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Morgenmagazin vom Montag, 27. Juli 2015

27.07.2015 | 07:02 Uhr |

27. Juli 2015 +++ Current C ab August +++ CarPaly im Honda Accord +++ Nike kommt Fuel teuer zu stehen +++ Apple mietet neue Bürogebäude +++ MX Anywhere 2: Kabellose Maus für unterwegs auf jeder Oberfläche +++ IBM unterstützt Open-Source-Community mit Entwicklertools +++ Java-Entwickler gehören zu gefragtesten Freiberuflern +++ Stephen Hawking bei Reddit AMA +++ Dmail löscht Mails nachträglich +++ Deutsche Telekom erlaubt Graffiti auf DSL-Kästen +++

Was heute wichtig wird: 27. Juli 2015

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Er läuft, und läuft und läuft, dichteten die vom Volkswagen-Konzern in den Achtzigern engagierten Werber über den VW-Käufer. Dieser lief zu diesem Zeitpunkt schon längst nicht mehr in Deutschland vom Band, wo ihn der VW Golf abgelöst hat, der nun in seiner siebten Generation läuft und läuft und läuft. Im Juli 2003 war mit dem Käfer endgültig Schluss, die letzten Exemplare wurden in Brasilien gebaut und verkauft, nach Europa durften die technisch längst überholten Fahrzeuge schon gar nicht mehr importiert werden. Seither läuft der Käfer nur noch bei Oldtimerrallyes. Dort trifft er nicht selten auf sein französisches Pendant, die Ente, in Frankreich besser bekannt als Citroen 2CV ("Döschewo"). Heute vor 25 Jahren produzierte der französische Konzern in seinem portugiesischen Werk das letzte Exemplar der Ente. Ein Nachfolger, wie ihn der Käfer im Golf hatte, gelang Citroen jedoch nicht. Immerhin hatte Citroen von 1949 bis 1990 über fünf Millionen Exemplare des Modells gebaut, einige sind noch heute für die Straße zugelassen - in Innenstädte dürfen sie aber wegen des hohen Schadstoffausstoßes nicht mehr rein.

Die lange Laufzeit solcher Fahrzeuge zeigt aber auch, welches Problem Apple und Konsorten haben, wenn es darum geht, Smartphones und Unterhaltungselektronik in das Fahrzeug zu bringen. Kaum war der iPod so populär, dass Fahrzeughersteller an Anschlüsse für den Player dachten, stellte das iPhone neue Ansprüche. Und kaum hatten Automobilhersteller darauf reagiert, löste der Lightning-Anschluss den Dock-Connector ab. Von Golf-Generation zu Golf-Generation dauert es etwa sieben Jahre, in der Zeit hat Apple das iPhone siebenmal renoviert, davon viermal radikal. Bluetooth LE 4.0 ist bei drahtlosen Schnittstellen derzeit state-of-the-art, doch bis der derzeit konstruierte Golf 8 auf die Straßen rollt, höchstwahrscheinlich veraltet. Zudem leisten sich Kunden nicht wegen eines neuen iPhones auch gleich ein neues Auto, so wird die Kaufentscheidung für das Fahrzeug wohl kaum von dessen Fähigkeiten für CarPlay abhängen.

Aber vielleicht wird das sogar die entscheidende Folge des ominösen Projekts Titan, an dem Apple angeblich arbeitet. Am Ende kommt sogar ein selbtsfahrender Apple-BMW dabei heraus, aber als Nebenprodukt ein Standard für Kommunikationstechnologie, an dem kein Automobilhersteller mehr vorbei kann. In die Ente und den Käfer wird man das iPhone aber dennoch nur mitnehmen aber nicht zur Zusammenarbeit mit dem Fahrzeug bewegen können. Peter Müller

Lesetipps für den Montag:

Schwieriger Start: Während Apple Pay mit immer mehr Banken und Kreditinstituten kooperiert und nun auch in Großbritannien verfügbar ist, hinkt die Konkurrenz von CurrentC hinterher. Das von einem Händlerverband getragene System soll laut Bloomberg im August nun endlich in den USA an den Start gehen. Haken dabei: Noch macht keine einzige Bank mit, mit CurrentC kann man nur mit von den beteiligten Handelsunternehmen ausgegebenen Karten bezahlen.

