen. Wer seine 3 US-Dollar zurück haben möchte, kann sie sich von App Store erstatten lassen.

Treffen mit Verkehrsministerium: Apple könnte bei der Entwicklung eines eigenen selbstfahrenden Elektroautos schon wesentlich weiter sein als bisher angenommen. Wie die Zeitung The Guardian berichtet, habe sich Apple bereits im August mit Vertretern der kalifornischen Verkehrsbehörde DMV (Departement of Motor Vehicles) getroffen, um Zulassungsprozeduren für selbstfahrende Autos zu diskutieren und zu entwickeln. Sollte Apple schon in kurzer Zeit den Test auf öffentlichen Straßen wagen, müsste der Hersteller jedoch sein Fahrzeug mehr oder minder offen legen, geheime Tests sind nur auf Privatgeländen möglich.

1,5 Millionen Krankenakten über Amazon geleaked

Drogentests, detaillierte Arztbesuch-Protokolle, Versicherungsnummern - das alles wurde offenbar durch einen Patzer an die Öffentlichkeit gebracht, und zwar von über 1,5 Millionen Patienten. Die Daten, berichtet Gizmodo , seien von Systema Software für diverse Krankenversicherungen in den USA verwaltet worden. Wie die Daten schließlich auf eine Amazon-Subdomain kommen konnten, ist bislang noch nicht geklärt.

Nachdem der Texaner Chris Vickery über die Daten gestolpert war und die Zuständigen informiert hatte, verschwand der Datensatz aus dem Netz und laut Gizmodo erhielt Vickery eine E-Mail vom Chef von Systema Software. Darin hieß es, dass man alle Kunden (also die Versicherungen) informiert habe. Man habe Vickery für seine Information gedankt und ihn gebeten, zu versichern, dass er die Daten nicht mit anderen teile, sondern sie umgehend lösche. Das Datenleck, so Vickery, sei laut einem Gespräch zwischen ihm und dem Chef von Systema Software aufgrund eines Fehlers eines Vertragspartners entstanden.

Der Finder will die Daten nun an den Generalstaatsanwalt weiterleiten, wo sie gelöscht werden sollen. Das Problem - selbst wenn Vickery alles tut, wie versprochen: Ein Dritter könnte sich die Daten schon längst heruntergeladen haben.

Die besten Sicherheitstipps für jeden Anwender

Aaden: USB-Batterieladegerät für den Schreibtisch

Auf der Unterseite des USB-Batterieladegerät Aaden von Bluelounge   bietet das quadratische schwarze Gehäuse Platz für zwei AA-Batterien, deren jeweiliger Ladestatus über ein rot oder grün leuchtendes Lämpchen angezeigt wird. Damit, so der Hersteller, lassen sich die Akkus bequem nebenbei aufladen und bleiben stets in Griffweite. Das Design-Studio Bluelounge habe dabei Wert auf ein formschönes und funktionales Design gelegt, sodass das Aaden-Ladegerät sich harmonisch in die Arbeitsumgebung einfüge. In dezentem Schwarz gehalten, ist das Batterieladegerät ab sofort für einen Preis von 20 Euro im Handel erhältlich.

Doch nicht nur von Bluelounge gibt es passende Ladegeräte für AA-Batterien. So bietet Apple selbst bekanntlich sein Akku-Ladegerä t für zwei Batterien direkt über die Steckdose an, dieses kostet freilich auch bald 40 Euro. Noch teurer, damit aber mit Platz für gleich vier AA- oder auch die etwas kleineren AAA-Akkubatterien ist der Powertraveller Powerchimp4A , der bei Amazon.de   51 Euro kostet und die Akkus ebenfalls über USB auflädt, alternativ auch über eine USB-AC-Netzbuchse. Außerdem lassen sich damit bei Bedarf 5V-Geräte direkt aufladen.

Doodle-Panne: Google gratuliert mit falscher Flagge

In dieser Woche hat Nicaragua den Unabhängigkeitstag gefeiert. Am 15. September 1821 hatte das Land, das damals zum Vizekönigreich Guatemala gehört, seine Unabhängigkeit von der spanischen Krone ausgerufen. Auch Google gratulierte mit einem Google Doodle auf seiner Google-Nicaragua-Seite zur Unabhängigkeit. Und zwar mit diesem Google Doodle.

Das Problem: Im Google Doodle ist nicht die Flagge von Nicaragua zu sehen, sondern die Flagge von El Salvador. Die Flaggen der beiden Länder sind jeweils Blau-Weiß-Blau. In der Mitte befinden sich aber unterschiedliche, aber ebenfalls ähnliche Wappen. Hier zum Vergleich die beiden Flaggen: Flagge von El Salvador und Flagge von Nicaragua.

