2577258

Morgenmagazin vom Montag, 29. März 2021

29.03.2021 | 07:05 Uhr | Peter Müller

Update: iOS und iPadOS 14.2.2 schließen Lücke in WebKit +++ iPhone 13: Mattes Schwarz für die Pro-Modelle, kompaktere Kamera und Lidar für alle +++ Globaler Chip-Mangel: Wie Apple profitieren könnte +++ Apple Watch 7 mit Rugged-Version +++ Mi Mix: Xiaomi kündigt flüssige Kamera-Linse an +++ Razer: Smarte Atemmaske geht in die Produktion

29. März: Wer hat an der Uhr gedreht?

Macwelt wünscht einen guten Mor... gähn...! Tschuldigung, geht schon wieder. Aber jedes Jahr das gleiche Spiel: Kaum hat man sich daran gewöhnt, dass einen die Sonne gegen sechs Uhr weckt, schrillt der Wecker um fünf. Also zur gefühlten Uhrzeit fünf Uhr, nicht ganz eine Stunde vor dem hiesigen Sonnenaufgang. Andererseits nimmt das ja gerne in Kauf, um abends einfach länger Licht zu haben. Immerhin ist man ja so klug, die Uhrenumstellung auf die Nacht zum Sonntag gelegt zu haben, am Montagmorgen haben wir uns schon etwas daran gewöhnt und heute nach Feierabend erfreut uns das Licht. Schon nach den Osterferien wird es auch in der Früh wieder hell genug sein.

Gegen die Sommerzeit mag es ja Argumente geben, trotz der Vorteile, die sie bringt - Energiesparen gehört bekanntlich nicht dazu. Die Idee, die Uhr auf Dauer da zu belassen, wo sie jetzt steht, ist aber eine weit schlechtere als die Hin- und Herstellerei. Denn das hieße ja, in der Woche vor den Weihnachtsferien ungefähr vier Stunden bevor es richtig hell wird, aufzustehen. Drei sind da schon mehr als genug. Und das Argument, man habe dann zweimal im Jahr einen Jetlag, den man doch gerne vermeiden möchte, sollten gerade Vielreisende nicht anbringen, die in normalen Zeiten gerne öfter im Jahr mehrere Stunden Jetlag in Kauf nehmen.

Aber was hochinteressant ist: Würde eine politische Institution einfach von den Bürgern erbitten, man möge aus welchen Gründen auch immer im Sommer doch einfach mal eine Stunde eher aufstehen und zu Bett gehen, wäre das Geschrei riesig. Wäre damit auch noch kollektiver Gesundheitsschutz verbunden, gäbe es schnell wütende Anti-Aufstehzeit-Demonstrationen. Stellt man hingegen einfach die Uhr um und sendet die Tagesschau und die daran anschließenden Programme auf die Art die verlangte eine Stunde früher, halten sich alle daran. Gäbe es doch nur eine Corona-Uhr, an der man drehen könnte!

Im Kalender steht heute auch eine interessante Zahl, die sich gerade in Kreisen der Coronaleugner schon lange vor der Seuche als finsterer Code etabliert hat. Der 29. März ist - außer in Schaltjahre - der 88ste Tag des Jahres. Man sollte diese Schnapszahl unbedingt wieder eine positive Konnotation verpassen. Und genau auf die Idee sind vor etwa sechs Jahren einige Musiker gekommen: Lasst den Tag 88 des Jahres doch Welt-Piano-Tag sein!  Ein Klavier hat doch 88 Tasten, und laut Paul McCartney und Stevie Wonder zeigt das Instrument doch, dass eine friedliche Welt möglich sein könnte: "Ebony and ivory live together in perfect harmony 
Side by side on my piano keyboard, oh Lord, why don't we?"

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine harmonischen und wachen Start in die Karwoche. Vielleicht noch eine Tasse Kaffee, in einem Farbton irgendwo von Espresso bis Latte. Auch dem Regenbogen sind ja alle Farben genehm.