CarPlay im Honda Accord: Apple gewinnt mit Honda einen weiteren Kooperationspartner in Sachen CarPlay. Das 2016er-Modell des Honda Accord soll kompatibel mit dem iPhone werden.

Sammelklage : Nike zahlt insgesamt 2,4 Millionen US-Dollar an Käufer des Fitnessarmbandes Nike Fuel zurück, die dieses zwischen Januar 2012 und juni 2015 erstanden haben. Der Vorwurf: Das NikeFuel habe Kalorienverbrauch und zurückgelegte Schritte nicht so o genau messen können, wie es die Werbung suggerierte. Ursprünglich war in dem Prozess auch Apple angeklagt, trägt aber keine Verantwortung für die irreführende Werbung und muss daher keinen Schadensersatz leisten.

Neue iPads: Das iPad Mini 4 wird eine Miniaturversion des iPad Air 2 und so dünn werden wie dieses, berichtet die japanische Website Macotakara. Entgegen früherer Vermutungen werde Apple im Herbst auch eine neue Version des iPad Air vorstellen, diese mit A9-Prozessor. Selbst über ein iPod Pro spekuliert die Website, diese erscheint aber immer unwahrscheinlicher zu werden.

Apple mietet neue Bürogebäude

Zusätzlich zu der Errichtung des neuen Campus mietet Apple in Santa Clara zwei große Bürogebäude, um dem Wachstum des Unternehmens gerecht zu werden. Insgesamt bieten die beiden Gebäude eine Fläche von knapp 30.000 Quadratmetern.

Die Nachricht über die neuen Mietverträge folgt nur wenige Tage nachdem Apple Mitarbeiter unter anderem das begrenzte Platzangebot bei dem Unternehmen aus Cupertino bemängelten. Zwar schreiten die Bauarbeiten an dem neuen Campus voran, doch auch nach der Fertigstellung wird dieser nicht genug Fläche für die Apple Mitarbeiter bieten.

Die neu gemietete Fläche von knapp 30.000 Quadratmetern in den beiden Gebäuden soll insgesamt Platz für knapp 1.600 Mitarbeiter bieten.

In Silicon Valley und Cupertino steigt die Nachfrage nach Büroflächen konstant an. Neben kleinen Unternehmen und Start-Ups kämpfen vor allem auch große Unternehmen wie Apple, Google, Facebook und LinkedIn um vorhandene Kapazitäten. Viele dieser Unternehmen planen Ihre Belegschaften Jahr für Jahr um 10% zu erhöhen, der entsprechende Platzbedarf ist daher enorm.

Der neue Apple Campus 2 soll im Vergleich zu den neu dazugemieteten Flächen deutlich größer ausfallen. Insgesamt soll das neue Areal eine Bürofläche von knapp 260.000 Quadratmetern bieten und Arbeitsplatz für 12.000 Apple Mitarbeiter werden. Die Fertigstellung wird Ende 2016 bzw. Anfang 2017 erwartet und die Gesamtkosten sollen knapp 457 Millionen Euro betragen. Ein Großteil des Geländes, auf dem der Campus entsteht, gehörte vorher HP.

 

MX Anywhere 2: Kabellose Maus für unterwegs auf jeder Oberfläche

Die Darkfield-Laserabtastung bietet laut Logitech präzise Steuerung auf nahezu allen Oberflächen – selbst auf Glas- und Hochglanzoberflächen, glänzenden Laminatoberflächen, Klapptischen in Bahn und Flugzeug und sogar auf einer Jeans, verspricht der Hersteller.

Im Gegensatz zu traditionellen Laser- und optischen Mäusen, die Unebenheiten auf der Oberfläche zum Abtasten von Mausbewegungen verwenden, nutzt die Darkfield-Technologie  demnach die kleinstmöglichen Details zur Erstellung einer winzigen Karte der Oberfläche. In Testläufen funktionierte die Maus am besten auf Glas von mindestens 4 Millimeter Dicke, so der Anbieter weiter.

