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Morgenmagazin vom Montag, 22. Juni 2015

22.06.2015 | 07:02 Uhr |

22. Juni 2015 +++ Taylor Swift erklärt sich zu Apple Music +++ Apple Watch bewirkt Umsatzrückgang der Schweizer Uhrenindustrie +++ Seagate bringt 2,5 Zoll-Festplatte mit 4 Terabyte +++ Warnung vor Telefonanrufen angeblicher Microsoft-Mitarbeiter +++ Neue Regeln für jugendgefährdende E-Books geplant +++ AMD denkt über Aufspaltung nach +++ Vodafone, Telekom und Telefonica zahlen 5,1 Milliarden für Mobilfunkfrequenzen

Was heute wichtig wird: 22. Juni 2015

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Komisches Gefühl, in der Liste der heutigen Todestage den eigenen Namen zu lesen. Kann aber passieren, trägt man einen Sammelbegriff als Namen. am 22. Juni 1992 verstarb in Köln der Boxer Peter Müller, der vor allem als "Kölsches Original" bekannt war und dafür, in einem Kampf mal den Ringrichter niedergeschlagen zu haben. Seinen Grabstein zieren neben dem Geburts- und Todesdatum zwei in Stein gemeißelte Boxhandschuhe, jeder Friedhofsbesucher, weiß, wer da liegt.

Auf seinen Grabstein solle nur stehen "22. Juni 1974, Hamburg, 1:0" hat einmal Jürgen Sparwasser gescherzt, dann wisse auch jeder, wer da liegt. Ein einziges Tor hat ihn berühmt gemacht, im einzigen Aufeinandertreffen der Fußballnationalmannschaften der DDR und der Bundesrepublik Deutschland. Das DDR-Team hätte man nicht unterschätzen dürfen, Sparwasser und seine Kollegen vom 1. FC Magdeburg hatten schließlich erst kurz zuvor den Europapokal der Pokalsieger im Finale gegen den AC Mailand gewonnen. Und dennoch hatte die Niederlage für den späteren Weltmeister sein Gutes: Denn in die schwerere Zwischenrundengruppe mit Brasilien, Argentinien und den Niederlanden musste eben die DDR, während sich Helmut Schöns Truppe gegen Schweden, Jugoslawien und Polen für das Finale in München qualifizieren konnte.

Noch ein wichtiges deutsch-deutsches Ereignis steht im Kalenderblatt des 22. Juni: Heute vor 25 Jahren wurde in Berlin der Checkpoint Charlie abgebaut, jener berühmte Grenzposten, an dem im Oktober 1961 kurz nach dem Mauerbau beinahe der Dritte Weltkrieg ausgebrochen wäre. Vor 25 Jahren hatte de Checkpoint nun aber endgültig die Geschichte überrollt. Er möge wie Peter ("de Aap") Müller in Frieden ruhen und liegen bleiben, egal, wie lang der Ringrichter zählt... Peter Müller

Lesetipps für den Montag:

Begründung: Taylor Swift hat in einem Tumbler-Post erklärt, warum sie ihr aktuelles Album "1989" nicht über Apple Music zum Streaming anbieten will. Dabei stellt die Sängerin heraus, dass Apple während der dreimonatigen Testphase des neuen Dienstes nicht nur die Kunden nicht zur Kassen bitten werden, sondern auch Künstlern keinen Cent überweise. Swift sieht sich von dem sonst so "generösen Apple" enttäuscht, und sagt, sie würde sich vor allem wegen der jungen unbekannten Künstler verweigern, die ihre Erfolge nicht in Einnahmen umsetzen könnten. Dennoch ist Swift der Ansicht, Apple verfolge mit Apple Music den richtigen Ansatz und könne für Musiker damit nennenswerte Umsätze erzielen.

Keine Erpressung: Wer seine Musik nicht dem Streamingdienst zur Verfügung stellt, muss nicht befürchten, dass Apple die Werke auch aus dem Download nimmt. Das Gegenteil hatte Anton Newcombe von der Band The Brian Jonestown Massacre behauptet. Gegenüber dem Fachmagazin Rolling Stone weist Apple die Vorwürfe jedoch als unbegründet zurück.

Ideen für iTunes: Nächsten Dienstag startet Apple Music, Apple wird dann mit iOS 8.4 eine neue Musik-App auf iOS-Geräten installieren und für Mac und PC eine neue iTunes-Version herausgeben. Dann wäre an sich die Gelegenheit, iTunes komplett zu überarbeiten und etwa auf die nicht mehr zeitgemäße Synchronisation von iOS-Geräten zu verzichten, schlägt unser Macworld-Kollege Dan Moren vor, der auch noch einige andere Ideen für iTunes 13 hat.

Umsatzrückgang für schweizer Uhrenindustrie: Die Apple Watch hat anscheinend erste Auswirkungen auf die schweizer Uhrenindustrie. Wie der Verband Federation of the Swiss Watch Industry (FSWI) baknnt gibt, ist der Umsatz im Mai 2015 gegenüber dem Vorjahr um 8,9 Prozent auf 1,7 Millionen Schweizer Franken zurück gegangen. Insbesondere der Export nach Hongkong sei stark eingebrochen um 34 Prozent. Die Apple Watch könnte der Grund für den Rückgang sein, da vor allem das niedrigere Preissegment davon betroffen war.

