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Morgenmagazin vom Montag, 24. Oktober 2016

24.10.2016 | 06:55 Uhr |

Anwohner klagen gegen Apples irisches Rechenzentrum +++ iPhone 7: Qualcomm-Modem deutlich schneller als das von Intel +++ Apple stoppt Verkauf von Apple Watch in Pariser Warenhauskette +++ Aktuelle Verkaufszahlen der Playstation 4 veröffentlicht +++ WikiLeaks veröffentlicht E-Mails von Barack Obama +++ Samsung führt schnellen DDR4-RAM für Mobilgeräte ein +++ Gimmick-Fotolinsen am iPhone nutzen +++

24. Oktober: Noch zwei Monate

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Gestern war es 15 Jahre her, dass Steve Jobs ein kleines, weißes Gerät aus seiner Hosentasche zog, welches die Welt der Musik verändern sollte wie kein zweites . Sicher, da war die Schellack-Platte, mit der es überhaupt erst möglich war, die flüchtigen akustischen Kunstwerke aufzuzeichnen, viel später erst ermöglichte die CD wirklich durchgängige Konzeptalben, die nicht in ihrer Mitte eine Sollbruchstelle aufwiesen, an der der geneigte Hörer das mittlerweile aus Vinyl gefertigte Medium auf seinem Plattenteller zu drehen hatte. Der iPod machte es überhaupt erst möglich, all seine Lieblingsmusik stets bei sich zu haben. Heutzutage ist mit iPhone und Apple Music noch eine weitere Steigerung erreicht, denn jetzt man auf praktisch alle gewerbsmäßig veröffentlichte Musik Zugriff. Was das Live-Erlebnis nur umso mehr aufwertet. Wenn auf den Konzerten doch nur weniger Handys gezückt würden, wir sehen die Bühne vor lauter Bildschirmen kaum.

Mit Spannung erwarten wir indes in dieser Woche neue Zugangsgeräte für Apple Music, wobei Macbooks natürlich an sich andere Zwecke verfolgen. Wann Apple die neuen Geräte in den Handel bringt, darüber lässt sich nur spekulieren. In den Stores hatte es zuletzt nicht so ausgesehen, dass die aktuellen Modelle nur noch schwer lieferbar wären, aber auch in den letzten Jahren war es Apple immer sehr gut gelungen, bis zum Produktwechsel jeden Mac innerhalb weniger Tage an den Kunden zu bringen. Dennoch würden wir nicht empfehlen, noch in dieser Woche ein Macbook Pro oder Air zu bestellen, am Donnerstag könnten recht interessante Geräte auf dem Programm des Special Events „hello again“ stehen. Bestellen wird man sie gewiss schon am Freitag können, aber womöglich muss man sich noch eine oder zwei Wochen gedulden müssen, bis sie auch beim Händler des Vertrauens oder im nächsten Apple Store aufschlagen.

Vor 13 Jahren in den Handel gebracht hatte Apple das dritte große Update für sein auf Unix basierendes Mac-Betriebssystems Mac-OS X. Version 10.3 Panther kostete noch 129 Euro und bei der Festlegung für den Verkaufsstart ließ die Zentrale in Cupertino europäische Gesetze völlig außer Acht. Denn vor 20 Uhr Ortszeit durfte kein Händler weltweit die Schachteln mit dem Panther verkaufen - und nach 20 Uhr Ortszeit verbot das hierzulande das Ladenschlussgesetz. Einige findige Verkäufer waren aber auf die Idee gekommen, vor 20 Uhr Bezugsgutscheine zu verkaufen und nach 20 Uhr dann gegen Mac-OS X 10.3 auszutauschen - rechtlich eine Grauzone. Mittlerweile gestattet Apple Händlern und den eigenen Stores aber schon um acht Uhr morgens neue Produkte an die Leute zu bringen - für macOS gibt es ja nun längst keinen Ladenschluss mehr und auch keinen Verkaufspreis.

An jenem 24. Oktober hatten wir aber noch gescherzt, dass der Panther-Vorgänger am 24. August 2002 in den Handel gekommen war und deshalb der Nachfolger ja am 24. Dezember 2004 fällig sein würde - es hat dann aber doch länger gedauert. Mac-OS X 10.4 Tiger zeigte Apple zwar im Sommer 2004 auf der WWDC, bis das System fertig war, dauerte es aber dann fast noch ein Jahr, bis zum 29. April 2005. Damals durften Händler schon um 19 Uhr die Kasse öffnen.

