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Morgenmagazin vom Montag, 28. Juni 2021

28.06.2021 | 07:08 Uhr | Peter Müller

Apple arbeitet angeblich an 16-Zoll-iPad +++ Kuo: iPhone 14 mit Touch ID unter dem Bildschirm +++ Hotspot in iOS 15 mit WPA3 +++ Microsoft: Satya Nadella spricht sich für iMessage auf Windows aus +++ Cyberstalking: Anti-Stalking-Gesetz verschärft +++ DB verspricht 100 Mbit/s auf allen Strecken - aber nicht für alle Reisenden

28. Juni: Friedlicher Wettstreit

Macwelt wünscht einen guten Morgen! Sicher, Fußball ist nebensächlich. Ganz besonders, wenn sich junge Männer mit gleichem Pass - aber vielen unterschiedlichen Arbeitgebern - im Sommer treffen, um den Europameister unter sich auszumachen. Oder demnächst im Winter für die Kür des Weltmeisters. Man kann diese je elfköpfigen Sportlergruppen gerne auch Nationalmannschaften nennen und selbst Leute, die den Begriff der Nation für ein wenig überholt oder sogar antiquiert halten, drücken des Sommers gerne mal "ihrem" Team die Daumen. Das muss nicht einmal das sein, dessen Mitglieder den gleichen Pass haben wie man selbst.

Fußball ist und bleibt Nebensache. Auch wenn er stets von der Politik vereinnahmt wird, es spielen schließlich Nationen gegeneinander. Beziehungsweise einige ihrer herausragenden Vertreter. Also junge Männer, die eben besonders gut kicken können. Der gerne auch mal hart geführte, aber meist faire Sportwettstreit hat nicht verhandelbare Werte. Respekt, Toleranz, Kooperation gehören dazu. Und natürlich der Glaube an das entscheidende Tor in den Schlussminuten, das Herzen gegen den Hass auf den Tribünen und vor den TV-Apparaten schickt. 

Fußball ist kein Krieg, darf man gerne am Jahrestag des Attentats von Sarajevo (1914) und der Schlacht auf dem Amselfeld (1389) wieder in Erinnerung rufen.  Morgen ab 18 Uhr spielt dann also nicht Deutschland gegen England in Wembley, sondern ihre Fußballteams, "Die Mannschaft" bei den "Three Lions", wie die Spitznamen lauten. Unser Tipp? Elfmeterschießen, wie immer.

So etwa wie am gleichen Ort vor 25 Jahren im Halbfinale, als der heutige Trainer der Engländer, Gareth Southgate, den entscheidenden Fehlschuss tat. Vor der Partie hatte die zynische britische Boulevardpresse mit martialischen Aufmachern wie "Surrender! For U, Fritz, se EURO 96 is over!" und Fotomontagen von englischen Fußballern mit Stahlhelm die Stimmung unanständig aufgeheizt. Die Deutschen holten ein paar Tage später den Titel. And in the end the Germans win, sagte Gary Linker damals.

Sechs Jahre zuvor trafen sich die englischen und die deutschen Fußballer schon einmal bei einem Halbfinale, in Turin. Natürlich obsiegte das DFB-Team im Elfmeterschießen und holte später den Titel. Bundeskanzler Helmut Kohl jubilierte im "Sommer der Einheit", dass es ihn besonders freue, dass man die Engländer in ihrem Nationalsport geschlagen habe. Seine britische Amtskollegin, Prime Minister Margret Thatcher, konterte kühl: "Sagen Sie dem Kanzler, dass wir die Deutschen in diesem Jahrhundert schon zweimal in ihrem Nationalsport geschlagen haben". Don't mention the war …

Möge es also ein friedlicher Wettstreit der Beine bleiben und nicht mehr sein. Die meisten Sorgen sollte man sich darüber machen, dass im vollen Stadion inmitten eines Delta-Hotspots sich nach dem letzten Elfer Leute in den Armen liegen werden und dabei dem Schwelbrand der Pandemie neuen Sauerstoff einhauchen. Dabei wird es egal sein, ob die auf ihren Fantrikots drei Löwen oder einen Adler tragen.

Lesetipps für den Montag

Größer : Bloomberg-Redakteur Mark Gurman behauptet, Apple würde derzeit ein  größeres iPad Pro entwickeln, das Bildschirmdiagonalen von 14 oder gar 16 Zoll aufweise und damit mit den Macbook Pro konkurriere. Ein derart großes iPad Pro wäre zwar unter Umständen nur noch schwer zu halten, hätte fraglos aber auch den Vorteil, dass die Apps darauf mehr Mac-artig werden könnten, etwa mit frei verschiebbaren Fenstern. Das große iPad Pro soll einen Glasrücken bekommen, um es für induktives Laden zu befähigen, mit reverse charging sollen auch andere Geräte wie iPhone oder Apple Watch sich über das iPad Pro drahtlos aufladen können.

