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Morgenmagazin vom Montag, 4. August 2014

04.08.2014 | 07:32 Uhr |

Was heute wichtig wird: 4. August 2014 +++ Apple dementiert Stellenabbau bei Beats +++ Vivendi verkauft seine Beats-Anteile an Apple +++ Richterin genehmigt Vergleich im E-Book-Fall +++ Sicherheitslücken in Smart-Home-Geräten +++ Monitor passt sich Sehschwäche an +++ Runtastic stellt Aktivitäts-Tracker mit Android- und iPhone-App vor +++ Google will Foto-Service von Google+ trennen

Was heute wichtig wird: 4. August 2014

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Es ist Sommer, vermutlich sind selbst in Cupertino trotz des anstehenden Launches von iPhone 6, iOS 8 und OS X 10.10 viele Flure verwaist. Noch warten wir auf Nachrichten von ausgebüxten Schnappschildkröten oder Alligatoren, die in Badegewässern ihr Unwesen treiben, erfreuen uns aber in der Zwischenzeit an anderen Sommerlochthemen. Apple könnte in drei Jahren obsolet sein, berichtet etwa Finanzen 100 unter Berufung auf die Meinung des bisher wenig bekannten Hedgefonds-Managers Pedro de Noronha von Noster Capital. Als Langzeitinvestor betrachte er Apples Entwicklung kritisch, er wisse nicht wo die Firma in fünf bis zehn Jahren stehe. Nun gut, Prognosen sind auch im Finanzwesen dann schwierig, wenn sei es mit der Zukunft zu tun haben, doch de Noronha hat eine konkrete Zukunftsangst: In drei könnten Apples Rücklagen aufgebraucht sein. Zwar sind zuletzt die Barreserven des Konzerns weiter angestiegen, auf mittlerweile 164,5 Milliarden US-Dollar, auf der anderen Seite aber auch die Schulden auf 29 Milliarden US-Dollar. Apple hat Anleihen aufgesetzt, um seinen Aktionären Dividenden auszuzahlen. Und wenn Apple jetzt so weiter macht... Und wenn der Cashflow reduziert wird... Und wenn das iPhone 6 floppt... Und wenn eine nächste großes Ding gar nicht erst kommt... Kurz: Viel zu viele Annahmen. Wir wissen auch nicht, wo Apple in fünf bis zehn Jahren steht und mit welchem Produkt der Mac-Hersteller in drei Jahren das meiste seines Geldes verdient, von einer ungeplanten Obsoleszenz ist das Unternehmen aber weit weg. Willkommen Sommerloch! Peter Müller

Lesetipps für heute Morgen:

30 Jahre E-Mail in Deutschland ( Computerwoche )

Macintel: Das Ende ist nah ( Monday Note )

Vor welchen Herausforderungen Apple in der Partnerschaft mit Apple steht ( Business Insider )

IDC: Apple verliert Spitzenposition im Tablet-Markt ( TechWorld )

Weitere Nachrichten:

Apple dementiert Stellenabbau bei Beats

Appleinsider beruft sich auf Quellen bei Billboard, wonach alle Beats-Mitarbeiter von Apple übernommen werden. Ein Angestellter habe bestätigt, dass jeder an den Apple-Kursen teilnimmt und für Krankenversicherungen durch den neuen Arbeitgeber Apple  registriert werden. Letzte Woche wurden Gerüchte laut, dass bis zu 200 Angestellte, zirka 40 Prozent der Beats-Belegschaft, bei der Übernahme von Apple ihren Job verlieren werden.

Apples Pressesprecher Tom Neumayr bestätigt, dass jedem Beats-Angestellten ein Job bei Apple angeboten wurde. Neumayr schränkt gleichzeitig aber ein, dass nicht alle Positionen unbefristet sind, da durch die Übernahme Überlappungen entstehen. „Wir arbeiten derzeit daran, in diesen Bereichen für die Beats-Mitarbeiter andere, unbefristete Stellen bei Apple zu finden“, beteuert der Pressesprecher.