Weitere Nachrichten:

Seagate bringt 2,5 Zoll-Festplatte mit 4 Terabyte

Fünf Scheiben mit jeweils 800 Gigabytes sind in dem Gehäuse von 15 Millimeter Höhe untergebracht und schaffen zusammen die Speicherkapazität von 4 TByte, heißt es in der Presseveröffentlichung von Newday . Dabei sei es unklar, ob die früher zu Samsung gehörige Festplattenabteilung von Seagate die Aufzeichnungstechnik Shingled Magnetic Recording (SMR), das im Verhältnis durch sich überlappende Spuren mehr als 25 Prozent Speicherzuwachs bringen soll, oder das herkömmliche Perpendicular Magnetic Recording (PMR mit  Senkrechtaufzeichnung) einsetzt. Jedenfalls lassen sich damit laut Hersteller auf einer portablen Festplatte erstmals ebenso viele Daten wie auf einer 3,5-Zoll-Festplatte speichern. Für den direkten Einbau in die meisten Laptops ist der Formfaktor aber derzeit noch zu hoch.

Die Seagate Backup Plus Fast 2,5 Zoll kommt ganz in Schwarz in den Abmessungen von 117 x 82 x 22 Millimetern und wiegt 307 Gramm. Sie bietet einen USB 3.0-Port zum Anschluss an PC oder Mac, für Letzteren sind passende NTFS-Treibern vorinstalliert. Die Übertragungsgeschwindigkeiten sollen bis zu 220 MB pro Sekunde betragen. Das Seagate Dashboard mit automatischen Sicherungsoptionen ist auf der Festplatte ebenfalls bereits eingerichtet. Zum Lieferumfang gehör auch ein USB 3.0-Kabel. Die Preise liegen bei unter 400 Euro, zum Beispiel hier . Seagate  selbst nennt auf seiner Produktseite einen Preis von 290 Euro für 4 TB, kann aber derzeit nicht liefern.

Warnung vor Telefonanrufen angeblicher Microsoft-Mitarbeiter

Die Masche ist nicht neu, wird aktuell aber erneut praktiziert: Betrüger missbrauchen den Namen Microsoft bei ihren Anrufen. Bei ihren Telefonanrufen versuchen die angeblichen Microsoft-Mitarbeiter ihre Opfer zu überreden den Rechner umgehend hochzufahren. Angeblich sei der Rechner von Schadsoftware befallen. Damit die Schadsoftware entfernt werden könne, müsse der Betroffene bestimmte Schritte am PC unter Anleitung der Betrüger ausführen. Ziel sei es, das das Opfer eine Fernwartungssoftware installiert. Damit hätten die Betrüger Zugriff auf den Rechner der Opfer und könnten diese ausspähen, so Barbara Steinhöfel von der Verbraucherzentrale . Die Anrufer würden zumeist nur englisch sprechen.

"Die Anrufe kommen von einer norwegischen Nummer", weiß Steinhöfel. "Damit können die Anrufe kaum zurückverfolgt und der Anschlussinhaber ermittelt werden". Dies erschwere es, rechtliche Schritte gegen die Betrüger einzuleiten. Zum Teil würde der vermeintliche Service-Einsatz auch mit der Aufforderung enden, Geld zu zahlen. So würden die geforderten Beträge bis zu mehrere hundert Euro betragen. Die Verbraucherzentrale rät bei derlei Anrufen grundsätzlich misstrauisch zu sein und einfach aufzulegen.

Wer Betrügern bereits den Zugriff auf seinen PC gewährt und Geld bezahlt hat, sollte den Rechner durch einen Experten eingehend überprüfen lassen und sofort Anzeige bei der Polizei erstatten.

Bereits 2014 warnte das LKA vor Anrufen vermeintlicher Microsoft-Mitarbeiter. (mje)

Neue Regeln für jugendgefährdende E-Books geplant

Was viele E-Book-Leser und Online-Händler nicht wissen: jugendgefährdende E-Books, also solche mit gewaltverherrlichenden, rechtsradikalen und pornografischen Inhalten, dürfen nur zwischen 22.00 Uhr und 6.00 Uhr verkauft werden. Weil sie unter das Telemedien-Gesetz und damit in den Bereich des Jugendmedienschutzstaatsvertrags fallen, der Länderhoheit ist.

Die zeitliche Begrenzung des Verkaufs von jugendgefährdenden Telemedien wurde ursprünglich für Kino-Filme geschaffen, die nur zu dieser Zeit in Kinos laufen dürfen, weil um diese Uhrzeit nur Erwachsene ins Kino gehen, wie der Börsenvereinsjustitiar Christian Sprang erklärt. Aber diese Vorschrift gilt nun einmal auch für E-Books.