Nächstes Jahr: Während das iPhone 13 demnächst ansteht und dessen angenommene Features in den diversen Gerüchteküchen nicht mehr mit allzu großen Geschmacksunterschieden aufbereitet werden, machen die ersten Spekulationen über das iPhone 14 die Runde, das Apple im kommenden Jahr vorstellen wird. Zumindest will Ming-Chi Kuo bereits wissen, wohin im Herbst 2022 die Reise geht. So soll Touch ID wiederkehren, in einem Sensor unter dem Glas, wie es bei einigen Android-Smartphones eher schlecht als recht funktioniert. Der Bereich, in dem der Sensor sitz, solle bei Bedarf beleuchtet sein, zum Einsatz komme entweder ein Ultraschallsensor oder ein optischer. Die Weitwinkelkamera bekäme eine deutlich höhere Auflösung, 48 Megapixel sollen es sein. Und in Sachen Größe tut sich auch noch etwas, auch das Nicht-Pro-iPhone soll in einer 6,7-Zoll-Variante als iPhone 14 Max erscheinen. Das Mini, mit dem iPhone 12 eingeführt und womöglich noch in diesem Jahr mit dem iPhone 13 fortgeführt, werde aufgrund zu geringer Nachfrage 2022 wieder gestrichen.

Wegbleiben : Inwieweit elektronische Geräte Implantate wie Herzschrittmacher oder Defibrillatoren mit ihren Magnetfeldern stören können, haben diverse Untersuchungen herauszufinden gesucht. Klar ist: Zu nahe dürfen iPhone und Co. den sensiblen Implantaten nicht kommen. In einem neuen Support-Dokument rät Apple seit letzter Woche nun konkret, das iPhone nicht näher als etwa 15 Zentimeter kommen zu lassen, induktive Ladegeräte sollten mindestens 30 Zentimeter fern bleiben.

Neuer Standard: In iOS 15 und iPad OS 15 werden die von den Geräten errichteten Hotspots dem Standard WPA3 folgen. Bisher sind iPhone und iPad in der Lage, sich mit WiFis dieses Standards zu verbinden. WPA3 will vor allem sicherere Verbindungen garantieren, auch wenn das Passwort für den Hotspot eher schwach ist und sich leicht erraten ließe. Genau solchen Versuchen soll der 2018 verabschiedete Standard einen Riegel vorschieben.

Wird erst noch einmal schlimmer: Die globale Chip-Knappheit wird nach Prognose des Intel-CEOs Pat Gelsinger weiter anhalten und im Gegenteil in der zweiten Jahreshälfte 2021 sich noch einmal verschärfen. Erst ab dem Jahr 2023 werde man den Mangel überwunden haben, erklärt Gelsinger in einem Interview mit Bloomberg. Einige Industrien werde es härter als andere treffen. Apples Fertiger TSMC hatte in der vergangenen Woche erklärt, bevorzugt Apple und die Autoindustrie mit Chips zu versorgen, der Rest müsse sich eben hinten anstellen.

Weitere Nachrichten:

Microsoft: Satya Nadella spricht sich für iMessage auf Windows aus

Microsoft hat in dieser Woche Windows 11 enthüllt. Der Redmonder Konzern nimmt mit dem neuen Betriebssystem nicht nur Design-Änderungen und Verbesserungen in der Benutzerführung vor, sondern öffnet sich auch für Konkurrenten. So soll es beispielsweise einen Microsoft Store mit Android-Apps geben. Microsoft will sich dabei von den Mitbewerbern abheben und zeigt sich offen für die Konkurrenz-Software. 

„Wir haben die Möglichkeit, mehrere Marktplätze zu haben, die florieren können. Wir wollen einen großartigen Marktplatz haben, aber wir heißen auch andere Marktplätze willkommen. Wir wollen großartige Tools haben, wie z. B. Teams, aber wir begrüßen auch Zoom oder Slack oder irgendetwas anderes, das ebenfalls erstklassig ist,“ erklärt Microsoft-CEO Satya Nadella in einem Interview mit dem Wall Street Journal

Im Gespräch lädt Nadella Apple offen dazu ein, seine Software für Windows-Hardware zugänglich zu machen. „Alles, was Apple mit Windows machen möchte, sei es iTunes oder iMessage oder was auch immer, würden wir begrüßen. Aber im Großen und Ganzen wollen wir sicherstellen, dass unsere Software auf Apple-Geräten gut läuft und dass Windows mit jeder Software von irgendjemandem gut funktioniert, egal ob es Google oder Apple oder Adobe oder sonst jemand ist,“ so Nadella. Ob der iPhone-Hersteller auf diese Einladung eingehen wird, bleibt allerdings abzuwarten. 

Windows 11 offiziell vorgestellt - darauf dürfen sich Nutzer freuen

Cyberstalking: Anti-Stalking-Gesetz verschärft

Der Bundestag hat in dieser Woche ein verschärftes Anti-Stalking-Gesetz verabschiedet . Der „Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Strafgesetzbuches – effektivere Bekämpfung von Nachstellungen und bessere Erfassung des Cyberstalkings“ erhielt Fürstimmen von SPD, AfD, den Grünen und CDU/CSU. FDP und Linkspartei enthielten sich.

