2178081

Morgenmagazin vom Montag, 22. Februar 2016

22.02.2016 | 07:00 Uhr | Peter Müller

San Bernadino: FBI hat iCloud-Passwort bereits ändern lassen +++ Unterstützer und Gegner formieren sich +++ Zuckerberg feiert VR auf dem MWC +++ Animierte GIFs als Erklärvideo +++ Gefrorener Riesen-Ozean ließ Pluto-Mond Charon aufplatzen +++ HSBC führt biometrisches Online-Banking ein +++ Neue Werbekampagne: Snickers macht elf Photoshop-Fehler +++ Folgen der EU-Cookie-Richtlinie für Google-Werbepartner +++

22. Februar: Die erste Milliarde ist immer die schwerste

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Allmählich werden wir immer ungeduldiger, was dann nun mit dem Frühjahrsevent in diesem Jahr ist. Gut, sollte, das Datum 15. März korrekt sein, von dem schon eine ganze Weile die Rede ist, müssen wir uns noch zwei weitere Wochen gedulden. Wir haben in unseren Archiven noch einmal nachgesehen: Am 22. Februar vor fünf Jahren trudelte die Einladung für das Frühjahrsevent ein, das Apple auf den 2. März festgelegt hatte. Geschickt doppeldeutig, denn es zeigte das Kalenderblatt des 2. März in der Optik des iOS-Icons, die rechte obere Ecke war aufgeblättert, dahinter konnte man einen iPad-Bildschirm erahnen. „Come see what 2011 will be the year of“. Das konnte man sich schon ausrechnen, die 2 stand nicht nur für jenen Dienstag im Frühjahr, sondern auch für das iPad 2. Das Jahr des iPad 2 sollte es nach dem Wunsch des immer schwerer kranken Steve Jobs werden - das Ende des Jahres hatte er dann nicht mehr erlebt.

Fünf Jahre zuvor, und damit exakt vor zehn Jahren, erreichte der iTunes Store einen gewaltigen Meilenstein: Am 22. Februar kaufte Alex Ostrovsky aus dem US-Bundesstaat Michigan in Apples Musikangebot den Coldplay-Song „Speed of Sound“. Einen Tag danach gab Apple bekannt, dies bedeute den einmilliardsten Songdownload keine drei Jahre nach der Eröffnung des iTunes Music Store. Ostrovsky bekam zur Belohnung einen 20-Zoll-iMac, je fünf weiße und schwarze iPods und einen iTunes-Gutschein im Wert von 10.000 US-Dollar.

Uns ist nicht überliefert, ob zehn Jahre später immer noch  Guthaben auf Ostrovsky Konto ist. Aber heute würde ein solches Guthaben für 83 Jahre Nutzung von Apple Music ausreichen. Zuletzt hatte Apple im Mai 2014 einen Meilenstein vermeldet, 35 Milliarden Songdownloads waren es zu diesem Zeitpunkt, 15 Monate nach dem Erreichen der 25-Milliarden-Marke. Dank Apple Music und seiner Konkurrenten wird die Zahl verkaufter Songs nicht mehr so stark ansteigen. Es gibt aber nach wie vor Gründe für den Kauf von Musik, weshalb die 50 Milliarden nicht mehr so fern scheinen. Womöglich hat Tim Cook ja bei der nächsten Keynote für den obligatorischen Update-Teil eine neue Zahl dabei.

Bis dahin heißt es aber noch geduldig warten. Gönnen wir uns erst einmal ein ausführliches Frühstück. Das muss aber heute aus Münchner Weißwürsten bestehen, die man im Übrigen niemals, also wirklich niemals paarweise ordern sollte. Die ideale Portion besteht ohnehin aus dreien, dazu eine oder zwei Brezen und das ein oder andere Weißbier. Heute früh mal alkoholfrei, müssen ja noch arbeiten. Warum wir den Tag so deftig beginnen? Ganz einfach: Heute vor 159 Jahren soll die Weißwurst der Überlieferung zufolge im Gasthaus „Zum ewigen Licht“ das selbige der Welt erblickt haben. Es war Faschingssonntag und dem „Ewigen Licht“ waren die Sailinge (Schafsdarm) für die Kalbsbratwürste ausgegangen. Der unnütze Lehrling des Metzgerwirts Joseph Moser soll dann aber fälschlicherweise Schweinedärme besorgt haben, die der Moser Sepp als zu groß und zu zäh für seine Würste befand. Es blieb im nichts anderes übrig, als die recht groß geratenen weißen Würste aus Kalbsbrät, Schweinerückenspeck und einer petersilielastigen Gewürzmischung zu brühen und nicht zu braten. Ein Klassiker war geboren.