Das stellt Online-Buchhändler aber vor Probleme, wie das Börsenblatt berichtet. Denn die Bonner Jugendschutzbehörde fand heraus, dass das Buch „Schlauchgelüste“, ein Transgender-Roman mit offensichtlich drastischen sexuellen Beschreibungen , bei einem Online-Händler rund um die Uhr verfügbar war beziehungsweise ist. Und verklagte diesen. Damit stellt sich nun die Frage, wie sich Online-Buchhändler bei jugendgefährdenden E-Books verhalten sollen.

Der Börsenvereinsjustiziar Christian Sprang arbeitet deshalb mit der Jugendschutzbehörde an einem „praktikablen Weg“ für Onlineshops, um den Anforderungen des Jugendschutzes zu genügen, ohne dass die Händler jedes Buch einzeln prüfen müssen. So soll es im Online-Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB) künftig bei E-Books ein Pflichtfeld geben, in dem die Verlage jugendgefährdende E-Books kennzeichnen müssen. Außerdem denkt man darüber nach, auf den Webseiten von Online-Buchhändlern eine eigene Rubrik für jugendgefährdende Bücher zu schaffen. Die man mit einer Jugendschutzsoftware im Browser ausblenden könnte, sofern man diese Software beziehungsweise dieses Browser-Addon installiert.

AMD denkt über Aufspaltung nach

Dem Chiphersteller AMD geht es schon seit einiger Zeit finanziell nicht sonderlich gut. Die Zeiten guter Gewinne waren kurz und liegen in der Vergangenheit. Nun scheint eine Aufspaltung des Unternehmens im Raume zu stehen.

AMDs Chefin Lisa Su prüft laut einem Bericht von Reuters zufolge neue Optionen, um AMD aus der Krise zu führen. Dabei wäre auch die Abspaltung der Grafiksparte vom Prozessorbereich ein denkbarer Schritt. Eine Entscheidung sei zwar noch nicht getroffen worden, eine Unternehmensberatung wägt aber die Möglichkeiten ab. Lisa Su übernahm den Chefposten bei AMD erst im Oktober vergangenen Jahres und überdenkt nun offenbar auch früher bereits verworfene Optionen zur Sanierung des Unternehmens. Eine Stellungnahme von AMD steht zu diesen Thema indes noch aus.

Dass es bei AMD nicht wie bisher weitergehen kann, sieht nicht nur Lisa Su, auch der Aktienkurs des Unternehmens ist im vergangenen Jahr um 40 Prozent gefallen. Der Gesamtumsatz von AMD betrug im ersten Quartal 2015 nur 1,03 Milliarden US-Dollar (und damit nur etwas mehr als die Hälfte von Intels Gewinn in diesem Quartal). AMD schrieb in dieser Zeit einen Verlust von 180 Millionen US-Dollar. In der Vergangenheit gab es bereits Gerüchte über ein Kaufinteresse Samsungs an AMDs Prozessorsparte.

Quelle: Reuters

Vodafone, Telekom und Telefonica zahlen 5,1 Milliarden für Mobilfunkfrequenzen

Die Bundesnetzagentur hat fast 5,1 Milliarden Euro eingenommen hat, wie die Behörde hier mitteilt - über die Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen in den Bereichen 700 MHz, 900 MHz, 1500 MHz und 1800 MHz und im Umfang von insgesamt 270 MHz.

Die Frequenzen aus den Bereichen bei 900 MHz und 1800 MHz wurden von den Mobilfunk-Unternehmen bereits genutzt, deren Lizenzen liefen aber nächstes Jahr aus. Die Bundesnetzagentur hat diese Lizenzen deshalb neu versteigert.

Die Frequenzen im 700-Megahertz-Bereich werden bislang für terrestrisches Fernsehen (DVB-T) genutzt. Durch die Umstellung auf DVB-T2 (das Ganze wird als Digitale Dividende II bezeichnet) werden sie frei und können für mobiles Breitband genutzt werden, wie die Bundesnetzagentur erklärt.

Im Zeitalter von LTE/4G sind die jetzt versteigerten Frequenzen ein Riesenschatz, um den sich dann vor allem Vodafone und die Deutsche Telekom heftig gebalgt haben. Aber auch Telefonica Deutschland (O2, E-Plus) kam zum Zug. Alle drei Mobilfunk-Unternehmen zusammen legten exakt 5.081.236.000 auf den Tisch.

Den größten Batzen bezahlte Vodafone mit 2.090.842.000 Euro. Mit 1.792.156.000 Euro war die Deutsche Telekom mit von der Partie. Telefonica Deutschland schließlich gab mit 1.198.238.000 Euro am wenigsten Geld aus. Aber dieser Anbieter dürfte durch die Zusammenlegung der Netze von O2 und E-Plus ohnehin eine für seine Kunden bisher ungewohnte Abdeckungsqualität erreicht haben. Das detaillierte Ergebnis der Versteigerung inklusive aller Rundenergebnisse hat die Bundesnetzagentur hier aufgeführt.

Die Versteigerung in Mainz ging über 16 Auktionstage und 181 Runden.








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