Während es mit der bisherigen Gesetzeslage schwierig war, Stalker wegen ihrer Taten zu belangen, soll die Gesetzesänderungen nun ein strafrechtliches Vorgehen erleichtern. Täter mussten bislang ein „beharrliches“ Nachstellungsverhalten an den Tag legen und das Leben ihres Opfers „schwerwiegend“ beeinträchtigen, bevor sie belangt werden konnten. In dem geänderten Gesetzestext reicht nun ein „wiederholtes“ Belästigen aus und daraus resultierende „nicht unerhebliche“ Beeinträchtigungen für das Leben des Opfers.

In den Tatbestand des Stalking fallen neben dem Auflauern und Verfolgen des Opfers auch Nachrichten und Anrufe sowie das Beauftragen Dritter für derartigen Kontaktaufnahmen. Das Veröffentlichen von Bild- und Videomaterial des Opfers sowie ihm nahestehender Personen wird nun ebenfalls ausdrücklich erwähnt.

„Das Veröffentlichen intimer Aufnahmen ehemaliger Beziehungspartnerinnen und -partner ist dabei derart häufig, dass für das Phänomen mit „Revenge Porn“ beziehungsweise „Racheporno“ bereits feste Begriffe bestehen. Bekannt ist, dass das Öffentlichwerden entsprechender Aufnahmen von den Opfern als derart verheerender Eingriff in die Intimsphäre empfunden wird, dass nicht wenige in ihrer Ohnmacht und Verzweiflung Suizidversuche unternehmen,“ erklärt der Gesetzentwurf . Neben den bereits genannten Handlungen, steht nun auch die Überwachung des Opfers durch Stalkerware unter Strafe. Mit dieser Software lassen sich beispielsweise Nachrichten mitlesen oder Bewegungsprofile erstellen. Die Höchststrafe für Stalking wurde mit dem geänderten Gesetz nun außerdem von drei auf fünf Jahre erhöht.

DB verspricht 100 Mbit/s auf allen Strecken - aber nicht für alle Reisenden

Deutsche Bahn und Deutsche Telekom wollen bis 2026 ein Ärgernis beseitigen, das derzeit noch viele Bahn-Kunden plagt: Verbindungsabbrüche oder zu langsames Surftempo während der Bahnfahrt. Stattdessen soll es bald durchgehenden Handyempfang entlang der Schienen geben. Reisende, die das Mobilfunknetz der Telekom nutzen, sollen künftig auf dem gesamten Streckennetz der Deutschen Bahn bis Ende 2026 ohne Unterbrechung telefonieren und surfen können – in viel besserer Qualität als heute. Das teilten beide Unternehmen heute mit.

Spätestens 2026 soll es entlang der Schienenstrecken im Fern- und Regionalverkehr keine Versorgungslücken mehr geben. Das soll auch in Tunneln gelten. Diese Karte zeigt die geplanten Ausbaumaßnahmen:

Der Ausbau erfolgt in mehreren Stufen: „Auf vielen Strecken werden die geplanten Investitionen bis 2024 erfolgen, auf allen Strecken spätestens bis Ende 2026. Auf einigen Regionalstrecken werden Fahrgäste anschließend zum ersten Mal überhaupt Empfang haben“, schreibt die Deutsche Bahn. 

Und weiter: „Das Streckennetz der DB umfasst insgesamt 33.400 Kilometer. Davon sind 7.800 Kilometer Hauptverkehrsstrecken, auf denen alle ICE- und die wichtigsten IC-Züge fahren. Diese Strecken will die Telekom bis Ende 2024 mit einer Datenrate von mehr als 200 Mbit/s versorgen.

Auf weiteren 13.800 Kilometern fahrgaststarker Strecken, auf denen pro Tag mehr als 2000 Fahrgäste unterwegs sind, will die Telekom bis Ende 2025 ebenfalls eine Datenrate von mehr als 200 Mbit/s anbieten. Das ist in beiden Fällen signifikant mehr als heute.

Alle sonstigen Strecken will die Deutsche Telekom bis Ende 2026 mit einer Datenrate von mehr als 100 Mbit/s versorgen. In den kommenden Jahren soll die Versorgung dann kontinuierlich dem jeweiligen Stand der Technik angepasst werden.

Die Telekom wird in den kommenden Jahren rund 800 neue Mobilfunkstandorte in Betrieb nehmen sowie die Kapazität an mehreren hundert Standorten erweitern, um das Mobilfunknetz entlang der Bahnstrecken zu verbessern." Zitat Ende

Gemeinsam würden beide Unternehmen einen dreistelligen Millionenbetrag investieren, um diese Ziele umzusetzen.

Vodafone- und O2-Kunden profitieren davon natürlich nicht. Auf unsere Nachfrage erklärte ein Bahnsprecher gegenüber PC-WELT: "Wir sind auch mit anderen Mobilfunkunternehmen im Gespräch."

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