Das „Ewige Licht“ leuchtet längst nicht mehr am Marienplatz, es stand nicht weit von dem Fleck entfernt, an dem Apple vor etwas mehr als sieben Jahren seinen ersten Store in Deutschland eröffnete. Für die Legende der Münchner Weißwurst gibt es auch kaum Belege, sehr wahrscheinlich ist die Geschichte frei erfunden. Denn weiße Würste dieser Art hatte es schon Jahrhunderte vorher in Frankreich gegeben, auch in Bayern waren sie anfangs des 19. Jahrhunderts wohl schon bekannt. Aber sie brauchten vermutlich die nur in München mögliche Kombination mit Brezn, Weißbier und süßem Senf, um zum Klassiker zu werden. Guten Appetit! Peter Müller

Lesetipps für den Montag:

Mehr Details: Gegenüber Teccrunch haben namentlich nicht genannte Apple-Manager technische Details zum San-Bernadino-Fall erklärt. Demnach würde die vom FBI geforderte Software nicht nur die Sicherheit älterer iPhones wie das iPhone 5C aushebeln, um das es konkret geht, sondern auch neuere Geräte mit Touch ID betreffen. Das Backup der mit dem iPhone verknüpften Apple ID habe das FBI Bereits im Dezember mit Unterstützung des San Bernadino County geändert - diese lief auf den Arbeitgeber des Attentäters. Damit hätten sich aber  die Forensiker einen Weg verbaut, d a nun keine automatischen iCloud-Backups mehr durchgeführt werden und die in der Apple ID gefundenen Daten den Strafverfolgern nicht ausreichten.

Unterstützer und Gegner: Facebook, Google, Steve Wozniak und natürlich Edward Snodes unterstützen Apple im Streit mit dem FBI, Donald Trum und Marco Rubio stellen sich ebenso selbstverständlich auf die Seite des FBI. Wer Apples Argumentation befürworte und wer die der Behörden, haben die Kollegen der Macworld zusammengefasst. Selbst das US-Justizministerium hat sich gemeldet und Apple eine Marketingstrategie unter dem Mäntelchen des Datenschutzes vorgeworfen. Warum aber Guardian meint, Apple solle aufgeben, das versteht nun das Macalope überhaupt nicht .

Auftritt in Barcelona: Virtuelle Realität sei die Zukunft von Facebook, erklärte der CEO des sozialen Netzwerks Mark Zuckerberg am Sonntag auf dem Mobile Worls Congress (MWC) in Barcelona. Dort sprach Zuckerberg auf einem Event von Samsung, auf dem der koreanische Hersteller nicht nur das neue Galaxy S7 vorstellte, sondern auch Neuheiten zum Thema VR, etwa eine Kamera, die 360-Grad-Panoramen aufnehmen kann und daher Gear 360 heißt. Von virtueller Realität habe Zuckerberg schon als Schüler geträumt, nun sei der Tag gekommen, an dem man liefern könne.

Nützliches Uraltformat: Animierte GIFs feiern seit geraumer Zeit ein Comeback, dabei schien das Format aus den Neunzigern längst überholt. Doch nicht nur Witze lassen sich damit verbreiten, sondern auch durchaus nützliche Informationen. Mit dem Tool Recordit kann man etwa auf Mac und PC Bildschirmaktionen aufnehmen und als animiertes GIF abspeichern. Zur Erkäruing von Vorgängen sagen bewegte Bilder nun einmal mehr als tausende Worte.

Bewunderung: In der Fortune-Liste der am meisten bewunderten Unternehmen hat Apple zum neunten Mal in Folge den Spitzenplatz inne. Im vierten Jahr hintereinander komplettieren zudem Amazon und Alphabet - Googles Muttercompany - die Top Drei. Alle Unternehmen sind jünger als 40 Jahre - Apple erreicht erst in ein paar Wochen die Altersgrenze.