Die Verbindung mit dem Mac erfolgt kabellos mit zwei Varianten: Entweder per Bluetooth (ab OS X 10.10), oder, falls das nicht möglich ist, mittels Logitechs bisher kleinsten Unifying-Pico-Empfänger http://www.logitech.com/de-de/promotions/6072 mit 2,4-GHz-Technologie ab OS X 10.8.

Die MX Anywhere 2 lasse sich außerdem mit bis zu drei Computern pairen, der Wechsel funktioniere dank der Easy-Switch-Technologie zwischen diesen mit einem einzigen Tastendruck. Die Akkulaufzeit des Nagers hängt laut Hersteller von der Nutzungsart und den Bedingungen ab. Tests hätten gezeigt, dass eine Verwendung der Maus für sechs Stunden am Tag unter normalen Bürobedingungen eine Akkulaufzeit von bis zu zwei Monaten ermögliche. Wenn der Akku aufgeladen werden muss, schließt man die MX Anywhere 2 mit dem USB-Ladekabel an den Computer an.

Weiterhin sei die Maus unter Mac oder Windows sofort einsetzbar, mittels der speziellen Logitech Options-Software  (ebenfalls ab OS X 10.8) lassen sich aber auch die Geschwindigkeit von Scrollrad und Cursor anpassen, der Gestenschalter zum Nachbilden von Windows- oder OS X-Touchgesten aktivieren, die Maustasten neu zuweisen und weitere Funktionen ausführen.

Die Maus mit den Maßen (Höhe x Breite x Tiefe) 61,6 x 100,3 x 34,4 Millimeter wiegt 106 Gramm (Herstellerangaben), und verfügt über einen Darkfield-Lasersensor mit Nennwert 1000 dpi (Mindest- und Höchstwert: 400 dpi bis 1600 dpi, kann in Schritten von 200 dpi festgelegt werden). Sie läuft mit einem Lithium-Polymer-Akku (500 mAh) und ermöglicht Logitech zufolge über eine kabellose Reichweite von 10 Metern. Zum Lieferumfang der MX Anywhere 2 gehören ein Logitech Unifying-Pico-Empfänger, ein Mikro-USB-Kabel sowie eine Bedienungsanleitung. Die Maus gibt es für 80 Euro direkt beim Hersteller inklusive Versandkosten .

IBM unterstützt Open-Source-Community mit Entwicklertools

Big Blue, wie IBM nach seinem Logo auch gern genannt wird, hat einen weiten Weg hinter sich. Vom marktbeherrschenden Anbieter großer Mainframes hin zum Apple-Konkurrenten durch Personalcomputer, die als PCs und der Bezeichnung ”IBM-kompatibel” zum Synonym und Quasistandard von Computern zuhause und beruflich wurden, dann als ”Big Brother”-Unternehmen durch den legendären Macintosh-Werbespot 1984 durch Apple geradezu angefeindet, haben die beiden Firmen inzwischen zu einer konstruktiven Zusammenarbeit im Bereich Enterprise Mobility gefunden. Hier arbeiten die beiden Konzerne durch iOS-Apps für Unternehmen Hand in Hand, und Apple ist inzwischen die teuerste Marke der Welt. Eine unglaubliche Entwicklung.

Doch auch IBM hat sich stark verändert und arbeitet nicht nur mit dem einstigen Erzfeind, sondern auch der Open Source-Szene eng zusammen. So will es Big Blue nach eigener Auskunft Unternehmen leichter machen, noch stärker auf Lösungen aus der Cloud zu setzen. Die freien IBM- Applikationen richten sich an Branchen wie Healthcare, Mobile und den Einzelhandel sowie Versicherungen oder Banken. Entwickler haben demnach über Developer Works Open jetzt Zugriff auf aktuelle IBM-Technologien und Expertenwissen. Darüber hinaus kann die Open-Source-Community weltweit über die cloudbasierte Plattform zusammenarbeiten und Programmierer können neben Quellcodes auch Blogs, Videos und andere Tools nutzen, um ihre Projekte voranzutreiben. Ferner stellt IBM selbst eine Reihe von Applikationen bereit.

