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Morgenmagazin vom Montag. 24. Juni 2019

24.06.2019 | 06:54 Uhr |

Apple Pay kommt nach Griechenland, Portugal, Slowakei +++ Pro Display: Geht es auch eine Nummer kleiner? +++ Scammer fordern Steuernachzahlung via iTunes - Apple reagiert +++ Panne: Mit Google Nest Cam ließ sich in fremde Wohnungen schauen +++ Netflix-Experiment: Explosionen lassen Handy vibrieren +++ Polizei warnt: Angebliche IHK-Mails verseuchen PCs +++

24. Juni: Der große Knall zur Sommerszeit

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Nur noch ein halbes Jahr bis Weihnachten, man glaubt es kaum. Zeit für die Wunschlisten. Da steht der Mac Pro samt Pro Display XDR (mit Ständer) ganz oben. Wenn’s dann die ein oder andere Nummer kleiner wird, auch okay. Und bis dahin gibt es sicher noch ein paar andere neue Sachen, die man gerne hätte - und die vielleicht erschwinglicher sind. Genießen wir lieber mal den Sommer, der jetzt auch im Kalender begonnen hat. Die Spargelsaison ist endgültig zu Ende, die Johannisbeeren reif.

Der Johannistag heute ist ja zusammen mit dem in drei Tage folgenden Siebenschläfertag einer mit besonders vielen Wetterregeln. Die kann man in ihrer Absolutheit gewiss ignorieren, doch um diese Zeit nach der Sommersonnenwende stellt sich in unseren Breiten gerne einmal eine stabile Omega-Wetterlage ein, die viel Sonne bringt und wenig Regen.  Aber auch kaum über sieben Wochen hinweg gar keinen, oder, wenn die Lage anders ist, sieben Wochen Dauerregen. Letzten Sommer war es nicht nur nach Johanni und Siebenschläfer recht trocken, sondern auch davor. Wie sich das Sommerwetter aber in diesem Jahr noch gestalten wird, ist völlig ungewiss. Prognosen, die behaupten, bis weit in den Herbst hinein etwas vorher sagen zu können, sind unwissenschaftlich. Nur, dass diese Woche recht heiß wird und sehr trocken, das ist recht gewiss. Also Fenster geöffnet, Rolläden geschlossen halten und für etwas kühlenden Durchzug sorgen - dann kann man sich auch die Klimaanlage sparen.


Aber gedenken wir an  diesem 24. Juni auch  eines außergewöhnlichen Wissenschaftlers: Heute vor 104 Jahren wurde Fred Hoyle geboren. Sein Name mag außerhalb von Fachkreisen nicht besonders bekannt sein, doch prägte er in der Wissenschaft einen Begriff, den wohl alle kennen: Big Bang - auf deutsch Urknall.

Dabei war Hoyle gar nicht angetan von der Theorie, die der Theologe, Priester und Astrophysiker George Lemaitre aus der Einstein’schen Theorie und den Messergebnissen von Edwin Hubble entwickelt hatte. Letztere zeigten eindeutig, dass sich der Raum ausdehnt, Lemaitre rechnete rückwärts und kam zum Schluss, dass vor Milliarden von Jahren das gesamte Universum auf einen Punkt habe konzentriert sein müssen, von wo es sich nun ausbreite.

Der Agnostiker Hoyle sah darin den Versuch, einen Schöpfer in die Kosmologie einzuführen und postulierte stattdessen ein Steady-State-Modell. Das Universum war schon immer da und wenn es sich ausdehnt, dann entsteht halt in den neuen Zwischenräumen spontan neue Materie. Woher, das erklärte Hoyle nicht befriedigend. Die Theorie Lemaitres nannte er abschätzig die vom "großen Knall" - und der Name blieb an ihr hängen.