Lesetipps für den Montag

Update : Während wir noch auf iOS 14.5 und iPadOS 14.5 mit seinen zahlreichen Neuerungen warten, veröffentlichte Apple am Freitag Sicherheitsupdates - Eile war offenbar geboten. iOS 14.4.2 und iPadOS 14.42 schließen eine kritische Lücke in Webkit, für ältere iPhones stellt Apple sogar noch iOS 12.5.2 zur Verfügung. Die als CVE-2021-1879 bekannte Lücke betrifft jede App. die Inhalte aus dem Web lädt, das Update ist somit dringend angeraten.

Mehr Details : Der Leaker Max Weinbach nennt weitere Besonderheiten des iPhone 13, das in diesem Jahr auf die 12er-Reihe folgen wird. Für die Pro-Modelle werde Apple das matte schwarz zurückbringen, in denen es zuletzt das iPhone 7 anbot. Dieses soll deutlich dunkler sein als der aktuelle Graphit-Ton. Ein Überzug aus Edelstahl soll Fingerabdrücke reduzieren helfen. Die Kamera werde Apple nicht mehr so weit aus dem Gehäuse herausstehen lassen, Lidar werde bei allen Modellen eingesetzt und soll den Portraitmodus verbessern. Apple arbeite zudem an einer Weiterentwicklung der Bildstabilisierung. Weinbach hatte zuletzt ein Always-On-Display für das iPhone 13 prognostizert.

Stabil: Bloombergs Mark Gurmann will erfahren haben, dass Apple für die für den Herbst erwartete Apple Watch Series 7 auch eine "rugged" Version plant, also eine besonders stabile, die mit Gummipuffern und anderen Schutzmechanismen besonders Outdoor-Sportler ansprechen soll oder andere Nutzer, die ihre Uhr besonders strapazieren. Apple orientiere sich hier an Modell von Casio oder Luminox. Die G-Shock-Uhren von Casio sind etwa bei Militärangehörigen und Extremsportlern beliebt und etwa bis 200 Meter Wassertiefe dicht.

Zweiter Anschluss: Wie ein neu aufgetauchter Protoyp eines iPad der ersten Generation zeigt, plante Apple einen zweiten Dockanschluss für sein Tablett. der auf der linken Seite angebracht war. Dieser fiel im Design Validation Test durch, also erst relativ knapp vor der Veröffentlichug. Der Anschluss war offenbar voll funktionsfähig und ließ sich etwa zum Laden nutzen, während das iPad an dem Tastatur-Dock hing, das Apple seinerzeit als Zubehör verkaufte - durchgesetzt hat sich das nicht, vor allem, weil das iPad nur im Hochformat zu betreiben war. Die Idee eines zweiten Anschlusses setzt Apple nun mit dem Smart-Connector um, an den sich Tastaturen auch so anhängen lassen, dass das iPad im Querformat nutzbar ist.

Krisengewinner: Der globale Chip-Mangel ist zuletzt nach einem Brand in den Farbriken des Wafer-Herstellers Renesas noch verschärft worden, wenn sogar der chinesische Smartphoneherstleler Xiaomi über Knappheit klagt, sei das ein ernstes Zeichen, meinen die Analysten von Wedbush. Dass viele Computerhersteller mehr für Komponenten bezahlen müssen, könnte auch auf die Endverbraucherpreise durchschlagen. Langfristig sei aber Apple im Vorteil, wenn es Verträge mit Zulieferern wie TSMC neu verhandeln müsse - und könne nach dem Ende der Krise auf bessere Konditionen für sich hoffen.

Weitere Nachrichten:

Mi Mix: Xiaomi kündigt flüssige Kamera-Linse an

Wenige Tage vor der offiziellen Ankündigung seines neuen Mi-Mix-Modells hat Xiaomi heute ein neues Feature des Smartphones vorgestellt. Über das chinesische Social-Network Weibo teaserte das Unternehmen in mehreren Beiträgen das neue sogenannte Liquid-Lens-Kamerasystem an. Die Technik soll den Einsatz von mehreren Kameras mit unterschiedlichen Brennweiten überflüssig machen. Dank Liquid Lens soll künftig nur eine Kamera alle fotografischen Aufgaben übernehmen können - von Makro-Aufnahmen, über Superweitwinkel-Bilder bis hin zu Tele-Schnappschüssen von weit entfernten Objekten. Realisiert wird das über eine in Flüssigkeit gelagerte Linse.