Auch Analytics-Technologien gehören zu den neuen Open-Source-Angeboten von IBM: Darunter Activity Streams, ein Tool, das analysiert, wie Nutzer mit einer Applikation und untereinander interagieren; der Agentless System Crawler, der eine einheitliche Umgebung für die Analyse und Überwachung von Cloud-Umgebungen bietet; oder IBM Analytics for Apache Spark für gebündelte Analytics-Power. Ebenfalls frei zugänglich macht IBM ach eigener Auskunft den Cloud-Service IBM Object Storage on Bluemix Service Broker für schnellen Zugriff auf verteilte Daten in der Cloud und die Integration von OpenStack Object Storage (Swift) und Cloud Foundry.

Die Plattform Developer Works Open soll es Unternehmen aller Branchen ermöglichen, die Vorteile der Cloud zu nutzen, ohne an einen bestimmten Anbieter und dessen Standards gebunden zu sein. Freie und offene Technologien sind der Schlüssel dafür, //www.pressebox.de/pressemitteilung/ibm-deutschland-gmbh-ehningen/Mehr-Freiheit-fuer-Entwickler/boxid/748414:schreibt IBM in seiner Pressemitteilung .

Außerdem weist IBM darauf hin, dass das Engagement für Open Source so neu gar nicht ist: seit über 20 Jahren sei das Unternehmen in dieser Bewegung aktiv. Dabei arbeitet IBM mit tausenden zertifizierten Entwicklern zusammen und unterstützt sie dabei, Anwendungen bereitzustellen, die sich an den Anforderungen der jeweiligen Unternehmen orientieren und echte Business-Probleme lösen, so das Unternehmen in seiner Einschätzung der Zusammenarbeit.

I n einem kurzen Video stellt ein IBM-Manager das Projekt kurz vor .

Java-Entwickler gehören zu gefragtesten Freiberuflern

"Softwareentwickler gehören zu den meistgesuchten Experten - vor allem solche mit Java-Know-how", erklärt Thomas Müller, Geschäftsführer des Personaldienstleisters Solcom. Diese Programmiersprache sei durch die ständige Weiterentwicklung, einfache Verfügbarkeit und die Vielzahl an kostenlos verfügbaren Frameworks in der Web- und Anwendungsentwicklung sehr gefragt. So würde Java-, aber auch C++Know-how eine konstant hohe Nachfrage verzeichnen.

Mit den Aufträgen stiegen allerdings auch die Anforderungen an die Programmierer, so der Solcom-Geschäftsführer: "Aufgrund der zunehmenden Komplexität werden sich Experten weiter spezialisieren - gleichzeitig aber auch in übergreifenden Strukturen denken müssen." Dabei gelte: je komplexer eine Aufgabe, desto häufiger würden freiberufliche Experten beauftragt. Schließlich seien IT-Freelancer berufsbedingt immer auf dem neuesten Stand der Technik und brächten aufgrund ihrer vielfältigen Projekterfahrung viel Know-how mit. "Je vielfältiger eine Technologie ist, desto mehr mögliche Einfalltore gibt es auch", meint Müller. Hier tut sich seiner Meinung nach noch ein großes Feld für qualifizierte Externe auf.

Auftragsflut für Softwareentwickler

Dass die Chancen für freiberufliche Softwareentwickler seit Jahren durch Outsourcing bedroht sein sollen, kann Müller nicht bestätigen. Seiner Erfahrung nach sind von Outsourcing hauptsächlich wenig komplexe und hochstandardisierte Anwendungen betroffen - aber auch zeitaufwändige Programmierarbeiten, zum Beispiel in der Anwendungsentwicklung oder das Netzwerk- und Daten-Management.

"Wer Softwareentwickler ist, kann sich in der Tat nicht über mangelnde Nachfrage beklagen", bestätigt auch Christian Müller, freiberuflicher Java Backend-Entwickler. So hätten Kollegen, die bislang pendeln mussten, in kürzester Zeit neue Aufträge in der Nähe ihres Heimatortes gefunden. Da er vorwiegend in der Web-Entwicklung arbeite, spielten Hype-Themen wie das Internet of Things noch keine so große Rolle. Es gehe da eher um Schnittstellenprogrammierung. Der Freelancer ist aber sicher, dass sich hier für Selbständige neue Felder auftun.