Zu Hoyles Beruhigung ist der Urknall auch ohne Schöpfer aus spontanen Quantenfluktuationen zu erklären, wie etwa Stephen Hawking, ein anderer großer britischer Astrophysiker, darlegte. Hoyle hat sich jedenfalls auch außerhalb der kritischen Betrachtung zeitgemäßer Kosmologie gemacht, seine Arbeiten erklären unter anderem die Kohlenstoffsynthese in Sternen, die wiederum so unwahrscheinlich ist, dass Hoyle selbst das anthropische Prinzip heranziehen musste: Es ist so, wie es ist, wenn's anders wäre, dann wäre keiner da, um das zu beobachten. Fred Hoyle verstarb 86jährig im Jahr 2001. Peter Müller

Lesetipps für den Montag:

Drei Wünsche: Von Weihnachten (siehe oben) träumt offenbar auch schon Dan Moren in seiner Kolumne "Stay Foolish" auf Macworld, in der er in dieser Woche drei Produkte beschreibt, die zum Hit würden, wenn Apple sie denn nur machen würde. Für Wünsche ist aber gerade nicht die beste Zeit, hat Apple auf der WWDC am Anfang des Monats doch erst eine Reihe von Neuheiten gezeigt. Eine dieser Innovationen, das Pro Display XDR, bringt Moren auch auf die Frage, ob man denn das Gerät nicht eine Nummer kleiner haben könne. Gewiss sei die Technologie "Lichtjahre" der Konkurrenz voraus, die 6000 US-Dollar im Vergleich zu Referenzmonitoren für den vierfachen Preis gut angelegtes Geld - aber wohl kaum außerhalb von TV-Anstalten bezahlt. Wie wäre es aber mit einem fortschrittlichen Display für den Rest der Mac-Anwender, das gewissermaßen an die Tradition von Cinema und Thinderbolt-Display anknüpfe? Auf der WWDC habe Apple auch die Kooperation mit einigen Router-Herstellern bekannt gegeben, die HomeKit direkt in ihre Geräte integrieren würden. Wenn aber ein verlässlicher und sicherer Router dieser Tage so wichtig ist, wie noch nie, warum baut Apple nicht wieder selbst einen? Seine AirPort-Geräte hat Cuperino bedauerlicher Weise aufgegeben. Moren wünscht sich zudem, was viele schon in macOS integriert haben wollen: Eine Time-Machine-Option für die iCloud: Wenn man von iPhone und iPad dort Backups ablegen kann, warum nicht auch vom Mac? Darauf wird man aber mindestens ein weiteres Jahr warten müssen, denn in macOS Catalina ist davon keine Spur zu sehen.

Widerstand : Nächsten Dienstag endet die von der US-Regierung gesetzte Frist, ab dem 2. Juli  könnten auf Importe von  Laptops und Tablets aus China 25 Prozent Strafzölle anfallen. Apple hat sich nun den von Dell, Microsoft und HP eingereichten Widersprüchen gegen die Maßnahmen im Handelskonflikt angeschlossen. Die Eskalation würde die US-amerikanische IT-Industrie schwer treffen und ihre Innovationskraft einschränken und sie im globalen Wettbewerb behindern. Die genannten Firmen lassen große Teile ihrer Hardware in China fertigen.

Ausweitung : Wir schreiben das Jahr 2019 n. Chr., in ganz Europa kann man mit Apple Pay bezahlen, seit einem halben Jahr sogar in Deutschland. Ganz Europa? Nein, in einigen Ländern gibt es noch Widerstand gegen das neue Zahlungssystem, aus unterschiedlichen Gründen. Doch die weißen Flecken auf der Landkarte werden immer weniger. Am Mittwoch dieser Woche kommt Apple Pay auch nach Griechenland, Portugal und die Slowakei. Zuletzt hatten die Niederlande am 11. Juni sich auf die Karte der Apple-Pay-Länder gesetzt. Wenn die drei neuen mit dabei sind, ist Apple in 44 Ländern aktiv. Bezahlen kann man mit Apple Pay dort freilich schon jetzt an NFC-Terminals.

Fieser Trick : Von einer neuen Betrugsmasche in den USA berichtet Apple Insider. Dort würden Scammer ihre Opfer telefonisch kontaktieren und als Mitarbeiter der Finanzbehörde IRS ausgeben und dabei vermeintlich unbezahlte Steuern einfordern. Bei Verweigerung der Zahlung könnte eine Gefängnisstrafe erfolgen, lautet die Drohung. Man solle aber, um das abzuwenden, in den nächsten Laden huschen und dort iTunes-Geschenkkarten in Höhe der geforderten Summe erwerben und die darauf aufgedruckten Codes fernmündlich überliefern. Immer wieder fallen Leute darauf rein, obwohl bekannt sein dürfte, dass der IRS (Internal Revenue Service) Zahlungen nicht in Form von iTunes- oder anderen Gutscheinen akzeptiert. Apple hat von der Verbreitung des Scams erfahren und klärt nun Käufer von Gutscheinkarten im Apple Store darüber auf, dass diese außerhalb von iTunes und den App Store keinerlei Gültigkeit haben - schon gleich gar nicht für die Steuernachzahlung. Auf dem mobilen Kassensystem der Apple-Store-Mitarbeiter müssen Kunden beim Kauf den Erhalt dieses Hinweises bestätigen.