Weitere Nachrichten:

Gefrorener Riesen-Ozean ließ Pluto-Mond Charon aufplatzen

Die betreffende Stelle auf dem Pluto-Mond Charon hat bereits im Oktober letzten Jahres die Aufmerksamkeit der Astronomen erregt. Bereits damals war von der Möglichkeit eines unterirdischen Ozeans die Rede, der gefroren ist und bei der Ausdehnung des zu Eis gefrierenden Wassers die Oberfläche von Pluto aufgerissen hat. Dabei entstand ein tiefes Schluchtensystem. Diese Vermutung bestätigen nun neue Foto-Analysen. Das von der Pluto-Sonde New Horizons aufgenommene Foto zeigt die mindestens 1800 Kilometer lange Serenity-Schlucht, die auf der Höhe des Äquators von Charon liegt.

Charons Oberfläche war zum Zeitpunkt des Vorbeiflugs von New Horizons großenteils von Eis bedeckt. Die NASA-Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass diese jetzt gefrorenen Wassermassen zumindest in den tieferen Schichten einst flüssig waren, als Charon noch jünger war. Die dafür nötige Wärme hätten radioaktive Prozesse oder Charon selbst erzeugt. Charon hätte demnach unterirdische Ozeane besessen.

Als Charon dann im Lauf der Zeit abkühlte, gefroren diese Wassermassen zu Eis. Und dehnten sich dabei natürlich aus. Dabei rissen die Schluchten in der Kruste von Charon auf, die man heute auf den Fotos erkennen kann. Diese Schluchten sollen bis zu 7,5 Kilometer tief sein. Zum Vergleich: Der Grand Canyon im US-Bundesstaat Colorado ist an der tiefsten Stelle 1,6 Kilometer tief und insgesamt 446 Kilometer lang.

New Horizons nahm das besagte Foto mit seinem Long-Range Reconnaissance Imager (LORRI) auf. Ein Pixel auf dem Foto zeigt 394 Meter von der Charon-Oberfläche. Das Foto hat 386 Kilometer in der Länge und 175 Kilometer in der Breite von Charon erfasst. New Horizons war zirka 78.700 Kilometer von Charon entfernt, als das Foto am 14. Juli 2015 entstand.

Bis jetzt kennt man fünf Pluto-Monde: Charon, Nix, Hydra, Kerberos und Styx. Charon ist mit Abstand der größte der fünf Monde. Außerdem ist Charon der Pluto am nächst gelegene Mond mit der kürzesten Umlaufbahn.

Für die vielen Krater und Ebenen auf Charon gibt es bereits eine Reihe kurioser Namensvorschläge.

HSBC führt biometrisches Online-Banking ein

Die Großbank HSBC will das biometrische Online-Banking in Großbritannien vorantreiben und führt im Sommer die Anmeldung via Stimmerkennung und Fingerabdruck ein. Kunden von First Direct können die neue Anmeldungsform sogar schon in den nächsten Wochen ausprobieren.

Die Konkurrenz schläft ebenfalls nicht. RBS und NatWest führten im vergangenen Jahr die Anmeldung via Fingerabdruck ein. In den nächsten Monaten will zudem die neue Atom Bank Online-Banking mit Gesichtserkennung ermöglichen.

Laut HSBC wird das biometrische Online-Banking im Laufe des Sommers für mehr als 15 Millionen Bankkunden zur Verfügung stehen. Das Login per Stimme oder Fingerabdruck soll die Nutzung von Online-Banking noch komfortabler und vor allem sicherer machen. Touch ID bei HSBC und First Direct wird mit allen Apple-Geräten kompatibel sein, die über einen Fingerabdruck-Scanner verfügen. Die Autorisierung erfolgt über die mobile Banking-App der beiden Kreditinstitute.

20 Top-Tools fürs Online-Banking zum Download

Die Stimmerkennung für das biometrische Online-Banking von HSBC basiert auf der Software von Nuance Communications. Sie identifiziert über 100 individuelle Merkmale in einem Schlüsselsatz. Dazu zählen Sprechgeschwindigkeit und Betonung. Der Login soll auch funktionieren, wenn der Nutzer erkältet ist.