Nach wie vor hätten App-Entwickler gute Chancen, schnell vermittelt zu werden. "Last, but not least, ist der Wille, jeden Tag Neues zu erlernen, für weitere Projekte entscheidend", betont Müller. Der Informatiker, der seine ersten Jahre als Festangestellter verbrachte und seit drei Jahren freiberuflich tätig ist, blickt optimistisch nach vorne: "Die Entwickler stehen auf der Wunschliste der Unternehmen weit oben, und ich kann unternehmerisch tätig sein." Vor allem das zähle für ihn.

Stephen Hawking bei Reddit AMA

Die Diskussionsplattform Reddit veranstaltet immer wieder einmal Fragestunden mit berühmten Persönlichkeiten, Unternehmern oder auch Wissenschaftlern unter dem Motto »Ask Me Anything« (AMA). Üblicherweise stellen sich die Gäste dann für einige Zeit live den Fragen der Reddit-Nutzer, die entsprechend dem Motto gelegentlich in das Persönliche oder Absurde abdriften. Nun wird auch der bekannte theoretische Physiker und Astrophysiker Stephen Hawking zum ersten Mal an einem AMA bei Reddit teilnehmen.

Da Hawking aufgrund seiner Erkrankung mit Amyothropher Lateralsklerose jedoch nur über einen Computer kommunizieren kann, den er über einen Muskel im Gesicht oder die Augen steuert, wird die Organisation dieser Fragestunde entsprechend angepasst. Ab dem morgigen Montag bis zum 4. August können interessierte Reddit-Nutzer Fragen an den Physiker stellen, die Stephen Hawking dann innerhalb seiner Möglichkeiten in den darauf folgenden Wochen beantworten wird.

Der Physiker hat laut einem Bericht von cnet besonderes Interesse daran, das Thema Künstliche Intelligenz und die möglichen Gefahren für die Menschheit zu diskutieren. Erst gegen Ende 2014 hatte Hawking vor sich selbst weiterentwickelten Künstlichen Intelligenzen gewarnt, die durch den Menschen nicht mehr kontrolliert werden könnten. Im Januar 2015 hatte er einen entsprechenden offenen Brief vieler Wissenschaftler unterzeichnet, der auch vor den ethischen und rechtlichen Problemen von KI-gesteuerten Maschinen wie selbstfahrenden Autos warnt. Neben Hawking hatten auch Bill Gates oder der CEO von Tesla Motors und Space X, Elon Musk, zuletzt ähnliche Bedenken hinsichtlich fortgeschrittener KI geäußert. Hawking wird während des Reddit AMA aber auch Fragen zu anderen Bereichen beantworten.

Dmail löscht Mails nachträglich

Dmail löscht verschickte Mails nachträglich. Zu jedem gewünschten Zeitpunkt. Das Tool lässt sich derzeit aber nur zusammen mit Googlemail nutzen. Zudem muss man eine Chrome-Erweiterung installieren. Demnächst wollen die Macher von Dmail ein Update vorstellen, mit dem sich auch die Weiterleitung von Mails verhindern lassen soll.

Googlemail besitzt zwar auch selbst ein „Rückhol-Feature“ Undo Send for Gmail, dieses funktioniert aber nur bis zu 30 Sekunden lang nach dem Abschicken der Mail (Sie müssen die Undo-Funktion in den Gmail-Einstellungen einschalten und die Zeitdauer festlegen). Man muss also sofort reagieren, wenn man damit eine Mail doch noch zurückholen will.

Nach der Installation der Dmail-Erweiterung können Sie diese Versand-Option künftig für alle zu verschickende Googlemail-Mails auswählen. Sie müssen also nicht zwangsläufig alle Gmails von nun an mit Dmail verschicken, sondern können das nach Belieben entscheiden. Sie können bereits vor dem Verschicken festlegen, wann die Mail wieder gelöscht werden soll. Sie können das aber auch nachträglich noch eintragen, sofern Sie die Gmail eben via Dmail verschickt haben.