Ein Jahr später: Auf der WWDC hatte Apple es angekündigt: Adobe Lightroom würde neben anderen prominenten Apps wie Office 365 in den Mac App Store kommen. Auf der WWDC von 2018. Nachdem es Microsofts Programmpaket im Februar endlich in den Mac App Store geschafft hat, ist nun auch Lightroom in Apples Softwareangebot erhältlich. Die App als solche ist kostenlos, aber nur für sieben Tage lauffähig. Wer Lightroom darüber hinaus nutzen möchte, zahlt per In-App-Kauf zehn US-Dollar im Monat oder 119 US-Dollar im Jahr.

Weitere Nachrichten:

Panne: Mit Google Nest Cam ließ sich in fremde Wohnungen schauen

Google ist wieder eine Datenschutz-Panne bei einem seiner Smart-Home-Produkte unterlaufen. Das Unternehmen musste einräumen, dass der Vorbesitzer einer Nest-Cam-Überwachungskamera auf die Kamera auch noch nach dem Verkauf und dem Zurücksetzen der Kamera zugreifen konnte. Der Vorbesitzer konnte so über die Nest Cam in die Wohnung des neuen Besitzers schauen.

Wenn also Person A ihre Nest Cam an Person B verkauft und Person B die Nest Cam laut den Anweisungen von Google auf die Werkseinstellungen (englisch: Factory Reset) zurücksetzt, dann sollte man eigentlich meinen, dass Person A keinerlei Zugriffsmöglichkeiten mehr auf die verkaufte Nest Cam besitzt. Doch dem war nicht so, Person A konnte bisher durchaus noch auf Einzelaufnahmen der längst in einer fremden Wohnung filmenden Kamera zugreifen. Das berichtet unter anderem Betanews unter Berufung auf Wirecutter.

Das Problem trifft aber nur auf, wenn die Nest Cam von Person A mit dem Gerät eines Drittanbieters verbunden wurde, konkret mit dem Home-Hub Wink und zusätzlich mit dem Dienst Works with Nest (den Google aber kürzlich eingestellt hat). Über die eigentliche Nest-App konnte Person A dagegen nicht mehr auf die verkaufte Nest Cam zugreifen. Zudem ließ sich das Problem nur mit der Nest Cam Indoor nachvollziehen, nicht aber mit anderen Nest-Kameras.

Person A hatte zwar keinen vollständigen Zugriff auf die verkaufte Kamera, sie konnte diese also nicht fernsteuern. Und Person A konnte auch nicht den vollständigen Videostream ansehen. Doch immerhin konnte Person A auf Stand-Bilder der Kamera noch zugreifen. Der neue Besitzer der Nest Cam bekam davon nichts mit.

Google hat das Problem bestätigt und bereits per Auto-Update beseitigt. Besitzer einer Nest Cam müssen nicht aktiv werden. Google konnte weder sagen, wie lange dieses Problem bereits bestand, noch wie viele Benutzer betroffen waren.

Das ist nicht die erste Panne in Sachen Datenschutz und Privatsphäre, die Google mit Smart-Home-Produkten erlebt. Im Februar 2019 musste Google einräumen, dass im Nest Secure Home System ein Mikrofon verbaut ist. Davon wussten die Kunden jedoch nichts.

Und im Oktober 2017 wurde bekannt, dass frühe Exemplare von Google Home Mini ungewollt alles aufgezeichnet und die Audiodaten direkt an Google geschickt haben.  

 

Netflix-Experiment: Explosionen lassen Handy vibrieren

Auch beim diesjährigen Netflix Hack Day 2019 durften sich Netflix-Mitarbeiter mal kreativ austoben und einige der dabei entstandenen Projekte stellt Netflix in einem Blog-Eintrag vor. Was letztendlich davon realisiert und allen Netflix-Nutzern angeboten wird, steht natürlich noch in den Sternen.

