2247501

Morgenmagazin vom Montag, 23. Januar 2017

23.01.2017 | 07:03 Uhr |

Apple verklagt Qualcomm +++ Foxconn will Displays in USA fertigen +++ Apple - Chinas Geisel im Handelskrieg? +++ Apple Jet Black: Zu schön für die rauhe Welt? +++ Nokia P1 soll neues Smartphone-Flaggschiff werden +++ USA-Auslieferung: Julian Assange wartet ab +++ Swatting: Deutscher Täter erhält harte Strafe +++ Kaufen oder Mieten? Neue Verleihangebote von Mediamarkt und Otto

23. Januar: Sport mit und ohne Profis

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Endlich wieder Montag, wir haben das Wochenende ja kaum ausgehalten. Plötzlich wollen alle etwas von einem und man hat nicht mehr die Möglichkeit, wichtige berufliche Angelegenheiten vorzuschützen. Obwohl, am Samstag ist uns das dann doch gelungen. Schließlich gehört es zur Pflicht des Macwelt-Redakteurs, coole Gadgets, sinnvolles Zubehör und überhaupt allerlei Geräte zu testen. Solche, bei denen Subjektivität zur Objektivität werden muss (wir spielen auf Boris Gruschenko an...). Einen Rechner - Desktop, Smartphone oder Tablet - kann man auf den Prüfstand stellen und objektive Werte für die Leistungsfähigkeit seiner CPU und seines Akku ermitteln. Bei einer Kamera kann man etwa den Farbraum, das Rauschen und die optischen Verzerrungen ermitteln und einordnen, bei einem Raumlautsprecher dessen akustische Eigenschaften. Aber wie bewertet man eine Tasche? Ein Adapter- oder Ladedock? Oder einen Ohrhörer? Letztens taten wir uns ja schwer, für die AirPods ein allgemein gültiges Urteil zu finden, denn die Dinger mögen technisch durchdacht und klanglich fein sein, aber sie halten nun mal nicht in jedem Ohr. Überhaupt: Verarbeitungsqualität kann man beurteilen, aber ob das neue Gerät nach intensivem Gebrauch immer noch das hält, was man sich versprochen hat, weiß man womöglich erst in zwei Jahren. Aber wollen Sie Tests über Taschen lesen, die es  schon längst nicht mehr zu kaufen gibt?

In persönlichen Kategorien, wie sie Apple mit den AirPods und der Apple Watch besetzt, tun wir Tester uns ganz besonders schwer. Ist der Ohrhörer oder das Armband jetzt nun wirklich unangenehm zu tragen oder schätzen nur wir diese in den Gehörgang gedrückten Überzüge nicht? Klingt das jetzt noch gut genug genug, wenn wir uns zum Laufen begeben, wo man an sich auf andere Dinge achtet und die Musik nur nebenbei läuft? Und ganz besonders: Hilft uns diese App uns beim Sporteln und/oder beim Abnehmen weiter als die andere und was heißt das für eine möglichst allgemein gültige Aussage? Sie sehen, es bleibt schwierig. Aber wir bleiben dran.

So musste sich am Samstag die Familie des Testers eben wieder allein bespaßen, während dieser mit einer Auswahl von Fitness-Apps und Kopfhörern zum Joggen ging. Bei fünf Grad Minus. Was tut man nicht alles für die Wissenschaft der subjektiv objektiven Testerei? Immerhin waren die Blicke auf den keuchenden Profi-Sportler (Wer aus beruflichen Gründen Sport treibt, ist ein Profi-Sportler. Basta!) am Samstag ausnahmsweise nur mitleidig und verächtlich. Denn am Tag der Jogginghose, dem 21. Januar, darf man das Kleidungsstück auch in der Öffentlichkeit tragen, ohne den Verdacht zu erregen, man hätte die Kontrolle über sein Leben verloren.

Heute könnten wir für die weiteren in der Testreihe erforderlichen Versuche auch noch ungestraft einen Ball mitnehmen - der 23. Januar ist Welttag der Handballer. Noch läuft ja die Weltmeisterschaft in Frankreich, wenn auch die Bad Boys, die gestern einen schlechten Tag hatten. Peter Müller

Lesetipps für den Montag

Klage: Wettbewerbsbehörden bezichtigen den Chip-Hersteller Qualcomm der unfairen Praktiken bei der Lizenzierung seiner Funkmodems, am Freitag hat nun auch Apple Klage erhoben. Qualcomm schulde dem Konzern eine Milliarde US-Dollar an zu viel errichteten Lizenzgebühren, halte das Geld aber zurück. Über Jahre hinweg habe Qualcomm Lizenzen für Technologien kassiert, mit denen es nichts zu habe, beschwert sich der iPhone-Hersteller in seiner Klageerhebung. Innovationen zu finanzieren werde für Cupertino daher immer schwieriger. Qualcomm hat indes die Vorwürfe zurückgewiesen , diese seien ohne jede Basis und Apple interpretiere die Fakten falsch.