Normalerweise freut man sich am Montag in der Früh schon auf den Freitag Nachmittag, in dieser Woche fiebern wir also dem Donnerstag Abend entgegen. Vielleicht ist ja etwas dabei, das wir in genau zwei Monaten uns unter den Baum wünschen.  Peter Müller

Lesetipps für den Montag

Neue Macbooks: Noch bis Donnerstag sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt, wie neue Macbook Pro aussehen könnten. Kontextsensitive OLED-Leiste? Nur noch ein USB-C-Port? Apple werde gewiss wieder Erfahrungen von iPad und iPhone für seine Rechner umsetzen, ohne jedoch die bleiben Plattformen iOS und macOS zu ähnlich werde zu lassen, meint Dan Moren von der Macworld.

Übernahme: Der Telekommunikationskonzern AT&T kauft die Media-Company Time Warner für einen Gesamtpreis von 85,4 Milliarden US-Dollar, wie die beiden Firmen am Samstag Abend bekannt gegeben hatten. AT&T will damit die diversen Inhalte von Time Warner in seinen Mobilfunk-, Breitband- und TV-Netzen in den USA verteilen. Aktionäre von Time Warner bekommen pro Aktie 53,75 US-Dollar in bar ausgezahlt sowie Aktien von AT&T im Wert von 53,75 US-Dollar. Vorbehaltlich der Zustimmung der Behörden soll die Übernahme bis Ende 2017 abgeschlossen sein. An Time Warner war eine Zeitlang angeblich auch Apple interessiert, erst in der letzten Woche hatte der VP für Internet Software und Services Eddy Cue aber betont, Apple wolle nicht zum Netflix-Konkurrenten werden. Cupertino wird aber gewiss beobachten , wie sich die Partnerschaften mit HBO und anderen Time-Warner-Töchtern nach der Übernahme weiter entwickeln.

Angriff: Seit Freitag hatten Websites und Services wie Twitter, Github oder Spotify mit Auszeiten zu kämpfen, der Grund war ein DDoS-Angriff auf den DNS-Hoster Dyn. Mittlerweile ist der koordinierte Angriff vorbei, dessen Urheber aber nicht bekannt. Hunderte Millionen von gleichzeitigen Anfragen hatten die Server von Dyn in die Knie gezwungen, die Attacke war genau koordiniert.

Vergleich: Auch für das iPhone gilt mittlerweile "Intel inside", aber natürlich verbaut Apple keine CPU seines Chiplieferanten für Macs, sondern ein Mobilfunkmodem. Dieses ist aber nur einen Teil von iPhone 7 und iPhone 7 Plus zu finden, iPhones ohne SIM-Lock und solche für die CDMA-Netze von Verizon und Sprint sind nach wie vor mit einem Funkmoden von Qualcomm ausgestattet. Und das ist laut eines Tests von Cellular Insights wesentlich besser und schlägt das Intel-Modem vor allem bei der Gschwindigkeit in LTE-Netzen deutlich. Zudem unterstützt die Hardware von Intel im Gegensatz zu der von Qualcomm die Techniken Enhanced Voice Services und Ultra HD Voice nicht.

Fields of Athenry: Apple wird sein auf 850 Millionen Euro geschätztes Rechenzentrum in Athenry im Westen der Republik Irland womöglich nicht bauen dürfen. Nachdem der Mac-Hersteller im August die Baugenehmigung von den örtlichen Behörden erhalten hatte, wollen nun Anwohner per Klage vor dem obersten Gericht in Dublin das Rechenzentrum in ihrer Nachbarschaft verhindern. Allein wegen der Klageerhebung könnte es eine Verzögerung von 18 Monaten geben, sollte das Gericht die Klage zulassen und eine vollständige Untersuchung des Falles vornehmen.

Weitere Nachrichten:

Apple stoppt Verkauf von Apple Watch in Pariser Warenhauskette

Das Selfridges in London, das Isetan in Tokyo und auch die Galeries Lafayette in Paris durften exklusiv die Apple Watch zum Verkauf anbieten. Letzteres soll laut Macrumors schon bald die Verkaufsstelle schließen. Da die erhofften Verkaufszahlen nicht erreicht werden konnten, wird die Apple Watch dort nur noch bis Januar nächsten Jahres ausgestellt sein.