Laut Gerüchten gibt es vorwiegend für Angestellte in der Beats-Personal-, Finanz und Rechtsberater-Abteilung beim Wechsel zu Apple nur befristete Verträge. Angeblich wurden jede Menge dieser Beats-Angestellten bereits gewarnt, dass sie in drei bis zwölf Monaten mit der Kündigung rechnen müssen.

Nicht jeder Mitarbeiter muss sich Sorgen machen: Nach dem offiziellen Übernahme-Abschluss am letzte Freitag tauchten Berichte auf, wonach der CEO Ian Rogers von Beats Music künftig die iTunes Radio-Sparte übernehmen wird und mit den Beats-Gründern Dr. Dre und Jimmy Iovine nach Cupertino übersiedelt.

Vivendi verkauft seine Beats-Anteile an Apple

Vivendi, der größte französische Medienkonzern, er auch das weltweilt größte Plattenlabel Universal Music Group kontrolliert, hat seine 13 Prozent Aktienanteile an Beats an Apple verkauft, berichtet Bloomberg.

Vivendi hat in den letzten zwei Jahren Firmengüter im Wert von rund 30 Milliarden US-Dollar abgestoßen, inklusive den noch nicht abgeschlossenen Verkaufsverhandlungen des französischen Mobilfunkunternehmen SFR für rund 23 Milliarden US-Dollar. Vivendi hat immer noch jede Menge seines Kapitals in die Musik-Industrie investiert; nicht zuletzt hält sein Plattenlabel Universal Music Group Aktien-Anteile des Audio-Streaming-Dienstes Spotify und dessen französischen Mitwettbewerber Deezer. O’Shea, Marktforscher bei Kepler Cheuvreux in Paris, beschreibt in der Analyse des Vivendi-Beats-Aktienverkaufes, dass vor Jahren jede Menge Plattenfirmen die Chance versäumten, mit iTunes groß in das Musik-Download-Geschäft einzusteigen. Jetzt, wo der Download-Trend rückgängig ist, will die Musik-Industrie die Gewinne der Musik-Abonnement-Dienste nicht verpassen.

Apples Übernahme von Beats wurde im vergangenen Mai offiziell bekanntgegeben. Der Deal wurde am 1. August 2014 abgeschlossen und umfasst die komplette Hardware-Sparte von Beats, vor allem Beats Kopfhörer, den Musik-Streaming-Dienst Beats Music und zusätzlich auch Carlyle Group LP, eine der größten US-amerikanischen Private-Equity-Gesellschaften.

Richterin genehmigt Vergleich im E-Book-Fall

Denise Cote, US-Bezirksrichterin in New York, hat am Freitag Apple eine vorläufige Genehmigung erteilt, das Urteil wegen E-Book-Preisabsprache mit einer Ausgleichszahlung von 450 Millionen US-Dollar beizulegen. 400 Millionen US-Dollar gehen als Schadensersatz an alle betroffene E-Book-Kunden und der Rest deckt die Anwaltskosten der Sammelkläger. Voraussetzung ist, dass die zur Zeit aktive, zweite Berufungsklage von Apple abgewiesen wird.

Wenn Apple hingegen seine Berufungsklage durchsetzen kann, dann wird die Vergleichszahlung entsprechend niedriger ausfallen. Apple müsste in dem Fall den E-Book-Kunden nur 50 Millionen US-Dollar auszahlen und für die Anwaltskosten der Sammelklage sind zusätzlich nur 20 Millionen fällig. Falls das Berufungsgericht jedoch das erste Gerichtsurteil der Kartell-Klage von April 2012 des US-Justizministerium gegen Apple komplett revidiert, dann müsste Apple gar keinen Schadensersatz leisten.

Richterin Cote beschreibt in ihrer vorläufigen Genehmigung zur Vergleichszahlung, dass die Bedingungen gerecht und vernünftig sind und dass sie nicht erwartet, dass die Vertreter der Anklage den Fall zurück zum Bezirksgericht bringen werden.