Plan: Apples Zulieferer Foxconn denkt über eine Investition in den USA nach. Für rund 7 Milliarden US-Dollar könnte der Konzern eine Fabrik in Pennsylvania errichten, die LC-Displays herstellt und weiter verteilt. Auch Apple solle angeblich als Hauptbegünstigter der Produktion in den Bau der Fabrik investieren wollen. Zu einer Stellungnahme war Cupertino bisher nicht bereit. Bekannt gemacht hat den Plan Foxconns Chairman Terry Gou bei einer Pressekonferenz in Taipeh. Die neue Anlage soll bis zu 50.000 Jobs schaffen.

Handelskrieg: Kaum im Amt, hat der neue US-Präsident bereits Strafzölle für Stahl und Aluminium aus China angekündigt, das bisher zu Dumpingpreisen in den USA verkauft wurde. Möglicherweise macht die neue Strategie "America First" aber die Rechnung ohne den Wirt, einem Handelskrieg dürften auch amerikanische Unternehmen zum Opfer fallen, warnt Investors Business Daily News. So lasse Apple nicht nur seine iPhones, iPads und Macs in China zusammenbauen, sondern verkaufe sie dort auch mit großem Erfolg, rund 22 Prozent seines Umsatzes generiert Apple in China. Auch Unternehmen wie General Motors, Boeing und Starbucks könnten auf gute wirtschaftliche Beziehungen zu China nicht verzichten. Dass die Strategie aufgehe und Apple etwa die Produktion des iPhones in die USA verlege, davon ist lediglich der Analyst  Trip Chowdhry von Global Equities Research überzeugt. "Unternehmen mit einem 'America First"-Ansatz werden andere übertreffen". Dafür sei aber ein Preis zu zahlen, denn die heimische Produktion komme teurer und drücke daher auf die Margen oder werde die Preise erhöhen. Die Zeiten von Aktienrückkäufen und Dividenden für Apple-Aktionäre seien daher vorbei.

Variante: Wer einen Fitnesstracker sucht, aber auf die klassische Uhrform nicht verzichten mag, ist mit der Activité von Withings gut beraten. Mittlerweile bietet der Hersteller auch eine Variante seiner Activité Steel mit einem Pulsmesser an, der seine Messergebnisse auf einem kleinem digitalen Dispaly auf dem Zifferblatt anzeigt. Unsere Kollegen der Macworld konnten die Fitnessuhr bereits testen und vermissen allenfalls einen integrierten GPS-Sensor.

Mit dem gewissen Touch: Apple trennt nach wie vor strikt seine Systemwelten macOS mit Mausbedienung und iOS mit Touchbedienung, etwas dazwischen wie das Surface Book von Microsoft gibt es nicht und sollte es so bald auch nicht geben. Apple mag seine Gründe haben, doch meint unser Macworld-Kollege, dass Apple hier eine Gelegenheit verpasse. Touch wäre auch für den Mac eine Option, wohingegen Moren die Touch Bar des neuen Macbook Pro als eher missglückt ansieht.

Weitere Nachrichten:

Apple Jet Black: Zu schön für die rauhe Welt?

Nur die Topversion des iPhone 7 (Plus) ist in der neuen Farbe Jet Black bzw. Diamantschwarz erhältlich – neun Stufen Eloxierung und Polierung sorgen für ein besonders reines und gleichmäßiges Schwarz. Schon kurz nach Erscheinung gab es allerdings von Apple eine ernüchternde Warnung: Die Oberfläche sei empfindlich für kleine Kratzer und eine Schutzhülle sei zu empfehlen. Was bedeutet dies aber in Praxis? Darf man das iPhone etwa nur in einer Hülle benutzen oder hat Apple übertrieben? Es gab zwar schon eine Fülle an Kratz-Tests, diese sind aber doch recht künstlich. Außerdem haben Kratzer schließlich einen finanziellen Aspekt: Das Gehäuse eines iPhones kann man nur sehr schwer austauschen und ein völlig zerkratzes Gerät hat später einmal einen niedrigeren Wiederverkaufswert.

Nachdem das iPhone 7 nun mehrere Monate in Gebrauch war, gibt es eine Vielzahl an Rückmeldungen aus der Praxis: Ganz vermeiden lassen sich einige winzige Kratzer offenbar nicht, mit einer Schutzhülle kann man sie aber in Grenzen halten.