In den sogenannten Pop-Up Shops hatten die Kunden die Gelegenheit, außerhalb der Apple Stores sich die diversen Apple Watch-Modelle anzuschauen und auszuprobieren - unter anderem auch die Apple Watch Edition, die bis zu 17.000$ kostet.

Sobald die Verkaufsstelle in Paris schließt, erhalten die ehemaligen Apple-Mitarbeiter aus der Galeries Lafayette einen Job in Apple Stores rund um Paris, wie zum Beispiel im zukünftigen Apple Store in Saint Germain. Dieser soll noch in diesem Jahr eröffnet werden.

Ob Apple auch weitere Verkaufsstellen in den international ausgewählten Kaufhausketten schließen will, ist bisher nicht bestätigt worden.

Aktuelle Verkaufszahlen der Playstation 4 veröffentlicht

Im vergangenen Jahr konnte Sony den Absatz seiner PlayStation 4 um 23 Prozent steigern. Laut aktuellen Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) wanderten 2015 in Deutschland 1,4 Millionen PS4-Konsolen über die Ladentheken. Allein während des Weihnachtsgeschäfts im November und Dezember erzielte Sony 570.000 verkaufte Einheiten.

Konkurrent Microsoft konnte den Absatz mit seiner Xbox One zwar ebenfalls um 21 Prozent erhöhen, bleibt bei den Zahlen jedoch weit hinter Sony zurück. Den GfK-Zahlen zufolge, brachte der Redmonder Konzern 2015 nur 270.000 Einheiten an den Mann bzw. die Frau.

Hacker behauptet, die Playstation 4 geknackt zu haben

Seit dem Verkaufsstart der PlayStation 4 im November 2013 baut Sony seinen Vorsprung unaufhaltsam aus. Allein in Deutschland konnte der Konzern bislang 2,8 Millionen Konsolen absetzen. Microsoft bringt es mit rund 600.000 Einheiten nur auf den dritten Rang. Auf Platz zwei landet Nintendos Wii U mit 690.000 verkauften Exemplaren. gfjzjzht

WikiLeaks veröffentlicht E-Mails von Barack Obama

WikiLeaks hat einen weiteren Teil der so genannten Podesta E-Mails veröffentlicht . Die Mail-Kommunikation stammt von John Podesta, dem Wahlkampfleiter der demokratischen US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. Die Transkripte wurden den Mutmaßungen zufolge von russischen Hackern gestohlen und der Enthüllungsplattform zugespielt.

Die geleakten E-Mails verraten Obamas private E-Mail-Adresse, die er vor 2008 benutzt hat: bobama@ameritech.net. Des weiteren zeigen die E-Mails die Planung von Obamas Präsidentschaft, noch vor dem Wahltag 2008. Auch vor Bekanntgabe der Wahlergebnisse wurde Obama bereits intern als neuer Präsident der USA gehandelt.

In den E-Mails fragt Obama außerdem, wie er mit einer Einladung zum G-20-Gipfel mit George W. Bush umgehen solle. Im angehängten Memo wird Obama von der Teilnahme abgeraten. Auf diesen Rat scheint Obama gehört zu haben, zu besagtem G-20-Gipfel war er damals nicht erschienen.

Weitere E-Mails geben Einblicke in den Aufbau eines Wirtschaftsrats, über dessen Besetzung Obama und Podesta berieten. Die geleakten Dokumente zeigen außerdem, dass Obama seine E-Mail-Kommunikation hauptsächlich über einen BlackBerry von AT&T abwickelte. Obama hing so sehr an dem Mobilgerät, dass er der erste Präsident wurde, der ein kabelloses Gerät für seine E-Mails benutzen durfte.

Im Zuge der Veröffentlichung der Podesta E-Mails sperrte die ecuadorianische Botschaft in London in dieser Woche Julian Assanges Internetzugang. Zur Begründung hieß es, die Regierung von Ecuador wolle sich nicht in die Interna anderer Staaten einmischen.

Ob die geleakten E-Mails tatsächlich echt sind, hat haben Clintons Kampagnen-Manager bislang nicht bestätigt. CNBC konnte deren Echtheit ebenfalls noch nicht bestätigen.