Muenchenkotzt.de zeigt Oktoberfest ungeschminkt

Der neue Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hatte vor einiger Zeit vor allem dadurch Schlagzeilen geschrieben, dass er gemeinsam mit seinem Stellvertreter Josef Schmid (CSU) sozusagen eine große Koalition gegen Limux und den Einsatz von Linux in der Münchner Verwaltung gebildet hat. Ob die Bürgermeister Reiter und Schmid das erforderliche IT-Fachwissen besitzen, um über Sinn oder Unsinn des Einsatzes von Linux und OpenSource auf den Rechnern der städtischen Verwaltung objektiv urteilen zu können, sei einmal dahingestellt. Aber das Anzapfen eines Bierfasses beherrscht der Nachfolger des Münchner Oberbürgermeister-Urgesteins Christian Ude, das hat Reiter an diesem Wochenende bewiesen.

Am Samstag, den 19. September, begann das Münchner Oktoberfest 2015. Dann durfte Dieter Reiter „Ozapft is“ wieder in die Runde rufen. Seit Samstag tobt also auf der Theresienwiese mitten in München zu Füßen der Bavaria wieder das größte Volksfest der Welt. Mit allen schönen und auch weniger schönen Seiten. Wer sich eher für letztere interessiert, wird auf der Webseite muenchenkotzt.de fündig. Die Webseite berichtet seit einigen Jahren über die unschönen Folgen des übermäßigen Akolholgenusses auf der Wiesn.

Hauptanreiz für einen Besuch auf muenchenkotzt.de sind sicherlich die zahlreichen Fotos, die die Nebenwirkungen eines Wiesnbesuchs zeigen. Sprich: Alles, was den Magen des Oktoberfestbesuchers in die verkehrte Richtung verlässt. Beziehungsweise alles, was den Körper nach ausgiebigem Bier- und Hendl-Konsum überhaupt wieder verlassen will – egal in welcher Konsistenz und in welcher Menge und an welchem Ort.

Dazu gibt es Berge von Müll zu bewundern. Und Menschen, die am Ende ihrer Kräfte sind. Und natürlich auch die durch übermäßigen Alkoholgenuss deutlich erleichterte und meist recht unkontrollierte Anbahnung zwischenmenschlicher Kontakte.

Wer sich nicht nur anhand von Fotos ein Bild von dem Geschehen auf der Wiesn verschaffen will, kann auf muenchenkotzt.de durchaus auch Texte lesen. Die Seite eignet sich also bestens für alle Oktoberfest-Hasser und Oktoberfest-Boykotteure, aber auch für alle Oktoberfest-Besucher, die nachträglich noch einmal sehen wollen, was sie am Vortag überlebt haben. Oder – im schlimmsten Fall – wie sie es geschafft haben, selbst auf muenchenkotzt.de zu landen.

Gefälschter Xcode schleust Schnüffel-Code in iOS-Apps

Seit rund einem halben Jahr verbreiten sich in China gefälschte Kopien von Xcode 6.2 bis 6.4. Im Unterschied zu der offiziellen Version von den Apple beinhalten diese Kopien die Malware XcodeGhost. Wenn Entwickler neue Apps mit der gefälschten Version kompilieren, ersetzt die Malware in den Apps einen Teil des Codes gegen eigene Zeilen. Die so eingeschleuste Software greift auf die persönlichen Daten wie UDID des Geräts, den Netzwerk-Typ und andere zu. Die verseuchte App leitet dann unbemerkt die eingesammelten Daten zu dem vordefinierten Server. Die Forscher von Palo Alto Networks haben herausgefunden , dass die Server auch in Verbindung mit dem letzten Hack auf die chinesischen iCloud-Konten stehen ( Bericht der Macwelt ). Die Namen der Server sind identisch oder sehr ähnlich denen, die als Verbindung für den Trojaner KeyRaider dienten.

Der Angriff startete vor rund einem halben Jahr, um diese Zeit wurden die gefälschten Xcode-Kopien auf unterschiedliche Sharing-Plattformen hochgeladen. Da in China die Internetverbindung manchmal langsam und unzuverlässig ist, suchen die dortige Entwickler andere Installationsquellen als die offiziellen Apple Server für Xcode. So kam die verseuchte Software in Umlauf. Der Developer merkt selbst nicht, dass Xcode die Apps manipuliert und setzt so mit ruhigen Gewissen verseuchte Apps in die Welt. Der chinesische Entwickler JoeBlue hat mindestens zwei Apps in dem chinesischen App Store ausfindig gemacht, die es durch Apples Prüfung schafften, aber dennoch den Schad-Code in sich trugen.

Die Forscher von Palo Alto Networks sehen hier Risiken nicht für die Nutzer, die ihre Apps durch den App Store beziehen, sondern für die Nutzer im Unternehmensbereich. Denn spezielle Apps, entwickelt für bestimmte Unternehmen, werden nie von Apple getestet, sondern sofort auf die Geräte der Nutzer verteilt. Da der boshafte Code sehr gut versteckt ist, ist es sehr schwer für den Nutzer wie auch für den Entwickler festzustellen, ob die App verseucht ist.

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