Eine Fülle an Fotos bietet beispielsweise ein längerer Thread bei Reddit. Ohne Schutzhülle ist ein iPhone offensichtlich schnell zerkratzt, wie mehrere Fotos belegen.

Fotos sind allerdings immer mit Vorsicht zu betrachten. Die Sichtbarkeit der Kratzer hängt nämlich sehr stark von Licht und Blickwinkel ab und die meisten Fotos haben schließlich den Zweck, die Kratzer deutlich zeigen.

 Was jedenfalls feststeht: Ohne Hülle bekommt das Gerät schnell Kratzer. Diese sind nebenbei  weniger schlimm als die Kratzer an alten Metall-iPods, erinnern eher an die Kratzer auf Aluminiumoberflächen.

Weit störender finden manche Nutzer außerdem die gute Sichtbarkeit von Fingerabdrücken, was durch die reflektierende Oberfläche bedingt ist. Auch ein völlig kratzerfreies iPhone ist fast nie ohne Fingerabrücke. Besonders empfindlich scheinen außerdem die Seiten zu sein, hier sollte man auf guten Schutz achten.

Nokia P1 soll neues Smartphone-Flaggschiff werden

Nach dem Android-Smartphone Nokia 6, das HMD Global nur in China verkauft, soll mit dem Nokia P1 das nächste Nokia-Gerät ins Rennen um die Gunst der Smartphone-Nutzer gehen. Sofern die Gerüchte zutreffen wird das Nokia P1 ein absolutes Highend-Smartphone.

Alle Informationen zum Nokia P1 stammen aus einem Posting der russischen Seiten Worket auf der russischen Social-Media-Plattform VK. Es handelt sich dabei um ein komplettes Gerücht ohne Bestätigung durch HMD Global.

Demnach soll das Nokia P1 das Flaggschiff von Nokia werden. Technisch soll es auf dem Sharp Aquos xx3 basieren. Also auf einem bereits 2016 in Japan vorgestellten Smartphone des japanischen Elektronik-Riesen Sharp, das in Europa offiziell nicht erhältlich ist. Der taiwanische Auftragsfertiger Foxconn, der unter anderem für Apple das iPhone produziert, hat 2016 einen Großteil der Unternehmensanteile an Sharp erworben. Foxconn produziert wiederum für HMD Global die neuen Nokia-Smartphones. Ganz offensichtlich hat HMD also das von Foxconn mit der Sharp-Übernahme eingekaufte Smartphone kurzerhand zur Basis für seinen neuen Top-Androiden gemacht, sofern das Gerücht aus Russland zutrifft. Gegenüber den ursprünglichen Aquos xx3 hat HMD aber die Technik weiterentwickelt.

Das Nokia P1 soll ein 5,3-Zoll-IGZO-Display aus Gorilla-Glas-5 besitzen. Die Rechenleistung soll ein 835 Snapdragon von Qualcomm liefern. Also ein Top-Prozessor, den Samsung auch in seinem neuen Top-Smartphone Galaxy S8 teilweise verbaut. Der Prozessor kann im P1 auf 6 GB Arbeitsspeicher zugreifen. Den internen Speicher gibt die russische Quelle mit wahlweise 128 GB und 256 GB an, also reichlich Platz.

Die Hauptkamera soll Aufnahmen mit beachtlichen 22,6 Megapixel erstellen. Die Optik für die Kamera soll Zeiss liefern.

Bezüglich Staub- und Spritzwasserschutz soll das P1 die Standards IP55 und IP57 erfüllen. Wobei nicht klar ist, welche der beiden P1-Versionen welche Einstufung bekommt. Demnach wäre das P1 nicht zu 100 Prozent staubdicht und entweder nur gegen Strahlwasser (IP 55) oder sogar gegen zeitweiliges Untertauchen im Wasser geschützt (IP 57).

Die Akku-Leistung soll 3500 mAh betragen, zudem soll es eine nicht näher erläuterte Quick-Charge-Funktion geben. Einen Ultraschall-Fingerabdruck-Scanner integriert HMD ebenfalls noch. Als Betriebssystem ist Android Nougat installiert.

Doch nicht nur die inneren Werte sich beachtlich, das Nokia P1 soll auch eine hochwertige Optik und Haptik bieten. HMD Global plant demnach zwei unterschiedliche Gehäusevarianten: Die 256-GB-Version soll ein Keramikgehäuse besitzen, die 128-GB-Version ein Glasgehäuse mit Metallrahmen.