Samsung führt schnellen DDR4-RAM für Mobilgeräte ein

Der südkoreanische Hersteller Samsung kündigt das industrieweit erste 8GB LPDDR4 DRAM Package an. Der im 10-Nanometer-Verfahren gefertigte Arbeitsspeicher ist speziell für Mobilgeräte mit 4K-Bildschirmen gedacht und arbeitet doppelt so schnell wie herkömmliche DDR4-RAM-Bausteine in Desktop-Rechnern. Bei einem 64 bit breiten Speicherbus kommt der Arbeitsspeicher laut Herstellert auf eine Übertragungsrate von 34 GB pro Sekunde.

Samsung verspricht Tablets, die durch 8GB LPDDR4 besonders bei der Videowiedergabe von 4K-Videos sowie bei der Nutzung virtueller Maschinen vom schnellen Arbeitsspeicher profitieren. Die Kapazität soll durch die 10nm-Fertigung sowie durch ein Low-Power-Schaltkreisdesign bei gleicher Baugröße doppelt so hoch ausfallen wie bei herkömmlichen RAM-Bausteinen, die im 20-Nanometer-Verfahren gefertigt werden.

Die weniger als einen Millimeter hohen Speicherbausteine sollen gleichzeitig weniger Platz auf der Leiterplatte benötigen und Geräteherstellern mehr Raum für andere Optimierungen lassen.

Gimmick-Fotolinsen am iPhone nutzen

Das ist beim Gimmick Nr. 1274 alles mit dabei: Das Set besteht aus vier Teilen – der Klemme und drei Linsen. Die Fotolinsen sind aus Plastik und sollen sich für Makro-, Fisheye- und Weitwinkel-Aufnahmen eignen. Ein Transportbeutel fehlt, so kann man die Linsen natürlich schnell verlieren.

Makro-Linse lädt zum Experimentieren ein

Klar, das Fotolinsen-Set ist billiger Plastikkram. Also 6,90 Euro für das Yps-Heft in den Sand gesetzt? Nein. Denn allein die Makro-Linse rechtfertigt diesen Spontankauf, denn es macht wirklich Spaß, mit der Makro-Linse ans iPhone geklippt kleine Welten zu entdecken.

Die Makro-Linse wird auf die mitgelieferte Klemme gesteckt. Die Klemme selber verrutscht leicht, da sie keine Gummierung hat. Mit Doppelklebeband kann man sich aber schnell einen Anti-Rutsch-Schutz basteln. Ach ja: Eine Handy-Hülle muss man vorher entfernen, sonst passt das Objektiv nicht.

Bei den Makro-Aufnahmen stört es mich nicht, dass die Plastiklinse die eher mäßige Bildqualität eines Flaschenbodens liefert. Denn gerade das macht den Charme der Bilder aus, die so entstehen: Unscharfe Ränder und leicht verzerrte Optik. Aber die Bildmitte bildet das Objektiv recht scharf ab - eine Art Lomografie für Makro-Fotografen.

Nicht überzeugend: Die Linsen für Fisheye und Weitwinkel

Völlig unbrauchbar dagegen ist die Weitwinkel-Linse, und trotz nettem Effekt begeistert mich auch die Fisheye-Linse nur wenig, denn das Gehäuse der Linse deckt das Bild stark ab. Wie die Makro-Linse wird auch die Fisheye-Linse  auf die mitgelieferte Klemme gesteckt. Wer die Weitwinkel-Linse verwenden möchte, steckt diese dann auf die Makro-Linse.

Das große Problem beim Fisheye und dem Weitwinkel ist, dass das Gehäuse der beiden Linsen doch sehr deutlich in das Bild ragt und sich so der darstellbare Bereich arg verringert. Das ist besonders beim Fisheye schade. Denn dieser Effekt ist wirklich klasse, und die Plastiklinse setzt dies eigentlich auch ganz ordentlich in Szene.

Dagegen kann man sich die Weitwinkel-Linse schenken, die man auf die Makro-Linse aufstecken muss. Denn der Weitwinkel-Effekt ist ohnehin nur gering.

Wer natürlich Wert legt auf möglichst geringe chromatische Aberration, wenig Randabdunklung, keine Verzerrung und eine durchgängig hohe Auflösung auch an den Randbereichen, der sollte die Finger von diesem Gimmick lassen. Denn so jemand würde entweder gar nicht mit dem Smartphone fotografieren oder zumindest das deutlich teurere, dafür auch deutlich hochwertigere Olloclip verwenden.

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