Apple hat zu diesem Vergleich keinen Kommentar geäußert. Die in den gleichen Prozess verwickelten fünf Verlage Simon & Schuster, Hachett, Penguin Group, Macmillan und HarperCollins haben mit einer Schadensersatzzahlung in Höhe von 166 Millionen US-Dollar an die E-Book-Kunden eine außergerichtliche Einigung erwirkt.

Sicherheitslücken in Smart-Home-Geräten

Sicherheitslücken in Smart-Home-Geräten (c) hp.com
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© hp.com

Eine Studie des Herstellers Hewlett-Packard hat sich mit den Gefahren beschäftigt, die aus der Vernetzung der Haushaltsgeräte erwachsen. Dafür wurden zehn der bekanntesten Produkte aus dem Smart-Home-Bereich auf Schwachstellen überprüft. Das Ergebnis: 250 unterschiedliche Sicherheitslücken klaffen in den Geräten.

Leider lässt HP offen, um welche konkreten Produkte es sich handelt, sie stammen jedoch aus den Bereichen TV, Webcams, Thermostate, fernsteuerbare Steckdosen, Sprinkleranlagen, Türschlösser, Alarmanlagen und Garagentoröffner.

Bei vielen Geräten kommen abgespeckte Linux-Systeme zum Einsatz. Das eigentlich sichere Betriebssystem werde jedoch nur stiefmütterlich behandelt. Die Produkte sollen so schnell wie möglich auf den Markt kommen, selbst einfache Attacken seien so möglich.

Ein übernommenes Gerät kann schnell den Zugriff auf weitere Elektronik im Haushalt ermöglichen. Die größten Schwachstellen fanden sich im Bereich Passwörter, Netzwerksicherheit, Verschlüsselung oder Datenschutz.

Monitor passt sich Sehschwäche an

Monitor passt sich Sehschwäche an (c) University of California, Berkeley
Vergrößern Monitor passt sich Sehschwäche an (c) University of California, Berkeley
© University of California, Berkeley

Menschen mit Alterssehschwäche können ihre Brille beim Lesen von Texten am Monitor vielleicht bald links liegen lassen. Wissenschaftlern der University of California in Berkeley ist es gelungen, Sehfehler über eine neue Display-Technologie auszugleichen.

Von der Forschungsarbeit können sowohl weitsichtige als auch kurzsichtige Menschen profitieren, indem sie für das Lesen von Texten am Monitor künftig keine Brille mehr benötigen, die den Sehfehler ausgleicht. Diese Aufgabe übernimmt künftig das Display selbst. Vereinfacht gesagt, passen die Forscher dabei die Lichtintensität jedes Pixels individuell an. Auf diese Weise kann ein scharfes Bild erzeugt werden.

Um die neue Technik nutzen zu können, ist voraussichtlich kein neuer Monitor oder teure Spezial-Hardware notwendig. Die Forscher haben für ihr Projekt nur wenige Modifikationen an einem handelsüblichen Gerät vorgenommen. Die Hauptarbeit übernimmt eine spezielle Software, die die Schärfe des Monitors auf die Augen des Nutzers abstimmt. Im aktuellen Stadium ist jedoch der Blickwinkel noch sehr gering. Wann es das Projekt zur Marktreife schaffen wird, ist bislang leider noch unklar.

Runtastic stellt Aktivitäts-Tracker mit Android- und iPhone-App vor

Runtastic Orbit ist ein Aktivitäts-Tracker, der Bewegungen, Fitnessaktivitäten und Schlafzeiten seiner Träger rund um die Uhr aufzeichnen kann. Mit der ebenfalls ab heute erhältlichen Runtastic-Me-App für das iPhone oder ein Android-Smartphone lassen sich die aufgezeichneten Daten wie Schrittzahl, Kalorienverbrauch, Distanz oder Schlafphasen auswerten und via Orbit Connect sofort beim Laufen, Walken oder Radfahren auf dem kleinen OLED-Display anzeigen. Aufgrund des Displays dient er bei Bedarf auch als Uhr und Wecker und kann als Stand-alone-Gerät - also ohne verbundenes Smartphone - genutzt werden. Runtastic Orbit zeichnet auch einfach Zeiten mit erhöhter körperlicher Aktivität auf und zeigt, wie weit ein festgelegtes Ziel – beispielsweise eine bestimmte Anzahl täglich zurückgelegter Schritte – bereits erreicht ist.