Die offizielle Vorstellung soll HMD Global auf dem Mobile World Congress 2017 in Barcelona machen. Und die Preise? Laut dem VK-Posting soll die 128-GB-Version 800 Dollar (rund 750 Euro) und die 256-GB-Version 950 Dollar (rund 890 Euro) kosten.

Ist das P1 zunächst einmal nur in Asien erhältlich?

Im Dezember 2016 hatte HMD Global die Rückkehr der Marke Nokia auf den Smartphone-Markt für 2017 angekündigt. Im Januar 2017 kündigte HMD Global dann auf seiner Facebookseite an, dass es am 26.2.2017 auf dem Mobile World Congress in Barcelona ein neues Smartphone vorstellen werde. Dabei könnte es sich vielleicht um das oben beschrieben Nokia P1 handeln. Allerdings geht aus den Facebook-Veröffentlichungen von HMD auch hervor, dass die Nokia-Smartphones zunächst einmal für den asiatischen Markt erscheinen sollen. Demnach dürfte das Nokia P1, wenn es denn überhaupt erscheint, vielleicht erst einmal nur in ausgewählten asiatischen Ländern erhältlich sein.

USA-Auslieferung: Julian Assange wartet ab

In der vergangenen Woche teilte der seit 2012 in der ecuadorianischen Botschaft in London lebende Julian Assange mit, dass er einer Auslieferung an die USA zustimmen werde, wenn US-Präsident Barack Obama Chelsea Manning begnadigt. Die Transsexuelle, die früher als Bradley Manning beim US-Militär tätig war, sitzt seit 2010 in Haft. Manning hatte Wikileaks vor sieben Jahren tausende Geheimdokumente zugespielt und damit den größten Leak in der US-Geschichte angeschoben.

Der scheidende US-Präsident setzte Mannings auf 35 Jahre ausgelegte Haft tatsächlich auf sieben Jahre herunter . Laut Obama sei der Gerechtigkeit durch Mannings bisher verbüßte siebenjährige Haft nun gedient. Der Whistleblower wird am 17. Mai 2017 entlassen. Dass die Haftverkürzung auf Assanges Forderung zurückzuführen ist, streitet Obama jedoch ab.

Assange zeigt sich nun jedoch zögerlich, sein Angebot für die Auslieferung einzulösen. Im Rahmen einer Audio-Pressekonferenz erklärte er gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters , dass er sehr wohl zu seinem Angebot stehe. Manning werde jedoch erst Mitte Mai aus der Haft entlassen. Bis dahin sei noch reichlich Zeit, Gespräche über Assanges Zukunft zu führen. Diese Gespräche will Assange mit dem Justizministerium führen, von dem er fordert, dass die Anklagepunkte gegen ihn fallengelassen werden. Solange seine Reche gewahrt werden, sei er bereit, in die USA zu reisen. Sollte es doch zu einer Verhandlung kommen, ist sich Assange sicher, diese gewinnen zu können.

Seit fast fünf Jahren sitzt Assange in London fest. Der Wikileaks-Gründer verschanzte sich nach dem großen Leak in der Botschaft von Ecuador. In Schweden wird der 45-Jährige wegen sexueller Nötigung gesucht, in den USA könnte er möglichweise wegen Geheimnisverrats angeklagt werden.

Swatting: Deutscher Täter erhält harte Strafe

In den USA ist Swatting schon lange ein Thema : Mit vorgetäuschten Hilferufen werden Polizei oder Feuerwehr zu verhassten Mitmenschen geschickt, oft handelt es sich dabei auch um bekannte YouTuber oder andere Sternchen. 

Am 16. Juli 2015 kam es auch in Deutschland zum ersten Fall von Swatting. Der 24-jährige Alexander S. löste mit einem Anruf einen Feuerwehrgroßeinsatz beim YouTuber Rainer "Drachenlord" Winkler aus. Nun ist das Urteil gegen den ersten deutschen Swatting-Täter gefallen.

Alexander S. muss demnach für 3 Jahre und 5 Monate ins Gefängnis. Die Strafe setzt sich jedoch auch aus anderen Vergehen zusammen. Auf der Anklage stehen ebenfalls der Besitz von Kinderpornographie, Computerbetrug und Volksverhetzung. Alexander S. soll außerdem in über 100 Fällen mit gefälschten Adressen online Produkte geordert und an unbeteiligte Personen geschickt haben. Der Schaden belaufe sich allein bei den betrügerischen Bestellungen auf 38.000 Euro.