Bei den Kunden scheint das biometrische Online-Banking gut anzukommen. In einer aktuellen Umfrage von YouGov, bei der 2.038 Menschen befragt wurden, gaben 55 Prozent an, ihr Passwort nie zu ändern. 74 Prozent waren zudem der Meinung, dass biometrische Logins in Zukunft das herkömmliche Passwort ersetzen werden. Barclays war eigenen Aussagen zufolge die erste Bank, die Stimmerkennung angeboten hat. Der Dienst steht jedoch bislang nur Firmenkunden zur Verfügung. Bei HSBC sollen auch Privatkunden von der Login-Methode profitieren.

Neue Werbekampagne: Snickers macht elf Photoshop-Fehler

Eigentlich sollte es niemanden mehr wundern, dass an den Fotos der Werbe-Models mit Photoshop nachgeholfen wird. Dass dabei ab und zu Fehler unterlaufen, ist auch nichts Neues. Ihm Rahmen einer neuen Werbekampagne von Snickers nutzte das Unternehmen solche Pannen und zeigte anhand der neuen Werbebilder, was der Spruch „Du bist nicht du, wenn du hungrig bist“ wirklich meint.

 
Auf den ersten Blick scheint das Bild der Snickers-Werbung ganz normal: Eine junge Frau posiert im Bikini am Strand. Schaut man das Bild genauer an, fallen einem allerdings so einige Fehler auf. Der Slogan „Foto-Retuschierer werden verwirrt, wenn sie hungrig sind“ in der oberen linken Hälfte verrät wenigstens, warum sich hier so viele Fehler eingeschlichen haben. Wie Adweek berichtet, sollen sich laut Snickers in dem Bild insgesamt elf Fehler befinden. Das Unternehmen bittet daher die Fans, ihnen diese per Twitter mitzuteilen - eine sehr gelungene Form der PR-Arbeit.

Die EU-Cookie-Richtlinie ist schon seit 2011 in Kraft, wurde von Seiten der Bundesregierung bislang aber nicht in Gesetze gefasst. Die Begründung: Das Telemediengesetz TMG reiche aus, um den Informationsansprüchen von Online-Nutzern über die Verwendung ihrer Daten zu genügen. Zumindest Google hat die gültigen Bestimmungen für seine Werbeprogramme AdSense , DoubleClick for Publishers und DoubleClick Ad Exchange zu Ende September 2015 nun aber schärfer an der Cookie-Richtlinie ausgerichtet.

Somit müssen sich alle Webseiten-Betreiber, die über eines oder mehrere dieser Programme Einnahmen generieren, seit einigen Monaten zwingend mit dem Thema beschäftigen und entsprechende Hinweise über den Cookie-Einsatz für jeden Besucher sichtbar hinterlegen. Dieser soll dadurch die Gelegenheit bekommen, aktiv in die Nutzung von Cookies einzuwilligen (Opt-in-Verfahren), statt - wie früher üblich - aktiv widersprechen zu müssen, wenn er nicht möchte, dass bestimmte Daten in Cookies gespeichert und übertragen werden (Opt-out-Verfahren).

Google verlangt diese Nutzereinwilligung und eine Anpassung der Datenschutzerklärung seit dem 30. September 2015 zwingend von allen Nutzern der drei genannten Programme. Eine baldige Ausdehnung auf die weitverbreiteten Tools Google Analytics und Google AdWords ist wahrscheinlich. Mehr Informationen und Tipps zur genauen Umsetzung der Vorgaben gibt es direkt von Google auf https://www.cookiechoices.org/ .

Welche Cookies sind betroffen?

Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Cookies, die in der Cookie-Richtlinie erwähnt werden: zwingend erforderliche Cookies und optionale Cookies für zusätzliche Zwecke wie Nutzeranalysen oder Services.

"Zwingend erforderlich" sind Cookies dann, wenn ein Onlinedienst ohne sie gar nicht funktionieren würde: Dazu gehören Cookies, die beispielsweise den Inhalt eines Warenkorbs oder von mehrseitigen Formularen speichern. Auch geht es hier um Informationen über die Spracheinstellungen oder um Login-Daten für die jeweilige Sitzung. Kommen ausschließlich diese "zwingend erforderlichen" Cookies zum Einsatz, ändert sich für den Seitenbetreiber nichts und er muss keine Cookie-Hinweise setzen.

Weiter auf www.cio.de

2178081