Bei Project Rumble Pak wird das verwendete Smartphone oder Tablet zum Teil des Netflix-Erlebnisses: Wenn im angeschauten Video etwas explodiert, dann vibriert das Gerät. Auch bei einem Schwertkampf oder Schusswechseln kann der Zuschauer damit die Schläge und Einschläge nicht nur sehen und hören, sondern auch gleich fühlen. Wie Project Rumble Pak in der Praxis funktioniert und wie die Netflix-Inhalte dafür aufbereitet werden müssen, wird in dem folgenden Netflix-Video demonstriert:

Das zweite interessante Projekt trägt den Namen The Voice of Netflix . "Wir haben ein neuronales Netz trainiert, um Wörter in Netflix-Inhalten zu erkennen und sie bei Bedarf zu neuen Sätzen zusammenzusetzen", erklärt Netflix. In einer Demo wurde das System auch noch mit einer Spracherkennungsengine verbunden und antwortete dem Nutzer dann auf Fragen mit den Stimmen bekannter Netflix-Charaktere. Wer das mal selber ausprobieren möchte, kann dies auf dieser Seite tun.

Das Projekt TerraVision richtet sich dagegen an die Macher von Netflix-Serien und -Filmen. Das System soll ihnen dabei helfen, Orte zu finden, an denen ein Projekt gedreht werden könnte. Dazu kann in TerraVision ein Foto eingespeist werden, auf dem zu sehen ist, wie die Szenerie aussehen sollte. TerraVision schlägt dann aus einer zentralisierten Datenbank einen passenden Drehort vor. Dabei kommt eine Bilderkennungstechnologie zum Einsatz.

 

Polizei warnt: Angebliche IHK-Mails verseuchen PCs

Das Landeskriminalamt Niedersachsen beziehungsweise deren "Zentrale Ansprechstelle Cybercrime für die niedersächsische Wirtschaft" warnt vor Mails, die angeblich von der IHK (Industrie- und Handelskammer) kommen. Die gefälschten Mails infizieren Rechner mit Schadsoftware.

Demnach hat die IHK die Polizei darüber informiert, dass derzeit Mails im Umlauf seien, die die von der Domain ihk-studien.de kommen (beispielsweise von „schneider@ihk-studien.de“) und zu einer Umfrage aufrufen würden. Die entsprechenden Mails enthielten Links auf eine IP-Adresse, die aber laut Polizei unter Umständen mit Schadsoftware infiziert sind.

Deshalb sollten die Empfänger keinesfalls auf die Verlinkungen klicken! Die IHK betont, dass diese Mails nicht von der Industrie- und Handelskammer gesteuert oder versendet werden.

Die angeblichen IHK-Mails sind folgendermaßen aufgebaut:

„Hallo [ANREDE],

Unternehmen wie [FIRMENNAME] sind das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Sie und jeder einzelne Mitarbeiter tragen maßgeblich zum hervorragenden Ruf und der hohen Qualität der Marke Made in Germany bei.

Damit das in der Zukunft so bleibt, ist es wichtig neue Trends frühzeitig zu erkennen, um Innovationen mit ihrer Unternehmenskultur zu verbinden und den erreichten Vorsprung weiter auszubauen.

Eine aktuelle IHK Studie in Kooperation mit Workation HUB zeigt auf, wie sich die heutige Arbeitswelt in Unternehmen wandelt und welche Maßnahmen erfolgreich sind, um neue Mitarbeiter und neue Kunden anzuziehen und zu binden.

Je mehr Mitarbeiter aus Ihrem Unternehmen an der Studie teilnehmen, desto wertvoller werden die Ergebnisse für Sie.

Dafür dürfen sie gerne diese E-Mail benutzen und als Einladung intern weiterleiten. Die Studienergebnisse sind exklusiv für Teilnehmer vorbehalten.

Hier geht es zur Studie:
Jetzt teilnehmen und Studienergebnisse sichern

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Diplom-Volkswirt (Uni) Andreas Schneider
IHK Studien Team

P.S.: Zum Zeitpunkt meiner Recherche war die Webseite [FIRMEN-INTERNETADRESSE] nicht DSGVO konform. Die Ergebnisse vom DSGVO-Check finden Sie hier.“ Zitat Ende

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