Alle vom Orbit gesammelten Daten werden drahtlos mit der neuen Me-App für Android und iOS, die auch Daten von anderen Runtastic-Apps wie etwa "Six Pack" sammelt, sowie Runtastic.com synchronisiert. In Zukunft sollen neben der Haupt-App auch weitere Runtastic-Apps die Orbit-Connect-Funktion des Wearable Gadgets unterstützen. Unterstützt werden Android-Smartphones mit der OS-Version 4.3 Jelly Bean oder neuer und Bluetooth 4.0 Smart Ready sowie die iPhone-Versionen 5S, 5C und 4S.

Der Orbit-Tracker kostet 119,99 Euro und wird ab dem 11. August jeweils mit zwei Armbändern in Schwarz und Blau zum Tragen am Handgelenk sowie einem schwarzen Clip zum Befestigen an Gürtel, Unterhemd oder BH geliefert. Das Gerät ist bis zu 100 Meter tief wasserdicht und hält laut Anbieter rund eine Woche ohne neues Aufladen des integrierten Akkus durch. Ersatz-Armbänder stehen in sechs weiteren Farben zur Auswahl, ein Set mit drei neuen Armbändern in unterschiedlichen Farben kostet 29,99 Euro.

"Uns ist bewusst, dass der Orbit nicht das erste Wearable auf dem Markt ist", sagt Florian Gschwandtner, CEO und Mitgründer von Runtastic. "Umso mehr haben wir darauf Wert gelegt, das Beste vom Besten in einem Produkt zu vereinen. Unser Ziel ist es, unseren Nutzern nicht nur Daten zu liefern, sondern auch den gesamten Kontext dazu, um sie dazu zu motivieren, ihre Angewohnheiten und ihren Lebensstil allgemein zu verbessern." Das 2009 gegründete Unternehmen zählt mittlerweile 40 Millionen registrierte Nutzer für seine Dienste und über 85 Millionen Runtastic-App-Downloads. Runtastic.com ist in elf Sprachen, die Runtastic-Apps sind in 18 Sprachen verfügbar. Im Oktober 2013 hat die Axel Springer AG 50,1 Prozent an der Runtastic GmbH übernommen.

Google will Foto-Service von Google+ trennen

Google will Foto-Service von Google+ trennen (c) Google
Vergrößern Google will Foto-Service von Google+ trennen (c) Google
© Google

Obwohl Googles soziales Netzwerk oft kritisiert wird und auch längst nicht in die Nutzerzahlen-Gefilde von Konkurrent Facebook vordringen konnte, im Foto-Bereich lässt sich der Suchmaschinen-Konzern nicht lumpen. Die Foto-Tools des Netzwerks bieten zahlreiche Organisations- und Bearbeitungsfeatures, die von vielen Nutzern geschätzt werden.

Die Stärken dieses Teilbereichs hat Google offensichtlich auch erkannt. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg aus brancheninternen Kreisen erfahren haben will, wird Google die Foto-Funktionen in den nächsten Wochen aus Google+ entfernen und als eigenständiges Produkt veröffentlichen. Der Vorteil: Dann könnten auch Nutzer von den Foto-Features profitieren, die keinen Google+-Account haben. Eine offizielle Bestätigung seitens Google steht bislang jedoch noch aus.

Seit dem Weggang von Google+-Chef Vic Gundotra im April, hängt Google+ in der Luft. Auf der letzten I/O Entwicklerkonferenz wurde der Dienst mit keinem Wort erwähnt. Branchenexperten vermuten, dass Googles das soziale Netzwerk möglicherweise bald schließen wird. Die beliebtesten Teilbereiche könnten jedoch als eigenständige Produkte weiterbestehen.

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