Neu ist das Konzept nicht. Liquid Lenses gibt es bereits seit mehreren Jahren in Industrie-Anwendungen, wo sich klassische Linsen mit beweglichen mechanischen Teilen zu schnell abnutzen würden. Ihre kompakte Bauweise macht sie nun auch für die Smartphone-Branche interessant. In der Theorie könnte eine flüssige Linse die unterschiedlichen Linsen vereinen, die an der Rückseite aktueller Smartphone-Modelle verbaut sind. Mit dem neuen Mi Mix, das am 29. März 2021 enthüllt werden soll, wagt sich Xiaomi nun an die Technik. Ob die Bildqualität tatsächlich mit aktuellen klassischen Linsen wird mithalten können, bleibt abzuwarten. Wenn ja, könnten die überladenen Kamera-Module an den Smartphone-Rückseiten der aktuellen Top-Modelle vielleicht schon bald der Vergangenheit angehören.

Im vergangenen Jahr gab es auch bereits Gerüchte, Huawei könnte bei seinen neuen Smartphone-Modellen der Liquid-Lens-Technik ebenfalls einsetzen. Eine entsprechende Ankündigung ist jedoch bis jetzt ausgeblieben.

 

Razer: Smarte Atemmaske geht in die Produktion

Mitte Januar zeigte Peripherie-Hersteller Razer mit Project Hazel die Konzeptstudie einer smarten Atemmaske für die weltweite Corona-Pandemie. Bei der Konzeptstudie soll es jedoch nicht bleiben, denn das Gadget soll nun tatsächlich produziert werden. "Wir dachten, es sei ein Konzept-Projekt, das in Zeiten der Corona-Impfung relevant sein könnte" , erklärte Razer-CEO Min-Liang Tan in dieser Woche im Interview mit Yahoo Finance . "Wir lassen die Smart Mask nun Realität werden und liefern sie aus" , so Tan.

Die smarte Atemmaske N95 von Razer wurde im Januar im Rahmen der digitalen CES 2021 vorgestellt. Mit dem damals noch Project Hazel getauften Konzept wollte Razer die Probleme ausmerzen, die Alltagsmasken aus Stoff mit sich bringen. Diese seien beim Filtern von Aerosolen unzuverlässig, dämpfen den Klang der Stimme und machen es Menschen mit Hörbehinderung unmöglich, von den Lippen zu lesen. Aus diesem Grund ist die N95 aus Kunststoff gefertigt. Das macht sie abwaschbar und nachhaltiger als Stoff- oder Wegwerfmasken. Das transparente Faceplate versteckt zudem das Gesicht des Trägers nicht. Die integrierte Voiceamp-Technik von Razer sollen zusammen mit Mikrofonen die Stimme des Nutzers verstärken und Gespräche so angenehmer und deutlicher machen.

Die smarte Atemmaske verfügt weiterhin über austauschbare Luftfilter und eine RBG-Beleuchtung, die das Gesicht bei Dunkelheit anstrahlen soll. Für modebewusste Nutzer steht die Maske in Hellgrau und Schwarz zur Verfügung. Um die Produktion tatsächlich starten zu können, benötigt Razer in den USA Freigaben von der Food and Drug Administration, den Centers for Disease Control and Prevention oder der Occupational Safety and Health Administration. "Project Hazel wird Realität. Wir setzen das Konzept in die Tat um und ich glaube wir werden alle - leider - noch für eine sehr lange Zeit Masken tragen müssen" , so Tan. Angesichts der Tatsache, dass in den USA bereits ein Viertel der Bevölkerung die erste Corona-Schutzimpfung erhalten hat, ist diese Behauptung fraglich. Es bleibt abzuwarten, wie schnell Razer mit den nötigen Genehmigungen die Produktion starten kann und ob die Auslieferung der Masken eventuell Ende des Jahres in den USA noch Sinn machen wird. Das Unternehmen hält sich außerdem aktuell noch bedeckt, wieviel die smarten Atemmasken kosten sollen.

Macwelt Marktplatz

2577258