Der Empfänger muss Dmail nicht zwangsläufig auch verwenden. Hat er nämlich das Dmail-Chrome-Plugin nicht installiert, dann erhält er eine Mail, in der steht, dass er auf einen Button klicken muss, um die Mail zu lesen. Dieser Button öffnet jedoch eine Webseite im Browser – deren Inhalt befindet sich also nicht auf den Mailservern von Gmail, sondern auf den Servern von Dmail.

Hat der Empfänger dagegen ebenfalls die Dmail-Erweiterung für Chrome installiert, dann kann er die Mail innerhalb von Gmail lesen.

Sobald eine Mail gelöscht/zurückgerufen wird, erhält der Empfänger darüber eine Nachricht, wenn er die Dmail-Erweiterung installiert hat. Der Inhalt der Mail ist dann unleserlich gemacht worden.

Wer die Dmail-Erweiterung nicht installiert hat, bemerkt das Löschen der Mail erst, wenn er wieder auf den Button zum Öffnen der Mail klickt.

Dmail verschlüsselt laut Hersteller mit 256 Bit. Der Mail-Body soll verschlüsselt auf dem PC des Absenders abgelegt werden. Eine ebenfalls verschlüsselte Kopie wird außerdem auf den Servern von Dmail abgelegt. Der Adressat der mit Dmail verschickten Mail wiederum erhält die Informationen, wo diese Mail liegt und einen Schlüssel zum Öffnen der Verschlüsselung. Dmail betont, dass es die Mailinhalte nicht entschlüsseln und somit auch nicht lesen kann.

Langfristig soll Dmail auch mit anderen Maildiensten funktionieren. Im August soll eine Dmail-App für iOS folgen. Später soll auch eine Android-App erscheinen.

Dmail soll es als abgespeckte Gratis-Variante und als leistungsfähigere kostenpflichtige Version geben.

Deutsche Telekom erlaubt Graffiti auf DSL-Kästen

Die Deutsche Telekom tut in einem Blog-Post kund, dass Graffiti-Künstler aka Sprayer die grauen Kästen am Straßenrand, die der Telekom gehören und etwa die DSL-Technik beherbergen, nun ganz legal verschönern dürfen. Man müsse die Verteiler nun nicht mehr in Nacht-und-Nebel-Aktionen bekritzeln, sondern darf (fast) direkt loslegen. Als einziges erbittet sich die Deutsche Telekom das Ausfüllen eines E-Mail-Formulars durch den Künstler. Dieser werde dann ganz einfach und formlos von der Telekom bestätigt, verspricht man im Blog-Eintrag.

So beantragen Sie die Erlaubnis zum besprühen der Telekom-Kästen: Schreiben Sie eine E-Mail an produktion@telekom.de mit dem Betreff "Aus Grau wird Bunt". Und nennen Sie in der Mail den Standort Ihres favorisierten Kastens. Hängen Sie ein aktuelles Foto des Verteilers an und eine Skizze des geplanten Artworks. Die Telekom will die Mail dann prüfen und auch per E-Mail antworten. Zur Motivauswahl: Sie dürfen keine kommerzielle Werbung enthalten und weder ethisch noch politisch noch religiös anstößige Themen beinhalten. Einen Tipp zur Farbwahl liefert die Telekom gleich mit: Es sollte wetterbeständige Farbe auf Wasserbasis (z.B. Dispersionsabtönfarbe für den Außenbereich) sein.

Noch ein paar Aussschlusskriterien: Einfach tiefschwarz anmalen wird sicherlich nicht durchgewunken werden, da sich dies negativ auf die Wärmeentwicklung im Inneren auswirkt. Aus diesem Grund sind zudem Lüftungsauslässe, Schließvorrichtungen und Scharniere tabu. Ferner muss das Gehäuse der Telekom gehören - das ist nicht überall der Fall.

Die Möglichkeit, offiziell um Erlaubnis zu fragen, ist nicht ganz neu. Doch bislang mussten sich Künstler durch einen Wust an Papierkram arbeiten.

Die Deutsche Bahn steht dem Thema kritischer gegenüber. Vor zwei Jahren gab es Pläne, Drohnen gegen Sprayer einzusetzen.

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