Paketbote: verhaftet wegen Betrug mit Online-Bestellungen

Kaufen oder Mieten? Neue Verleihangebote von Mediamarkt und Otto

Sie brauchen für einen Monat einen aktuellen iMac oder wollen das Macbook Pro vor dem Kauf testen? In Zusammenarbeit mit dem Startup Grover bietet der Elektrohändler Mediamarkt ab sofort den Verleih ausgewählter Produkte an. Neben TV-Geräten und Konsolen gehören auch einige Apple-Produkte zum Angebot, die man für einen oder mehrere Monate mieten kann. Zu erkennen sind die Angebote über einen "Miet mich"-Button.

Günstig ist die Miete nicht: Ein 5K-iMac für 2299 Euro kostet pro Monat 229,90 Euro, also knapp zehn Prozent des Kaufpreises. Das Angebot ist aber recht begrenzt, besser ausgestattete iMac-Versionen werden nicht angeboten und ein Mac Pro gehörte bei Redaktionsschluss nicht zu den Miet-Angeboten. Schade: Zu unserer Überraschung ist auch keines der neuen Macbook Pro bei den leihbaren Geräten dabei, obwohl sich gerade hier ein längerer Test lohnen würde. Nur ein Macbook Pro von 2015 kann man sich kostenpflichtig borgen, für 145 Euro im Monat. Bei den Plus-Varianten der iPhones ist nichts zu holen.

Etwa kompliziert finden wir allerdings das Preismodell. 30 Prozent der Mietkosten (in unserem Fall 68,97 Euro pro Monat) werden auf einen eventuellen Kaufpreis angerechnet. Man kann einen etwas günstigeren Drei-Monats-Plan wählen und bei Übertreten des Verkaufspreises wird nach drei Monaten aus der Miete ein Mietkauf. Für den iMac hat man dann allerdings fast 3000 Euro gezahlt. Wahrscheinlich ist es den Anbietern nur recht, wenn der Mieter das Produkt behält. Versichert sind die Produkte zu 50 Prozent: Geht die ausgeliehene Edel-Kamera im Urlaub verloren, zahlt man den halben Kaufpreis.

Eine Ausleihe ist übrigens nicht nur über Mediamarkt.de möglich, sondern auch über den eigenen Leihpool von Grover, den man über getgrover.de erreicht. Allerdings handelt es sich um „neuwertige“ Geräte und bei Redaktionsschluss waren alle Macs im Grover-Leihpool ausgeliehen.

Alternative zu Mediamarkt: Otto Now

Auch Otto hat seit kurzer Zeit einen Verleihservice gestartet, den Dienst Otto now . Auch hier ist der Privatanwender die Zielgruppe - allerdings finden wir hier keine Macs. Das Angebot des neue gestarteten Dienstes ist recht schmal, an Kameras bietet der Versender nur drei Canon-DSLRs an - die EOs 80D, die 750D und EOS 750D. Konkurrenz für Foto-Verleihdienste ist Otto-Now also offensichtlich nicht. Die Mindestmietdauer beträgt außerdem drei Monate, dafür ist der monatliche Betrag günstiger. Eine Canon EOS 80 D mit Objektiv kann der Foto-Amateur für 60 Euro im Monat mieten, zahlt für drei Monate also 180 Euro. Nicht unkompliziert ist aber auch bei Otto das Preismodell:  Nach 12 Monaten sinkt der Mietpreis auf 50 Euro im Monat, nach 24 Monaten auf 30 Euro. Versichert sind die Geräte außerdem offenbar nicht.

Verleih für Firmen und Selbstständige

Die Angebote von Grover könnte natürlich auch für einen beruflichen Anwender interessant sein, benötigt man doch eventuell für ein Videoprojekt nur wenige Tage eine Profi-Kamera oder einen 5K-Mac. Zielgruppe der Anbieter sind aber offensichtlich Privatanwender.

Der Verleih von Macs ist im kommerziellen Bereich außerdem schon lange selbstverständlich, in jeder größeren Stadt gibt es Systemhäuser oder Spezialisten wie Macverleih.de oder Macrent.de . Der größte Unterschied zu den beiden neuen Verleihdiensten: Hier wird oft auf Wochenbasis oder individuell abgerechnet, da Firmen die Macs oft zu Messen oder Veranstaltungen mieten. Profikameras werden dagegen sogar oft auf Tagesbasis vermietet, etwa von Calumet oder Fachhändlern wie Foto Sauter. Hier ist dafür auch das Angebot reichhaltiger und auf Profis zugeschnitten, etwa wenn ein Mac Pro plus Monitor benötigt wird. Für Firmen und Selbstständige könnte außerdem statt einer längeren Miete sowieso Leasing sinnvoller sein.

2247501